Photokina, zumindest ein bisschen.

Hallihallo.

Photokina in Köln. Eine Messe, über die ich zufällig gestolpert bin, als ich ein Objektiv kaufen wollte und mal ein bisschen auf der Internetseite des Herstellers rum geklickt habe. Also habe ich dann auch noch die Messe gegoogelt und Freunde gefragt, ob sie mitkommen. 

Köln
Köln

Eine Freundin hat sich bereit erklärt. Ich habe zwei Tickets besorgt und unseren Studentenbonus VOLL ausgereizt: Schülertickets kann man nämlich für alle Tage zum gleichen Preis kaufen. Dadurch konnten wir unter der Woche hinfahren, obwohl Privatbesucher sonst nur Freitag und Samstag zur Wahl haben. 

Die Anreise-Planung war schwieriger. Zug von mir zur Messe braucht vier Stunden! VIER! 
Auto braucht zwei Stunden. Mit dem Auto fahren ist günstiger als Zug fahren – sogar bei diesen wahnwitzigen Spritpreisen. 
Aber: Wie soll meine Freundin nach Köln kommen? Von ihrem Zuhause aus wäre der Zug schneller gewesen, aber eben auch teuer. 
Also fuhr sie ein Stück Zug und stieg dann zu mir ins Auto. 

Photokina

Die Fahrt dauerte doch eher lange (Hallo, ich bin nichts über 35 Minuten pro Strecke gewöhnt…), war geprägt von Baustellen, aber das Handy (=Google Maps) führte uns sicher… Nunja, bis wir nach Köln reinfuhren. Ab da änderte das Handy alle drei Sekunden die Meinung und wir fuhren lieber den Schildern nach. Gefühlt drehten wir dadurch einige Kreise, aber landeten dann doch im Parkhaus. Ahhh, Hilfe, ein Parkhaus. Ich glaube, vorher war ich noch nie in einem Parkhaus. 

Jedenfalls fanden wir irgendwo einen Platz, der frei war. Der Lauf zur Messehalle begann – gut, dass wir einfach anderen Leuten hinterher laufen konnten. 
Taschenkontrolle… Eher ein Witz. 
Ticket scannen, kein Problem. 

Und dann: Enttäuschung. Warum es hier so leer? Warum sind hier gerade mal zwei Stände und sonst nur Fotos?
Warum werden solche Fotos ausgestellt, die man mal eben nebenbei mit dem Smartphone schießt? 

Photokina

In der nächsten Halle wurde es besser. Aber auf den ersten Blick erschlug mich der Stand von Sony dann doch. So verdammt groß. Und was soll man hier eigentlich als ahnungsloser Knipser? 

Wir schlichen weiter. So viel Zeug. Was machen Autos hier? Naja, immerhin rot. Passt zum #Farbblick. Wahrscheinlich waren die Autos wohl wegen Rückfahr-Kameras und solchen Sachen da. 

Bei Tamron blieben wir zum ersten Mal wirklich hängen. Einfach mal ein paar Objektive testen. Teleojektive sind einfach faszinierend. Oh, und da ist ja ein Vortrag. Wir hörten eine Weile zu, wie ein Fotograf von Street-Fotografie auf Reisen schwärmte und Bilder zeigte. Was uns auffiel: Den Großteil seiner Fotos hat er gemacht, nachdem er den Leuten gesagt hat, wie sie sich zu positionieren haben und wie sie schauen sollen. Und ich dachte, bei Street-Fotografie besteht der Reiz gerade darin, dass man keinen Einfluss auf die Personen nimmt. Und plötzlich waren seine Bilder in meinen Augen nur noch halb so toll. 

Photokina

Wir schauten weiter… ein paar Bilder, waren irgendwo in den Hallen ausgestellt. Bei manchen fehlte mir im Bild alles, was es eines Bildes würdig gemacht hätte. Die Freundin, die Kunstwissenschaften studiert, konnte mir aber gleich sagen, warum das Bild ein trauriges Bild ist. 

