Dudeneinträge, die der Welt noch fehlen #2

Hallo ihr Lieben!

Vor einiger Zeit war ich ja der Meinung, dass das Wörterbuch ein paar zusätzliche Wörter gebrauchen könnte. Meine Familie und keine Freunde kreieren eben ab und zu so tolle Wortneuschöpfungen, dass ich die dann in meine Alltagssprache integriere und häufig verwende. Nur nachschlagen kann ich diese Wörter eben bisher in keinem Duden oder so – und deswegen habe ich damals eine Ergänzung zum Standard-Nachschlagewerk geschrieben.

Seitdem sind allerdings noch neue Wörter entstanden oder mir wieder eingefallen. Höchste Zeit also für eine weiter Liste mit neuen, tollen Wörtern!

Dudenergänzung

Also, hier sind sie:

[zitat]

Affensuppe

Substantiv, weiblich

Nein, Affensuppe enthält keine Affen. Und Suppe ist das auch nicht. Früher hat meine Mama aus Schaf oder Kaninchen oft eine Bratensoße gekocht – so eine richtig leckere, die mit pürierter Karotte angedickt wird. Da wir das Fleisch, welches der Soße beim Kochen den Geschmack gibt, aber meist nicht essen wollten, deklarierten wir kleinen Kinder es als Affenfleisch. Und warum etwas flüssiges keine Suppe sein soll, war uns einfach unverständlich… Also war die Soße Affensuppe, auch, wenn man die nicht aus dem Suppenteller löffelt, sondern über Kartoffeln kippt.

Bäbbels

Substantiv, Pluralwort

Bezeichnung für junge Katzen, die nur Blödsinn und Futter im Kopf haben.

Bindenudeln

Substantiv, feminum, braucht keine Einzahl

Und schon wieder Essen… Ihr kennt das sicher unter dem Namen “Spaghetti”, aber Bindenudeln klingen einfach cooler. Immerhin dreht man die so um die Gabel… Das haben wir als Kinder immer als “binden” bezeichnet.
Eine Einzahl von dem Wort ist wohl unnötig, da man am besten gleich einen ganzen Teller verspeist. 😉

Doable

Adjektiv, nicht steigerbar

Dieses Wort erfand Annette, als wir auf meiner dreitägigen Wanderung von Frankenberg nach Marburg unterwegs waren. Es ist aus der freien, “denglischen” Übersetzung des Wortes “machbar” entstanden, weil ihr eben dieses deutsche Wort gerade nicht einfiel.

Evolutionskrankheit

Substantiv, femininum

Die Evokutionskrankheit ist etwas, was nur Frauen befällt – und zwar alle, sofern sie gebährfähig sind. Die Bezeichnung meint nämlich alle Symptome, die es mit sich bringt, wenn man seine Tage hat.
Dieses Wort entstand, weil man sich von Bauchschmerzen geplagt an solchen Tagen eben wirklich fast wie krank fühlt- und das nur, weil die Evolution eben beschlossen hat, dass wir Frauen das Kinderkriegen übernehmen sollen. Ich mag das Wort sehr gerne, weil ich finde, dass es die Situation, in der man sich befindet, wenn man seine Periode hat, einfach nur treffend beschreibt.

Hefalup

Ausruf, ohne Artikel

Hefalup kann bei Hilferufen genau wie “Hilfe” verwendet werden. Es wird häufiger für eher nebensächliche Problemchen genutzt. Die Verwendung als Substantiv anstelle von “die Hilfe” ist nicht erlaubt.
Das Wort wurde in meiner Kindheit von mir und meinen Geschwistern erfunden.

Holisteiner Studdi

Kombination aus Adjektiv und Substantiv als Steigerung des Substantives “Studi”, hauptsächlich von meinem Vater verwendet

Dieser Ausdruck entsteht aufgrund der Tatsache, dass mein Vater sehr stolz auf das Bundesland ist, in dem er aufwuchs (Schleswig Holstein = das gelobte Land), und sich auf seinen Nachnamen viel einbildet. Der holsteiner Studdi hat daher seine Meinung nach herausragende positive Charaktereigenschaften, die die eines normalen Studdis, welcher in einem anderen Bundesland zur Welt kam, übertreffen.

Ich glaub, mein/dein Schwein pfeift.

