Hessentag – SO, 27.5.18

Hallo ihr Lieben,

von zwei Tagen Hessentag habe ich schon berichtet, hier kommt der dritte Tag, also der 27. Mai 2018. Ein Sonntag.

Ein Sonntag, an dem ich um kurz vor sechs geweckt wurde, weil jemand nach Hause kam. Haha, danke. Ein Sonntag, an dem ich mir schnell sieben Tassen Kaffee machte, um die Müdigkeit wegzutrinken. Ein Sonntag, an dem ich in einem fast leeren Zug nach Frankenberg saß. Das kommt davon, wenn man Freitag beim Packen wichtige Dinge vergisst … dann muss man sie irgendwann holen.

In Frankenberg habe ich schnell noch die restlichen Fotos von Tag 2 in die Hessentagscloud gepackt … nur, um dann bereits um halb 12 wieder Richtung Bahnhof zu laufen. Zug zu spät – aber was anderes habe ich auch nicht erwartet.

Irgendwann, um 13:15 war ich wieder in Korbach – am Südbahnhof. Bis zum Hauptbahnhof fahren die Züge aus meiner Richtung nämlich nicht. Aber okay, sind es halt ein paar Schritte mehr bis zur Pressestelle. Denn genau da musste ich um 14 Uhr sein, um meine nächste Sicht als Fotoscout anzutreten.

Tja – und dann war ich auch schon wieder im Einsatz. Wieder am Südring, also bei der Landesausstellung und Natur auf der Spur. Viel habe ich dieses Mal nicht geknipst, weil die Ausstellungen da sich eben nicht täglich ändern und ich am Vortag eine ganze Menge Fotos dort geschossen habe.
Aber die Zeit habe ich trotzdem genutzt: Ich war am Stand vom Zoll und hab mir da mal etwas erzählen lassen. Ich war da, wo Werbung fürs Fahrradfahren in unserer Region gemacht wird und habe Mama mal eine Karte von den Radwegen mitgebracht. Außerdem war ich in der Gefängniszelle, die sie dort aufgebaut hatten. Ist zwar ganz nett, das Zimmerchen, aber 23 Stunden würde ich da nicht eingesperrt sein wollen. Gemeinschaftsduschen sind nun auch nicht so mein Favorit … und vor allem: Kein Internet! Kein Computer, kein Handy! Leute – ich glaube, Gefängnis ist nichts für mich. Interessant fand ich aber auch, dass die Frau von der Polizei mir erzählt hat, dass diese Leute in den Zellen so entschleunigt werden, dass sie danach in der echten Welt nicht mehr richtig klarkommen.
Nachdem ich in der Zelle war, war ich auch noch im zugehörigen Bus. Der fährt wie ein Linienbus von Gefängnis zu Gefängnis … und ist verdammt eng! Ich mag ja schon normale Busse nicht …

Um 17:30 Uhr ging es endlich richtig los. Das 7. Korbacher Dance Event im Festzelt. Noch zwei andere Fotoscouts waren dabei. Wir durften entweder hinter dem Publikum stehen oder vor dem sitzenden Publikum knien, aber eben niemandem die Sicht verdecken.

Mein erster Kollege: Ich würde hinten bleiben, hab das Tele dabei.
Ich: Ich geh nach vorne. Bin ja klein genug.
Zweiter Kollege: Ich krieg Probleme mit der Beleuchtung.
Ich: *lacht* und ich erst.

Denn: Ich habe bis zu diesem Tag noch nie ein solches Event fotografiert. Sport ist ja schon anspruchsvoll, aber Tänzer mit buntem Licht in einem Festzelt? Öhh…
Am Ende landete ich auch nicht knieend vor der Bühne, denn dann hat man die Lautsprecher im Bild. Stattdessen gesellte ich mich zum Mann von der Zeitung zwischen die großen Lautsprecher und die Bühne. Bei einer Bühnenhöhe von 1,5 m werde ich da mit meinen mickrigen 1,58 m wohl auch niemandem die Sicht genommen haben. Und dann habe ich nur noch draufgehalten … die Belichtungsanzeige schwankte in Sekundenbruchteilen von ganz-Minus zu ganz-Plus. Die Tänzer flogen durch die Luft und wirbelten durch das halbe Festzelt. Zwischendurch macht ich zwei, drei Handybilder, weil die Stadt Korbach von den großen Veranstaltungen gern die ersten Bilder sofort hätte.

Am Ende war ich seeehr beeindruckt, meine Karte war voll (850 Fotos) und ich machte mich auf den Weg nach Hause. Dabei traf ich noch Kirmes-Crew-Mitglied Nummer 2 und Nummer 3. Nummer 3 überlegte, ob sie um 22 Uhr nach Hause fährt.

