Hessentag – SO, 3.6.18 + Helferfete + Fazit

Hallihallo,

Sonntag war Tag Nr. 10 vom Hessentag. Auf dem Programm stand der große Festzug: 143 Motivwagen und Gruppen. Doch von vorne:

Als ich aufwachte, sah die Welt zwar nicht gut, aber besser als am Vortag aus. Halsschmerzen: Fast weg. Kopfschmerzen: Halbwegs verschwunden. Stimme: Fast da. Also zog ich meine Joggingschuhe an und lief locker los. Solange, bis die Kopfhörer „Battery low, Please charge“ verkündeten. Denn laufen ohne Musik ist scheiße. Schade, dass es nur 10 Minuten waren, denn irgendwie fühlte es sich wie fliegen an, trotz Muskelkaterresten.

Festzug

Festzug

Festzug

Festzug

Danach machte ich mich auf den Weg zu meiner Oma. Denn wenn ich schon so lange in Korbach bin, will ich wenigstens kurz bei ihr vorbeischauen. Oma freute sich, wir redeten, sie gab mir Gemüse aus ihrem Garten, Mama schickte eine Whatsapp.
Es klingelte.
Oma machte die Tür auf. „Ah, kommst du zum Mutter-Tochter-Treffen?“
„Ach, hier steckt die also.“ Meine Mama war da. Selbst wenn ich immer mal wieder bei Mama übernachte – meistens treffen wir uns doch bei Oma.

Gegen Mittag verließen wir das Haus – damit Oma in Ruhe kochen kann, Mama zu den Schafen kommt und ich pünktlich zu Festzugsbeginn einen guten Platz in der Stadt gefunden habe. Der Festzug war nämlich das Einzige, was in meinem Dienstplan stand.

Festzug

Festzug

Festzug

Ich fand erstaunlich schnell eine Stelle, an der wenige Menschen waren, sodass ich in Ruhe fotografieren konnte. Die ersten Wagen liefen ganz gut, nachdem sie endlich bei mir angekommen waren. Doch dann stockte es das erste Mal. Natürlich stand gerade ein Orchester vor mir und spielte fröhlich weiter. Welcome back, Kopfschmerzen!
Es ging weiter und stockte wieder. Wieder laute Musik, dieses Mal von einem Party-Truck.

Ein paar Gedanken, die mir beim Festzug fotografieren kamen? Hier sind sie:

  1. Was fand ich früher so toll an Festzügen? Es sind doch nur Leute, die an einem vorbeilaufen. Oder Trecker, die einen Anhänger vorbeiziehen.
  2. Was ist das hier? Eine Werbeveranstaltung? Viele Wagen trugen Schilder, auf denen sie zu eigenen Veranstaltungen einluden.
  3. Wo zum Teufel liegt das??? Es machten sehr viele Gemeinden und Dörfer mit – aus ganz Hessen. Von einem Großteil dieser Orte hatte ich noch nie gehört.
  4. Und was sagt mir das jetzt? Gefühlt waren am Ende viele Wagen ähnlich. “XXX grüßt den Hessentag” stand auf vielen Schildern und Bannern. Dazu standen ein paar Menschen auf einem Wagen … Waren es besondere Menschen oder x-beliebige? Keine Ahnung.

Am Ende ging es nur noch 10 Meter vorwärts zwischen den einzelnen Staus. Ich brach das Fotografieren ab und lief am Festzug entlang Richtung Hessentagsstraße. Ich traf andere Scouts – bei denen war der Festzug schon vorbei, weil sie dichter am Anfang standen. Nett war’s ein paar Worte zu wechseln, doch dann zogen sie Richtung Altstadt und ich wollte was zu trinken. Meinen Stiefvater und “Natur auf der Spur” besuchte ich noch mal und machte mich dann langsam auf den Heimweg.

Festzug

Festzug

Festzug

Festzug

Ein Mal bei Mama duschen, Auto mit Zeug vollstopfen und wieder fahren.

Das Ende vom Hessentag. Wesentlich weniger glorreich als der Auftakt. Aber hey: Ich war an 9 von 10 Tagen auf dem Hessentag unterwegs.

Tag 11 vom Hessentag

Weil der Bericht vom 10. Tag so kurz ist, gibt es heute den von Tag 11 des Hessentags gleich dazu! Tag 11? Ja, die ganzen Helfer des Hessentags sind in die Verlängerung gegangen. Während Montag schon große Teile des Hessentags verschwanden, Buden abgebaut wurden und die Arena sich langsam wieder in einen Parkplatz verwandelte, sollten wir abends noch auf eine Helferfete gehen.

