Letztens gelesen – Nr. 10

– enthält Werbung // eines der Bücher ist ein Rezensionsexemplar, eines habe ich gewonnen und eins von Oma geliehen –

Hallo!

Oh verdammt. Dass der letzte Post dieser Art schon etwas her ist, wusste ich ja, aber dass es schon drei Monate sind???

Nunja … Trauriger als die Tatsache, dass der letzte Post so weit zurückliegt, ist wohl die Tatsache, dass ich in der vergangenen Zeit trotzdem kaum Bücher gelesen habe. Ich kann euch heute also nicht viel vorstellen.

Beziehungswaise

Beziehungswaise

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Roman von Michel Birbaek
2018 erschienen
Blanvalet Verlag

Dieses Buch habe ich bei einer Aktion des Verlages gewonnen.

Immer mal wieder brauche ich doch ein bisschen Kitsch. Davon hatte ich in diesem Buch zumindest so viel, dass ich es gut finden konnte.

Die Geschichte handelt von einem Paar, dass sich zwar liebt, aber keinen Sex mehr hat. Beide sind davon mehr oder minder frustriert und überlegen, wie sie das wieder hinkriegen sollen. Als kleinen Subplot hätten wir dann noch die Karriere des Kerls, die am Ende zu stehen scheint, und seinen kranken Vater.

Interessant an dem Buch fand ich vor allem, dass aus der Perspektive des Mannes erzählt wird. Manchmal vergesse ich ja doch ganz gerne, dass auch Kerle Gedanken haben. Nein, Spaß beiseite. Dadurch, dass sich sein Berufsleben als Comedian mit dieser Beziehungskrise und seinem kranken Vater vermischt haben, war das Buch durchweg spannend und am Ende eben doch nicht so wirklich kitschig. Eher dramatisch mit viel Humor.

Ich habe für die über 300 Seiten keine drei Tage gebraucht – und wenn das passiert, dann sind wohl mal wieder fünf Sterne (ÄH, HÜHNER!) fällig. Das Buch zählt zwar nicht zu den anspruchsvollsten, aber es ist flockig geschrieben und hat ein Ende, dass ich absolut gelungen finde. Und wenn das Ende gut ist, muss das Buch doch gut sein, oder?
Für mal eben zwischendurch kann ich es empfehlen – aber nicht an Leute, die eher auf spannungsgeladene, blutige oder magische Geschichten stehen.

Bewertungsskala - Fünf Hühner

MISSING – Niemand sagt die ganze Wahrheit

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Thriller von Claire Douglas
2018 erschienen
Pinguin Verlag

Dieses Buch ist ein Rezensionsexemplar, d. h. es wurde mir kostenlos vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Das Buch “Missing” hat mich auf den ersten Seiten mit einem ungewohnten Schreibstil begrüßt. Die Protagonistin Frankie wendet sich nämlich in Gedanken an ein “DU”, dass sich erst kurz später als ihre tote, beste Freundin entpuppt. Dass sie immer wieder diese Freundin anspricht, zieht sich durch das ganze Buch.
Auch die Perspektive ist interessant: Kapitel, in denen aus Frankies Sicht erzählt werden, wechseln mit Kapiteln, die aus Tagebucheinträgen der toten Freundin bestehen.

Die Story fand ich spannend; kleine Geheimnisse ziehen sich von einem Kapitel ins nächste und es kommen immer neue hinzu. Die Perspektivwechsel haben den Lesefluss nicht ausgebremst, da ich zu meiner eigenen Verwunderung an beiden Geschichten gleichermaßen interessiert war. Normalerweise nerven mich Perspektivwechsel ziemlich oft, da mich das Schicksal einer Figur kaum bewegt.

Die Auflösung habe ich so nicht erwartet – zu keinem Zeitpunkt der Geschichte. Trotzdem ist sie logisch und schließt die Geschichte rund ab.

Lediglich einen kleinen Kritikpunkt habe ich: Ab und zu erstreckten sich Sätze über viele Zeilen. Da habe ich manchmal Punkte zwischendurch vermisst.

Bewertungsskala - Fünf Hühner

Ich weiß, wie du tickst

Ich weiß, wie du tickst

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Sachbuch von Martin Betschart
2011 erschienen
Örell Füssli Verlag

Dieses Buch habe ich mir von meiner Oma ausgeliehen.

