Tag im Leben eines glücklichen Huhns

“Gastartikel”: ein Tag im Leben von Tocki

Hallo ihr Lieben!

Heute hält Tabea mal die Klappe und lässt mich ein wenig erzählen.
Ach warte, ich stelle mich besser erst noch kurz vor, bevor ich meine Erzählung beginne. Eigentlich solltet ihr mich bereits kennen, denn Tabea hat schon etliche Posts mit Bildern von mir und meinen Kollegen veröffentlicht.
Die meisten Menschen würden mich wohl als Huhn bezeichnen, aber ich muss doch sagen, dass sie da gewaltig daneben liegen. Ich bin nämlich ein Tocki.
Ihr müsst nämlich wissen, dass wir zwar so aussehen wie Hühner, aber viel cooler sind. Und weil Tabea und ihre Familie das erkannt haben, war klar, dass wir einen besonderen Namen benötigen.
So kamen wir zu dem Namen “Tockis”, dessen Einzahl nun mal “Tocki” ist. Ich glaube, das Wort leitet sich davon ab, dass irgendwer in der Familie das Picken von Hühnern mal als “Tocken” bezeichnete.

Okay, jetzt fragt ihr euch vielleicht, wie ein Tier wie ich etwas Spannendes zu diesem Blog beitragen könnte. Ganz einfach: Ich beschreibe mal meinen Tagesablauf und würze das Ganze mit einer winzigen Prise Humor.

Tag im Leben eines glücklichen Huhns
Tag im Leben eines glücklichen Huhns

Also von vorne. Den Start mit einem klingelnden Wecker können wir Tockies uns sparen. Wenn ich nicht mehr müde bin, dann wache ich halt auf und starte den Tag.
Für einen gelungenen Morgen ist es allerdings furchtbar wichtig, dass mein Personal auch all seinen Aufgaben nachkommt. Denn damit ich genüsslich meine Körner snacken kann, muss der Napf gefüllt sein.
Außerdem ist es wichtig, dass mir morgens jemand die Klappe, die unseren Durchgang in der Wand über Nacht verschließt, öffnet. Da kann man sich auf Tabeas Mutter zum Glück verlassen: Entweder sie öffnet uns den Ausgang in den Garten selbst pünktlich oder sie sorgt dafür, dass eine ihrer Töchter das übernimmt, falls sie selbst verhindert ist.

Nach dem Frühstück gehe ich also erst mal nach draußen, denn im Garten ist es einfach am schönsten.
Ihr kennt das sicher… sich in der Sonne entspannen, ein wenig in der Erde scharren, ein bisschen durch die Gegend rennen. Ich will ja auch fit bleiben…

Mein Job hat übrigens total geniale Arbeitsbedingungen. Ich muss täglich nur ein Ei legen, darf mir aber selbst auch Urlaub in dem Ausmaß nehmen, das ich für angemessen befinde. Wann ich das Ei fertig stelle, ist mir selbst überlassen. Wenn ich also Lust dazu habe, dann gehe ich kurz wieder in unser Haus, setze mich an meinen Arbeitsplatz und lege los (im wahrsten Sinne des Wortes!). Dabei singe ich gerne einen meinen Lieblingssongs… Bork Bork borkiborkbork. Hach, so macht es doch Spaß, produktiv zu sein. Ist euch die musikalische Untermalung beim Arbeiten auch immer so wichtig?
Und sobald ich fertig bin, verlasse ich das Home-Office auch wieder und begebe mich zurück in den schönen Garten.

Tag im Leben eines glücklichen Huhns
Tag im Leben eines glücklichen Huhns
Tag im Leben eines glücklichen Huhns

So gegen zwei Uhr zeigt sich dann mal wieder, was ich mir doch für tolles Personal gesucht habe. Denn dann wird das Mittagessen geliefert.
Dabei achten meine Köche auch immer darauf, dass es abwechslungsreich bleibt. Alte Spaghetti mit Tomatensauce sind eins meiner Lieblingsgerichte, denn die erinnern mich immer an frische Würmchen. Aber auch wenn es Kartoffeln, eingeweichtes Brot, Schinkenreste oder Salat gibt, dann bin ich glücklich.

Den Nachmittag verbringe ich, wie sollte es anders sein, in dem großen Garten. Manchmal kommt Tabeas Mutter auch vorbei, um etwas in der Erde zu wühlen. Sie nennt das dann Gartenarbeit und will da etwas anpflanzen oder eingraben, aber ich sehe das mehr als eine perfekte Möglichkeit, um mir einen Wurm zu sichern. Da muss ich aber immer schnell sein, denn meine Arbeitskollegen, mit denen ich in einer WG lebe, sind wirklich gierig. Das kann ich ihnen bei solchen Leckerbissen aber auch gar nicht verübeln…

Selten nehmen wir auch noch einen Nebenjob als Fotomodel war. Tabea und ihre Schwester freuen sich nämlich immer, wenn wir uns von unserer Schokoladenseite zeigen. Die Bilder in diesem Post sind also auch bei solch einer Aktion entstanden.

