fotografiert – Mondfinsternis

Hallo ihr Lieben!

Kurz vor dem 27. Juli tauchte plötzlich überall der Blutmond auf – Ankündigung im Radio, Archivbilder auf Facebook, …

Ursprünglich wollte ich das Ding gar nicht fotografieren, weil ich einfach nur antriebslos bin und das schon seit Tagen. Quasi seit Ende der Klausuren.
Irgendwo hinfahren, um den Mond in Gesellschaft zu fotografieren, wollte ich erst recht nicht. “Leute, knipst das Ding mal ohne mich. Ich bleib bei meinem Laptop und bastele an einer Website. Ist eh cooler”, dachte ich.

Abends um kurz vor neun wollte ich plötzlich doch. Nur irgendwo hin wollte ich immer noch nicht fahren, denn das wäre auch zeitlich eng geworden.

Also holte ich das Stativ aus dem Schuhregal und stellte erschrocken fest, dass es da schon liegt, seit ich dieses Regal habe. Upps.
Dann packte ich alle Objektive aus der Kameratasche, damit ich nicht so viel schleppen muss. Wenn ich den Mond will, brauche ich doch sowieso eine lange Brennweite, oder?

Der Weg führte mich ins Feld. Ursprünglich wollte ich links abbiegen, ging dann aber rechts-geradeaus, weil da eine Erhöhung war.

Blutmond 27.7.2018

Sonnenuntergang. Hübsch. Aber nicht das, was ich wollte. Wann wird es ENDLICH dunkel? Dass ich sowas mal denke, ist auch schon fast gruselig, denn ich liebe Sonnenlicht.

Mit der Zeit verschwand das Tageslicht. Aber: Wo ist der Mond? Über WhatsApp meldete meine Schwester, dass sie das blöde Ding auch nicht sieht. Eigentlich wusste ich nicht mal, in welcher Richtung ich suchen muss, sondern hatte nur die Vermutung, dass der Mond am einzigen Horizont aufgeht, den ich von meinem Standort aus nicht sehen konnte.

Irgendwann gab ich auf und lief zurück. Noch bevor ich wieder ins Wohngebiet kam, stolperte ich über einen anderen Menschen, der aussah, als würde er warten. Ich fragte ihn, ob es keinen Mond gibt oder ich nur zu blöd bin. Er meinte, er sucht auch noch. Wir warteten gemeinsam. Ein weiterer Mensch kam und wir gingen den Hügel doch wieder hoch.

Blutmond 27.7.2018

Wir suchten. Und lästerten darüber, dass wir am einzigen Ort der Welt wohnen, wo der Mond scheinbar nicht zu sehen ist. Einer der beiden schaute immer mal wieder in den Livestream.

Irgendwann entdeckte der andere der beiden etwas. Ich dachte, das wäre eine lila Wolke – aber naja, es war der Blutmond.

Enttäuschend. Blasses Rosa-Matsch-Braun.

Blutmond 27.7.2018Der erste Foto-Versuch …

Wir warteten, ob es noch besser wird. Die ISS flog vorbei. Ich baute mein Stativ auf und probierte erfolglos. Unscharf, verwackelt (der Wind wars!).
Ich probierte weiter. 300 mm sind auch recht wenig, um einen Mond zu fotografieren. Und wie soll ich etwas scharf stellen, was ich nicht mal mit den Augen scharf sehe?

Der Mars leuchtet auf. Nunja. Ein kleiner roter Punkt, rechts unter dem Mond. Und deswegen so ein Aufruhr?

Letztendlich blieben ein paar Fotos übrig, die zwar nicht gut sind, aber trotzdem wesentlich besser als das, was meine Augen am Himmel gesehen haben. Ich dachte, eine Mondfinsternis ist was Beeindruckendes (nein, ich habe sowas noch nie gesehen, weil es mich nicht interessiert hat). Jedenfalls finde ich den Mond wohl am Ende doch besser, wenn er weis ist.

Blutmond 27.7.2018

Mehr oder minder enttäuscht zogen Stativ, Kamera und ich um 23 Uhr wieder heim, weil ich am nächsten Morgen in den Urlaub fahren wollte.

8 Gedanken zu „fotografiert – Mondfinsternis“

  1. Ich hatte ihn mir auch beeindruckender vorgestellt. War in meinem Fall trotzdem ein schöner Abend, da ich das erste Mal seit Tagen wieder richtig durchatmen konnte. Abends an der Steilküste bei viel Wind ist es selbst bei der momentanen Hitzewelle dann ganz angenehm. 😉
    Da hat es mich wenig gestört, dass der Mond erst gar nicht und dann nur sehr klein und schwach auftauchte.
    LG Lexa

    1. Mich nervt, dass sie matschig sind. Wenn man ranzoomt, ist die Schärfe einfach weg 😉
      Aber man hat auch richtig gesehen, wie mein Stativ gewackelt hat, wegen des Windes.
      Vielleicht klappt es für dich ja bei der nächsten Mondfinsternis mit der Sicht besser!

