Freitag, 13. Oktober 2017

Impfen – Ja oder doch oder nee?

Hallo ihr Lieben,

Wer von euch erinnert sich noch an den Artikel über Medikamentenkonsum, den ich im letzten Herbst veröffentlicht habe? Woher damals die Idee kam, weiß ich nicht mehr. Was ich aber noch weiß: Damals wollte ich mich auch über die Vor- und Nachteile von Impfungen informieren und zu diesen einen Blogpost schreiben.

Zeitlich habe ich das allerdings 2016 nicht mehr auf die Reihe bekommen – denn pünktlich zur Grippeimpfung sollte das Ganze ja doch bitte online gehen, damit es auch Relevanz hat. Denn andere Impfungen waren für mich nie ein großes Thema bis zu diesem Zeitpunkt.

Aber nur weil das letztes Jahr nicht geklappt hat, heißt das ja nicht, dass ich es dieses Jahr wieder versäumen muss, oder? Und genau deswegen habe ich für euch das Internet nach brauchbaren Informationen über diverse Impfungen durchwühlt – okay… ich hab es nicht nur für euch gemacht, sondern auch einfach, weil mich das Thema interessiert und ich selbst immer wieder überlege, gegen was ich mich impfen lasse.

Impfen - Sinnvoll oder nicht

Allgemeines zum Impfen

Okay, bevor wir uns der Frage widmen, ob Impfungen gut oder schlecht sind, sollten wir vielleicht mal ein paar allgemeine Dinge als Grundlage klarstellen:

  1. Geimpft wird, damit man an gewissen Krankheiten nicht erkrankt oder deren Verlauf stark abgemildert wird, falls man sich infiziert.
  2. Teils sind mehrere Spritzen in gewissen zeitlichen Abständen nötig, um gegen eine Krankheit immun zu werden. Bei einigen Impfungen muss man zudem sein Leben lang im Abstand einiger Jahre seinen Schutz durch eine weitere Spritze auffrischen lassen.
  3. Es gibt passive Immunisierung und aktive Immunisierung. Passive Immunisierung wird meist vernachlässigt, wenn vom Impfen gesprochen wird, und auch ich werde auf diese Form der Impfung gleich nicht weiter eingehen.
    Passive Immunisierung meint nämlich, dass man Antikörper gegen bestimmte Krankheitserreger gespritzt bekommt. Dies geschieht, wenn man einer erhöhten Gefahr der Ansteckung ausgesetzt ist und zuvor nicht über eine aktive Immunisierung ein ausreichender Schutz gegen die Krankheit aufgebaut wurde. Allerdings hält dieser Schutz auch nur bis zu drei Monate lang an – aktive Immunisierung ist also vorzuziehen, sofern genug Zeit dafür ist.
    Denn bei der aktiven Immunisierung bekommt man einen Impfstoff gespritzt, der dafür sorgt, dass das Immunsystem eigenen Antikörper gegen die betreffenden Erreger bildet. Sollte man dann später wirklich mit der Krankheit in Kontakt kommen, weiß das Immunsystem dann schon, was zu tun ist und vernichtet die Krankheitserreger, ehe es zum Ausbruch der Krankheit kommen kann. Der Schutz hält hier unterschiedlich lange und baut sich in den ersten Wochen nach der Impfung allmählich auf. Grippeimpfungen beispielsweise halten nur eine Grippesaison, aber andere Impfungen können sogar lebenslang wirksam sein oder müssen nur gelegentlich aufgefrischt werden.
    Falls du genau erklärt bekommen willst, wie das Immunsystem funktioniert, dann schau mal bei Kathi vorbei: „Einblick ins Immunsystem„.
  4. Es gibt Lebendimpfstoffe und Totimpfstoffe.
    Lebenimpfstoffe enthalten abgeschwächte Erreger der Krankheit, gegen die sie schützen sollen. Die Erreger können allerdings nicht mehr so krank machen, dass man andere Leute anstecken könnte – und nur selten erkrankt der Geimpfte selbst überhaupt (und das dann auch nur leicht!). Gegen Masern, Mumps und Röteln impft man beispielsweise mit so einem Stoff.
    Totimpfstoffe dagegen enthalten entweder abgetötete Erreger oder nur Bestandteile der Erreger. Hier kann es nicht mehr dazu kommen, dass man selbst erkrankt, aber der Körper kann sich trotzdem durch die Bildung von Antikörpern auf eine Konfrontation mit echten, lebenden Erregern vorbereiten. Gegen die meisten Impfungen wird mit solchen Stoffen geimpft.
  5. Es gibt Einzel- und Mehrfachimpfstoffe.
    In der Regel besteht bei der Verträglichkeit der Impfstoffe kein Unterschied und auch Mehrfachimpfungen werden gut vertragen. Man wird dann eben nur ein Mal gespritzt, aber damit gleich gegen mehrere Krankheiten abgesichert – einziger Nachteil: Es sind meist mehrere Impfungen nötig, um einen vollständigen Schutz aufzubauen.
  6. Impfen kann jeder niedergelassene Arzt oder Betriebsarzt, aber auch der öffentliche Gesundheitsdienst (Gesundheitsämter).
  7. Impfungen können Nebenwirkungen haben. Diese werden aufgeteilt in:
    • Impfreaktionen: Die Einstichstelle schwillt leicht an, rötet sich oder tut weh. Auch leichte Verdauungsbeschwerden sind vor allem bei Kindern möglich. Einige Prozent aller geimpften Personen bekommen meist eine Impfreaktion. Diese ist jedoch immer harmlos.
    • Impfkrankheiten: Bei der Verwendung eines Lebendimpfstoffes erkrankt man an einer abgeschwächten Form der Krankheit, gegen die geimpft wurde. Man ist nicht ansteckend. Weniger als ein Prozent der Lebendimpfungen verursacht so eine Nebenwirkung.
    • Impfschäden: Hier wird zwischen bleibenden und nicht bleibenden Schäden unterschieden. Wenn jemand stärker als im Rahmen einer Impfreaktion üblich auf die Impfung reagiert, spricht man vom Impfschaden. Auch, falls man mit seiner Impfkrankheit andere Personen ansteckt, ist das ein Impfschaden.
      Man hat dann einen Anspruch auf Entschädigung, sofern die Impfung zu den empfohlenen Impfungen zählt und muss den Schaden in jedem Fall seinem Arzt melden. Bleibende Schäden treten nur bei ungefähr einer von 1.000.000 geimpften Personen auf.

