Sonntag, 15. Oktober 2017

Vollgas, kleine Nähmaschine!

Hallo ihr Lieben!

Ihr habt doch sicher auch alle ein paar Hobbys, für die ihr seltener Zeit findet, als euch lieb ist, oder?

Bei mir ist das Nähen so so ein Hobby…
Ich lese so ungefähr drei Blogs, auf denen genähte Werke quasi das Hauptthema sind… Und fast jedes meiner Kommentare dort enthält Textfragmente, die so ähnlich klingen wie:

Wow, sieht klasse aus. Ich traue mich ja nicht an sowas ran, weil mir einfach die Zeit zum Üben fehlt und ich daher nicht gut nähen kann.
- Ich, wenn ich Nähblogs kommentiere.

Tja… Also, ihr seht, dass ich mein Problem beim Nähen erkannt habe: zu wenig Routine.
Da hilft nur Übung! Also habe ich einen meiner Urlaubstage genutzt und einen freien Tag in der Vorlesungszeit, um mich an einfache Projekte zu wagen.

Wendemütze genäht

Die Mütze

Mützen habe ich bisher nur gestrickt. Darin bin ich inzwischen recht geübt… Allein für mich machte ich sicher schon 7 Stück… Vielleicht auch noch mehr. Ich glaube, meine Mama hat schon mindestens drei von mir erhalten, meine Schwester ebenfalls. Und die liebe Stiefmutter (eine böse habe ich zum Glück nicht!) wollte dieses Jahr zum Geburtstag auch eine haben…
Aber um das Stricken soll es heute nicht gehen, denn meine neueste Mütze entstand an der Nähmaschine. Yvonne hat nämlich ein Schnittmuster samt Anleitung veröffentlicht. Wendemütze aus Jersey.

Und das wollte ich nun testen, denn für die Verwendung unter dem Reithelm sind meine gestrickten Modelle meist zu dick. Und diese Teile zum Reinkletten in den Helm (ähnliche hier*) sind zwar echt praktisch und warm, aber sorgen immer dafür, dass der Schall etwas gedämpft wird – das ist im Reitunterricht einfach unpraktisch.
Also – Wendemütze für warme Ohren beim Reiten. Das war mein Ziel.

Schnittmuster gedruckt. Schön, nur eine Seite ohne Kleben.
Kopf gemessen. Huch – doch kein Dickschädel, zumindest nicht äußerlich messbar.
Stoffe aus meinem Fundus gewählt. Bei mir gibt es ja so gut wie nur alte Kleidung, die auseinandergeschnitten und wiederverwendet wird… Also wurden es ein blaues T-Shirt und ein grauer Sweatpulli. Das Grau musste einfach sein, damit ich kein Werk später bei Selmin zu „12 Colors of Handmade Fashion“ einreichen kann 😉.
Zugeschnitten und Vollgas. Aber nicht im Auto, sondern an der Nähmaschine (ähnliches Modell*) – versteht sich von selbst, oder?

Wendemütze genäht

Während des Nähens lag neben mir mein Tablet (hier bestellbar*) mit der Anleitung. Die hat Yvonne echt super geschrieben und ich musste keine einzige Naht trennen! Das passiert mir sonst eher selten.
Meine Nähmaschine zickte allerdings am Ende und wollte einfach nicht, dass ich fertig werde. Mal zog sie Fäden nicht richtig fest und bildete somit Schlaufen an der Unterseite… Mal zog sie die Fäden gar nicht durch den Stoff. Wer kann mir verraten, woran das liegt?

Trotzdem – ich ließ mich nicht unterkriegen und vollendete mein Werk. Anprobiert. Sitzt.

Oh – ich muss los – hab doch versprochen, vor dem Reiten im Stall beim Füttern zu helfen. Na, immerhin konnte ich die Mütze so nach der Anprobe gleich auflassen.

Niemand hat abfällige Kommentare gemacht – also scheint die Optik in Ordnung zu gehen. Zeit für den Test unter dem Helm: Kappe auf, zu schnallen – sitzt. Aufsteigen, losreiten. Auch nach dem ersten Trab und Galopp waren meine Ohren noch warm und die Mütze saß genau so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Perfekt!

Also – auch wenn die Wendemütze kein Meisterwerk ist, sie passt mir und erfüllt ihren Zweck. Ich bin glücklich und werde sicher noch öfter solche Modelle nach Yvonnes kostenlosem Schnitt nähen. Für Anfänger ist die Mütze wirklich zum empfehlen!

