Pflichlektüre in der Schule – ein Fluch?

Hallo ihr Lieben,

Woran erinnert ihr euch, wenn ihr an den Deutschunterricht eurer Schulzeit zurückdenkt? Kommen euch auch Diktate, Interpretationen und Stilmittel in den Sinn?
Aber da ist noch etwas… Etwas, was ich nicht ausstehen konnte: Die Pflichtlektüre.

In den letzten Schuljahren stand im hessischen Lehrplan, was ich unbedingt gelesen haben muss, um durchs Abitur zu kommen. Davor haben sich die Lehrer ausgesucht, womit sie uns quälen wollten; und wirklich glücklich war ich mit dieser Wahl selten.

Pflichtlektüre, ist für mich ein Synonym für alle Bücher, die ich sonst nie lesen würde: In altertümlicher Sprache geschrieben, schlimmstenfalls noch in Reimform. Und stinklangweilig.

In der Oberstufe ist es besonders schlimm geworden, in der 10. Klasse…

“Nathan der Weise” war für mich so langweilig, dass ich mich quälen musste, um es zu Ende zu lesen. In der Klausur bekam ich dann 3 Notenpunkte… Weil ich das mit der Interpretation der Ringparabel nicht drauf hatte. Werke der Aufklärung waren damit bei mir unten durch.

“Sansibar oder der letzte Grund” war auch so geschrieben, dass ich beim Lesen nicht viel verstand. Spaß am Lesen sieht anders aus – und ich weiß heute nicht mal mehr, worum es in dem Buch wirklich ging.

“Kabale und Liebe” sollte ich zwar lesen, aber zu dem Zeitpunkt hatte ich meine Deutschnote schon aufgegeben und tat mir das nicht an. Die wenigen Bruchstücke, die ich las, kapierte ich eh nicht.

Weiter mit der 11. und 12. Klasse. Neue Lehrerin, neues Glück.
Vorgeschrieben waren: “Prinz Friedrich von Homburg”, “Lenz”, “Frau Jenny Treibel”, “der Sandmann”, “Faust” und “das Parfüm”.

Und was soll ich sagen? Bei den Dramen konnte ich beim ersten Lesen nicht mal die Handlung erfassen. Hier war ich heilfroh über die Besprechung im Unterricht, denn sonst hätte ich in den Klausuren keine Chance gehabt. Würde ich in meiner Freizeit sowas lesen, wäre es also Zeitverschwendung. Was will man schließlich etwas lesen, dass man nicht versteht?

Beim Sandmann und Lenz nervte mich der Sprachstil, aber es ging. Nur war ich beide Erzählungen total leid, nachdem sie in alle Einzelteile zerpflückt worden sind. Wenn man zu viel über Mini-Textpassagen redet, habe ich das Gefühl, dass man am Ende nur noch Dinge in den Zeilen sieht, die gar nicht da sind.

Frau Jenny Treibel ist ein Fall für sich. Die Sprache ist zwar okay gewesen, aber… Aber es war langweilig. Ich bin mehrfach auf dem Buch eingeschlafen, obwohl ich gar nicht müde war. Wäre es keine Pflichtlektüre gewesen, hätte ich sicher abgebrochen, obwohl ich sowas sehr selten mache.

Und dann bleibt nur das Parfüm. Und das ist die Ausnahme: Ein Buch, dass ich gern gelesen habe.
Ich schiebe das darauf, dass es das neueste dieser Werke gewesen ist. Denn wenn die Sprache nicht der heutigen entspricht, wird mir das Lesen zu anstrengend. Außerdem konnte das Thema mit einer Handlung aufwarten, die irgendwie durch ihre Absurdität spannend wurde.

Normalerweise greife ich aber zu einem Buch, um mich unterhalten zu lassen. Nicht, um irgendwelche grandiosen Stilmittel oder Schreibstile zu entdecken. Ich will nicht analysieren, was der Autor mir sagen will. Entweder, es wird mir von selbst beim Lesen klar, oder es kann nicht so wichtig gewesen sein. Denn dann hätte der Autor es einfach deutlicher machen können.

Und daher gilt für mich seit dem Ende meiner Schulzeit: Finger weg von Klassikern. Finger weg von dem, was literarisch wertvoll genannt wird. Die Schulzeit hat mir die Lust auf solche Literatur gänzlich vertrieben… Und das wird sich sicher nicht mehr ändern.

Wie gut, dass es genug aktuellere Bücher gibt!