Nachdem das nun geklärt wäre, stellt sich gleich auch die nächste Frage:

Wann darf / kann / muss ich mich impfen lassen?

Wir oben schon erwähnt macht die aktive Immunisierung nur Sinn, wenn man noch nicht erkrankt ist. Das heißt, ihr solltet euch möglichst frühzeitig impfen lassen, bevor die Möglichkeit besteht, mit Erregern in Kontakt zu kommen.

Passive Immunisierung ist z. B. bei Tollwut empfehlenswert, wenn man gebissen wurde… oder bei Tetanus, wenn man sich verletzt hat und die Auffrischungsimpfung vorher versäumt wurde. Hierbei tickt dann die Uhr – je schneller man zum Arzt geht nach der eventuellen Infektion, desto eher wirkt die passive Immunisierung.

Allgemein sind bestimmte Personengruppen von manchen Impfungen (zeitweise) ausgeschlossen, weil die Impfung bei ihnen zu risikoreich wäre. Dazu zählen unter anderem je nach Impfung auch Säuglinge und Kleinkinder oder chronisch Kranke.

Wenn man eventuell in Kontakt mit ansteckenden Personen kommt, ist das aber kein Grund, die Impfung nicht zu machen. Selbst, wenn man leicht krank ist und nicht über 38,5 Grad Fieber hat, sind viele Impfungen problemlos möglich. Ekzemen, Hautinfektionen, Behandlungen mit Antibiotika und chronische Erkrankungen (von Fall zu Fall unterschiedlich) sprechen ebenso nicht grundsätzlich gegen eine Impfung.

Impfen - Sinnvoll oder nicht

Wogegen impfen?

Es besteht in Deutschland keine Pflicht, sich impfen zu lassen. Bei Kindern entscheiden daher die Eltern bis der Nachwuchs volljährig wird darüber, gegen was geimpft wird – und ab dem 18. Geburtstag ist dann jeder für sich selbst verantwortlich.

Dennoch gibt es eine Reihe von Krankheiten, bei denen eine Impfung für alle Leute empfohlen wird:

  • Diphterie
  • Hämophilus influenzane Typ B
  • HPV für Mädchen
  • Hepatitis B (verursacht eine Leberentzündung)
  • Kinderlähmung (= Polio)
  • Masern
  • Meningokokken
  • Mumps
  • Pneumokokken
  • Röteln
  • Windpocken
  • Pertussis (= Keuchhusten)
  • Rotavirus (Eine Impfung gegen das Rotavirus, welches schwere Brechdurchfälle auslöst, wird erst seit 2013 für Kleinkinder und Säuglinge empfohlen, da diese dadurch lebensbedrohlich krank werden. Die Kassen übernehmen die Impfung seitdem – jedoch nur für diese Altersgruppe.)