Tag im Leben eines glücklichen Huhns
Tag im Leben eines glücklichen Huhns

Abends muss mir dann auch niemand sagen, wann es Zeit ist, um schlafen zu gehen. Ich begebe mich einfach von selbst ins Bett – naja, eher auf die Stange, da ich gerne erhöht schlafe – wenn es dunkel wird. Im Stall kann ich mir nämlich sicher sein, dass kein böses Tier über mich herfällt, da mein Personal nach Einbruch der Dunkelheit zuverlässig die Klappe wieder schließt.
Mein Schlaf ist mir übrigens sehr wichtig, denn wir wissen ja alle, wie man aussieht, wenn man die Nacht durchgemacht hat. Das wäre sicher das Aus für meine Karriere vor der Kamera.

So läuft also mein Tag für gewöhnlich ab und ihr seht schon, dass es mir unheimlich leicht fällt, meinen Lebensunterhalt (Instandhaltung der WG, Füllung der Futterschale mit gutem Essen und Finanzierung des Personals) zu bestreiten. Ich bin echt zufrieden mit meinem Leben und habe das Gefühl, dass es sich wirklich lohnt, ein Tocki statt einem Huhn in einer Legebatterie zu sein.

Ist euer Leben auch so schön?


P. S.: Eine Freundin von mir, Tabeas Pony Adena, hat sich von mir und diesem Post inspirieren lassen und auch in die Tasten gehauen. Das Ergebnis: Adena erzählt von einem Sommertag im Ponyleben. Vielleicht mögt ihr das ja auch noch lesen.

vor 2 Jahren

4 Kommentare

  1. Hallo Tocki Huhn,

    schön, dass du uns einen Einblick in deinen Alttag gewährst. Das geht dir ja ganz gut soweit.

    Um auf eine Frage von dir zu antworten. Ich kann musikalische Untermalung beim Eierlegen, ääähh beim arbeiten nicht vertragen. Kann mich dann nicht konzentrieren.

    Schlaf hin oder her. Dein Aussehen ist – soweit ich das zu beurteilen vermag – tadellos. Na ja, bei dem Tagesablauf kein Problem. Von was soll man da angestrengt dreinblicken? 😉

    Liebe Grüße auch an Tabea und ein gackrig-schönes Wochenende.

    Hans

    1. Ja, du hast Recht, mir geht es wirklich gut. Und für seine Rückmeldung zu meiner Frage bin ich dir sehr dankbar! Vielleicht ist es einfach so, dass es Arbeiten gibt, bei denen Musik doch fehl am Platz ist. Jetzt, wo ich deine Antwort lese, fällt mir nämlich auf, dass ich im Nebenjob auch selten singe… Aber okay, mit offenem Mund sieht man auf Fotos auch meistens ziemlich bedeppert aus.

      Ja, mein Tagesablauf ist wirklich ein Elixier für ewige Jugend… Ihr Menschen solltet auch mal mehr Zeit zum Genießen haben. Kann ich nur empfehlen.

      Tabea grüßt dich zurück und ich wünsche dir noch einen wundervollen Abend,

      Dein Tocki

  2. Ach Gottchen, wie süß ist das denn bitte! 🙂
    So ein freundliches Hu-, ehh, Tocki natürlich – liest man doch gerne als Gastautor!

    Das klingt ja nach einem traumhaften Leben, wo so mach andere arme Legehenne neidisch werden könnte.

    Was machst du denn bei Regen oder Schnee, Tocki? Gehst du dann auch raus in den Garten?

    Liebe Grüße
    Anne

    1. Ja, ich wette, all die Legehennen wären wirklich neidisch…

      Also bei Schnee bleibe ich meistens drin in meinem Haus und unterhalte mich mit meinen Mitbewohnern. Dann erzählen wir uns einfach Geschichten von früher… Zum Beispiel reden wir ab und zu von Pieps, einem Kücken, dass wir aus einem fremden Ei ausgebrütet und aufgezogen haben. Das war vielleicht ein freches kleines Ding 😉
      Bei Regen gehe ich aber manchmal trotzdem raus – in der Hoffnung auf ein paar leckere Regebwürmchen. Das entscheide ich allerdings meist spontan.

      Liebe Grüße,
      Dein Tocki

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