Hamburg 07/2019

1,5 Tage für einen Besuch in Hamburg … und das bei weit über 30 Grad. Wir haben das Beste draus gemacht.

Hallihallo,

zwei Mal Urlaub in einem Monat? Kann man mal machen … besser als ein Mal Urlaub und ein Mal 10 Stunden Autofahrt für drei Stunden Beerdigung.

Also holte ich an einem Mittwoch Morgen zu einer humanen Uhrzeit meinen Bruder ab. Wir nahmen komische Straßen, auf denen ich schon seit Jahren nicht mehr unterwegs war. Auf der Autobahn spielte mein Handy plötzlich “Highway to hell” und mein Bruder war überrascht, dass ich AC/DC höre. Außerdem fand er das Lied passend … Äh??? Ist Urlaub mit mir wirklich SO schlimm?

Wir standen noch ein bisschen im Stau, fuhren hinter komischen Leuten her und machten eine Pause. Ich schaute mal kurz aufs Handy. Ein verpasster Anruf von kurz-nach-Reisebeginn. Der Vater von meinem Bruder. Uppsi. Wir haben dann mal zurückgerufen und uns sagen lassen, dass wir uns das nächste Mal verabschieden sollen.

Nach der Pause war es nur noch eine Stunde bis zur Ankunft auf dem P+R-Parkplatz in Hamburg. Meine Lust, durch so eine Stadt zu fahren, hat sich nämlich in Grenzen gehalten. Ein Bus kutschierte uns noch ein Stück weiter Richtung Hotel … und dann mussten wir wohl oder übel zu Fuß weiter. Bei viel zu viel Hitze. Warum zum Teufel kann nicht einfach mal normales Wetter sein, wenn ich irgendwo Urlaub mache???

Nachdem wir unser Zeug ins Zimmer geworfen hatten, beschlossen wir, auf den Michel zu klettern. Nur mal so, weil die Aussicht toll ist und ich mich nicht mehr daran erinnern kann, wie es war, als ich das letzte Mal da war. Ist schon zu lange her. Dass wir erst noch einen Kilometer zur Bushaltestelle laufen müssen … naja, macht man dann eben. Dass sich die Busfahrt danach nicht mehr richtig lohnt … auch okay. Dass ich entschieden habe, dass wir die Stufen nehmen – tja, Pech für meinen Bruder. Und für mich eigentlich auch, denn diese komische Treppe ist nicht so ganz kompatibel mit meiner Höhenangst.

Oben angekommen MUSSTE ich mal wieder ein paar Fotos machen. Später stellte sich heraus, dass das in diesem Urlaub auch die einzigen Fotos waren, die ich gemacht habe, obwohl ich die Kamera IMMER dabei hatte. Wir stellten außerdem fest, dass die Elbphilharmonie ein verdammt hässliches Ding ist. Und hey – ans Wasser könnten wir ja auch mal gehen.

Der Weg führte uns also in den Fahrstuhl und anschließend unter Bäumen hindurch an den Hafen. Den Sportboothafen. Wo man auch eine Hafenrundfahrt machen könnte. Könnte man, wollten wir aber nicht. Wir organisierten lieber ein Eis und liefen nach Hause.

Zurück im Zimmer stellte ich fest, dass das Hotel direkt an einer Bahnstrecke liegt. Okay, wusste ich eigentlich, aber dass die Züge in Hamburg 10 mal so laut sind wie zu Hause, war mir nicht klar. Mein Bruder meinte: Das ist doch nur ein Luftzug! Wir lachten.

Doch die Bahnstrecke war nicht das einzige Problem: Mein Bruder stellte traurig fest, dass dem Kissen der Flausch fehlt. Ich wies ihn darauf hin, dass NIEMAND im Sommer Flausch brauchen kann. Er meinte, er wolle trotzdem Flausch, und machte den Schrank auf. “Hier ist Flausch”, sagt er und zeigte mir eine Wolldecke. Und dann stieg er in den Schrank und wollte dort schlafen.