Viele der oben genannten Impfungen werden bereits im Säuglings- und Kindesalter durchgeführt und müssen dann nur teilweise im Erwachsenenleben noch aufgefrischt werden.

Die meisten dieser Impfungen sind sehr wirksam, d. h. dass die Impfung zuverlässig vor einer Ansteckung schützt. Außerdem treten beim Impfen neben Impfreaktionen nur sehr wenige Komplikationen und noch weniger Impfschäden auf.

Entgegen der verbreiteten Gerüchte, der Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff würde Autismus oder Diabetes begünstigen, gibt es dafür keine Beweise, da die entsprechende Studie zurückgezogen und widerlegt wurde.

Bei bestimmten Reisen oder wenn man bestimmte chronische Erkrankungen hat, werden zudem zusätzliche Impfungen empfohlen. Hier muss man sich genau informieren, was für einen selbst wichtig ist – und bei Reisen frühzeitig dran denken, denn es dauert wie schon erwähnt eine Weile, bis der wirksame Schutz sich gebildet hat.

Unter Umständen machen also Impfungen gegen Folgendes Sinn:

  • Cholera
  • FSME (Zeckenkrankheit)
    In einigen Gebieten Deutschlands übertragen verhältnismäßig viele Zecken bei einem Biss Viren, die eine Hirnhautentzündung mit Lähmungen als Folge auslösen können. Oft verläuft die Infektion jedoch ohne Symptome und ansteckend sind Infizierte auch nicht.
    Empfohlen wird die Impfung, die häufiger Fieber, Taubheitsgefühle an der Impfstelle, Unwohlsein und allergische Reaktionen auslöst, allerdings nur für Menschen, die sich in den Risikogebieten viel im Freien aufhalten. Sogar Nervensystemschäden können bei der Impfung auftreten, wenn auch sehr selten…
    Bei Erwachsenen über 40 Jahren verläuft die Infektion übrigens meist schlimmer, dafür leiden Kleinkinder eher unter der Impfung – für viele Menschen ist es daher besser, sich nicht impfen zu lassen. Vor Borreliose, die wesentlich häufiger durch Zecken übertragen wird, schützt der Impfstoff nämlich auch nicht.
  • Gelbfieber
  • Hepatitis A
  • Influenza (Grippe)
    Jedes Jahr im Herbst kommt ein neuer Impfstoff gegen Grippe in die Arztpraxen – denn Grippeviren verändern sich rasend schnell. Daher muss man sich also jedes Jahr auf’s Neue impfen lassen, falls man in einer Grippesaison geschützt sein möchte.
    Impfen lassen kann sich jeder auf Kosten der Krankenkassen, empfohlen wird die Impfung aber vor allem für Menschen ab 60 Jahren, chronisch Kranke, Schwangere, Kinder zwischen 6 und 24 Monaten und Kinder mit Asthma oder Herz-Kreislauferkrankungen. All diese Menschen haben nämlich ein geschwächtes Immunsystem und sind daher eher gefährdet, lebensbedrohlich zu erkranken. Medizinisches Personal sollte sich zudem auch impfen lassen, da es eher Kontakt zu Erkrankten nicht vermeiden kann und den Erreger natürlich nicht aus Versehen verbreiten soll.
    Gut verträglich ist die Impfung – aber wer Allergien hat, sollte sich jedes Jahr informieren, ob der aktuelle Impfstoff Probleme bereiten könnte.
    Übrigens: 40% aller Impfungen sind Grippeimpfungen. Und vom Rest macht den größten Teil die Immunisierung der Kinder aus.
  • Tollwut
  • Typhus
  • Varizellen (Windpocken, Gürtelrose)

Übrigens: All diese Empfehlungen kommen von der Ständigen Impfkommission (STIKO) und werden Anhand einer Abwägung von Verträglichkeit und Nutzen (sowohl für Einzelperson als auch die Gesellschaft) der Impfung aufgestellt. Für alle empfohlenen Impfungen gibt es daher in Deutschland auch zugelassene Mittel zum Impfen und die Empfehlungen stützen sich auf die neusten Forschungsergebnisse des Robert-Koch-Instituts. In einem Impfkalender der STIKO kann man genau nachsehen, wann im Leben gegen welches Zeug geimpft werden sollte.

Impfen - Sinnvoll oder nicht

Argumente gegen das Impfen

So… genug Fakten geklärt, lasst uns zum Herzstück meines Posts kommen – ich habe nämlich Lust mit euch darüber zu diskutieren, ob Impfungen nun eher positiv oder negativ sind.