Ich: “Du kannst nicht um zehn schon fahren. Ich will um 11 erst losgehen. Aber erst muss ich nach Hause. Ich brauche Internet und Kaffee.”

Und schon war ich weg, verwüstete die Küche meiner Mutter mit meinem Technikkram und trank keinen Kaffee, weil die Hormone im Blut mich genug aufgeputscht haben. Als Mama schrieb, dass sie gleich nach Hause kommt, habe ich schnell aufgeräumt und mich anschließend mit ihr verquatscht. Upps, da war es schon fast 23:10 Uhr, als ich losging. Wohin? Nunja, ich fragte mal eben per Whatsapp und erfuhr, das Nr. 2 und Nr. 3 auf dem Weg zum hr-Treff sind. Also steuerte ich dorthin. Bei meinen Mädels war dann noch jemand, den ich nicht kannte. Aber nett – also gingen wir zu viert tanzen, bis Nr. 2 und Nr. 3 nach Hause wollten. Sie fragten noch, ob sie mich einfach da lassen können. „Klar!“ Also ich sah kein Problem.

duz

Und dann zog ich mit der Neuen weiter, weil der hr um 24 Uhr den Bürgersteig hochklappen wollte. Wohin? Radio Bob. Auch die stellten die Live-Musik ein, als wir erst fünf Minuten da waren. Aber: Sie haben ACDC angemacht. Die Neue war begeistert und wollte mit ihrer Nachbarin, die wir an der Bühne getroffen haben, auf den Lautsprechern tanzen. Diese meinte aber, sie solle das mit mir machen. Ein Blick von ihr zu mir und schon tanzten wir um Mitternacht zu „Hells Bells“ auf den Lautsprecherboxen vor der Bühne. (Wir haben gefragt und hatten die Erlaubnis!)
Die Nachbarin machte Fotos, die Neue meinte, sie hätte das Gefühl, dass alle uns ansehen. Und ich konnte nicht so ganz glauben, was ich da mache. Aber hey: Ich hatte Spaß!

Danach gab es Cocktails und wir nervten die Leute hinter dem Tresen ein bisschen. Eine Frau aus dem Jahrgang meiner Mutter war irgendwie auch dabei; einen Mann hatten wir auch dabei, aber mit dem habe ich wenig geredet. Die Nachbarin kannte mich dann plötzlich sogar – weil sie die Tante von Kirmes-Crew Mitgleid Nr. 3 ist und scheinbar von mir gehört hat.

Und am Ende vom bis dahin besten Abend des Hessentags lief ich mit der Frau aus dem Jahrgang meiner Mutter nach Hause, weil die Richtung passte. Und ich wusste, dass ich am Tag danach in den hr-Treff muss, um mit diesen neuen Leuten weiterzufeiern.

Gute Nacht.

vor 9 Monaten

2 Kommentare

  1. Boah ja, das sieht nach ziemlich unfreundlichem Licht für Kameras aus. Aber offenbar bist du trotzdem zurecht gekommen. Ich habe seeehr lange gebraucht, bis ich mich durchringen konnte, entweder a) halt nicht zu fotografieren und mehr zu genießen, wenn’s nicht geht, oder b) halt ISO 1600 zu verwenden, wenn ich unbedingt Bilder machen muss und weniger nicht reicht. Magst du eigentlich hinterher auch mal noch einen Artikel zu deinen Foto-Erfahrungen aus technischer Sicht schreiben? Das würde mich interessieren!

    Und: Voll gut dass ihr auf den Boxen getanzt habt! Klingt, als würde der Hessentag einige bisher unbekannte, aber sehr positive Seiten aus dir rausholen. 🙂 Ich hoffe bloß, dass der ganze Kaffee dich nicht umbringt. 😀

    1. Ja, das Licht war nun wirklich nicht das Allerbester. Aber da ich in dem Fall als Fotoscout unterwegs war, MUSSTE ich Bilder machen. Beruhigt hat mich nur, dass der zweite Scout an dem Abend auch solche Probleme hatte. Den Fotografie-Erfahrungspost schreibe ich mir auf die Liste!

      Ja – auf den Boxen zu tanzen war schon nicht schlecht. Ein Mal im Leben muss man sowas gemacht haben, oder? Generell habe ich noch nie so viel gefeiert und dabei auch noch so viele Menschen kennengelernt.
      Und nein: Der Kaffee hat mich nicht ermordet. Samstag Morgen hatte ich die letzten 4 Tassen und seitdem lebe ich wieder ohne Kaffee (und Entzugserscheinungen hatte ich auch nicht! :))

      Liebe Grüße

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