Wendemütze genäht Tragebild

Die Hülle für das Tablet

Aber meine Nähmaschine durfte diesen Monat noch mehr arbeiten – immerhin hatte sie den kompletten September in der Ecke gestanden und das „musste“ ich wieder gut machen.

Da ich am 1. Oktober spontan beschloss, mir ein Tablet (hier bestellbar*) zuzulegen, war eigentlich auch klar, was die zweite Herausforderung an der Nähmaschine werden muss: eine Hülle. Das Ding soll ja ohne Kratzer auf alle Reisen mitkommen und den Transport zur Hochschule Überleben.

Aber ein Schnittmuster in Internet suchen? Nee… Hüllen und kleine Taschen kann ich selbst!

Also zeichnete ich mir ein Schnittmuster. Verschließen wollte ich die Hülle mit einem Knopf, jetzt, wo ich das mit den Knopflöchern beherrsche.

Konstruktion war kein Problem… Folgt der Zuschnitt. Der Onkel hatte alte Jeans geliefert, die für die Außenseite perfekt erschien. Meine Schwester hatte mir mal einen alten Sweatpulli gebracht, der niemandem mehr passt. Meiner Meinung nach das perfekte Futter für die Hülle, denn durch den dicken Stoff wird auch alles ordentlich gepolstert.

Tablethülle genäht

Und schon ging es ans Nähen. Da musste der Kopf dann zwischendurch ein bisschen Nachdenken, damit die Reihenfolge stimmte. Spontan beschloss ich außerdem, die Hülle noch mit einem Stückchen gestreiften Stoff zu verzieren. Nicht perfekt, aber okay. Applizieren kann ich halt noch nicht so gut.

Letzten Endes schaffte ich es tatsächlich, alle Nähte zu schließen, ohne zum Nahttrenner zu greifen. Ich war stolz auf mich!

Da die Maschine nach dieser Phase von Vollgas geben aber wieder ein bisschen erschöpft war, hob ich mir eine letzte Steppnaht und das Knopfloch für einen nächsten Nähtag auf.

Aber aufgehoben ist nicht „für immer vergessen“ und somit vollendete ich die Hülle dann am 11.10.2017 gegen vier Uhr nachnittags. Der Knopf, den ich mit Hand annähen musste, glitzert sogar etwas. Das gibt der Hülle dann doch noch mal das gewisse Etwas, finde ich. Außerdem ist sie damit ja vielleicht geeignet, um bei der Aktion „naehdirwas“ mitzumachen? Das Motto im Oktober lautete nämlich „Not all that glitters is gold“. Glitzert, ist nicht golden und die Hülle ist eindeutig für mich – passt also.

Tablethülle genäht Knopf

Fazit

Zwei Nähprojekte in der ersten Oktoberhälfte – ich bin stolz auf mich. Da habe ich also tatsächlich fast so viel Vollgas an der Nähmaschine wie im Auto gegeben, denn das hab ich auch nur zwei Mal in dieser Zeit benutzt.

Dass die Mütze passt und nun täglich im Einsatz ist, freut mich irgendwie besonders. Ich mag es ja immer nicht, wenn sich ungenutzte Dinge ansammeln.

Und die Hülle? Auch ein Projekt, dass mich stolz macht. Einfach, weil ich den Nahttrenner (ähnliche hier*) hier nur für das Knopfloch zum Aufschneiden nutzen musste, obwohl die gesamte Hülle ohne Schnittmuster und Anleitung einfach meinen Geist entsprungen ist.
Und dass sie nun auch noch so gut ausschieht, dass ich sie gern zum Transport meines neuen Tablets nutze, ist wohl auch nicht zu verachten.

Fest steht daher: Ich will wieder regelmäßiger nähen. Und wenn ihr mögt, würde ich zu der Tablethülle auch eine Anleitung schreiben. Habe extra Fotos beim Nähen gemacht 😉.
(Inzwischen ist die Anleitung für die Tablethülle erschienen.


Dieser Post ist ein Beitrag zur Nähaktion „12 Colors of Handmade Fashion“ von Selmin. Jeden Monat wählt sie eine Farbe aus, zu der ab dem 27. Tag des Monats dann selbst genähte Kleidung präsentiert werden soll – ursprünglich mit dem Ziel, dass man sich auch mal an neue Farben im Kleiderschrank ran traut.
Die Farbe für den Oktober ist übrigens grau.