Anfangen tun wir mit Gründen dafür, sich nicht spritzen zu lassen. Ich habe hier mal alles aufgezählt, was mir in den Sinn kam ober was ich auch im Internet finden konnte.

  • Man muss zum Arzt gehen.

    Für mich ist das wirklich etwas, was gegen das Impfen spricht, denn Arztbesuche kosten Zeit und man geht immer das Risiko ein, sich im Wartezimmer irgendeine Krankheit einzufangen. Und das, wo ich doch total Angst vor Magen-Darm-Grippe habe 😉. Mal davon abgesehen, dass ich eh keine Zeit habe, wegen einer Krankheit länger „auszufallen“.

  • Spritze.

    Es soll ja Leute geben, die vor Spritzen Angst haben… und so ganz angenehm ist der Piecks eben auch nicht. Meiner Meinung nach ist das aber kein wirkliches Argument gegen die Impfung, denn was ist schon der kurze Schmerz im Verhältnis zum Nutzen? Außerdem soll man sich ja seinen Ängsten stellen und ich muss sagen, dass ich inzwischen kaum noch Probleme mit Spritzen habe, obwohl ich früher auch alles andere als entspannt war. Einfach wegschauen hilft.

  • Man muss sich schonen.

    Der Körper hat nach der Impfung wirklich einiges zu tun, um das Immunsystem so umzurüsten, dass es den Erregern, gegen die geimpft wurde, zukünftig trotzen kann. Deswegen soll man sich nach der Spritze den Rest des Tages von sportlichen Aktivitäten fernhalten und muss auch damit rechnen, dass man sich schlapp oder leicht angeschlagen fühlt. Das zumindest hat mir Mama früher immer gesagt. Doch so wirklich was gemerkt habe ich davon nicht und auch das RKI rät eigentlich nicht mehr von leichter körperlicher Betätigung nach dem Impfen ab. Das Immunsystem muss nämlich im Alltag auch schon viel Arbeit leisten und schafft das schon.

  • Es kostet Geld.

    Die Impfungen, die für alle Leute empfohlen werden, kriegt man zwar kostenlos… aber die anderen nicht oder nur, wenn man Glück mit seiner Krankenkasse hat. Impfstoffe können aber leider gerade bei Leuten mit wenig Einkommen dann doch ganz schön auf die Haushaltskasse schlagen, fürchte ich. Meine Impfung gegen HPV damals hat nämlich laut Rezept 3 Mal knapp über 100 € gekostet, sodass wir froh waren, dass die Kasse das bezahlte.
    Daher würde ich freiwillige Impfungen wohl eher nicht machen wollen, wenn sie nicht unbedingt nötig sind…

  • Impfreaktion nerven.

    Ja, ich hab geschrieben, dass es meist harmlos abläuft. Leichte Schwellung, Rötungen, ein bisschen Schmerzen… aber auch wenn das alles nicht schlimm ist, kann so ein schmerzender Arm doch nervig sein, wenn man beispielsweise damit schreiben will.

  • Lebendimpfstoffe lösen selten auch eine sehr leichte Erkrankung aus (z. B. die Masernimpfung).

    Ja… irgendwie überzeugt mich dieses Argument nicht. Bei geringen Risiken denke ich mir nämlich immer „Warum sollte es ausgerechnet mich treffen?“. Falls es dann am Ende eben doch gerade bei mir zu einer Erkrankung käme, könnte ich das aber wohl als „Pech gehabt“ abstempeln und eine leichte Erkrankung ist ja immer noch besser als im Ernstfall richtig zu erkranken. Denn wenn man mal in Kontakt zu Infizierten gerät, hat man sich ja doch recht schnell angesteckt…

  • Impfungen sind gefährlich.

    Impfschäden sind natürlich Nichts, was man haben möchte… Vor ihrer Zulassung werden jedoch alle Impfungen vom Paul-Ehrlich-Institut geprüft. Auch Impfkomplikationen werden anschließend überwacht, sodass die Gefahr, dass gesundheitliche Nachteile durch Impfungen entstehen, verschwindend gering ist. Das Institut ist außerdem auch unabhängig von den Herstellern – also ihr müsst nicht fürchten, dass da bei den Tests geschummelt wird.

    Gerüchte, dass Autismus, Diabetes oder bestimmte Allergien durch Impfstoffe ausgelöst werden, sind nur Gerüchte! Dafür gibt es keine Datengrundlage, da die entsprechende Studie widerlegt und zurückgezogen wurde.