Und: Wenn es eine Helferfete gibt, dann gehe ich da auch hin! Das gehört dazu. Außerdem war es für mich eine Chance, die fehlenden Gesichter aus der Fotoscout-Gruppe kennen zu lernen.

Hessentag: Helferfete im FestzeltDas Festzelt, in dem die Helferfete gefeiert wurde

Pünktlich um 17 Uhr wollte ich also losfahren. Meine Gewohnheit, nach Korbach fast immer den Zug zu nehmen, hat sich durch den Hessentag wohl auch erledigt – denn irgendwie dauert die Fahrt dann eben doch doppelt so lange und ich muss meistens noch ein bisschen Extrazeit einplanen, weil die Züge immer zur vollen Stunde in Korbach sind und meine Termine auch zur vollen Stunden anfangen – und ich aber noch von Bahnhof zu Termin kommen muss. Als ich dann im zweiten Anlauf auch den Autoschlüssel mit zum Auto genommen hatte, konnte es losgehen.

Merke: Straße ist nach dem Hessentag wieder besser nutzbar. Weniger „Ausländer“, die den Weg nicht kennen = weniger Leute, die außerorts viel zu langsam fahren.
Um halb 18 Uhr – ja, Grammatik hat auch gelitten – kam ich an und lief los. Denn ich habe mal wieder bei Mama geparkt, weil ich keine Lust habe, beim Festzelt nach einem Parkplatz zu suchen. Auf dem Weg traf ich meine Sonntagabend-Bekanntschaft, die wohl zukünftig einen besseren Decknamen bekommen muss. Wir redeten ein bisschen, doch ich musste weiter.

Im Festzelt hatten die ersten Fotoscouts uns schon ein paar Bierbänke gesichert, sodass wir alle zusammensaßen. Wir redeten ein bisschen, nach und nach kamen auch die anderen. In der Einladungs-Mail hieß es, dass wir in Grün und ohne Kameras kommen sollen – dementsprechend waren die meistens von uns ausgestattet. Doch manche, die sind eben Fotografen durch und durch und brachten Kamera und mehrere Objektive mit.

Irgendwann begann die große Rede. Der Bürgermeister wurde auf die Bühne gerufen, ein Landesvertreter ebenfalls. Auch das Hessentagspaar und diverse andere wichtige Leute durften die Stufen ins Rampenlicht nehmen. Sie durften sagen, wie ihnen der Hessentag gefallen hat. Sie bedankten sich bei uns Helfern. Es zog sich eine Stunde lang, doch kam mir gar nicht so schlimm vor. Und: Der Bürgermeister will 2039 wieder den Hessentag in Korbach haben. Jetzt wissen wir Bescheid!
Meine Fotoscout-Kollegen scherzten, dass wir dann die 1 Mio. Besucher voll machen – natürlich am ersten Wochenende des Hessentags. (Dieses Jahr besuchten 845.000 Leute den Hessentag an den 10 Tagen.) Außerdem wollten sie dann die Rolling (Grave-)Stones nach Korbach holen. Schließlich spielen die dann garantiert noch.

good beats auf der Helferfete vom Hessentag

Anschließend wurde Essen gekauft – es gab Wertmarken für 7 Euro für jeden Helfer. Reicht für genau eine Currywurst mit Pommes. Also, nunja, nein, ich sage jetzt nichts mehr zu den Preisen für Essen und Trinken auf dem Hessentag.
Wir Fotoscouts wollten unbedingt ein Gruppenfoto. Also gingen wir aus dem Zelt, ließen den mit der Kamera sein Stativ aufbauen und lachten uns kaputt, während alles gefühlt ewig dauerte. Zunächst hoben wir die Hände erst, wenn die Kamera auslöste – bis irgendwer auf die Idee kam, die Hände einfach oben zu lassen, damit sie auf dem Foto auch oben sind. Jaja, Profils am Werk.

Aber: Die Bilder sind klasse geworden!

