Hessentagsstraße

Hessentag – SA, 26.5.18

Hallo ihr Lieben!

Der Hessentag war nach Tag 1 natürlich noch nicht vorbei … also geht es heute mit dem nächsten Bericht weiter:

An Tag zwei stand ich um 7 Uhr auf und ging erst mal eine Runde joggen. Zum ersten Mal seit 2,5 Wochen. Und: Auf korbacher Boden läuft es sich einfach besser. Manchmal ist es, als könnte man ewig laufen – aber nach 5 km habe ich aufgehört, weil ich nicht so viel Zeit hatte. Ich musste ja noch 4 Tassen Kaffee trinken, bevor ich zu meinem ersten Einsatz gehe.

Bouffier mit Orchester

Einsatz? Ja. Ich war nicht nur als Besucher auf dem Hessentag, sondern auch als Fotoscout. D. h. ich habe ehrenamtlich für die Stadt Korbach fotografiert. Insgesamt gab es für mich 6 Schichten von je 6 Stunden – und die erste davon fiel also auf Samstag, den 26. Mai.

Und wisst ihr was? Kaffee trinken und dabei in der Zeitung blättern ist so schön. Habe ich seit 2 Jahren nicht mehr gemacht. Und: Wenn man nur selten Kaffee trinkt, ist man nach vier Tassen auch wach.

Um halb 10 trudelte ich in der Pressestelle ein und bekam eine Einweisung. Unter anderem hieß es, dass wir viele Pause machen sollen. Ist ja ehrenamtlich und in der Hitze soll bitte niemand umkippen.

Mich haben sie für das Ausstellungsgelände am Südring eingeteilt. Heißt: Erster wichtiger Programmpunkt war der Besuch des Ministerpräsidenten Volker Bouffier auf der Landesausstellung. Habe ich geknipst – war in der Sonne aber auch nicht so einfach. Und so interessant fand ich das, was er gesagt hat, leider auch nicht. Aber: Wenn man das richtige T-Shirt (also das Helfer-Shirt vom Hessentag) trägt, wird man sogar vom Bürgermeister der Stadt Korbach mit Handschlag begrüßt!

Buffier Rede

Aber danach – danach bin ich zur Ausstellung der Bundeswehr gegangen. Das war interessant! Jetzt weiß ich also, wie man Wasserfilter baut. Und dass alte Obstsorten auf den Übungsplätzen wachsen.

BUndeswehr

Und weiter zu Natur auf der Spur. Da begrüßte mich gleich ein Schild, dass die Handschrift meines Stiefvaters trug. Den habe ich also „kurz“ begrüßt und ein Foto von ihm am Grill geschossen. Und: Ich ließ sie die Datenschutzerklärung unterschreiben. Das muss man bei jeder abgebildeten Person machen, sofern es sich nicht um große Gruppen handelt. Ratet mal, warum ich fast nur Bilder gemacht habe, auf denen möglichst viele Menschen sind.

Hamels BauernladenHamels Bauernladen – die einzige Bratwurst, die ich mit gutem Gewissen weiterempfehlen würde, obwohl ich Vegetarier bin. 😉

Als ich gerade weiterziehen wollte, nachdem ich die gesamte Fläche von „Natur auf der Spur“ angeschaut hatte, kam eine WhatsApp-Nachricht von Mama: „Bist du noch bei Natur auf der Spur? Bin gerade angekommen.“
Also rief ich mal eben Mama an und ließ mir beschreiben, wo sie genau ist. Natürlich bin ich mit ihr noch mal überall hingelaufen. Auch die Landesausstellung haben wir noch mal angeschaut. Unter anderem haben wir uns an der Bevölkerungspyramide vom statistischen Bundesamt beteiligt – jeder Besucher sollte da eine Stecknadel bei seinem Alter hinstecken, wenn er mag. Fazit: Mehr ältere Männer und viele mittel-alte Frauen.

