Sonntag, 3. Dezember 2017

ein Monat = ein Roman? (#NaNoWriMo)

Hallo ihr Lieben!

Ich hab es versucht… Versucht, die Herausforderung des #NaNoWriMo zu meistern.

NaNoWriNo, was ist denn das?

Lasst mich kurz erklären:

Die Abkürzung NaNoWriMo steht für National Novel Writing Month. Es handelt sich dabei um eine Schreibchallenge, die ihre Wurzeln in den USA hat, aber sich schnell in die ganze Welt verbreitete.
Die Aufgabe, der sich jedes Jahr im November furchtbar viele Menschen stellen, lautet: Schreibe einen Roman von mindestens 50.000 Wörtern.

Man soll also im November tatsächlich eine Menge Wörter zu Papier bringen, ein neues Buchprojekt anfangen und dieses auch abschließen. Allerdings darf man die Regeln lockern und bestehendes Weiterschreiben oder Projekte nicht abschließen. Nur die 50.000 Wörter sollte man schaffen.

Mitmachen?

Ungefähr zehn Tage vor Beginn der Challenge bekam ich von diesem Projekt etwas mit. Annika hat nämlich einen Vorbereitungskurs angeboten und auch auf Twitter auf die Aktion aufmerksam gemacht.

Erst dachte ich: Die sind doch alle irre.
Dann dachte ich: Schon verdammt cool, aber mir fehlt dazu die Zeit.
Und dann: Ich bin dabei. Ich liebe Herausforderungen.

NaNoWriMo2017

Und dann fehlte nur noch eine Sache… Die Idee. Man kann nur einen Roman schreiben, wenn man eine Geschichte im Kopf hat, oder?
Ich überlegte einen halben Tag und dann fiel der zündende Gedanke von Himmel.

Meiner Freundin Leanna erzählte ich als erstes grob von der Idee und da sie mir nicht davon abriet, stand der Entschluss fest, was für einen Roman ich schreiben will.

In den folgenden Tagen bat ich viele Leute, mir von ihren Lehrern zu erzählen. Brauchte ich für die Konzeption meiner Figuren, welche ich eigentlich im Oktober abschließen wollte. Aber Pustekuchen – gerade mal zwei von ungefähr 25 schaffte ich.

Das war es dann auch an Vorbereitungen und die Vorfreude ging gegen unendlich.

NaNoWriMo 2017

Der NaNoWriMo

Abends ist meine Schreibzeit. Das war schon vor diesem Monat so, denn wenn ich in die Geschichten eintauchte, vergesse ich dabei den Alltag und kann anschließend besser einschlafen (sofern ich mich vom Tippen losreißen kann 😉).

Von daher wollte ich am ersten Tag auch motiviert nach der Hochschule beginnen…
Doch dann kam, was nicht hätte kommen sollen: Mein Kopf war zu nicht viel zu gebrauchen und ich quälte mir die Worte aus den Fingern.
Zu allem Übel wurde mir auch noch ziemlich schlecht und ich fühlte mich elend. Nach 853 Wörtern gab ich auf… Und ging um acht Uhr schlafen. Toller Start.

NaNoWriMo2017

Doch nur weil der erste Tag nicht lief wie gehofft, gab ich natürlich noch nicht auf. Ich fuhr am nächsten Tag mit der Bahn zu Oma, um mir dort weitere Inspiration für die Figuren zu holen. Allein der Hin- und Rückweg brachten genug Worte, um die fehlenden vom Vortag auszugleichen. Am Abend war ich dann schon wieder voll im Pensum.

Innerhalb der ersten Woche standen dann auch endlich alle Figuren und ich druckte mir meine Kurzbeschreibungen aus. Kann man bei Bedarf von Hand ergänzen.

In der ersten Woche schrieb ich zwei Kapitel und geriet auch nicht mehr in einen Rückstand. Ich liebte den Trubel um die Challenge auf Twitter und hatte ständig Ideen.