  • Impfungen sind überflüssig, weil Krankheiten mit Antibiotika behandelt werden können.

    Hallo?! Selbst wenn man Erkrankungen behandeln kann, dann leidet man immer noch unter ihnen. Und einige werden ja auch erst zu spät erkannt, sodass schon Folgeschäden bleiben können.
    Und noch was: Gegen die Viren, gegen die geimpft werden kann, gibt es bisher kein wirksames Mittel, denn nur Bakterien kann man mit Antibiotika killen. Eine Behandlung bei einer Virenerkrankung kann also nur Symptome lindern – wenn überhaupt. Und wer Antibiotika als Allheilmittel sieht, der fördert damit Resistenzen…

  • Das hält doch auch nur kurz.

    Ja, Passivimpfungen halten nur ca. drei Monate. Aber aktive Immunisierung kommt auf deutlich längere Schutzwirkungen – Tetanus und solche Dinge frischt man nur alle 5-10 Jahre, je nach Impfstoff, auf.

    Die einzige Impfung, die mir mit einer wirklich kurzen Schutzdauer einfällt, ist die Grippeimpfung… aber ein Mal im Jahr ist man doch sicher eh beim Arzt, oder? Ich lasse mir Impfungen nämlich gern einfach geben, wenn ich eh da bin. Verglichen mit der Zeit, die man krank wäre, wenn man sich ungeimpft bei jemandem ansteckt, finde ich den Aufwand einer Impfung also selbst bei einer Schutzwirkung von einem Jahr noch vollkommen in Ordnung. Und was ist schon für die Ewigkeit?

  • Die Krankheit kommt eh nicht mehr vor.

    Und warum? Weil ausreichend viele Leute sich dagegen impfen lassen haben! Wenn aber die Zahl der Geimpften unter eine gewisse Grenze fällt, dann können Erreger aus dem Ausland einfach wieder eingeschleppt werden und sich dann rasend schnell verbreiten. Also nur, weil eine Erkrankung in Deutschland aktuell kein Thema mehr ist, heißt das nicht, dass man ihre Gefahr unterschätzen darf.

  • Ein Mal geimpft – ständig Arbeit damit!

    Ja… manche Impfungen müssen eben immer wieder aufgefrischt werden, wenn der Schutz erhalten bleiben soll. Aber falls ihr später der Meinung seid, dass die Impfung überflüssig war, könnt ihr die Auffrischung ja einfach weglassen und dann ist alles wieder so, als hätte man euch nie geimpft (also der Schutz schwindet allmählich und ihr habt keine Arbeit mehr mit Auffrischungen). Arbeit macht es also nur, wenn ihr den Schutz erhalten wollt – wer profitieren will, muss eben auch ein kleines bisschen was dafür tun. Das ist doch aber überall so – und eine Impfung ist doch keine Verpflichtung, sich auch weiterhin immer pünktlich impfen zu lassen.

  • Das wirkt eh nicht!

    Okay, stimmt. Nicht alle Impfungen schützen jeden Geimpften zu 100 % vor einer Erkrankung. Manchmal erkrankt man am Ende trotz Impfung – gerade bei Grippe kann das durchaus passieren.
    Aber soll ich euch was sagen? Erstens sind die Quoten, mit denen die Impfung zuverlässig vollständig schützt, eigentlich immer über 50 % und 2. erkrankt man dann als Geimpfter wesentlich weniger stark. Und eine leichte Grippe ist immer noch besser als eine, die einen drei Wochen lang voll aus den Latschen haut oder gar ins Krankenhaus wandern lässt!

So, das war’s. Mehr Dinge fallen mir nicht ein, die man gegen Impfungen sagen könnte… und wie ihr seht, habe ich die meisten Punkte gleich versucht zu entkräften, weil ich es übersichtlicher finde, die Gegenargumente direkt zu nennen.

Argumente für Impfungen

Aber nur weil es kein mich überzeugendes Argument gegen Impfungen gibt (oder mir dieses einfach noch nicht bekannt ist), heißt das noch lange nicht, dass ich grundsätzlich für Impfungen bin. Da müssen schon ein paar Gründe her, die dafür sprechen.

Also, mir fallen da folgende ein:

  • Impfstoffe sind sehr wirksam.

    Das Robert Koch-Institut forscht nämlich über die Ausbreitung, Diagnose und Vorbeugungsmaßnahmen bei Krankheiten. Alle Ergebnisse fließen dann in die Impfstoffentwicklung ein und können sie immer besser machen.