Landesausstellung von innen

Als Mama gefahren ist, habe ich mir die Sportaktionsfläche vorgenommen. Fast wäre ich vorbeigelaufen, denn das was da war, sah eher nach Abstellplatz aus. Auch die Leute, die dort mit Bobanschub und Rollstuhl-Parcour vertreten waren, klagten ein wenig, dass kaum jemand vorbei käme. Also machte ich mal ein paar Fotos und schrieb in die Fotoscout-Whatsapp-Gruppe, dass diese Leute da auf der Sportaktionsfläche gern Werbung hätten.

Hessentagsstraße
Sportaktionsfläche

Und weiter – auf in den Licher Naturbiergarten. Nein, nicht zum Trinken, sondern zum „Stimmung einfangen“. Fotos gemacht und wieder gegangen – mit solchen Veranstaltungsorten kann ich wirklich nicht richtig was anfangen.

Mir begegneten andere Fotoscouts, die nicht so recht wussten, wo sie noch was knipsen sollten, ich besuchte meinen Stiefvater noch mal und ich ging nach Hause. Fotos sichten. Fotos bearbeiten. Fotos in die Hessentagscloud packen. Problem: Wie heißen die abgebildeten Personen? Da war nämlich nicht nur Herr Bouffier, sondern noch andere Mitglieder des Parlaments. Kannte ich alle nicht, also musste ich mir helfen lassen.

Barfußpfard
Natur auf der Spur

Um halb 7 machte ich „Feierabend“. Ich klappte den Laptop zu und machte mich erneut auf den Weg zur Continental-Arena. Schließlich hatte ich eine Karte für Adel Tawil. Und siehe da: Sooooo viel Platz. Verglichen mit dem Vortag (Sunrise Avenue) war wirklich fast nichts los. Ich konnte bestens sehen und ich habe Leute getroffen, die ich kannte. (Und ich merkte, dass „kannte“ richtiger ist als „kenne“…)
Namika nahm die Position der Vorband ein – das war nicht schlecht, aber ich bin einfach nicht wirklich ein Fan von ihrer Musik. Es wurde wieder halb-stundenlang umgebaut, doch dieses Mal störte mich das nicht ganz so sehr, da ich darauf vorbereitet war. Und als es anfing, war irgendwie alles perfekt!
Ganz ehrlich. Ich fand es spitze, wie Adel Tawil das Publikum mit einbezogen hat. Ich finde, er hat seine Lieder wirklich toll gespielt. Ich fand es super, dass er auch Zeug aus Zeiten von Ich&Ich mit dabei hatte. Und, es war einfach nur süß, wie er einem kleinen Mädchen ein Autogramm gegeben hat! 🙂
Im Gegensatz zu Sunrise Avenue verschwand er auch nicht schon noch 80 min wieder von der Bühne – nein, er hat mit Zugabe dann fast ganze zwei Stunden voll gekriegt.

Adel Tawil

Dieses Konzert war also eins meiner Highlights auf dem Hessentag! Kann ich nur empfehlen … Oh, und ich hoffe, den WM-Song „Flutlicht“ spielt das Radio diesen Sommer rauf und runter! Der ist live soooo klasse (und das, obwohl ich Fußball nicht ausstehen kann)!

Nach dem Konzert verließ ich die nicht-mehr-wirklich-Freunde und wollte zur After-Show-Party in den hr-Treff. Ich blieb kurz am Haus der Musik hängen; da war es auch nett, aber nicht voller Menschen. Und genau das brauchte ich: Menschen, unter denen ich untertauchen kann. Damit ich nicht so merke, wie furchtbar traurig es eigentlich ist, dass ich in meiner Heimatstadt samstagabends allein feiern gehe, obwohl ich eigentlich genug Menschen kennen sollte.
Hr-Treff war okay … aber allein feiern … nunja. Jedenfalls hat sich irgendwann jemand aus der Kirmes-Crew gemeldet – aus dem Weindorf. Ich machte mich auf den Weg dahin, sie kam mir entgegen. Noch mehr Kirmes-Crew im Schlepptau und dazu Menschen, die ich nur auf Kirmessen öfter mal sehe, und Leute, die ich noch nie gesehen habe.
Ziel: hr-Treff. Allerdings ließ sich Kirmes-Crew-Mitglied Nr. 1 direkt abholen und wir anderen bleiben hier und da hängen. „Hier und da“ heißt, wir haben uns in über einer halben Stunde max. 100 Meter bewegt. Die ersten der Im-Schlepptau-Leute drehten schon wieder um, um noch den letzten Bus um 1 Uhr zu erwischen.