Dieses Buch verfolgt mich seit mindestens einem Jahr. Damals erzählt jemand beim Familien-Torte-Essen von dem Buch. Meine Oma kaufte es sich daraufhin, um es auch zu lesen. Sie fand es gut und erzählte immer mal wieder davon. Meine Schwester lieh das Buch von meiner Oma … und ich wartete darauf, es danach ebenfalls ausleihen zu können.
Irgendwann, schon vor etlichen Wochen, drückte meine Schwester mir dann das Buch in die Hand. Da war es … aber ich war noch mit anderen Büchern und Aktivitäten beschäftigt … also brauchte ich einen Arschtritt. Dieser kam von der Sozialkompetenz-Dozentin, die Präsentationen sehen anstatt Klausuren korrigieren wollte.

Also gut, dachte ich, dann nehme ich dieses Buch als Thema, damit ich es endlich lese.

Und jetzt meine Meinung zum Buch: Es ist ein gutes Buch!

Pluspunkte gibt es von mir für die verständliche Schreibweise. Obwohl es ein Sachbuch ist, wird hier keine langweilige Theorie vermittelt. Den Einstieg macht die Erläuterung, dass wir mehrere Hirnareale haben, die unsere Persönlichkeit beeinflussen. Dabei wird nicht in die Tiefe gegangen, was ich an dieser Stelle aber auch gut finde. Das Ziel des Buches ist es nämlich, ein Modell vorzustellen, anhand dessen man Menschen in sieben Typen unterteilen kann. Diese Einteilung soll im Alltag dabei helfen können, Menschen so zu behandeln, wie es ihrer Persönlichkeit entspricht.
Beispielsweise nervt man dann die faktenorientiert denkenden Leute lieber nicht mit unnötigem Smalltalk und befielt dem energiegeladenen Kind nicht, den ganzen Tag stillzusitzen.

Soweit die Theorie. Welche Merkmale die unterschiedlichen Typen haben und wie man sie erkennt, ist gründlich und an vielen Beispieltexten erläutert. Im Buch selbst sind auch immer wieder Situationsbeschreibungen eingebaut, bei denen man selbst die Figuren einem Typ zuordnen soll (mit Lösung auf einer der hinteren Seiten). Anhand dessen kann man gut prüfen, ob man das gelesene verinnerlicht hat.
Da die Beispiele doch eher idealisiert sind, hatte ich mit diesen auch keine Probleme. Im Alltag sieht das dann aber wieder anders aus. Da merkt man schnell, das dieses Modell wohl nur der oberflächlichen Einordnung dienen kann. Es ist nämlich so, dass in jedem Menschen die drei Haupttypen von Persönlichkeitstypen vertreten sind und nur jeder Anteil unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Wenn man Menschen gerade erst kennenlernt, kennt man meist auch nur einen Teil von ihnen und ordnet ihn anhand dieser Dinge zu einem Typ zu – aber wenn man davon dann auf den Rest schließt … nunja. Die Trefferqoute liegt übrigens laut Buch bei 80%, wenn man dieses Modell verinnerlicht hat. Ich zweifele dran. Ich könnte ich einen Haufen Merkmale jedes Typen aufzählen, aber ich kann mich nicht mal selbst zu einem Typ zuordnen. Vielleicht vorwiegend blau (eher rational und Einzelgänger), aber auch rot (kurzentschlossen, ständig neue Ideen) und grün (sozial und einfühlend). Hahaha. Und da blau, rot und grün die Haupttypen sind und die übrigen vier Typen nur Mischtypen aus diesen dreien sind, …

Generell finde ich das Buch vom Aufbau, von der Verständlichkeit und vom Informationsgehalt her sehr gut. Was ich eher anzweifle, ist die Alltagstauglichkeit des neu angelesenen Wissens. Seit ich das Buch angefangen habe, erwische ich mich immer wieder dabei, wie ich versuche, Leute einzuordnen. Problem: Je mehr ich Menschen kenne, desto schwerer wird es. Aber vielleicht ist das auch Sinn von Modellen – sie passen ein bisschen aber irgendwie auch nicht.