    Wenn ihr euch impfen lasst, profitiert ihr also entweder davon, gar nicht krank zu werden oder in Ausnahmefällen zwar zu erkranken, aber wenigstens nur in einer abgeschwächten Form. Lebensbedrohliche Komplikationen im Krankheitsverlauf werden durch Impfungen quasi ausgerottet.

  • Ihr schützt andere!

    Dieses Argument ist eigentlich wirklich wichtig, finde ich. Denn nicht nur uns selbst schützt eine Impfung, sondern auch unser Umfeld profitiert: Wenn jemand geimpft ist, kann er den Erreger nämlich nicht weiter verbreiten. Alle Menschen, die sich (noch) nicht gegen die betreffende Krankheit impfen lassen können, sind nur dann vor teils lebensgefährlichen Krankheiten geschützt, wenn ihr gesamtes Umfeld geimpft ist, sodass der Erreger keine Chance hat, zu ihnen zu gelangen. Das nennt man dann Herdenimmunität. Profitieren tun davon also vor allem Babys, da viele Impfungen erst ab einem gewissen Alter möglich sind. Aber auch chronisch Kranke dürfen gegen manche Dinge nicht geimpft werden.

    Auf diesem Wege lassen sich übrigens auch Krankheiten vernichten: Wenn 95% der Bevölkerung geimpft sind, dann stirbt die Krankheit aus… wie zum Beispiel Polio in Deutschland.

  • Impfreaktionen sind ein gutes Zeichen.

    Auch, wenn es vielleicht unangenehm ist, zeigt diese Reaktion nur, dass der Körper daran arbeitet, sich gegen den Erreger für die Zukunft zu wappnen. Und irgendwie ist es doch gut, wenn man eine Bestätigung hat, dass man in Zukunft etwas gefahrloser mit Kranken in seinem Umfeld umgehen kann, oder?

  • Aufklärungspflicht.

    Euer Arzt ist verpflichtet, über den Nutzen der Impfung und ihre Nebenwirkungen aufzuklären. Außerdem muss er euch auch erzählen, was an der Krankheit gefährlich ist, und euch die weiteren Impftermine zur Auffrischung nennen – ihr bekommt also nicht irgendwas gespritzt, sondern wisst vorher genau, auf was ihr euch einlasst.

  • Kostenloses Angebot.

    Eure Krankenkasse übernimmt die Kosten für alle von der STIKO empfohlene Impfungen. Ihr bekommt also den Schutz gegen Tetanus, Masern, Diphterie und all dieses Zeug gratis!
    Sogar einige Reiseimpfungen übernehmen manche Kassen… da muss man einfach vorher mal nachfragen. Und ganz ehrlich: Wenn die Kassen solche immensen Kosten übernehmen, dann werden die Impfungen doch einen Nutzen haben, oder? So denke ich zumindest.

  • Impfpflicht auf Reisen.

    Es gibt wirklich Länder, die euch die Einreise nur gestatten, wenn ihr gegen bestimmte Dinge geimpft seid. Und wer von euch hat schon Lust darauf, auf eine Reise an einen spannenden Ort zu verzichten, nur weil er keine Spritze in den Arm bekommen möchte?

    Denkt also immer rechtzeitig daran, euch zu informieren, welche Impfungen für euer Traumziel nötig sind, und lasst die ausreichend lange vor der Abreise machen.

  • Die Impfung trainiert das Immunsystem.

    Training für das Immunsystem? Gerne doch! Es ist angeblich wirklich so, dass euer Immunsystem davon gestärkt wird, dass ihr euch impfen lasst. Denn bei der aktiven Immunisierung lernt der Körper ja, gewisse Erreger zu bekämpfen – und wer sowas lernt, kann eben auch ähnliche Bedrohungen dann besser wegstecken.

    Wer sich regelmäßig impfen lässt, ist also generell weniger anfällig für Krankheiten.

  • Der Aufwand geht gegen null.

    Lange dauert eine Impfung nicht, durchgeführt werden kann sie beim Hausarzt. Wenn man dann den Impftermin einfach noch mit einem eh geplanten Arzttermin kombinieren kann, dann muss man praktisch keine zusätzliche Zeit investieren.

    Die Impfungen, die allen Leuten empfohlen werden, halten zudem ziemlich lange – entweder nach der Grundimmunisierung lebenslang oder wenigstens 5-10 Jahre bis zur nächsten Auffrischung.

Fallen euch noch mehr Argumente ein? Ich wette, es gibt noch mehr!

Meine Meinung

Hupps – lang ist er geworden, dieser Artikel. Und ich bin jetzt ein klein wenig schlauer… und meine Meinung ist gefestigt! Ich bin nämlich ganz klar für Impfungen.