Nachdem er den Schrank doch wieder verlassen hatte, verbrachten wir den Abend damit, Space Pinball auf dem Handy zu spielen – weil wir das früher stundenlang am PC gespielt haben. Mein Bruder landete ständig bei 300.000 Punkten und knapp darüber, ich schaffte nicht mal 200.000. Also musste ich besser werden, spielte eine Weile und schaffte dann plötzlich doch 1,8 Millionen. Das konnte er nicht auf sich sitzen lassen … spielte noch ewig weiter und knackte die 2 Millionen. Äh, ok, ich lass das dann mal auf mir sitzen.

In der Nacht fuhr des Öfteren mal ein Zug vorbei … und bremste geräuschvoll ab. So macht schlafen doch erst richtig Spaß, wenn man jede Stunden mindestens ein Mal geweckt wird.

Am nächsten Morgen schlich ich aus dem Zimmer und organisierte Frühstück. Unter anderem ein Franzbrötchen, weil eine Person in meiner Familie TOTAL auf Franzbrötchen steht und ich ihr eins mitbringen soll. Aber vorher müssen wir testen, ob die überhaupt schmecken. Während ich noch mal schnell 2 Stunden gelesen habe, verschlief mein Bruder bewundernswerterweise einige “Luftzüge”. Als er endlich wach war, gab es das Franzbrötchen. Urteil: Steinhart und pappsüß. Irgendwie sind die vom Aldi besser.

Nach dem Frühstück liefen wir die Strecke zum Michel (wir kannten ja jetzt den Weg und wussten, dass sich die Busfahrt nicht lohnt) und von dort aus zum Hafen. Zeit für eine Hafenrundfahrt. Ich kaufte Karten und man sagte uns: “Euer Schiff ist die Jan.” Eh, super. Der Name wird mich wohl bis ans Lebensende verfolgen. Aber das ist eine andere Geschichte und wir stiegen trotzdem ein. Es war heiß. Wir fuhren los, ein Stück durch die Speicherstadt und dann endlich zu den großen Schiffen. Große Schiffe sind immer gut.

Anschließend wollte ich unbedingt Autos angucken und navigierte meinen Bruder zum Automuseum der Stadt. Dort war es wenigstens kühl. Und: Wir konnten wundervolle Autos sehen. Und HERBIE! Da musste ich dann doch erst mal ein Selfie mit dem Käfer machen.

Eigentlich stand noch das Schokoladenmuseum auf unserem Plan, aber bei den Eintrittspreisen verging uns doch ein bisschen die Lust. Also sind wir lieber wieder nach Hause gelaufen – geht ja eh nur eine Stunde geradeaus. Am Ende hatten wir an diesem Tag gut 10 km zurückgelegt… nunja. Jemand meinte noch, unter solchen Umständen würde er nie mit mir wegfahren. Als ob immer alles meine Schuld ist!
Ach, und ein weiteres Franzbrötchen hatten wir auf unserem Heimweg aufgetrieben. Urteil: Schmeckt nach nichts.

Am Abend holten wir uns noch was zu essen, mein Bruder spielte Space Pinball und ich las das Buch zu Ende, das ich am Morgen angefangen hatte. In der Nacht nervten uns Menschen und “Luftzüge”, morgens holte ich noch mal Franzbrötchen (Urteil: bisher das beste Franzbrötchen, aber immer noch nicht gut) und dann machten wir uns auf den Weg zum Bus.

Am Parkplatz angekommen stellten wir fest: Das Auto ist noch da! 🙂

Auf der Fahrt Richtung Lütjensee stellte ich fest: Wir fahren durch Hamburg. Genau das hätte ich doch gerne vermieden … aber nunja, wir haben es überlebt. Und als wir endlich aus Hamburg draußen waren, ging der Rest auch sehr schnell.

