Letztens gelesen – “Romanfiguren entwickeln”

Achtung! Werbung oder so ähnlich! Ich habe den hier vorgestellten Schreibratgeber als Probeleser vor der Veröffentlichung lesen dürfen. Dieser Beitrag wurde aber freiwillig und unvergütet getippt.

Hallihallo!

Erinnert ihr euch noch an die Phase meines Lebens, in der ich unbedingt einen Roman schreiben wollte? Nunja. Daraus ist bis jetzt noch nichts geworden – aber dafür habe ich vor einigen Monaten einen Schreibratgeber als Probeleserin kritisieren dürfen. Auch nicht schlecht, oder? Und vielleicht kann ich das Gelesene ja irgendwann doch noch anwenden.

Der Schreibratgeber, von dem ich rede, trägt den Titel “Echter als die Realität: Romanfiguren entwickeln” und wurde von Caro Stein geschrieben. Veröffentlicht wird er HEUTE. Und genau deswegen möchte ich euch das Buch auch jetzt erst vorstellen.

Schreibratgeber Romanfiguren entwickeln

Den Klappentext habe ich mir von Caro schicken lassen, damit ich ihn euch samt Cover präsentieren kann:

Romanfiguren sind das Bindeglied zwischen der Geschichte und den Leserinnen und Lesern.

In diesem Ratgeber finden Autorinnen und Autoren unter anderem Informationen zu folgenden Themen:

  • Wie entwickelt man Romanfiguren?
  • Wie kann man Romanfiguren charakterisieren?
  • Welche Typen von Figuren gibt es überhaupt?
  • Wie kann man als AutorIn seine Romanfiguren kennenlernen?

Ein Schwerpunkt des Ratgebers liegt in den Archetypen und ihren typischen Eigenschaften. Diese “Schablonen” sollen bei der Figurenentwicklung helfen und vor allem inspirieren. Im Anhang finden Leserinnen und Leser eine Checkliste mit möglichen Fragen zur Charakterentwicklung und einen Steckbrief für Romanfiguren.
Als Beispiele werden Figuren aus der Literatur sowie aus Film und Fernsehen herangezogen. So soll es Leserinnen und Lesern möglich sein, unbekannte Figuren in dem entsprechenden Film einfach kennenzulernen.

Der Ratgeber richtet sich vor allem an SchreibanfängerInnen und AutorInnen, die sich genauer mit der Figurenentwicklung beschäftigen möchten.

Okay, da hatte ich also ein Manuskript von einigen duzend A4-Word-Seiten. Der erste Eindruck war durchweg positiv, denn selbst die “rohe” Variante wirkte schon ansprechend formatiert und gut strukturiert. Alles beginnt mit einem Inhaltsverzeichnis, was ich in diesem Fall sehr gelungen finde, da das Buch sich so auch als Nachschlagewerk eignet.

Aber zurück zum Inhalt.
Anfangs geht Caro darauf ein, warum die Figuren so wichtig sind, dass man sich mit deren Entwicklungen als Autor auseinander setzen sollte. Anschließend wird der Unterschied zwischen Stereotypen und Vorurteilen erläutert, was ich persönlich hilfreich fand, da ich mir über diese Definitionen nie Gedanken gemacht habe.

Und dann kommen die Archetypen. Wie der Klappentext schon sagt, macht dieses Kapitel einen wesentlichen Bestandteil des Buches aus. Mir war das damals nicht klar, als ich das Manuskript gelesen habe. Daher fühlte ich mich am Ende fast schon erschlagen, weil es so viele Typen waren.
Die Archetypen werden mit ihren Merkmalen, Handlungsmustern und Ängsten sowie Schwächen vorgestellt. Dabei unterscheidet Caro zwischen männlichen und weiblichen Archetypen, die jeweils in positiv und negativ besetzte Typen unterteilt werden.
Wenn man es am Stück durchliest, weiß man am Ende nicht mehr was am Anfang war. Zumindest war das bei mir der Fall. ABER: Wenn ich mal eine Figur entwickeln will, kann ich jetzt zu diesem Buch greifen und darin blättern, bis ich einen passenden Archetyp als Grundlage gefunden habe.

Übrigens hatte ich von Archetypen noch nie was gehört und wäre nie im Leben auf die Idee gekommen, dass es quasi Schablonen für die Entwicklung von Figuren gibt. Schon ziemlich praktisch. In Zukunft wird es mir so also vielleicht leichter fallen, authentische Figuren zu entwickeln (falls ich je wieder schreiben wollen sollte …).

