Hessentag – MI, 30.5.18

Hallo ihr Lieben!

Nachdem ich mir Dienstag vom Hessentag frei genommen habe, ging es Mittwoch „endlich“ weiter. Aber erst musste ich noch in die Schule … 8 Stunden Vorlesung. Morgens stellte ich mit Freude fest, dass der übrige Kaffee vom Vortag sogar noch lauwarm ist. Nur die Menge reichte nicht, sodass ich lieber noch etwas Schwarztee für die Schule gekocht habe.

Vormittags trudelten erste Nachrichten von dem Fotoscout ein, der am Abend mit mir zusammen unterwegs sein sollte. Wir sprachen ab, dass wir ein bisschen später anfangen und uns in der Pressestelle treffen. Und so kam es, dass ich dachte: Ach, da kannst du ja doch den Zug nehmen.

Black & Neon auf dem Hessentag

Also quetschte ich mich nachmittags mit vielen anderen Leuten in einen Zug nach Korbach. Mit Fahrrad, weil ich damit zur Schule geradelt war. Stehplatz. Beim Aussteigen fiel ich fast in die Lücke zwischen Zug und Bahnsteig, weil Leute mich rückwärts aus dem Zug drängelten. Doch dann war plötzlich jemand neben mir und fragte: „Geht das mit dem Fahrrad?“
„Warum soll das nicht gehen?“ Ich war verwundert.
Es stellte sich heraus, dass er hilfsbereit sein wollte, weil ich das Fahrrad danach die Treppe hochtragen musste. Aber hey, ich hab doch extra ein kleines Fahrrad, damit ich es durch die Gegend tragen kann.

Um 18:07 kam ich bei Mama an. Um 18:15 wollte ich ursprünglich losgehen. Ich hätte also ganz in Ruhe mein Zeug zusammensuchen können und gechillt zur Pressestelle laufen können. Aber … DUSCHEN! Ich hab mich so eklig gefühlt, dass daran kein Weg vorbei ging. Als Resultat wurde es dann auch 18:19, bis ich loslief. Aber okay … lieber geduscht 3 Minuten zu spät als verschwitzt losgehen.

Black & Neon auf dem Hessentag

Etwas später kam auch der zweite Fotoscout. Mit seinem Auto fuhren wir zum Einsatzort. Er hatte einen Kumpel dabei; wir snackten noch schnell was im Helfertreff und machten uns dann auf den Weg zum Festzelt.

Die Leute standen Schlagen. Es war noch früh – halb 8 oder so. Für die Fotografen gab es erst um 20:20 Einlass, also quatschten wir noch etwas. Sein Kumpel erzählte mir von seinem Informatikstudium und den Jobchancen. Man könnte ja mal in Kontakt bleiben, wenn ich doch noch in die Richtung will.

20:20 Uhr. Wir gingen rein. Fotos dürfen bei jedem Act während der ersten fünf Minuten aus dem Graben gemacht werden. Danach nur noch vom Rest des Festzeltes. Kameras hätten wir einschließen können. Die Zeit bis zum 2. Act (dem ersten, den wir fotografieren durften) ging schnell vorbei. Der zweite Fotoscout lieh mir ein besseres Objektiv. Wir gingen in den Graben – ich zum ersten Mal in mein Leben. Ich stieg auf diese kleinen Treppchen am Grabenzaun. Und: Ich bin zu klein! Das LED-Pult hat die DJs fast komplett verdeckt. Als ich versuchte, wenigstens das Publikum zu knipsen, stellte ich fest, dass ich mit dem Objektiv nicht weit genug rauszoomen kann. Der zweite Fotoscout tauschte mit mir die Objektive, hatte aber auch das Problem mit dem LED-Pult. Als wir den Graben verließen, waren wir beide mit unseren Bildern eher unzufrieden.

Black & Neon auf dem Hessentag

Anschließend trafen wir auf ein paar Gruppen, die fotografiert werden wollten. Dadurch, dass jeder mit Namen und Adresse unterschreiben musste, dauerte es ewig. Datenschutz lässt grüßen. Ich trieb mich ein wenig mit dem anderen Fotoscout und seinem Kumpel rum – weil meine Schwester die Party verlassen hat, weil es ehrlich gesagt nicht gerade gut war. Ich kannte also mal wieder nur Leute, die mich nicht kennen wollen.

Okay war es trotzdem – und richtig allein war ich ja auch nicht.

Dass Jay Cee als Support von Gestört aber Geil auf die Bühne trat, haben wir irgendwie verpasst, weil wir uns am Ablaufplan orientiert haben. Wir durften trotzdem noch in den Graben. Und dieses Mal hatte ich wieder mein Billig-Objektiv drauf. Und ich stieg auf die Treppe vor der Bühne, um mal ein paar mehr Menschen aufs Bild zu bekommen. Und verdammt – alle hätten mich anstarren können! 😀 Der Standpunkt direkt vor der Bühne ist echt nicht so mein Favorit, aber die Bilder sind besser gewesen als die aus dem Graben.