Ich finde, der Nutzen überwiegt hier einfach alles andere. Risiken sind verschwindend gering… Kosten entstehen bei den wichtigsten Impfungen für mich selbst auch nicht… Impfreaktionen gehen schnell wieder weg… und den Termin beim Arzt versuche ich dann eben so zu legen, dass ich da eh in der Arztpraxis gesessen hätte.

Dass man auch seine Mitmenschen durch die Impfung schützt, war mir eigentlich nie so bewusst. Aber jetzt, wo das wieder präsent ist, scheint es mir noch wichtiger, sich impfen zu lassen. Ich möchte nämlich nicht schuld sein, dass Leute, die sich selbst nicht durch Impfungen schützen können, an einer Krankheit leiden oder gar sterben… Wenn man die Möglichkeit hat, andere zu schützen, dann sollte man das doch auch tun!

Die Grippeimpfung habe ich mir daher dieses Jahr direkt beim Betriebsarzt geben lassen, als die Firma das angeboten hat. Denn leider gehe ich oft auch krank in die Schule (Fehlzeiten kann man sich halt nicht immer erlauben… eher nie.) – so stecke ich zumindest mit Grippe sehr wahrscheinlich niemanden an.

Einige Jahre bin ich aber auch ohne Grippeimpfung unterwegs gewesen… Ich dachte mir halt, dass es nicht so schlimm ist, mal ne Woche krank zu sein. Damals war mir noch nicht bewusst, wie gefährlich Grippe wirklich sein kann. Seit ich auf die Hochschule gehe, will ich aber unnötige Totalausfälle wegen Krankheiten möglichst vermeiden und kümmere mich daher jedes Jahr um die Impfung.

Aber auch was meine anderen Impfungen betrifft, hat mich die Recherche doch sensibilisiert. Ich wusste zum Beispiel bei vielen Standardimpfungen gar nicht, wie die entsprechende Krankheit verläuft – und jetzt wo ich es weiß, werde ich sicher mehr auf meinen Impfausweis achten und alles Wichtige pünktlich auffrischen lassen.

Optionale Impfungen habe ich bisher aber noch keine bekommen… weil ich nicht viel verreise (und vor allem nicht in entfernte Regionen) und mir das Geld eben doch zu schade ist, wenn hier in Deutschland das Erkrankungsrisiko gegen null geht. Bei FSME habe ich lange überlegt, ob ich die Impfung vor dem Wanderurlaub dieses Jahr machen sollte, denn Südhessen zählt schon zu den Risikogebieten… aber letztendlich habe ich es doch aus Faulheit gelassen. Inzwischen bin ich froh drüber, denn wenn die Impfung selbst eher nicht zu den verträglichsten gehört und Erkrankungen nur so selten schlimm verlaufen, dann gehe ich das Risiko doch lieber ein. Zumal man ja einfach immer gründlich nach Zecken am Körper Ausschau halten kann.

Aufpassen würde ich also bei Impfungen nur, wenn man Allergien hat. Aber das kann man dem Arzt ja einfach sagen… und dann gilt für mich: Empfohlene Impfungen sind wichtig und jeder sollte sie haben – Grippe kann eigentlich auch nicht schaden, sondern nur sinnvoll sein.

Wie haltet ihr das mit dem Impfen? Alle wichtigen Impfungen vorhanden? Gegen Grippe geimpft oder haltet ihr das doch für überflüssig? Her mit euren Gedanken zu diesem Thema!


Falls dir mein Text zu lang ist, kannst du bei Lothar auch eine kürzere Pro-Contra-Liste bezüglich Impfungen finden, zu der ihn dieser Post inspirierte.


Quellen:

impfen-info.de: Schutz vor ansteckenden Krankheiten

impfen-info.de: Herdenimmunität

impfen-info.de: Impfstoffe

impfen-info.de: Sicherheit von Impfungen

impfen-info.de: Impfsystem in Deutschland

RKI: Impfen

RKI: Impfungen A-Z

RKI: Nebenwirkungen

RKI: Einwände gegen Schutzimpfungen

RKI: Sollten Impfungen trotz bestehender Erkrankungen durchgeführt werden?

RKI: STIKO

RKI: Kostenübernahme

Zeit.de: Infektionskrankheiten

Deutsche Krankenversicherung: Empfohlene Schutzimpfungen

Netdoktor: Impfkomplikationen

Alle Quellen wurden am 14.9.2017 abgerufen.