In den folgenden Kapiteln geht es beispielsweise um die äußere Erscheinung und die Persönlichkeit. Diese Kapitel werden durch eine Art Check-Liste abgerundet, in der einige Fragen gestellt werden, auf die man für jede Figur eine Antwort finden sollte. Auch das finde ich sehr hilfreich, da man so zumindest schon mal eine Grundlage an wichtigen Merkmalen und Eigenschaften der Person gesammelt hat.

Was ich außerdem gut fand: Caro geht auf die Sprache der Figur ein. Wie unterschiedlich Menschen sprechen und schreiben, ist mir in letzter Zeit nämlich auch oft aufgefallen, aber beim Schreiben habe ich darauf noch nie Wert gelegt.

Auch den unterschiedlichen Figurentypen, also dem Protagonist, dem Antagonist und den Nebenfiguren, widmet Caro einige Kapitel. Hier wird noch mal besonders deutlich, welche Funktion die einzelnen Figurentypen haben, was ich sehr gut finde. Gerade bei den Nebenfiguren war mir nicht bewusst, dass diese nicht nur “Beiwerk” sind.

Dass sich Figuren in der Geschichte weiterentwickeln sollen, haben viele Leute sicher schon mal gehört. Auch hierzu gibt Caro ein paar Anregungen, wie man diese Veränderung der Figur glaubhaft vermitteln kann.

Und was fehlt dann noch? Ich persönlich hätte gedacht, dass die Figur nach all diesen ganzen Kapiteln schon längst fertig sein müsste. Aber nein, da kommen noch die Beziehungen: Figuren untereinander. Figuren und die Leser. Figuren und der Autor. Ich denke, spätestens hier wird klar, dass Caros Buch vor allem einen großen, weiten Überblick über all das gibt, worauf man bei der Konzeption der Figuren achten sollte. Jeder der Bereiche kann für sich unter Umständen noch umfassender behandelt werden, aber wenigstens vergisst man so nichts von dem, was wirklich wichtig und hilfreich ist.

Sprachlich gesehen fand ich das Buch sehr angenehm zu lesen. Ich habe den Ratgeber an zwei Tagen durchgelesen, weil ich ihn zwischendurch (also nachdem die E-Mail mit dem Manuskript ankam) vergessen habe und dann an die Abgabe des Feedbacks erinnert wurde. Ist zwar nicht gerade glorreich – aber daher kann ich nun wenigstens sagen: Es liest sich flüssig und man hat nicht das Bedürfnis, es zwischendurch in die Ecke zu werfen.
Die meisten Teile sind in leicht verständlichen Sätzen geschrieben und der Text enthält einen angemessenen Umfang an guten Beispielen! Bei der Beschreibung der Archetypen, die ohnehin schon einen großen Teil des Buches ausmacht, hat Caro dagegen leicht stichpunktartig geschrieben, um die Informationen nicht unnötig aufzublähen. Das ist sicher auch hilfreich, wenn man dann später noch mal überfliegt, um die Informationen zu finden, die man gerade sucht.

Insgesamt ist in dem Buch also eine Menge hilfreiches Zeug zu finden. Allerdings würde ich nicht empfehlen, das Buch (so wie ich es getan habe) einfach ein Mal durchzulesen und dann wegzulegen. Wahrscheinlich ist es wesentlich sinnvoller, wenn man parallel wirklich eine Figur anhand des Ratgebers ausarbeitet oder zumindest in zeitnaher Zukunft nach dem Lesen. Denn dieses Buch ist eines, dessen Inhalt man wohl auch praktisch anwenden muss, um ihn zu verinnerlichen.
Und für die, die es dann plötzlich ganz eilig haben, Figuren zu entwickeln, enthält der Anhang eine lange Checkliste mit den Dingen, die man mal durchdacht haben sollte. Falls es dann doch zu viel ist, dass ganze Buch noch mal durchzublättern.

So, das war es also, was ich über “Echter als die Realität: Romanfiguren entwickeln” sagen kann. Ich würde es also vor allem Schreibanfängern und denjenigen, die wie ich die Entwicklung der Figuren bisher vernachlässigt haben, empfehlen. Da kann ich mich dem Klappentext also anschließen.

Kaufen könnt ihr das Buch zum Beispiel bei Amazon*.


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