Bloggingweekend – Braucht man Lieblingsorte?

Hallo ihr Lieben,

schon vor vielen Wochen habe ich im Bloggerforum gefragt, ob wir mal wieder ein Bloggingweekend machen wollen. (Erklärung: Bloggingweekend = Wir legen im Forum ein Thema fest und alle, die mitmachen möchten, veröffentlichen zu diesem Thema am festgelegten Wochenende einen Blogpost.)
Ein paar Leute hatten Interesse, wir stimmten über das Thema ab und legten einen Termin fest, den wir anschließend aus Zeitmangel wieder verschoben.

Und so wurdes es dieses Wochenende, indem wir uns gerade befinden. Das Thema lautet “Lieblingsort”.

Lieblingsort

Und ich muss zugeben: Ich finde das Thema eher uncool. Wozu brauche ich einen Lieblingsort? Leute, ich kann im Moment nicht mal die Frage beantworten, wo “Zuhause” ist. Das kommt davon, wenn man eigentlich allein wohnt, aber doch ziemlich oft bei Mama auftaucht. Aber die Sache ist gar nicht mal, dass ich oft da bin, sondern, dass ich immer da bin, wenn ich was von meinem Leben haben will.

In meiner Wohnung wird gelernt, geschlafen und in die Schule gegangen. Wäsche gewaschen, Geschirr gespült und zum Sport aufgebrochen. Aber das sind ja doch nicht die Sachen, die lebenswert sind.
Lebenswert sind die Kirmes-Nächte, nach denen ich immer bei meiner Mutter schlafe, weil ich nachts keine Lust habe, noch 30 km zusätzlich zu fahren. Lebenswert sind auch die Treffen mit Freunden, die zum Großteil auch irgendwie in Korbach sind. Oder die Nachmittage bei meiner Oma … auch wieder Korbach. Oder wenn ich stundenlang mit meiner Schwester labere, bis ich vom Lachen Muskelkater bekomme.

Also: Ob nun Frankenberg oder Korbach den Titel “Zuhause” bekommt, weiß ich gerade nicht.
Und jetzt auch noch einen Lieblingsplatz zu wählen, ist gar nicht einfach.

Lieblingsort

Denn da stellt sich mir erst mal die Frage, was einen Platz überhaupt zum Lieblingsplatz macht. Sind Lieblingsplätze die Orte, an denen man sehr oft ist? Wohl kaum. Die meiste Zeit verbringe ich lernend am Schreibtisch oder in den Vorlesungen. Da bin ich nicht gerne – zumindest in der Hochschule nicht. Und mein Schreibtisch? Zu langweilig, um ein Lieblingsort zu sein.

Zumal: Zählt ein Tisch überhaupt als Ort? Oder ist ein Ort draußen in der Natur? Oder ist ein Ort sowas wie ein Ortsteil? Eine Stadt? Oder gar ein ganzes (Bundes-)Land?

Lieblingsort

Soll ich als Lieblingsort einen Ort wählen, den ich schön finde? Vielleicht den Edersee? Oder den Twistesee? Ich würde keinen dieser Orte allein besuchen. Nicht interessant genug.

Und jetzt? Was bleibt dann übrig? Ein Ort, an dem ich gerne bin? Wahrscheinlich ist das die richtige Definition von “Lieblingsort”.

Aber da gibt es noch ein Problem. An den meisten Orten, an denen ich gerne bin, bin ich nur gern, weil da die Leute sind, mit denen man Spaß haben kann.
Ich bin gerne im Pferdestall, weil ich es liebe, mich um Tiere zu kümmern. (Das passiert, wenn man Bauernhofkinder in Kleinstädte verschleppt: Sie suchen sich einfach einen Stall, wo sie ab und zu hinkönnen.)
Ich bin gerne bei meiner Oma. Kuchen, der merkwürdige Hund, meine Oma selbst – es gibt genug Dinge, wegen denen ich gerne da bin.
Ich liebe auch das Bett, was in meinem Zimmer bei meiner Mutter steht. Aber nur, wenn meine Schwester mit mir draufsitzt und wir stundenlang über verrücktes Zeug reden.
Außerdem mag ich den Kuhstall, auch wenn er Arbeit bedeutet. Aber wenn einen dafür Kuh 157 nett anguckt, dann macht man das doch gerne.
Ach, und das Wohnzimmer von meiner einen Freundin mag ich auch, weil da immer unsere Kirmes-Nächte starten.