Black & Neon auf dem Hessentag

Ich ging allein ein bisschen weiterfeiern. Um 23:00 Uhr war es Zeit für „Gestört aber Geil“. Wir knipsten aus dem Graben und hatten die gleichen Probleme: Das LED-Pult. Die Presseleiterin des Zeltes teilte uns nach unseren fünf Minuten mit, dass wir hoch auf die Bühne dürfen und da noch mal fotografieren dürfen. WUUUHU!
Also waren wir auf der Bühne und haben vernünftige Bilder von „Gestört aber Geil“ ohne LED-Pult über dem halben Kopf gemacht. Und das Publikum gefilmt. Und Selfies geschossen – wann steht man schon mal auf einer Bühne, auf der auch „Gestört aber Geil“ steht?

Als wir wieder unten waren, schaute ich auf mein Handy. Schwesterchen samt Freundin sind wieder auf der Party. Ich rief sie an, damit wir uns finden. Ich räumte die Kamera in den Spint. Und dann ging es richtig los. Keine 15 Minuten später stellte ich fest, wie anstrengend es ist, mit meinem Schwesterchen feiern zu gehen. Denn wenn das Lied es hergibt, wird nicht „normal“ getanzt, sondern gesprungen! Und zwar fast das ganze Lied lang. Aber hey: Wir hatten Spaß.

Als ich fragte, ob die beiden was trinken wollen, wollten sie keinen Alkohol. Also besorgte ich uns drei Wasser – und der Geschwindigkeitnach zu urteilen, mit der sich die Gläser leerten, war das keine schlechte Idee. Allerdings muss man schon sagen, dass die Getränkepreise auf dem Hessentag echt absurd sind. 4,50 für ein Wasser! Plus Pfand.

Black & Neon auf dem HessentagGestört aber Geil

Mein Schwesterchen zählte ihr Geld. „Die drei Euro brauche ich noch. Der Zug nach Arolsen kostet 3,20 € und zwanzig Cent findet man immer.“
Ich griff in meine Tasche und zog das erste, was ich fand, heraus. „Hier hast du zwanzig Cent.“
„Das sind aber fünfzig.“
„Von dem Rest kannst du sparen.“

Und so hatte sie Geld für den Zug und ich eine gute Tat vollbracht. Und wir tanzten weiter.

Ich floh um halb 1 und holte die Kamera, um mich für „Alle Farben“ zu rüsten. Der Sicherheitsbeamte wollte die U-18er loswerden. Wir kümmerten uns zwischen Tür und Angel, ähh zwischen warten und fotografieren, um den Muttizettel.

Dieses Mal durften wir auch gleich auf die Bühne. Das lustige war nur, dass wir erst ein paar Minuten im Backstagebereich standen, weil wir nicht so recht wussten, ob der Mann da draußen nun „Alle Farben“ ist oder nicht. Haha, als ob ich Djs erkennen würde.

Black & Neon auf dem HessentagAlle Farben

Fotos wurden gemacht – anschließend durften wir noch in den Graben, aber ich ergriff sehr schnell die Flucht, weil es einfach ZU LAUT war. Danach stellte ich fest, dass meine Schwester und die zugehörige Freundin die Party freiwillig verlassen haben. Ich wollte ihnen hinterherrennen, aber blieb dann doch. Jemand quatschte mich an und wollte Freibier. Nö – auch Helfer der Stadt Korbach müssen ihrer Getränke selbst kaufen. Mal davon ab, dass ich keinem betrunkenen Menschen noch mehr Bier besorgen würde. Er blieb trotzdem da und wollte wissen, wo ich herkomme. Ob ich Lehramt studiere … Er wollte einfach nicht gehen … Also bin ich gegangen. Betrunkene kann ich nicht ausstehen.

Ich zog durch die Altstadt, auf der Suche nach der nächsten Party. Der zweite Fotoscout begegnete mir noch mal; auf dem Weg nach Hause. Bei Radio Bob war nichts mehr los. Im hr-Treff fand ich niemanden, den ich kannte. Und Schlager? Nee, bitte ohne mich. Das Weindorf war leer. Im Polizeibistro war der Altersdurchschnitt ein bisschen hoch. Ich ging nach Hause. 2:20 war ich da und traf das Schwesterchen wieder.

Und ich schlief.

- geschrieben von Tabea -


2 Gedanken zu „Hessentag – MI, 30.5.18“

    1. Plottwist begründet durch: Ich besitze keine Kaffeemaschine! 😀
      Normalerweise trinke ich nämlich seit drei Jahren keinen Kaffee mehr, wenn ich nicht gerade bei Oma eingeladen bin …

      Liebe Grüße und danke für dieses geniale Kommentar!

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