Letztens gelesen – Nr. 7

Hallo ihr Lieben,

31 Tage sind vergangen und ich habe mein Lesepensum wieder deutlich zurückgefahren. Schule und so… Trotzdem – ich liege mehr als gut im Plan, wenn ich mal so rüber auf meine Lesepläne schaue.

Außer den Büchern, die ich gleich vorstelle, habe ich noch drei Kurzgeschichten von Freddy Elting gelesen. Den Menschen gibt es momentan nur auf Twitter (@FreddyElting) – aber ich hoffe sehr, dass man an seine Texte irgendwann auch über Buchhandlung oder Internet dran kommt!
Jedenfalls muss ich sagen, dass mich in seiner Geschichte über das Leben im Paradies der Schreibstil beeindruckt hat – und die Art, wie er die olle Bibelgeschichte abgewandelt und somit zeitgemäß gemacht hat.
Die Idee hinter “Briefe aus der Zukunft” fand ich zwar schön, aber hierbei hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte recht einseitig ist, weil die Briefe nur von einem Bruder an den anderen gehen, dessen Antworten man nicht zu lesen bekommt.
Und dann war da noch “Das Jahr der zwei Sonnen” – eine Geschichte, die zwar eine Frage aufgeworfen hat, aber deren Ende der Hammer ist! Ich hoffe so sehr, dass er das irgendwann zumindest zu einem Kurzroman ausarbeitet!

Von Kia Kahawa (@KiaKahawa) durfte ich auch eine Kurzgeschichte lesen, allerdings eine sehr traurige. “Meine Wahrheit” heißt das Ding, das sehr gefühlvoll geschrieben ist und von der Verarbeitung des Todes eines Freundes erzählt. Hätte ich das Ding ausgedruckt, hätte ich sicher an einige Satze Herzen gemalt, weil sie mir so passend erschienen.

Und jetzt zu den Büchern:

Bruderkrieg

Bruderkrieg

von Ally J. Stone
2017 erschienen
Kaufen: Amazon*

Handlung: Der Roman ist der letzte Band der Trilogie “Geliebtes Blut”. Der Kampf zwischen Vampiren und Werwölfen muss endlich ausgetragen werden, damit der Sieger in Frieden leben kann. Doch das ist nicht so einfach, denn auch innerhalb der Rudels gibt es Spannungen und einige Mitglieder müssen noch aus den Fängen der Vampire gerettet werden.

Pluspunkte: Der Schreibstil! Und die Perspektivwechsel waren so passend, dass ich sie wirklich gut fand. Und das passiert selten.

Minuspunkte: An einer Stelle sind mir mal mehrere Tippfehler hintereinander aufgefallen.

Meine Meinung: Das Buch ist ein gelungener Abschluss der Reihe. Ich habe es in sehr wenigen Tagen durchgelesen und mal wieder ein paar Nächte zu wenig geschlafen, weil ich lieber lesen wollte.
Allerdings sollte man sicher die beiden vorherigen Bände zuerst lesen, denke ich. Aber die sind auch empfehlenswert.

Bewertungsskala - Fünf Hühner

Ivy und Abe

Ivy und Abe

Roman von Elizabeth Enfield
2017 bei Diana erschienen
Kaufen: Amazon*

Handlung: Ivy und Abe sind füreinander bestimmt. Doch was ist, wenn sie sich zu anderen Zeitpunkten im Leben und unter anderen Umständen treffen?

Pluspunkte: Die Idee, mehrere Geschichten mit den gleichen Figuren zu erzählen, ist mir neu. Denn dieses Buch erzählt die Geschichte von Ivy und Abe immer anders – es müsste Parallelwelten geben, damit das alles Sinn macht. Doch der Schreibstil ist gut – sobald man die ersten drei Seiten durch hat und ungefähr einordnen kann, an welcher Stelle von Ivys Leben die entsprechende Geschichte spielt, möchte man nicht mehr aufhören zu lesen.

Minuspunkte: Gerade die Parallelwelten haben mir am Anfang Probleme gemacht, weil ich erst verstehen musste, dass der zweite Teil im Buch nur funktioniert, wenn der erste nicht passiert ist.
Dadurch, dass Ivy und Abe immer die gleichen Figuren bleiben, wiederholen sich in jeder ihrer Geschichten die Details. Da liest man jedes Mal wieder, dass Ivys Mutter totkrank ist/war – mich hat das irgendwann gelangweilt.