Lieblingsort

Also ist mein Lieblingsort wohl kein fester Ort, sondern immer der, wo Menschen sind. Oder Tiere. Hauptsache irgendwo, wo ich mich nicht langweile.

Habt ihr einen “echten” Lieblingsort?

Und da dieser Post Teil des Blogging-Weekends ist, möchte ich auch noch Links zu den Beiträgen der anderen Teilnehmer dalassen, sobald diese online gehen:

Kerstins Kartenwerksatt
Vom Landleben

P. S.: Es gibt noch eine paar ältere Post von mir zu dem Thema. 2014 hatte ich nämlich noch einen richtigen Lieblingsort: die Fischteiche. Und 2016 habe ich über Lieblingsplätze in meinem Landkreis geschrieben. Oder wie wäre es mit meinen Lieblingsorten, um Rost zu fotografieren?

4 Gedanken zu „Bloggingweekend – Braucht man Lieblingsorte?“

  1. Hej Tabea,

    ich muss gerade schmunzeln wie unterschiedlich unsere Beiträge sind. Doch das ist ja gerade das schön am Bloggen. Jeder hat seine ganz eigene Art zu schreiben und sieht die Welt auf seine ganz persönliche Art.
    Meine Lieblingsorte haben sich schon immer dadurch definiert, dass ich sie zum Abschalten aufsuche. Und dieses tue ich in der Regel ganz alleine. Ich genieße die Einsamkeit an meinen Lieblingsorten.
    Momentan ist es der Wald hinter unserem Haus. Das Wegenetz ist so groß, dass ich oft keiner Menschenseele begegne und schon fast wieder geneigt bin laut vor mich hin zu singen, so wie in meiner Kindheit. Da hat auf dem Land mich auch keiner bei meinen Streifzügen durch die Natur gehört.

    LG Kerstin

    1. Hallo Kerstin,
      ich finde es auch klasse, dass unsere Posts so unterschiedlich geworden sind. Wobei ich zugeben muss, dass ich darauf spekuliert habe, mit diesem Text aus der Reihe zu fallen. Ich hab im Moment echt so eine Phase, wo ich alles, was “normal” ist, ziemlich langweilig finde.
      Trotzdem kann ich gut verstehen, dass du an deinen Lieblingsorten abschalten willst. Für mich klappt das nur leider so nicht, weil ich die meiste Zeit des Tages allein bin. Allein sein heißt für mich: Theoretisch habe ich Zeit, meinen Haushalt / Schularbeiten etc. zu machen. Deswegen gibt es also entweder ein schlechtes Gewissen, weil ich Zeit vertrödele, oder ich muss was tun. Daher schalte ich dann eher ab, wenn Leute um mich herum sind. Oder ich gehe ins Fitnessstudio und ziehe meine Kopfhörer auf 😉 Dann höre ich nichts mehr von meiner Umwelt, also ist es fast wie allein sein. 😉 Nur besser.
      Aber: Beim Singen erwische ich mich manchmal auch, wenn ich spazieren gehe. Doof nur, dass bei mir öfter mal Leutchen vorbeikommen.

      Liebe Grüße

  2. So einen Lieblingsplatz zu wählen würde mir auch gar nicht so einfach fallen. Da fallen mir schon allein spontan so einige ein…
    Umso besser, dass mir bei näherem nachdenken dann auffällt, dass viele tatsächlich in Heimatnähe liegen. 😉

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