NaNoWriMo2017 - Umfrage Zeitform

Zu Beginn der zweiten Woche kam dann die Erkenntnis: Ich werde den Roman im November nicht abschließen können. Wenn ich jeden Tag 1.500-2.000 Wörter tippe, brauche ich mindestens bis Ende Januar. Oha. Und das wird dann ja ein Wälzer mit 1.000 Seiten. Nicht gut, will ich nicht. Also sortierte ich ein paar Figuren aus, sodass am Ende fast ein Viertel der Kapitel verschwand. Gut so.

Und dann wurde weiter gearbeitet und gearbeitet – und ich liebte es einfach. Aber trotzdem musste ich einsehen, dass ich immer noch zu viele Kapitel eingeplant hatte. Denn beim Schreiben fiel mir spontan immer noch etwas mehr ein und somit wäre ich sicher bei 150.000 bis 200.000 Wörtern gelandet,… Will ich nicht. Ich lese ja selbst auch lieber dünnere Bücher.
Also teilte ich die verbleibenden Kapitel auf und hatte dann zufällig bei einem Treffen mit meinen Freundinnen auch eine Idee, wie ich das erste Buch richtig abschließen und ein zweites sinnvoll anschließen kann.

Weiter ging’s. Tippen in der Bahn, tippen beim Mittagessen, tippen jeden Abend. Ab und zu schaffte ich es, an Word Sprints auf Twitter teilzunehmen. Dabei sagte der Twitterer hinter @GerNoWriMo immer mal wieder eine gewisse Zeitspanne an, in der man so viel wie möglich schreiben sollte. Manchmal gab es auch Writing Prompts dazu, aber die schrieb ich mir meist nur auf einen Zettel und steckte sie in das Ideenglss auf meinem Schreibtisch.

NaNoWriMo2017

Insgesamt kam ich super voran, ließ Tippfehler und Blödsinn oft stehen und machte ein XXX ins Dokument, wenn mir ein Wort nicht einfiel oder da was recherchiert werden musste. Und so gelang es mir auch, am 17.11. schon über die erste imaginäre Ziellinie zu schreiten. 50.000 Wörter hatte ich bis dahin im November an meinem ersten Roman getippt. Und geschätzt fehlten mir damals noch 30.000 bis 40.000 Wörter bis ans Romanende. Ziel: Diesen Rest bis Silvester runtertippen.

Und somit machte ich weiter, schrieb, schrieb und schrieb. Nebenbei setzte ich mich aber auch schon mit der Veröffentlichung auseinander – Wie findet man Verlage, wie läuft das ab?
Und das nahm mir den Mut, denn neue Autoren werden kaum genommen. Ich wurde immer mehr vom Self Publishing angezogen, doch zweifelte daran, dass ich genug Leser selbst würde anwerben können.

Trotzdem fiel dann irgendwann der Entschluss, dass ich es ohne Verlag versuchen will. Aus Angst vor tausend Absagen und dem ganzen Aufwand mit Leseproben, Exposé und diesem Kram. Die meisten wollen das ja auch noch per Post, was Porto kosten würde. Und dann kam also die Idee auf, dass ich einen Schreibblog haben will, um vorab Ausschnitte aus dem Roman zu zeigen und vom Schreibprozess zu berichten. Mir wurde zwar mehrfach davon abgeraten, aber irgendwie war das sich egal.
Also, falls ihr in Zukunft von den Fortschritten bei diesem Hobby lesen wollt, schaut in meinen Schreibblog.

Am 23.11. passierte dann etwas Beängstigendes: Ich entdeckte ein fettes Plottloch in meinem letzten Kapitel.
Mein Plan war ja, dem Protagonisten die Chance zu geben, ein richtiger Lehrer zu sein. Nur um eine Sache hatte ich mich eben nicht gekümmert: Woher weiß er, dass er Lehrer ist? Wie findet er die richtige Schule?

Die Lösung kam mir übrigens in den Sinn, als ich am folgenden Morgen den vorangegangenen Absatz in meinen Postentwurf tippte. Bleibt aber vorerst geheim, was draus geworden ist.
Jedenfalls konnte ich mit der Lösung dann auch das letzte Kapitel beginnen und hoffte irgendwie doch, noch fertig zu werden, bevor der Monat vorbei ist.