Meine Meinung: Ein besonderes Buch. Manchmal hätte ich mir Kapitel in den einzelnen Geschichten gewünscht – aber am Ende hätten sie nur den Lesefluss gebremst, fürchte ich. Schade ist auch, dass man quasi “rückwärts” liest – also die Protagonisten wird eigentlich mit jeder Geschichte jünger, was ich irgendwie merkwürdig fand. Außerdem fällt das letzte Kapitel bei diesem System aus dem Rahmen, denn es spielt zeitlich wohl noch nach dem ersten.
Für alle, die Liebesgeschichten mögen, kann ich das Buch aber trotzdem empfehlen – nur ist es doch ein bisschen, als würde man mehrere Kurz-Romane lesen. Trotzdem bringt jede Geschichte etwas Neues ein und ist für sich spannend.

Bewertungsskala - Vier Hühner

(Rezensionsexemplar. Herzlichen Dank an den Diana-Verlag!)

Abschied in Prag

Abschied in Prag

von Alyson Richmann
2017 bei Diana erschienen
Kaufen: Amazon*

Handlung: Lenka und Josef lernen sich in Prag kennen, doch sie verlieren sich wegen der Judenverfolgung aus den Augen. Erst Jahrzehnte später treffen sie sich in Amerika wieder. Doch was müssen sie in der Zwischenzeit durchstehen?

Pluspunkte: Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und ich wollte das Buch zeitweise nicht aus der Hand legen.

Minuspunkte: Die Perspektive wechselt regelmäßig – beschreibt quasi das Leben dreier Personen. Anfangs hat das sehr genervt, weil man die Verbindung der Figuren noch nicht kennt und die Wechsel daher willkürlich wirken.
Außerdem ließt man zuerst das Ende – zumindest kommt es mir so vor.

Meine Meinung: Insgesamt muss ich dann doch zugeben, dass mich das Buch gefesselt hat. Irgendwie wirken die Beschreibungen wirklich treffend und es ist gut abgerundet.
Nur das mit den Perspektiven wirkte manchmal wahllos, da mehrere Kapitel hintereinander aus der gleichen Perspektive gestammt haben.

Bewertungsskala - Vier Hühner

(Rezensionsexemplar. Herzlichen Dank an den Diana-Verlag!)

Schreib den verd***** Roman

Schreib den verd****** Roman

Anti-Ratgeber von Stephan Waldscheidt
2006 bei uschtrin erschienen
Kaufen: Amazon*

Handlung: Wie ihr seht, ist das hier mal kein Roman, sondern ein Ratgeber fürs Schreiben. Einer, in dem sich keine Übungen befinden, sondern alle Fehler, die man machen kann, überspitzt und in den Himmel gelobt werden.

Pluspunkte: Manchmal muss man sogar lachen, wenn man die “Ratschläge” liest. Unterhaltsam ist dieser Ratgeber also in höchstem Maße.

Minuspunkte: In dem Buch etwas zu markieren ist mir manchmal schwer gefallen, weil dort ja immer nur so getan wäre, als wäre das Schlimmste, was man machen kann, genau das Richtige.

Meine Meinung: Ich bin überglücklich, dieses Buch gekauft zu haben. Auf so unterhaltsame Art habe ich selten dazugelernt. Und dadurch, dass alles überzogen dargestellt wird, fällt es natürlich auch viel mehr auf.
Jetzt bliebt mir nur zu hoffen, dass diese Lektüre auch meinen Schreibstil verbessert hat. Kann ich aber jedem (Möchtegern-)Autor nur empfehlen!

Bewertungsskala - Fünf Hühner

Die Pilgerjahre des farblosen Tazaki

Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

Roman von Haruki Murakami
2015 bei btb erschienen
Kaufen: Amazon*

Handlung: Tsukuru hatte mal vier Freunde, die ihm alles bedeutet haben. Doch warum sie sich plötzlich und ohne Begründung von ihm abgewandt haben, bringt er erst in Erfahrung, als seine neue Freundin ihn ungefähr 16 Jahre später dazu zwingt. Doch wird das die Wunden heilen?

Pluspunkte: Die Geschichte ist ungewöhnlich. Ich habe nirgends etwas Vergleichbares gelesen.

Minuspunkte: Es sind viele Passagen mit langen Beschreibungen enthalten, die mich immer wieder gereizt haben, einfach ein paar Absätze zu überspringen.
Außerdem ist es verwirrend, dass ein und die selbe Figur teils mit mehreren Namen bezeichnet wird.