Und dann ging es wieder ins Festzelt. Die Band „good beats“ sollte für Stimmung sorgen – und das tat sie. In einer kleinen Pause kam dann irgendwer auf die Idee, dass die Fotoscouts ein Foto von allen Helfern im Zelt machen sollen. Also schickten wir unseren ambitionierten Fotograf mit Kamera und Stativ auf die Bühne – der Rest gesellte sich ganz nach vorne in die Menge aus Helfern. Reicht doch, wenn wir einen die Fotos machen lassen. Der Mann, der die Anweisungen gab, stellte sich natürlich genau VOR die Kamera und rief uns zu „Wo sind die Roten? Die Blauen? Die Grünen? Und alle!“
Wir jubelten an passender Stelle und rissen die Hände in die Höhe. Passende Stelle = die Grünen (wegen des Helfer-Shirts) und teilweise auch die Blauen (wegen des Alkoholkonsums). Der Fotograf wirkte mit der Kamera beschäftigt.

Irgendwer teilte dem Herrn dann mal mit, dass er bitte aus dem Bild sollte. Und irgendwann verrieten wir ihm sogar, dass man mehr von den Menschen sieht, wenn alle die Arme unten lassen.
Was aus den Bildern wurde, hat keiner von uns erwartet. Aber sie waren echt gut!

Und danach musste ich wohl oder übel mittanzen, als die Band wieder loslegte. Erst Tage später stellte ich fest: Wer mit Fotografen feiern geht, muss damit rechnen, seine Partyfotos und -videos später auf Facebook ansehen zu können. Aber gut – wir hatten Spaß!

Nach dem Hessentag: Arena wird abgebautDie Continentalarena ist schon zum Teil wieder abgebaut.

Ich verließ die Party allerdings auch schon gegen kurz nach zehn. Grund: Schule am nächsten Morgen. Bei Mama nahm ich schnell meine Wurst aus dem Kühlschrank, tötete fast mein Auto durch die Hauswand und fuhr dann nach Hause. Hiermit war der Hessentag endgültig vorbei.

Fazit zum Hessentag

Da das hier bereits der zehnte Blogpost zum Hessentag ist, klatsche ich das Fazit auch gleich noch mit hinten dran. Vielleicht kann ich dann bald mal wieder über was anderes schreiben?

Der Hessentag war für mich also 9 + 1 Tage Party. Einen Tag habe ich mir zwischendurch ganz hessentagsfrei genommen, aber sonst habe ich es voll ausgenutzt, dass in Korbach endlich mal was los war.

Black & Neon auf dem HessentagDrei leuchtenden Armbänder – Schwesterchen, ihre Freundin und ich haben bei Black & Neon getanzt.

Ich hab Musiker live gesehen, die ich sonst nur im Radio höre. Sunrise Avenue hat mich enttäuscht, Adel Tawil und SDP waren dafür wirklich gut und auch besser, als ich es erwartet hätte. Auch die Vorband Nomad fand ich nicht schlecht, aber dafür fiel Cro bei mir durch, ebenso wie Voda.

Im Gegensatz dazu kann ich jetzt eindeutig sagen, dass ich auf Rockmusik stehe. Folglich war die Radio Bob Bühne eigentlich mein Lieblingsort. Dort war immer gute Musik. Der hr dagegen ist jetzt bei mir durchgefallen. Die waren mir ein bisschen zu zickig (keine grünen T-Shirts bei den Fotografen erwünscht), ein bisschen schlecht organisiert (wenn das ganze Gelände um den hr-Treff abgesperrt wird, weil die ihre Veranstaltungen so auslegen, dass nicht alle Menschen hinkönnen, die hinwollen…) und ein bisschen gemein (hier verweise ich dann mal auf den Artikel der wlz).

So, das war also mein musikalisches Fazit zum Hessentag.

Radio Bob Bühne auf dem Hessentag

Was die Menschen angeht, kann ich sagen, dass ich erstaunt davon bin, wie gut man mit Leuten feiern kann, die man eigentlich nicht kennt. Hier verweise ich darauf, dass ich mit jemandem auf Lautsprecherboxen tanzte, nachdem wir uns ca. 30 Minuten kannten. Oder wie ich plötzlich drei Kerle hatte, die auf mich aufpassen sollten.
Was allerdings noch viel besser ist: Die Person von den Lautsprecherboxen haben ich nicht nur ein Mal gesehen, sondern danach an fast jedem Abend, an dem ich auf dem Hessentag war. Und wir sehen uns auch jetzt noch mal. So fangen Freundschaften also an?