Riesenrad

Ich, bitterböse wie ich bin, ließ Kirmes-Crew-Mitglied Nr. 2 einfach stehen, weil mir dieses nicht-vorwärts-kommen auf die Nerven ging. Und mit den restlichen Schlepptau-Leuten konnte ich halt auch nichts anfangen. Und so landete ich wieder allein im hr-Treff, tanzte ein wenig und ging doch eher früh nach Hause.

Tag 2 geschafft. Tag 3 folgt.

vor 7 Monaten

6 Kommentare

  1. Sehr schöner Bericht! Würde dich glatt für die Festivalhopper vorschlagen, wo ich eine Zeit lang geschrieben habe, aber du bist nicht soo der Festivaltyp, richtig?

    Und sehr cool mal zu lesen was beim Hessentag außer Konzerten so alles passiert. Bin mir immer nicht sicher, ob das eine eher regionale Veranstaltung ist und ob es sich lohnt, dort hin zu fahren.

    1. Öh, um ehrlich zu sein, war ich nur noch nie auf einem Festival. Preis und Anreisezeit schrecken mich noch ab – aber gerade könnte ich mir gut vorstellen, dass ich das ändern muss. Wenn ständig was los ist, ist das Leben einfach besser.

      Stimmt – die Konzerte werden immer am meisten beworben. “Natur auf der Spur” ist eher regional angelegt, würde ich sagen. Die Landesausstellung dagegen zeigt halt eher Dinge, die ganz Hessen betreffen – aber auch die Krankenkassen und so sind vertreten, sodass das auch für andere Bundesländer interessant sein könnte. Die Hessentagsstraße besteht fast nur aus Essen – Stockbrot, Burger, Bratwurst, Pommes, Eis, Pizza, … eigentlich das, was es immer gibt. Also da du ja doch mehrere Stunden fährst, weiß ich nicht, ob es sich lohnt …

      Liebe Grüße

      1. Sorry für die späte Antwort, es gibt die Mailbenachrichtigung nicht mehr, richtig? Da muss ich mich fix umgewöhnen. 🙂

        Ja, so war das gemeint, nicht, dass du schon warst und es nicht mochtest, sondern dass du es bisher nicht ausprobieren wolltest. Also so wie du vom Hessentag berichtest, solltest du es unbedingt mal testen, falls du dich mit Camping anfreunden kannst. Empfehlungen: Das Open Flair ist sehr friedlich und familiär, ein schönes Einsteigerfestival und (vergleichsweise) gar nicht weit von dir. Und das Highfield ist auch sehr schön – falls du da hinfährst, sag Bescheid, ich bin dieses Jahr auch dort. Die gaaaanz großen sind natürlich auch cool, aber größer heißt eben auch mehr Chaoten.

        Und zum Hessentag: Klingt, als wäre es für Nicht-Hessen tatsächlich vor allem wegen der Konzerte interessant, aber wenn man eh da ist, kann man den Rest ja auch mal mitnehmen.

      2. Die Mailbenachrichtigung ist der DSGVO zum Opfer gefallen. Ich kann mir vorstellen, dass das etwas blöd ist – ich selbst gucke selten noch mal auf Blogs vorbei, nachdem ich ein Kommentar hinterlassen habe.

        Danke für die Empfehlungen. Ich denke noch mal drüber nach! 🙂

        Ich denke auch, dass die Konzerte schon das Highlight sind. Und dann gibt’s halt noch Programm drum rum 😉

        Liebe Grüße

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