Und wie sieht es bei euch aus? Habt ihr die Pflichtlektüre mit ähnlich ekelhaftem Beigeschmack in Erinnerung?

- geschrieben von Tabea -


20 Gedanken zu „Pflichlektüre in der Schule – ein Fluch?“

  1. Ich habe genau die gleichen Erinnerung an Schullektüre. Habe mich da immer durchgequält und viele Werke überhaupt nicht verstanden. Faust hätte ich ohne Nachbesprechung nicht gerafft, wobei ich da auch die Sprache anstrengend fand und echt froh war als ich durch war. Ist ja kein dickes Buch, es kam mir aber wesentlich länger vor. In der Klausur habe ich dann trotzdem ne gute Note geschrieben, aber echt nur wegen der Nachbesprechung. Ansonsten habe ihc noch Homo Faber gelesen, das aber auch sehr langweilig war und wo ich die ganzen Untertöne auch nur durch die Nachbesprechung verstanden habe und Geschichten aus dem Wiener Wald, das jetzt auch nicht wirklich spannend war, aber zumindest verständlich. In der Berufsschule haben wir auch so ein ganz schlimmes Werk gelesen ,von dem mir gar nicht mehr der Name einfällt. Das habe ich sogar nie zu Ende gelesen, weil wir für unsere Klausur nur die erste Hälfe brauchten.

    Das Parfum wäre wohl das einzige der von dir genannten werke das mir auch zusagen würde, da habe ich nämlich schon viel Gutes gehört und fand den Film damals nicht schlecht. Ansonsten lasse ich aber auch die Finger von Klassiker, weil das einfach nicht meine Welt ist. Bewundere zwar jeden der das mit Begeisterung liest und versteht, aber Geschmäcker sind verschieden.

    1. Mir kamen viele der kleinen Bücher richtig lang vor, weil ich eben gezwungen wurde, sie zu lesen, obwohl die Geschichte mich nicht gefesselt hat. Etwas, was langweilig ist, wirkt ja immer viel länger.

      Ich kann leider nicht mal die Leute bewundern, die sich für Klassiker begeistern können. Irgendwie ist mir das alles zu suspekt… Obwohl du natürlich Recht hast, dass Geschmäcker so verschieden sein können. Manchmal habe ich trotzdem das Gefühl, dass solche Leute dieses Zeug nur lesen, um gebildeter zu wirken.

      Liebe Grüße

  2. Ich fand eher die moderneren neuen Sachen langweilig. Gut fand ich die alten Sachen oder eben Dystopien. Ich finde gerade die Sachen, die irgendwie anders waren interessant. Nicht, dass ich die Handlung besonders spannend war oder ich noch irgendwie km Kopf habe, was passiert ist. Durch Geschichtsunterricht lernt man, was früher einmal passiert ist, durch Bücher, die damals geschrieben wurden, lernt man, wie es für die Leute gewesen ist, wie sie gedacht haben und wie anders das zu dem ist, was ich jetzt weiß. Ich sehe den Sinn von Lektüren im Deutschunterricht jedoch auch nicht als „Unterhaltungswert“ sondern eher als das Erfassen verschiedener Kunstformen. Schreiben ist ja gewissermaßen Ausdruck, genau wie Kunst eben auch. 🙂

    Und bevor jetzt jemand auf die Idee kommt zu sagen, ich würde das nur behaupten, weil ich gut in Deutsch gewesen wäre oder so, ich stand so zwischen 3- und 4 😅 aber ich sehe in allem, was ich lernen und erfahren kann etwas wertvolles, auch wenn es mich nicht interessiert oder mir direkt keinen Spaß macht 😀

    Liebe Grüße 🙂

    1. Das ist eine interessante Sichtweise – aber ich hatte irgendwie nie das Gefühl, aus Büchern wie “der Sandmann” viel über die damalige Zeit zu lernen.
      Und für Kunstformen interessiere ich mich eben nicht wirklich, wenn sie mich nicht unterhalten, sondern nur quälen. Ich bin da wohl echt ein Kulturbanause.