Auch schön war es, die anderen Fotoscouts kennenzulernen. Eine Truppe witziger Menschen, die gern fotografiert.
Von der Organisation, die Karin und Bärbel hingelegt haben, bin ich schwer beeindruckt. Denn bei den Fotoscouts lief vieles besser als bei den anderen ehrenamtlichen Helfern. Schade ist dann nur, dass das Social Media Team der Stadt Korbach es nicht für nötig gehalten hat, den Namen des Fotografen unter die veröffentlichten Fotos zu setzen. Aber gut – man kann damit leben.

Riesenrad Hessentag

Was ich außerdem noch gemerkt habe: Ich kann 4 Nächte am Stück feiern, kein Problem, solange genug Kaffee vorhanden ist. Aber irgendwann ist dann eben auch Feierabend – dass ich mich nicht fit genug fühlte, um zu Just 90s zu gehen, hat mich echt geärgert.

Ich möchte hier vor allem noch mal meiner Mama danken, denn ohne die hätte ich den Hessentag nicht so erleben können, wie ich es getan hat. Also: Danke, dass ich das Schlafsofa haben durfte. Danke, dass ich Chaos im ganzen Haus verbreiten durfte. Danke, dass du nicht gemeckert hast, als wir dich mitten in der Nacht wachgetrampelt haben. Danke, dass ich dir den Kaffee wegtrinken durfte! Und: Danke, dass du immer mal wieder zu Hause warst und dir meine Erzählungen von Partynächten und Einsatztagen angehört hast!

So, und damit endet dieser Post. Ich warte jetzt auf den Hessentag 2039 in Korbach! 😉

- geschrieben von Tabea -


4 Gedanken zu „Hessentag – SO, 3.6.18 + Helferfete + Fazit“

  1. Sehr schönes Fazit! Da ist ja echt fast alles gut gelaufen, was gut laufen konnte. Die Currywurst mit Pommes für sieben Euro… naja, das toppt sogar die großen Rockfestivals. 😀 Und ja, manchmal fangen so Freundschaften an. Manchmal trifft man eben einfach die richtigen Leute. Und dann ist es gar nicht schlimm, alleine feiern zu gehen. 🙂

    Noch kurz zum Umzug: Ich glaub, das, was du da auch bemerkt hast, ist ein Grund, warum “wir Stadtmenschen” manchmal so schräg gucken, wenn es um “Dorfkultur” geht. 😀

    1. Wie gut, dass ich Currywurst so oder so nicht esse als Vegetarier. Aber irgendwie ist es dann doch manchmal erschreckend – vor allem, weil ich seit Jahren für meinen Stiefvater Bratwurst verkaufe und wir da nie solche Preise nehmen, nicht mal annähernd.
      Alleine ist man ja auch nicht mehr, sobald man die richtigen Leute getroffen hat. 😉

      Also zu deiner letzten Anmerkung: Ich bin eigentlich auf Dorfkind! 😀 Sogar ein Bauernhofkind, um genau zu sein. Nur sind wir vor einigen Jahren in eine Kleinstadt gezogen. Dorfkultur ist schon manchmal nicht schlecht.

      Liebe Grüße

  2. Der 58.Hessentag in Korbach war super
    das waren 10 wunderschöne Tage auf dem Hessentag
    ich war im Festzelt beim Kreishaus als Ehrenamtlicher Helfer
    im Einsatz. Das Programm war sehr gut es war für jeden etwas
    dabei. Das Hessentagsradio war auch sehr gut.
    Das Wetter war auch sehr gut wärend dem Hessentag.
    Das war eine wunderbare Stimmung auf dem Hessentag.
    Ich danke der Stadt Korbach das ich als ehrenamtlicher Helfer
    den Hessentag in Korbach unterstützen durfte es hat mir sehr
    viel Spaß gemacht beim 58.Hessentag in Korbach dabei zu sein.
    Ich freue mich schon jetzt auf dem nächsten Hessentag in Korbach

    1. Es gab ein Hessentagsradio? Das habe ich gar nicht mitbekommen, leider. Wobei ich sowieso kaum Zeit zum Radio hören hatte.
      Beim Wetter kann ich dir nur zustimmen – ich hatte nur an einem Abend eine Jacke dabei, aber habe sie auch da nicht getragen. Und seit dem Hessentag werde ich auch ständig gefragt, warum ich so braun bin. 😉

      Dann hoffen wir mal, dass der nächste Hessentag nicht zu lange auf sich warten lässt!

      Liebe Grüße

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