Redewendung

Hinweis darauf, dass die Meerschweinchen noch nicht gefüttert sind und daher quicken, sobald man den Raum betritt, in dem der zugehörige Stall steht.
Kann als Handlungsaufforderung verstanden werden, dass die Tiere gefüttert werden sollen.

Mangomazing

Adjektiv ohne Steigerung

Dieses tolle Wort hat Lea erfunden, als sie mir zum Geburtstag gratulierte. Es drückt natürlich aus, dass etwas ganz besonders toll (so wie Mangos es eben sind) und amazing sein soll. Leuchtet ein, oder? Ein Wort also, dass in den Wortschatz jedes Mango-Liebhabers gehört!

Studdi

Substantiv, maskulinum

Jemand, der den Nachnamen Studt trägt. Laut meinem Vater ist ein Studdi eine Person, die beispielsweise besonders gründlich und gut arbeitet, aber auch noch über weitere positive Eigenschaften verfügt.

Wunsch ist Wusch

Redewendung

Nette Formulierung für “Selbst schuld”, die aber ausdrücklich betont, dass man sich selbst bewusst dafür entschieden hat, etwas zu tun, was zu diesem Ergebnis geführt hat.[/zitat]

Und das war es auch schon wieder… Mein ganz persönlicher Wortschatz ist nun also offiziell wieder größer. Inoffiziell sind viele dieser neuen “Dudeneinträge” bei mir aber schon ewig in Gebrauch.

Möchtet ihr selbst unser Wörterbuch auch noch ein wenig ergänzen? Ich bin immer für weitere Wörter offen und freue mich, wenn ihr sie mir in den Kommentaren vorstellt.

6 Gedanken zu „Dudeneinträge, die der Welt noch fehlen #2“

  1. Hallo Tabea,
    das ist ja wieder eine witzige Liste!
    Einer deiner Ausdrücke kam mir übrigens bekannt vor, ich habe ihn gegoogelt und tatsächlich: “Ich glaube, mein Schwein pfeift” ist als Redensart offiziell anerkannt. Es steht zwar so nicht im Duden, aber immerhin hier:

    https://de.wiktionary.org/wiki/ich_glaub,_mein_Schwein_pfeift

    Das kannst du ja schonmal als Etappen-Erfolg für deine Dudenrevolution zählen 😀

    Liebe Grüße
    Peter

    1. Ja, dass es die Redewendung gibt, weiß ich. Aber normalerweise heißt sie eben nicht “Fütter verdammt noch mal das Meerschweinchen!”, sondern eher “Ich glaube, ich spinne.” Deswegen habe ich das hier noch mal mit aufgeführt.

      Mein Kopf arbeitet schon an Teil drei 🙂

      Liebe Grüße

  2. Bei mir zu Hause liegen wir alle gerade flach.. Erkältungszeit. Nur der Hund ist munter. Naja, so mehr oder weniger – er ist sowas wie sympathiekrank.

    Während ich mich auf dem Weg der Besserung befinde, hat es den Mann jetzt richtig übel erwischt. So kam es, dass ich ihn “Kalkleiste” nannte. Ein Wort, dass er wohl noch nie in dem Zusammenhang gehört hatte… was ich mir wiederum nur schwer vorstellen kann.

    Lieben Gruß, nossy

  3. Hey Tabea,
    da sieht man wieder, dass Sprache etwas lebendiges ist und ein kreativer Kopf damit durchaus spielen kann.
    Vor allem auch im Dialekt sieht man wie stark sich die Sprache und die verwendeten Worte von Region zu Region unterscheiden können.
    In meiner Gegend fährt man kaum 15km und erkennt bereits erste Unterschiede in der Aussprache und Betonung.

    Zum Thema Worte erfinden empfehle ich die Kurzgeschichte “Ein Tisch ist ein Tisch” von Peter Bichsel

    Grüße

    1. Dialekte finde ich aber manchmal auch wirklich schwierig. Vor allem, wenn es ans Plattdeutsche oder ans Schwäbische geht, verstehe ich nur noch wenig. In Nordhessen spricht man doch eher hochdeutsch, sodass ich diese Abwandlungen nicht gewohnt bin. Da wäre es mir lieber, dass Sprache sich nicht verändert. 😉
      Liebe Grüße

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