Und falls du wissen willst, was ich in der Vergangenheit noch zu „12 Colors of Handmade Fashion“ genäht habe, schau einfach mal in meine Beitragssammlung zu dieser Nähaktion.

Außerdem reiche ich diesen Post wegen des glitzernden Knopfes zu #naehdirwas ein, wo das Motto diesen Monat „Not all that glitters is gold“ lautet.

- geschrieben von Tabea -


20 Kommentare zu Vollgas, kleine Nähmaschine!

  1. Yvonne am

    Hey Tabea! Die Mütze sieht richtig klasse aus. Und mir gefällt die Idee, aus alten Oberteilen einfach die Stoffe zu verwenden. Das schafft Perspektiven für das nächste Ausssortieren im Kleiderschrank 🙂

    Ich freue mich auf jeden Fall riesig, dass die Mütze Dir gefällt, dass sie gut sitzt und Du unter dem Reithelm warm steckst!

    Liebe Grüße,
    Yvonne

  2. engy am

    …ich finde das Thema Nähen auch seehr spannend, bin da aber eher so wie du „FRÜHER“!!! …ich kommentiere mit SUPER… oder schau neidisch, wenn da jemand was tolles genäht hat und ärgre mich, dass ich vor dem Nähen mit Oma immer abgehauen bin. Ich sollte es unbedingt lernen, weil Mädchen so was können müssen… und MÜSSEN ging zu der Zeit gar nicht bei mir… das hab ich jetzt davon! Ich freu mich, dass du jetzt nicht nur passive sondern aktive Schneiderin geworden bist! Das Mützchen ist zweckmäßig und die TabletTasche voll süß!
    Happy sunday & L*Grüssle
    engy

    • Wie ich früher? Ich mache das immer noch… Und sowas wie Hosen oder Jacken könnte ich im Leben nicht. Aber dann macht man eben das, was man hin bekommt: Hüllen und Mützen. Ich glaube, ein neues Mäppchen wäre auch mal wieder fällig 😉
      Also wenn du jetzt gern nähen würdest, dann Fang doch einfach damit an. Eine billige Maschine reicht für die meisten Sachen doch und man kann ganz schnell Erfolge sehen und Internet hilft bei Problemen. Mir hat vor 5 Jahren auch niemand das Nähen beigebracht – ich hab einfach eine alte Maschine in mein Zimmer geholt und eine aussortierte Bluse zerschnitten und zu einer Mini-Handrasche vernäht. Vorher nur mal kurz an einem Stückchen das geradeaus Nähen geübt und das wars. Man kann das echt learning by doing machen!

      Aber das mit dem müssen kenne ich – da reagiere ich auch mit „Jetzt erst recht nicht.“. Rate mal, warum ich keinen Tanzkurs gemacht habe 😀

      Liebe Grüße

      • engy am

        …ohhhh… das ist sehr schade, das mit dem Tanzkurs! Tanzen macht enorm viel Spaß! Ich habe meinen genossen …bei uns gab es sogar einen Abschlußball und ich musste mit dem Vater meines Tanzpartners tanzen… aber ich habe auch das überlebt …^^^
        Vielleicht wenn du irgendwann einen tollen Partner hast, holst du das nach 😉
        …see you
        engy

      • Ja, ich liebe das Tanzen auch und bereue es daher total, das nicht so wirklich zu können. Immerhin einen Crashkurs habe ich vor dem Abiball gemacht, weil ein guter Freund den gerne machen wollte und keine Partnerin hatte… Und dann konnte er mich auch überzeugen, spontan doch auf den Abiball zu gehen, den ich auch schwänzen wollte.
        Da habe ich dann aber auch den Fahrer gespielt und ihn mitgenommen, weil er noch keinen Führerschein besitzt und ich eine Woche vorher 18 geworden bin 😉

        Liebe Grüße

  3. Hej Tabea,
    solche Kommentare kenne ich auch. Unter ganz vielen Bastelblogs schreibe ich immer: „Das ist sooo schön, doch mir fehlt die Geduld dazu“. Ich musste echt schmunzeln, dass du das als Aufhänger genommen hast.
    Die Reader Tasche gefällt mir gut. So eine brauche ich auch noch. Vielleicht sollte ich meine Nähmaschine auch mal wieder hervor holen. Sie steht viel zu oft in der Ecke.
    LG Kerstin

  4. Da darfst ud auch stolz auf dich sein. Ich finde das sieht beides doch schon super aus ;). Bin gespannt mit welchen Projekten du weiter machst und wie sich das entwickelt. Ich finde es ja cool wenn man nähen kann, aber das war nie meine Welt. Wir haben sowas oft im Unterricht gemacht und habe da festgestellt, dass ich dafür nicht die größte Begabung habe.