      Liebe Grüße

  3. Haha ein super Beitrag! Ich habe noch meine ganzen Reklamheftchen hier und find es ganz cool, die gesammelt zu haben. Aber wirklich mochten tat ichs auch nicht. In der Oberstufe wars dann aber wiederum cool, weil wir einen super Lehrer hatte, der es zum Einen gut erklären konnte und zum Anderen einen super Unterricht und somit auch super Arbeiten gemacht hat. (Nicht einfach aber durch die super Vorbereitung gut!).
    Wir hatten im Abi Kafka (gewöhnungsbedürftig, mal ganz lustig zu lesen, aber auch anstrengend und verwirrend…), Dürrenmatt (Besuch der alten Dame – total einfach geschrieben und die Story ist cool) und Michael Kohlhaas (kotz, würg, ein Satz war 5 Seiten lang…)
    Meine weiteren Pflichtlektüren die ich gelesen habe:
    Der Sandmann (keine Ahnung mehr um was es ging :D)
    Faust (ging eigentlich…)
    Die Verwandlung (typisch Kafka :D)
    Wilhelm Tell…….
    Kleider machen Leute (interessante Story)
    Romeo und Julia auf dem Dorfe (keine Ahnung mehr, ob das anders ist als das Original…)
    Der Verbrecher aus verlorener Ehre (???)
    Das Marmorbild (???)
    Der gute Mensch von Sezuan (joaaaaaa)
    Götz von Berlichingen (joaaaaa)
    Die Judenbuche (leidiges Thema…)
    Also du siehst, ich musste auch leiden und es hat mich nicht wirklich motiviert zu lesen!

    Schaust du mal, ob das mit dem Handyauftritt jetzt besser ist? Muss ehrlich sagen, dass ich da nie drauf geschaut habe 😀

    Naja ich habe ja an sich 2 Monate “alleine” gewohnt, aber da hatte ich ja auch schon oft besuch. Aber ich bin auch gerne alleine – aber einsam wäre ich jetzt sicherlich auch!

    Hehe dann sind wir beide ja ungeduldig 😛
    Vielleicht kommt das Vorlesen ja noch bei dir, wenn du mal Kinder hast 😛

    Oh ja, ich kann heiraten… Müller wär dann mein Name – innovativ oder? 😀

    Hihi süß, dass deine Mama und du euch sehr ähnlich seid 🙂

    1. Ach du meine Güte, musstest du viel lesen! So untereinander aufgelistet finde ich das echt erschreckend lang … und mir fällt auf, dass wir fast komplett unterschiedliche Sachen lesen mussten. Das ist doch irgendwie auch komisch, oder? Wenn schon Pflichtlektüre, dann würde ich es auch gut finden, wenn die wirklich überall fast gleich wäre.

      Wie gesagt – am Handy sieht es jetzt zwar weniger hübsch aus, aber dafür kann ich alles lesen. Da bin ich schon zufrieden. 🙂

      Ja, viel Besuch habe ich eigentlich nicht, weil meine Freunde eben doch selbst noch was zu tun haben und eher dann Zeit haben, wenn sie bei mir knapp ist. Deswegen fahre ich gerade fast wöchentlich zu meiner Oma.

      Müller kann zumindest jeder schreiben – und das war doch das, was dich am meisten genervt hat, oder? 😉

      Liebe Grüße

  4. Ich fand die meisten Pflichtlektüren auch ziemlich… langweilig. Ich hatte noch dazu Deutsch LK und habe mich daher auch recht intensiv mit den Klassikern auseinander gesetzt. Zum Glück hatten wir eine wirklich geniale Lehrerin, die uns selbst für die Stoffe noch begeistern konnte. Letztlich bin ich froh, dass ich in der Zeit das Zeug gelesen habe (man würde sich ja doch wundern, wie gut man dabei interpretieren lernt…), aber freiwillig habe ich dann solche Bücher doch nicht mehr in die Hand genommen…

    1. Super, dass bei euch die Lehrerin gepasst hat. Ich hatte im GK auch eine ganz nette, aber ich verliere eben den Spaß an Büchern, wenn ich sie analysieren und interpretieren soll. Und wenn es dann auch noch welche sind, die ich selbst nie im Leben freiwillig gelesen hätte, dann ist es sowieso vorbei.
      Warum bist du froh, die Bücher gelesen zu haben?