Es folgte die Beerdigung, die hier nicht näher thematisiert werden muss. Wir machten uns auf den voraussichtlich 5 Stunden dauernden Heimweg. Nach einer halben Stunde hatte ich das Auto getankt und war gerade auf die Autobahn Richtung “nach Hause” aufgefahren, als mein Handy klingelte. Schwesterchen am Apparat, ihr Autoschlüssel läge noch in meiner Autotür und wir müssten den dann mal zurückbringen. Eh, super.

Ich drehte mal eben um … und fuhr dann früher als das Navi mir befohl von der Autobahn, weil ich einen Stau sehen konnte. Eine Stunde nach dem Beginn der Rückfahrt, begannen wir die Rückfahrt das zweite Mal. Bei Hamburg stellten wir uns in den ersten Stau, auf der A7 in den zweiten und den dritten. Nach 4 Stunden im Auto fuhren wir dann doch mal auf einen Parkplatz und killten in kürzester Zeit eine Banane, einen Schokoriegel und eine halbe Packung Kekse. Als das Handy gerade wieder verkabelt im Auto platziert war, machte mein Bruder mich auf den Kerl mit dem Schild aufmerksam. Er wollte nach Osnabrück. Und wir wussten nicht, ob wir in Richtung Osnabrück fahren, weil wir nicht wussten, wo Osnabrück überhaupt ist. Der Erdkundeunterricht halt wohl bei keinem von uns wirklich angeschlagen.

Also ließen wir den Tremper da, wo er war, und stellten fest, dass wir noch eine halbe Stunde Richtung Osnabrück gefahren sind.

Nach 6 Stunden Fahrzeit (den ersten Rückfahrt-Versuch mit eingerechnet) setzte ich meinen Bruder zu Hause ab und fuhr dann noch meine letzten 10 Minuten nach Hause. Diese Reise hat eindeutig gezeigt: Blinker benutzt man heutzutage nicht mehr. Alternativ darf man sie aber im Dauerbetrieb laufen lassen.

6 Kommentare

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Oha, da habt ihr ja was erlebt. Staus sind sowas von nervig!

Aber immerhin deutlich besser als unser Hamburg-Ausflug… der Beste und ich dachten uns vor ein paar Jahren auf dem Rückweg von Kiel, dass wir doch eigentlich einen Zwischenstopp in Hamburg einlegen und uns die Stadt ansehen könnten. Tjaaaah. Wir fanden ein Parkhaus direkt an den Landungsbrücken. Eigentlich wollten wir dann eine Hafenrundfahrt machen und guckten bei den verschiedenen Anbietern – die nahmen alle nur Bargeld. Ergo musste ich erstmal einen Automaten suchen (gar nicht so einfach…) und dann mit sündhaften Gebühren bei einer anderen Bank Geld abheben. Okay, zurück zu den Fahrkartenverkäufern. Wegen Sauwetter hatten die meisten geschlossen. Wir studierten die Tarife der verbliebenen dann etwas genauer und stellten fest, dass uns das viel zu teuer war. Dann lieber einfach einen Stadtbummel einlegen.
Jaaaah… und dann hatte das Handy kein Signal mehr, ergo funktionierte die Navigation nicht – und wir waren zu doof, um die Innenstadt zu finden. 😀 Total frustriert sind wir dann zurück zum Auto und dachten uns, dass wir zwecks Orientierung einfach auf die Brücke fahren würden, die wir sehen konnten… bloß dass die sich als Autobahnbrücke herausstellte und wir auf einmal schneller aus hamburg draußen waren, als wir eigentlich wollten. 😀

Liebe Grüße
Anne

Das klingt wirklich nach einem schwierigen Besuch in Hamburg … wobei es vielleicht gar nicht so schlecht war, dass die Autobahnbrücke euch einfach weggeschickt hat, wenn es denn eh schon nicht so lief. Bei uns lief echt alles glatt, wenn man davon absieht, dass ich uns 2x für ca. 3 Minuten in die falsche Richtung laufen ließ, obwohl ich Google Maps benutzt habe 😀

Liebe Grüße

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