Also, fünf Hühner für das Buch, weil ich nicht wüsste, wie man es besser schreiben könnte. Es war ein Thema, das mich interessiert, und irgendwie ist es auch immer noch interessant, zu versuchen, das Modell anzuwenden.

Bewertungsskala - Fünf Hühner

Davon ab gelesen

Neben diesen Bücher, bei denen es für eine paar Zeilen Text gereicht hat, habe ich noch drei Sachbücher komplett gelesen: Über Muskeln, Faszien und PMS. Da war ein bisschen interessantes Wissen dabei, aber auch viel unnützes (in allen drei Büchern). Da ich von keinem dieser Themen wirklich viel Ahnung habe und die Bücher auf mich durchschnittlich wirkten, werde ich sie hier nicht explizit vorstellen.

Außerdem hatte ich noch das Buch “Die Städtesammlerin – Mit der Linie 4 an die entlegensten Orte der Welt*” von Annett Gröschner in den Händen. Natalie hat es mir geschenkt, schon gegen Anfang dieses Jahres, als der SuB noch ungefähr die Höhe 1 hatte. Leider konnte mich das Buch nicht fesseln, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass ich Reiseberichte eher langweilig finde. Daher habe ich schon nach wenigen Seiten das Lesen wieder sein gelassen.

Das Buch “Wer’s findet, dem gehört’s*” liegt seit Monaten neben meinem Bett. Immer mal wieder lese ich einige Seiten. Aber da das Buch sehr dick ist, bin ich noch lange nicht durch. Zudem ist es tagebuchartig geschrieben, was beim Lesen dafür sorgt, dass ich nie das Gefühl habe, unbedingt weiterlesen zu müssen.

Davon ab habe ich eine Menge in meinen alten Tagebüchern geblättert. Und ein angefangener Schreibratgeber liegt auch noch neben meinem Bett.
Aber Sommer-Sonnenzeit ist mir eigentlich auch zu schade zum Lesen.

P. S.: Wer hat eine Idee, wie man solche Posts wie diesen ansprechender gestalten kann?

Fußnote:
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2 Gedanken zu „Letztens gelesen – Nr. 10“

  1. Also das Sachbuch interessiert mich ja jetzt schon sehr 😀 ich bin ja selbst vollkommen überzeugst vom Myers Briggs Persönlichkeitsindikator, aber da sind es dann 16 Typen und auch diese nochmal mit weiteren Nuancen. Über 16personalities kann man das auch zur Orientierung testen. Ich hab den Test bisher ganz viele machen lassen, die wenigsten waren enttäuscht (was wohl auch daran liegt, dass ich mir meist Freunde aussuche, die sich ebenfalls für so nen Quatsch interessieren). Ich finde insgesamt gibt es derzeit sehr viele gut zu lesende Sachbücher da draußen. Romane lese ich kaum noch, habe zwar den neuen von Michael Nast, aber so ganz vom Hocker hat er mich noch nicht gehauen…. Bist du übrigens zufällig bei goodreads?

    Liebe Grüße

    1. Von den 16 Persönlichkeiten habe ich auch schon oft gehört. Aber dadurch, dass man da einen langen Test machen muss, ist diese Modell meiner Meinung nach noch unpraktischer als das von Martin Betschart. Denn so in Grundzügen kann man Menschen, die man wenig kennt, damit recht leicht zuordnen.
      Aber hey, was soll die Bezeichnung “Quatsch”? Ist es nicht total spannend und vielleicht auch wichtig, die eigenen Denkmuster und die der anderen zu verstehen?

      Ich lese ja gerade fast gar nicht, was ich schade finde. Der SuB wartet – größtenteils voller Romane aus fast allen Genres. Tendenziell lese ich nämlich doch lieber zur Unterhaltung – Weiterbildung gibt es bei mir eher im Internet, wo die Infos zwar nicht so tief gehen, aber ich dafür auch nicht mitten drin die Motivation zum Lesen verliere.

      Bei Goodreads bin ich zwar angemeldet, aber ich nutze die Plattform eher gar nicht. Dafür fehlt mir einfach der Antrieb … Bin eben doch nicht die typische Leseratte. 😉

      Liebe Grüße

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