NaNoWriMo - gewonnen 2017

Am Ende ging dann alles schneller als gedacht… und so beendete ich nach 29 Tagen mit 90680 Wörtern das Projekt „NaNoWriMo“.

Tja… und was soll ich jetzt sagen? Man KANN einen Roman in einem Monat schreiben, wenn man so viel Glück wie ich hat, dass Zeit kein Mangelgut ist. Blöderweise muss man danach noch alles überarbeiten – und das dauert, soweit ich das beurteilen kann, länger als das Schreiben. Trotzdem: Ich bin stolz auf mich und weiß sicher, dass ich nächstes Jahr wieder bei dieser Aktion mitmache. Allein schon wegen dem tollen Austausch auf Twitter.

- geschrieben von Tabea -


20 Kommentare zu ein Monat = ein Roman? (#NaNoWriMo)

  1. Leanna am

    Hey Tabea!
    Nachdem du mich ja immer auf dem Laufenden gehalten hast, was deine Wörteranzahl angeht, ist es doch noch mal was anderes, das hier zusammen in deinem Blog zu lesen. Du kannst auf jeden Fall stolz auf dich sein! Vielleicht würde ich auch mal bei so einem Schreibmonat mitmachen, nur im Moment habe ich zu viel anderes um die Ohren.
    Deinen Schreibblog finde ich sehr interessant, aber wie du weißt war ich ja von vorneherin dafür 🙂
    Ich freue mich jedenfalls, sollte ich dann mal etwas lesen dürfen!

    • Vielleicht ist ja das Camp NaNoWriMo eher was für dich – das findet im April und im Juli statt und man kann selbst die Wörteranzahl festlegen für sich. Aber ich kann schon verstehen, dass es dir im Moment zu viel gewesen wäre. Ich glaube, jetzt im Dezember würde ich das auch nicht mehr schaffen.

      Freut mich, dass du immer hinter mir gestanden hast. 🙂 Das war echt motivierend und auch beruhigend!

      Liebe Grüße

  2. Anne am

    Ich hab dein Schreiben ja ein bisschen auf Twitter mit verfolgt – das ist einfach nur klasse, was du da gestemmt hast! Innerhalb so kurzer Zeit den Plot zu entwickeln und dann trotz aller Widrigkeiten in nichtmal einem Monat über 90.000 Wörter zu schreiben…wow. Einfach nur wow! Da kannst du echt stolz auf dich sein.

    Ich hatte ja auch kurz überlegt, beim NaNoWriMo mitzumachen, aber letztlich bin ich ganz froh, dass ich meine Zeitkapazität da dann doch realistisch eingeschätzt und mich nicht damit unter Druck gesetzt habe.

    Liebe Grüße
    Anne

    • Danke für das Komplement. Ehrlich gesagt, habe ich das alles selbst nicht für möglich gehalten – und würde es nicht glauben, wenn ich nicht das Dokument einfach öffnen könnte und Anschauen. 😉

      Ich wusste noch gar nicht, dass du auch schreibst. Hättest du denn eine Idee gehabt? Und schreibst du an der jetzt trotzdem und einfach nur gemächlicher?

      Liebe Grüße

  3. Carolin am

    Wow, echt super, dass du das so konsequent durchgezogen hast! So diszipliniert wäre ich auch gerne, denn ich tu mich schwer damit, so viel zu schreiben.

    • Du hast doch auch mit erschwerten Bedingungen zu kämpfen. Wenn ich so schreiben würde, wie du das tust, hätte ich auch schnell die Lust verloren, denke ich. 10 Finger auf den Tasten sind doch ein Vorteil…
      Danke für das Kompliment 🙂

  4. Hans am

    Sehr beachtlich Tabea. Gratuliere. Das wäre mir in dem Zeitrahmen vermutlich nicht gelungen. Ich schreib ja auch immer wieder mal etwas, aber mit geringerer Schlagzahl.

  5. Janine am

    Boah liebe Tabea, grosses Kompliment zum Roman! Ich bewundere jede Autorin, da es ein langgehegter Traum meinerseits ist, auch ein Buch zu schreiben. Ich werde Deinen Roman bestimmt lesen 😀
    Liebste Grüsse
    Janine

    • Danke für das Kompliment! Dann muss ich mich ja mit Korrekturen beeilen, damit du den Roman bald lesen kannst.