Meine Meinung:
Ich weiß nicht mal, ob ich das Buch empfehlen soll. Zwischendurch fand ich es wirklich richtig gut, aber gerade auf den letzten Seiten hatte ich das Gefühl, dass der Autor das Ende nur noch hinauszögert.
Aber da das Buch so anders ist, bin ich doch froh, es bei meiner Oma mitgenommen zu haben.

Bewertung: drei Hühner

Kennen Sie diesen Mann?

Kennen Sie diesen Mann?

Roman von Carl Frode Tiller
2015 bei btb erschienen
Kaufen: Amazon*

Handlung: Ein Mann verliert sein Gedächtnis – Bekannte sollen ihm in Briefen von seinem früheren Ich erzählen, damit er sich wieder daran erinnert.

Pluspunkte: Die Idee finde ich originell.

Minuspunkte: Eine Erzählung und Briefe wechseln sich ab – doof nur, dass ich gerade am Anfang nicht verstanden habe, wie das zusammenhängt.
In der Erzählung wirkt der Text sehr gehetzt. Überall stehen Kommas, wo ich persönlich eher Punkte oder wenigstens Semikolons gesetzt hätte. Auch gibt es hier ständig Wortwiederholungen, sodass ich nach zwei Kapiteln das Gefühl hatte, den Schreibstil überall wiederzuerkennen, falls er mir noch mal begegnet.
Und bei den Briefen war ich schnell genervt, weil sie kursiv gedruckt sind, obwohl sie über viele Seiten gehen. Das ist mir einfach zu anstrengend gewesen.

Meine Meinung: Das Buch hat drei Teile – einer erzählt aus dem Leben von einem Freund, einer aus dem Leben des Stiefvaters und der letzte aus Sicht einer Freundin. Ich muss zugeben, dass ich nur die ersten beiden Teile komplett gelesen habe, weil mich der Schreibstil gerade in den Erzähl-Teilen so sehr genervt hat. Außerdem wird in diesem Teil auch nicht ersichtlich, warum aus dem Leben der Schreibenden erzählt wird – ich hätte viel lieber etwas über den Mann ohne Gedächtnis gelesen. Aber von dem erfährt man nichts, außer, dass er eben Briefe erhält.
Vielleicht lese ich das Buch wann anders doch noch zu Ende, aber erst mal ist es bei mir leider wirklich durchgefallen, obwohl ich die Idee so interessant fand.

Bewertungsskala - Zwei Hühner

(Rezensionsexemplar. Herzlichen Dank an den btb-Verlag.)

- geschrieben von Tabea -


9 Gedanken zu „Letztens gelesen – Nr. 7“

  1. Oh, mit dem Haruki Murakami habe ich letztens auch geliebäugelt. Im letzten Moment habe ich mich dann aber doch dagegen entschieden, weil sich gerade so viele Bücher auf meinem SUB befinden die ich erst einmal leer lesen möchte, bevor ich neue Bücher anschaffe.
    Generell sollen die Bücher von Murakami eher umgewöhnlich sein, aber wirklich gut wenn man sich darauf einlassen kann… habe ich zumindest gehört.
    Mal gucken, irgendwann werde ich auch noch einen lesen.

    Schönen Abend, nossy

    1. Der liebe böse SuB … meiner ist jetzt auch gerade in die Höhe geschnellt. Vor drei Tagen war nur ein Buch auf Vorrat, jetzt sind es neun.

      Ich mag manchmal ungewöhnliche Bücher ganz gern, weil ich finde, dass die eher spannend bleiben.

      Liebe Grüße

  2. Oh, ich liebe die Bücher von Haruki Murakami! Am Anfang dauert es immer ein bisschen, bis ich mich in seinen Stil eingefunden habe, aber dann will ich sie nicht mehr aus der Hand legen.

    “Abschied in Prag” klingt auch vielversprechend.

    Liebe Grüße
    Anne

    1. Haruki Murakami hat mir Attila erst erfohlen und dann habe ich sein Buch bei meiner Oma gesehen – da musste es einfach sein.
      Ich habe so ein paar Bücher, wo ich mich erst hineinfinden muss, aber bei manchen breche ich dann auch ab, wenn es nichts wird. Dafür habe ich noch zu viele Bücher vor mir – da brauche ich nichts lesen, was mir nicht gefällt. 😉

      Liebe Grüße

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.