Wir schauten uns weiter um und merkten immer mehr, dass wir nicht auf die Messe gehören. Denn irgendwie planen wir beide gerade keine Neukäufe – und dann braucht man halt auch nicht alles auszuprobieren. Aber man könnte mal wieder fotografieren gehen und das Zeug, was man schon besitzt, mehr nutzen… 

Letztendlich verließen wir die Messe schon mittags. Wenn man feststellt, dass irgendwas doof ist, muss man halt was anderes machen. Also suchten wir Orientierung und fanden eine Straßenbahn. Eingestiegen, eine Station gefahren, wieder ausgestiegen, weil wir den Dom gesehen haben und lieber zu Fuß hin laufen wollten. Dabei kamen wir an eine Brücke voller Schlösser, fotografierten den Dom und stellten fest: Voll doof, wenn man da ein Schloss aufhängt und sich dann trennt. Weil man den Schlüssel ja nicht behält, so wie eine von uns anfänglich dachte… 

Köln
Köln

Wir suchten eine Postbank, um Geld zu holen und fanden einen defekten Automaten. Danach gab es Pizza und wir liefen noch mal zum Rhein. Die Freundin meinte, auf dem Pflaster müsse man bei jedem Schritt überlegen, damit man richtig auftritt. Ich: Ich trete einfach drauf und dann passt das schon irgendwie. Lustigerweise stellten wir dann noch fest, dass sich das ganz gut auf unser Leben übertragen lässt. Ich mache einfach und sie denkt nach, bevor sie was macht. 

Köln

In der Straßenbahn merkte man außerdem, dass ich als Kleinstadtmensch nie Straßenbahn fahre. Und als wir das Parkhaus verlassen wollten, merkte man auch, dass ich von Parkhäusern keine Ahnung habe. Ich suchte ewig, um rauszufinden, wo ich die Parkgebühr bezahlen kann, freute mich mega, dass das Auto so klein ist und war heilfroh, als wir draußen waren. Aber auch nur so lange, bis das Handy wieder die Route alle drei Sekunden änderte und zu spät überhaupt etwas sagte und ich nicht mehr wusste, was es von mir will. Keine Ahnung, wie wir da wieder rausgefunden haben. Und keine Ahnung, was das bitte für eine Strecke sein sollte. Wir fuhren nämlich fast zwei Stunden von einer Rechtskurve in eine Linkskurve in eine Rechtskurve und so weiter. Dabei hoch und runter im schnellen Wechsel. Ach, und bis 15 Minuten vorm Ziel kannten wir die Gegend auch kein bisschen. 

Aber wir sind angekommen. War ein Abendteuer. 

Ich lud noch schnell meine Winterreifen bei Mama ein… Und am nächsten Tag zog das Auto in die Werkstatt. Zum Glück nichts Schlimmes. 

4 Gedanken zu „Photokina, zumindest ein bisschen.“

  1. Ach was, du warst hier in der Ecke? Am Messegelände komme ich jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit vorbei. Und ja, Köln mit dem Auto ist ein noch größerer Albtraum als Köln an sich. 😀

    Auf der Photokin war ich vor vier Jahren mal. Ich fand’s auch nicht so doll, als dass ich noch ein zweites Mal hätte hingehen wollen. Spannend war es schon, so eine Fotografiemesse mal erlebt zu haben, aber einmal reicht mir dann auch. Das Ausprobieren von Objektiven war nett, aber wenn man eh nicht vorhat, sich in nächster Zeit ein neues zu kaufen… naja. Und ich fand’s wahnsinnig voll, waren mir zu viele Leute. 😀

    Liebe Grüße
    Anne

    1. Ja, ich war da. Und ich hasse, hasse, hasse Großstädte mit dem Auto. Solchen Verkehr und solche Verkehrführungen kennt man als Landkind einfach nicht – und viel Fahrpraxis habe ich ja nun auch nicht, weil ich nicht gerne Auto fahre.

      Ich finde es ja doch beruhigend, dass du die Photokina auch nicht so toll gefunden hast. Dann ist die Messe wohl vielleicht echt nur für Leute, die ständig die neuste Foto-Technik haben und kennen wollen. Nur voll war es bei uns nicht wirklich, da wir eben an einem Fachbesuchertag da waren.

      Liebe Grüße

    1. Ich fürchte auch, dass die Koelnmesse nicht gerade Rollstuhltauglich ist. Zumindest sind wir nach jeder Halle Treppe hoch und runter gelaufen und mir ist kein Fahrstuhl direkt ins Auge gesprungen. (Vielleicht liegt das aber auch daran, dass ich eh nie Fahrstühle nutze und sie deswegen übersehen habe.)
      Vielleicht sind die Privatbesuchertage auch interessanter oder man hätte sich im Vorfeld über die Vorträge informieren müssen, um ein paar interessante anzusehen.

      Ich drücke dir die Daumen, dass du irgendwann mal zur Messe kommst – manche Dinge will man halt einfach gesehen haben. 😉

      Liebe Grüße

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.