      Und deinen Traum kann ich echt verstehen. Und mein Tipp wäre, einfach anzufangen. Hat mich diesem Ziel immerhin auch näher gebracht. 😉

      Liebe Grüße

  6. engy am

    …wow… dieser Beitrag liest sich wie ein Kurzkrimi… sei stolz auf dich! …ich bin mega gespannt auf deinen Roman!!! Liebe Grüssle engy

  7. Barbara am

    Jedes Jahr wieder möchte ich mitmachen und jedes Jahr wieder habe ich das Gefühl, dass mir dafür die Zeit fehlt. Dein Beitrag gibt mir ein bisschen Mut und Zuversicht es nächstes Jahr einfach doch mal zu probieren. Hoffentlich verpasse ich es dann nicht. *haha*

    Auf jeden Fall hast du ganz schön was geleistet und ich hoffe, dass du auch mit dem Korrekturlesen bald durch bist. 😉

    Liebe Grüße

    • Vielleicht kannst du ja einfach mal im April oder Juli als „Übung“ ein Camp NaNoWriMo mitmachen. Da gibt es keine feste Wortanzahl, aber man bekommt soweit ich weiß eine Gruppe motivierender anderer Schreiberlinge an seine Seite. 😉

      Aber du solltest es wirklich einfach mal probieren – im Zweifel gewinnst du diese Challenge eben nicht, sondern hast dafür aber wenigstens angefangen und etwas, womit du in den Wochen danach weiterarbeiten kannst. 🙂

      Liebe Grüße

  8. Mit deinem Roman wünsche ich dir ganz viel Erfolg und bin gespannt, wie es da weitergeht. Drücke dir da echt die Däumchen, dass dieser erfolgreich wird. Dass du das Ziel erreicht hast und es dann so gut lief, finde ich super. Und meine Meinung zum Schreibblog kennst du ja schon. Gerade als Self-Publisher finde ich sowas nicht vekerht, weil du dann auch mit den Lesern kommunizieren kannst und dir Feedback einholen kannst. Aber man kann auch tolle Einblicke in das Leben als Autor geben.

    Danke auch für dein liebes kommentar.
    Dann wünsche ich dir aber bei dem viel Spaß, falls du ihn dir an Weihnachten mal anschauen solltest. Oh ja jetzt ist gerade ja auch viel los mit all den Weihnachtsmärkten, dem Geschenkekauf usw.

    • Danke für deine bestärkenden Worte. Der Roman muss ja nicht so richtig erfolgreich werden, ich schätze, ich bin schon glücklich, wenn ihn 1-2 Menschen lesen, die mich nicht persönlich kennen.

      Ich muss ehrlich sagen, dass mir das mit dem Schreibblog echt Spaß macht. Irgendwie ist es schon, direkt Feedback zu sowas zu bekommen 🙂 Und da kann ich dann auch bald nach Probelesern suchen.

      Der Geschenkekauf ist bei mir fast abgeschlossen, nur Karten schreibe ich gerade noch. Ich brauche wohl echt ein paar Briefmarken…

      Liebe Grüße

  9. nossy am

    Wow, du hast es echt geschafft! Meinen herzlichen Glückwunsch!

    Ich finde das echt erstaunlich, dass du da so viel Disziplin hattest. Vorallem, da du ja noch soooo viele andere Dinge am Tag zu tun und zu erledigen hast. Einfach toll,

    Ich wünsche dir, dass auch die Veröffentlichung möglichst Reibungslos verläuft, und ganz viel Erfolg!

    Herzliche Grüße, nossy

    • Danke. Für das Kompliment. Das Schreiben hat ehrlich gesagt hauptsächlich die Zeit bekommen, in der ich sonst am Blog gebastelt habe oder Kommentare bei euch hinterlassen habe. Irgendwie weiß ich jetzt nur noch nicht so recht, ob ich den Blog weiterhin zurueckstellen will und wie das werden soll, wo ich jetzt mehr lernen muss.
      Danke 🙂

      Liebe Grüße


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