      Liebe Grüße

  5. Hej Tabea,
    oh ja die liebe Pflichtlektüre. Von deinen vorgestellten Werken habe ich nicht eins gelesen. Irgendwie hatten wir Glück in unserem Abi Jahrgang. Klar haben wir “Iphigenie auf Tauris” gelesen und auch irgendwas mit A, mir fällt der Titel grad nicht ein. War aber auch so ein kleines Reclam Heftchen.
    Das schlimmste fand ich “Das Muschelessen” von Birgit Vanderbeke. Die Sätze zogen sich über Seiten.
    Gut in Erinnerung geblieben sind mir “Die Weber” von Gerhart Hauptmann, “Die Physiker” von Friedrich Dürrenmatt und “Galileo Galilei” von Bertholt Brecht und “Der Vorleser” von Bernhard Schlink.
    Viel mehr haben wir auch nicht gelesen. Aber vielleicht gibt es ja für Abendgymnasien ganz andere Vorgaben. Wir wurden übrigens bei der Lektüre Wahl mit einbezogen.
    LG Kerstin

    1. Ich glaube, viel hast du nicht verpasst, wenn du das Zeug nicht kennst – nur das Parfüm ist nicht schlecht.

      Den Reclam-Verlag habe ich letztens auf der Buchmesse gefragt, ob die eigentlich auch noch aktuelle Manuskripte in Heftchen verwandeln – Nö, bei denen gibt es nur alten Kram. Finde ich fast schon etwas traurig …

      “Die Physiker”? Als ehemalige Physik-LK-Schülerin müsste ich das ja fast mal lesen. Und einen Klassiker brauche ich dieses Jahr für die Genre-Challenge. Ich habe mir das Buch jetzt einfach mal spontan bestellt 😉

      Wie cool, dass ihr mitbestimmen durftet! Das hätte ich auch gerne getan – aber bei uns gab es einen sturen Lehrplan.

      Liebe Grüße

      1. Hej Tabea,
        viel Spaß beim Lesen. Dann ist aber bestimmt auch Galileo Galilei was für dich.
        Oh, und wenn du nach “Die Physiker” auf den Geschmack gekommen bist dann hole dir noch “Besuch der alten Dame” oder so ähnlich von Dürrenmatt. Ist sehr cool.
        LG Kerstin
        P.S.: Zu den Klassikern finde ich gehört auch noch Anna Karenina von Tolstoi.

  6. Ich bin wohl eine der wenigen, die Schullektüre, Interpretationen und sowas immer spannend fand. Gut, bei mir war das alles etwas lockerer und ich durfte auch einige aktuellere Titel lesen. Über “Der Besuch der alten Dame” musste ich mal einen Aufsatz schreiben. Eigentlich war das Stück gar nicht so schlecht, finde ich und die Diskussionen darüber haben mir auch Spaß gemacht. 🙂

    1. Mh, vielleicht macht wirklich der zugehörige Unterricht den Unterschied, aber ich bin halt oft genervt, wenn ich eine Textstelle stundenlang bearbeiten muss, und es dabei kaum noch um den Inhalt des Buches geht.
      Da ich dieses Jahr noch einen Klassiker lesen muss (für die Genre-Challenge), könnte ich mir “Der Besuch der alten Dame” ja vielleicht doch noch mal ansehen 😉

      Liebe Grüße

  7. Kabale und Liebe musste ich damals im Unterricht auch lesen, sowie Faust I und Faust Ii.
    Faust fand ich großartig, wobei ich manche Dinge wirklich erst durch die Buchbesprechungen noch besser verstanden habe oder besser gesagt, anders erfahren habe.

    Das dir der Unterricht so die Freude an Klassiker genommen hat finde ich sehr schade. Hamlet ist zum Beispiel mein absoluter Lieblingsklassiker ( nicht, dass ich alle Klassiker kennen würde…). Oft werden Klassiker in Filme oder Theaterstücke neu interpretiert, dann sind sie meist mit der aktuellen Sprache und wesentlich leichter nachzuvollziehen. 🙂

    Lieben Gruß, nossy

    1. Ich musste nur Faust I lesen – aber mir hat das mehr als gereicht.

      Neu interpretiert finde ich einige Klassiker und Märchen auch wieder etwas besser – aber in der Originalversion scheitert es bei mir wirklich schon an der Sprache und Ausdrucksweise der Autoren, glaube ich.

      Liebe Grüße

  8. Ich hatte in der Oberstufe Deutsch LK und habe es geliebt diese Buecher zu lesen. Oft war es doch etwas zaeh, aber dafuer hat mir die Interpretation immer sehr viel Spass gemacht. Heute wuerde ich diese Art von Buechern aber auch privat nicht mehr lesen, da es mir einfach zu anstrengend ist. Ich schaue mir solche Klassiker, dafuer aber sehr gerne im Theater an. LG Jennifer

    1. Was hat dir am Interpretieren so viel Spaß gemacht? Für mich was gerade das eher der schlimmste Teil von allem.
      Im Theater war ich freiwillig noch nie. Irgendwie interessieren mich die Klassiker nämlich auch gar nicht wirklich.