    Danke auch für dein liebes Kommentar zu den Lieblingsklicks.

    Ich hatte gestern wirklich Glück, denn das Wetter war in der Tat toll, sodass wir draußen Kuchen gegessen und Kaffee getrunken haben.

    Das für dich noch ein paar neue Beiträge mit dabei sind, freut mich zu hören. Ich hoffe, sie haben dir dann auch gefallen bzw. dir inhaltlich weiter geholfen ;).

    • Eine Begabung habe ich sicher auch nicht, aber Leidenschaft… Und das ist bei all meinen Hobbys so und reicht mir 😉

      Ich bin auch gespannt, was in der nächsten Zeit noch unter die Nadeln kommt, aber gerade bin ich eher ständig am Lesen und Bloggen 😀 Zumindest in den Momenten, in denen ich nicht auf dem Pony oder in der Vorlesung sitze.

      Super, dass du zum Geburtstag gutes Wetter bekommen hast. Ich hatte heute auch traumhaftes und habe es direkt mit einer anderen pferdeverruckten Reiterin für einen gemeinsamen ausritt genutzt 🙂

      Liebe Grüße und danke für das Kompliment!

  5. alina am

    Ich wünschte ich könnte auch nähen. Leider fehlt mir dazu die Geduld. 😀
    Deine Nähstücke sind dir auf jeden Fall super gelungen! 🙂
    Liebe Grüße,
    Alina

  6. Anne am

    Wow, das sieht beides super aus und so, als hättest du das mindestens schon zehnmal gemacht. Da hast du auf jeden Fall nicht nur Geduld, sondern auch Talent. 🙂

    Liebe Grüße
    Anne

    • Danke für das Kompliment. Weißt du, dass Gute an Bloggen ist, dass man auf Fotos die Fehlerchen in den Hintergrund rücken lassen kann. Deswegen sieht auf dem Blog wohl immer alles einen Ticken besser aus, als es wirklich geworden ist 😉

      Liebe Grüße

  7. Caro am

    Ich beneide dich ja immer, wie toll deine genähten Sachen werden!

    Das letzte Mal, als ich an der Nähmaschine saß, ist der Faden immer verloren gegangen, ich habe total durch einige Sachen durchgenäht und dann irgendwann frustriert aufgegeben. Ich weiß nicht mal mehr, was ich eigentlich nähen wollte 😀

    Jedenfalls hoffe ich, dass ich irgendwann noch mal Zeit und Geduld habe, so ein schönes Projekt umzusetzen. Mal sehen, wann das wird 😉

    Deine Tablethülle finde ich übrigens ziemlich cool, gerade mit dem Innenfutter! Und was hast du denn an der Applikation zu meckern?! Ist doch super geworden!

    Ich hoffe, du findest neben deinem Schulstress bald mal wieder Zeit zum Nähen, ich finde deine Projekte nämlich super 🙂

    Liebe Grüße,
    Caro

    • Ich glaube, viele meiner Sachen sehen auf den Fotos perfekter aus, als sie eigentlich sind.
      Dass du allerdings eher frustriert warst, als du das letzte Mal genäht hast, ist echt schade. Tipp für den Faden: Das Ende vom Oberfaden muss man festhalten, bis die ersten drei Stiche der Naht gemacht sind. Sonst rutscht der bei mir auch immer aus der Nadel 😉
      Also: Viel Glück bei deinem nächsten Versuch.

      Was ich an der Applikation zu meckern habe? Sie liegt nicht 100%ig glatt auf dem Stoff. Aber wirklich stören tut noch das nicht.

      Die nächsten zwei Monate sind nicht mehr so vollgestopft mit Vorlesungen… Dafür sterbe ich im Januar vier Wochen am Stück und soll danach Klausuren schreiben. Momentan habe ich aber am Schreiben mehr Spaß und tippe abends gerne an meinen Kindergeschichten für das erste eigene Buch.

      Liebe Grüße

  8. Liebe Tabea,
    du könntest deine kreativen Werke, die bestimmt froh machen, auch bei mir verlinken:
    https://ein-kleiner-blog.blogspot.de/2017/10/linkparty-froh-und-kreativ-jeden-monat.html
    LG Elke


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