      Liebe Grüße

  2. Nun – bei 500 mm sagt man, dass man max. 1 Sek. belichten kann ohne den Mond bewegt zu haben. Du hast bei 480 mm (Crop eingerechnet) 1.3 Sek. belichtet. Da verwundert es nicht, dass der Mond wie Du es nennst “matschig” ist. Das wäre dann auch ohne Wackelstativ so gewesen. Wenn man das Stativ möglichst klein macht und dann vom Boden her belichtet – die 2 m mehr Entfernung machen bei der eh schon großen Entfernung zum Mond dann auch nichts mehr aus – ist ein Stativ viel stabiler und die Impulse durch den Wind sind wie weggeblasen 😉 IS ausschalten, Spiegelvorauslösung nutzen und Fernauslöser, weil man sonst selber wackelt – dann sollte der nächste Mond scharf sein.

    Bei der nächsten Mondfinsternis im Januar musst Du dann Nachts zwischen 2.37 Uhr und 07.47 Uhr wach sein. Ganz so warm wie am Freitag ist es dann auch nicht … – so eine Mondfinsternis mit blauer Stunde und muckelig warm – das passiert nicht allzuschnell wieder – auch so eine Mondfinsternis erst mal nicht mehr.

    Das man in West/Nord-Deutschland nur ab der totalen Phase die Finsternis zu sehen bekommt, war auch klar. Es gibt Karten, auf denen man sich diese Informationen vorab holen kann und dann ist man auch nicht so überrascht.

    https://www.timeanddate.de/finsternis/karte/2018-juli-27

    Zur Zeit der Finsternis stand der Mond noch ziemlich tief – man musste also durch zig Luftschichten schauen, die zudem noch ziemlich heiß waren. Selbst Bilder in der näheren Entfernung schienen “verwackelt”, weil die Luft so heiß war.

    Es gibt ein paar physikalische Gesetze, die lassen sich auch mit Schimpfen und Meckern nicht aus der Welt katapultieren.

    Und wenn man “das blöde Ding” – der Mond, dem wir unser Leben verdanken, denn ohne ihn würde die Erde sich wie auf der Kirmes drehen, Megastürme wären die Folge und unser Tag hätte noch 8 Stunden, die Temperaturen bei uns lägen bei mehr als 50°C, wir brauchen ihn, ihn, den Mond, der uns anzieht und bremst – eigentlich gar nicht fotografieren will und dann antriebslos und uninformiert loszieht, dann – sorry – muss man sich auch nicht wundern. Es gibt Leute, die sich besser informiert haben und dennoch an die physikalischen Grenzen gestoßen sind. Und das waren Leute, die lieben das, was sie fotografieren – immer eine gute Voraussetzung.

    Bis zur nächsten totalen Mondfinsternis ist aber jetzt erst mal einige Jahr hin … – schaust du vorher dann auf die o.g. Internetseite – kann der Mond Dich nicht mehr überraschen 😉

    1. Hallihallo und danke für die Tipps! Vielleicht sollte ich dich nächstes Mal vorher fragen?

      Trotzdem weiß ich gerade nicht so recht, was ich antworten soll. Es klingt schon fast, als dürfe ich nur Dinge machen, von denen ich Ahnung habe. Und Dinge, von denen ich Ahnung habe, gibt es so gut wie gar nicht.
      Und ja – der Mond ist vielleicht wichtig – aber das ist noch lange kein Grund, dass man sich damit auskennen muss oder jede Mondfinsternis verfolgen muss.

      Und die Antriebslosigkeit – mir geht es im Moment wirklich ziemlich bescheiden. Da ist es dann einfach manchmal nicht mehr drin, alles perfekt und mit Lächeln im Gesicht hinzubekommen. Und wenn ich Dinge dann spontan doch mache, dann freue ich mich eigentlich nur, dass ich irgendwo noch Motivation gefunden habe.

      Liebe Grüße

      1. Du musst mich nicht fragen – ich dachte nur vorher gucken könnte helfen, dass der Mond halt nicht “blöd” ist und Du nicht so enttäuscht von den Bildern, die Du machst. Kenne ich ja aus eigener Erfahrung – wie oft habe ich schon Dinge fotografiert und ich war zu “blöd”. Also Fehler gesucht – nachgelesen, wie es besser geht – Bilder in die Ablage P und auf die nächste Möglichkeit gewartet. Wie sagte schon Konfuzius? “In allen Dingen hängt der Erfolg von den Vorbereitungen ab.

        Du musst gar nichts – auch nicht dich auskennen. Dein Beitrag hat mich lesen lassen, dass Du damit unzufrieden bist, was Du als Ergebnis bekommen hast. Eigentlich bist du oft unzufrieden, oder? Keine Erfolgserlebnisse zu haben ist auch nicht gut.

        Das der Beitrag nur deine Antriebslosigkeit und deren Überwindung zum Thema hatte, habe ich leider auch nicht heraus gelesen. Manchmal bin ich halt blöd.

      2. Ich hab vorher ein bisschen rumgeguckt. Aber auf den Seiten, die Google mir ganz vorn gelistet hat, ging es eher um ziemlich allgemeine Sachen. Klar, man hätte sich gründlich informieren können. Aber dann hätte man halt früher anfangen müssen. Da hast du wohl recht.

        Bin ich oft unzufrieden? Keine Erfolgserlebnisse klingt nach einer ziemlich traurigen Sache … und so erfolglos fühlt sich mein Leben dann doch nicht an. Nur Fotografie spielt eher eine Gastrolle in meinem Leben …

        Als blöd wollte ich dich nicht bezeichnen! Ich hab wohl nur zu schlecht geschrieben 😉 Oder ich wusste selbst nicht, was ich mit dem Beitrag sagen wollte. Wahrscheinlich ist das der Fall. 😉

        Liebe GRüße

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