      Liebe Grüße

  9. Pflichtlektüren sind wahrlich eine Erfindung des Teufels und genau das, was man Schülern aufzwingen sollte, wenn man will, dass sie nie wieder freiwillig zu einem Buch greifen :D. Ich hab tatsächlich das Gefühl, dass viele Menschen, die grundsätzlich nicht gerne lesen, das deshalb nicht mögen, weil sie in der Schule dazu gezwungen wurden. Hinzu kommt, dass man die Bücher ja nicht nur liest, sondern auch komplett auseinandernimmt, was einem den letzten Rest Vergnügen nimmt.

    Bei mir waren das auch nicht mal nur die Klassiker, sondern genauso sehr die „coolen“ und „modernen“, „jugendlichen“ Bücher, die meine Lehrerinnen ab und an ausgegraben haben. Erwachsene, die versuchen betont jugendlich zu schreiben, finde ich fast genauso anstrengend wie so manchen Klassiker :D.

    Ich finde es aber auch ein bisschen schade und stur, wenn man Klassiker jetzt komplett aus seinem Leben verbannt. Viele Menschen, die von sich behaupten, keine Klassiker zu mögen, tun so, als wäre das ein eigenes Genre und sie wären alle ähnlich, was sie definitiv nicht sind. Klassiker im weitesten Sinne gibt es aus zig Ländern und Epochen, in zig Stilen geschrieben und es gibt total viel zu entdecken. Kinderbuchklassiker z.B. wurden auch vor 200 Jahren oft in eher einfacher Sprache verfasst und generell schreiben verschiedene Menschen sehr verschieden. Zu sagen, man mag grundsätzlich keine Klassiker, weil man die, die man aus der Schule kennt, nicht mochte, finde ich etwas zu einfach.

    Ich hab z.B. gemerkt, dass es bei mir vor allem deutschsprachige Klassiker sind, mit denen ich sprachlich und inhaltlich nicht viel anfangen kann (E. T. A. Hoffmann) oder die mich überhaupt nicht interessieren (Goethe), während ich super gerne britische oder amerikanische Klassiker lese – aber natürlich auch längst nicht alle.
    Ich finde es vor allem spannend, Klassiker zu lesen, um zu sehen, ob ich verstehe, wieso sie als solche bezeichnet werden. Nicht immer ist mir nach dem Lesen klar, wieso das Buch jetzt so super bekannt und beliebt ist :D.
    Jedoch stimme ich dir darin zu, dass ein Buch einen vor allem unterhalten soll. Ich mag deswegen im Endeffekt auch nur diejenigen Klassiker, die das leisten, und nicht die, bei denen ich das Gefühl habe, zehn Interpretationen lesen zu müssen, um sie zu verstehen.

    Ich kann dennoch verstehen, weshalb man Klassiker nicht gerne liest, denn sie erfordern oft eine Menge Konzentration, wenn sie altmodisch geschrieben sind, und zum Teil auch Wissen über die Entstehungszeit, damit man die Hintergründe versteht. Und Schule kann einem definitiv die Lust auf vieles verderben (auch wenn ich finde, dass man da einem doofen System bzw. doofen Leuten zu viel Macht gibt :D).

    Übrigens finde ich es lustig, dass du gerade „Das Parfüm“ mochtest, denn obwohl es ein eher modernes Buch ist, ist es eher nicht modern geschrieben, finde ich. Ich lese es aktuell und quäle mich sehr, obwohl ich die Grundidee cool finde. Womit wir wieder bei deutschsprachigen Klassikern wären :D.

    Zum Abschluss noch ein tolles Zitat von Hemingway (einem Klassiker-Autor :D): „Ein Klassiker ist ein Werk, das die Menschen loben, aber nicht lesen.“ xD

    Liebe Grüße
    Charlie

    1. Wow – was für ein langer Kommentar. Und was für ein schönes Zitat zum Abschluss!

      Ich denke du hast Recht – Klassiker sind nicht alle gleich und ich tue ihnen Unrecht. Bei mir ist das größte Problem das mit der Sprache. Ich kann es nicht ausstehen, wenn ich mich anstrengen muss, um etwas vom Text zu verstehen. Und Rechtschreibung, die man heute nicht mehr nutzt, möchte ich auch nicht lesen, weil ich Angst habe, mir Fehler anzugewöhnen.

      Einen Klassiker werde ich demnächst auch noch mal einfach so lesen … und dann sehe ich weiter 😉

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