Schreibupdate – Wortziele, Schreibprogramm und Überarbeiten?

Hallo ihr Lieben,

Zeit für ein kleines „Schreibupdate“.

Täglich schreiben?

Nach dem NaNoWriMo habe ich mir jeden Tag ein Wortziel von 500 Wörtern gesetzt. An welchem Projekt ich schreibe, war mir egal. Geklappt hat das Ganze verdammt gut – zumindest bis Mitte Februar. Plötzlich tauchten Tage auf, an denen ich nicht zum Schreiben kam oder einfach keine Lust hatte.
Zwischendurch habe ich mir auch mal vorgenommen, an jedem meiner Projekte täglich zu arbeiten. Das hat gar nicht funktioniert. Meistens schreibe nur an einer Sache pro Tag.

Und jetzt? Ich brauche ein neues Schreibziel. Am besten ein realistisches. Aber darüber mache ich mir besser wann anders Gedanken, denn im Moment läuft das Camp NaNoWriMo und in meiner Euphorie habe ich das Ziel wohl mal wieder zu hoch angesetzt: 40.000 Wörter im April.

Überarbeiten.

Es liegen mindestens 5 Manusskripte auf meiner Festplatte, die nach Überarbeitung schreien. Blöderweise geht es nicht voran, denn ich hasse überarbeiten.
Wenn ich es aber doch mal tue, höre ich Magret Kindermann im Kopf. Sie hat nämlich eine Beitragsreihe mit Beispiellektoraten auf ihrem Blog. Und seit ich diese Reihe verfolge, muss ich mindestens 90% der Possessivpronomen aus meinen Texten löschen.

Software.

Jahrelang war Open Office das Programm der Wahl. Es hat nämlich den entscheidenden Vorteil, kostenlos zu sein. Libre Office soll zwar inzwischen besser sein, aber das war mir halt nicht so vertraut.

Dann kam das Studium. Plötzlich war Word überall. Und: Wenn ich mich sowieso damit auseinandersetzen muss und es kostenlos nutzen kann, dann nehme ich halt das. Tschüss, Open Office.

Es zogen Monate ins Land. Ich tippte mit Word. Zwischendurch auch mal im Texteditior und in Evernote – je nachdem, was verfügbar war.
Aber: Word wird schnell unübersichtlich. Scrollen in Texten mit 300 Seiten ist doof.

Beim Rumtreiben im Internet stieß ich öfter mal auf Papyrus und Srcivener. Als Autor benutzt man sowas. Aber ich bin noch kein Autor und will kein Geld ausgeben.
Weitergesucht. Weiter Word genutzt.

Mitte Februar habe ich yWriter runtergeladen. Bis Anfang März habe ich es gekonnt ignoriert und dann einfach mal ausprobiert. Es war ungewohnt, aber irgendwie mochte ich die Übersichtlichkeit. Trotzdem habe ich drei Wochen später beschlossen, yWriter nicht mehr zu nutzen. Das Ding speichert nämlich nicht automatisch. Mein Laptop hat sich aber zwischendurch ein paar Mal aufgehängt – alles weg. Also: Hallo Word, schön dich wiederzusehen.

Focus Writer habe ich auch mal runtergeladen und aufgemacht – und gleich wieder geschlossen, weil ich da nicht vernünftig zwischen mehreren Tabs wechseln kann.

Projektupdate!

“Falsch aufgewacht”: Ich überarbeite zum zweiten Mal. Und denke über das Cover nach. Was man halt so macht. Es geht seehr langsam voran.

“Saustarke Ziegenflucht”: Fertig getippt. Ein erster Entwurf, der noch viel Überarbeitung braucht. Aber es ist mit 35.000 Wörtern eher ein kurzes Ding.

“Snail Kingdom”: Ich habe neu angefangen! Ursprünglich habe ich auf englisch geschrieben, aber das kann ich nicht so gut, dass es Spaß macht. Da ich die Geschichte aber mag, geht es nun auf deutsch weiter. Wir messen derzeit ca. 15.000 Wörter. Das Ding ist mein neues Hauptprojekt, aber steckt in einer Art Krise.

Biografie über Adena und mich: Vielleicht später mal. Nach 3.000 Wörtern keine Lust mehr gehabt, alles aufzuschreiben. Ich müsste erst noch weiter über die Perspektive nachdenken.

Und sonst ist gerade eher nichts in Arbeit, außer diversen Kurzgeschichten. Es ist nämlich Camp NaNoWriMo – und deswegen muss ich mein Wortziel von 40.000 Wörtern irgendwie vollkriegen.

Best of Tippfehler

„Kaffeetasche“
Sicher ist das eine wasserdichte Tasche. Man füllt sie mit Kaffee (ca. 15 – 20 Liter) und steckt oben einen Strohhalm rein. Nie enden wollendes Kaffee-Trinkvergnügen zum Mitnehmen. Ich hoffe, die Tasche ist wärmeisolierend, damit das Zeug nicht kalt wird. 😉

“Zeitluper”
Jemand, der einen Knopf drückt, damit die Zeit im Schneckentempo voranschreitet. Oder so ähnlich …

“Mit abnehmender Größe singt die Energie.”
Ich hoffe, sie kann besser singen als ich. Ich glaube, sie trällert ihr Untergangslied.

- geschrieben von Tabea -


4 Gedanken zu „Schreibupdate – Wortziele, Schreibprogramm und Überarbeiten?“

  1. Hi Tabea,
    da hast du ja echt viele Projekte! Ich wünsche dir viel Erfolg und wenig Stress, wenn es mal nicht so voran geht, wie geplant (das ist ja schließlich ganz normal) 🙂

    Beste Grüße
    Peter

    PS: Deine Vertipper finde ich klasse!

  2. Hallo Tabea,
    ich bin ja auch von der schreibenden Zunft und hab mein Zelt auch im NaNoCamp aufgeschlagen – und dann lief da nix rund. Nachdem ich schon am dritten Tag hinter meinem täglichen Ziel zurückgefallen bin, hat mich der Frust, das gesetzte Ziel so nicht erreichen zu können, so runtergezogen, das nix mehr ging. Ich musste erkennen, dass April nicht November ist. Endlich Frühling, endlich sonnig und warm – da muss ich raus. Und ehrlich gesagt, Schreiben besteht ja nicht nur aus der Zeit am Rechner, sondern das rausgehen, Landschaften, Orte und Menschen genau zu beobachten, aufzusaugen, etwas zu (er)leben, ist (mindestens!) so wichtig wie das eigentliche Schreiben. Jetzt habe ich die Notbremse gezogen und mein Ziel, 100 Stunden kreativ zu schreiben mal eben halbiert – und seit dem läuft es gut. Das ist ja auch das Schöne am Camp, dass man sich das Ziel individuell setzen kann (trotzdem werde ich auch im November wieder dabei sein). Vielleicht ist das ja auch eine Möglichkeit für dich, um dir die Freude am Schreiben und am Camp zu bewahren, das Ziel anzupassen?

    Ich nutze Papyrus – und bin total angetan davon, hätte ich das mal schon während meiner Unizeit gehabt… 🙂 Papierlos funktioniert für mich nicht durchgängig, aber mit “Denkbrett”, Zeitstrahl, Figurendatenbank etc. ist mein Papierverbrauch massiv gesunken und die Ordnung auf dem Schreibtisch gewachsen… 😉 Für mich war das eine sinnvolle Investition.

    Verlier bloss die Freude am Schreiben nicht, in dem du dich zu sehr unter Druck setzt! Manchmal müssen Pausen sein, und plötzlich macht es wieder “klick” und dann fließt es wieder. – Hast du dich ansonsten mal mit Techniken, die bei “Schreibblockaden” helfen können auseinander gesetzt? Beim Schreibsuchti gibt es – kurz und plakativ – Anregungen, im Zweifel bei dem weitergoogeln, was dich anspricht: https://www.schreibsuchti.de/2015/06/30/schreibblockade/

    LG Linni

    1. Stimmt, April ist echt nicht November. Ich liebe die Sonne im Moment und ärgere mich schon über jede Stunde, die ich in der Schule sitze.
      Dass du dein “Wunsch-Soll” in Stunden misst, finde ich interessant. Ich habe mir ja immer Wortziele gesetzt oder beim Überarbeiten eben Seitenzahlen. Ich habe aber auch überlegt, mein Ziel anzupassen. Wenn ich aber ehrlich bin, spielt das Schreiben in meinem Leben gerade einfach eine Nebenrolle. Ich will lieber fit werden und dieses Semester schaffen. Das nimmt wirklich den ganzen Tag ein, auch, wenn es traurig ist.

      Über Papyrus denke ich vielleicht noch mal nach, wenn ich wieder regelmäßig schreiben möchte. In meiner jetzigen Phase macht es wohl einfach keinen Sinn. Auch mit Schreibblockaden und Techniken habe ich mich nicht auseinandergesetzt – weil ich kein Problem mit dem Schreiben an sich habe, sondern damit, mir Zeit dafür zu nehmen. Danke trotzdem für den Tipp!

      Liebe Grüße

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