- geschrieben von Tabea -


16 Kommentare zu Impfen – Ja oder doch oder nee?

  1. Maren am

    Wow, da hast du dir ja einen riesigen Rechercheaufwand gemacht und eine supergute Übersicht erstellt 🙂

    Ich bin auch komplett durchgeimpft und verstehe es auch gar nicht, wie Menschen – ohne, dass es einen handfesten Grund dafür gibt – darauf verzichten, sich oder ihre Kinder impfen zu lassen. Okay, zugegeben, die Grippeimpfung verpasse ich auch meist aus purer Faulheit, wenn ich sie nicht zufällig bei einem Arztbesuch mitnehmen kann. Aber das wäre anders, würde ich im Alltag mehr mit Menschen in Kontakt kommen und die Krankheit für mich gefährlicher sein. Als junger, gesunder Mensch, der die meiste Zeit des Tages allein zu Hause verbringt, sehe ich mich nicht direkt als Teil der Risikogruppe an 😉

    Vor Fernreisen habe ich auch schon einiges An Geld in Impfungen investiert, denn sicher ist sicher. In meinem Freundeskreis gab es vor einigen Jahren Tuberkulosefälle, was zum Einen für die Betroffenen richtig mies war (zusätzlich zu den Beschwerden wochenlange Isolation, monatelang Antibiotika, jahrelange Checks danach) und zum Anderen dazu geführt hat, dass der gesamte Freundes- und Bekanntenkreis mindestens mal zum Tuberkulosecheck zum Gesundheitsamt, teilweise aber auch zu regelmäßigen Blut- und Röntgenuntersuchungen gehen musste. Tuberkulose ist mit der mäßig wirksamen (und oft ja auch gar nicht mehr durchgeführten) Impfung nu nicht das beste Beispiel – aber für mich hat sich vor allem verfestigt, wie wertvoll es ist, dass solche fiesen Krankheiten hier keine Normalität mehr sind und ich schon ziemlich dringend will, dass das so bleibt.

    Na, und vielleicht denke ich jetzt doch mal mehr daran, meine Faulheit zu überwinden und mir ’ne Grippeimpfung zu holen. 🙂

    Danke für diesen Beitrag & Liebe Grüße
    Maren

    • Wenn ich schon recherchiere, dann auch richtig 😉

      Super, dass du durch geimpft bist. Ich kann es auch nicht nachvollziehen, wenn Leute sich dagegen entscheiden. Und Kindern Impfungen vorzuenthalten ist meiner Meinung nach ziemlich fahrlässig.
      Aber gut, auf Grippe muss man als fitter Mensch wirklich nicht zwingend achten.

      Dass mit der Tuberkulose ist ja echt grausam… Ich habe selbst nur von der Krankheit gehört, aber habe das zum Glück noch nie miterlebt.

      Liebe Grüße

  2. Ein schöner übersichtlicher Post! Ich werde geimpft, obs mir passt oder nicht… aber ich musste ja auch unbedingt einen Arzt heiraten xD

    Love, Héloise

    • Ja… wer einen Arzt heiratet, ist wohl selbst Schuld. Aber schaden tut es dir sicher nicht – und ich würde es manchmal auch schön finden, jemanden mit medizinischer Ahnung in der Familie zu haben, der mir dann mal eben bei Wehwehchen sagen kann, ob es behandelt werden muss oder nicht.

      Liebe Grüße

  3. Hallo Tabea,

    ich hab mich schon so oft über die „Impfmüdigkeit“ so mancher Leute geärgert, da kommt Dein Artikel gerade recht! Es lohnt sich auch richtig, Deinen Quellen/Links zu folgen.

    Mein Kleinster ist als winziges Baby (vor dem frühestmöglichen Impftermin) an Windpocken erkrankt, weil von einem nichtgeimpften älteren Kind angesteckt. Das war echt ziemlich grässlich für ihn.

    Hier in Peking durfte er an einem Sportwettbewerb aller internationalen Schulen nicht teilnehmen (und auch alle anderen Schüler seiner Schule nicht), weil an seiner Schule Masern grassierten – andere Länder sind da ziemlich streng, scheint mir manchmal nicht unvernünftig.

    Eine Tante ist nach einer Masernerkrankung taub. Was ist da eine kleine Rötung und eine Nacht erhöhte Temperatur als (eh unwahrscheinliche) Impfreaktion dagegen?

    Bevor wir nach Peking übergesiedelt sind, waren wir zur Impfberatung im Hamburger Tropeninstitut und haben uns dann die empfohlenen Impfungen vom Kinderarzt/Hausarzt verpassen lassen.

    LG Linni

    • Ohje, also an deiner Stelle wäre ich wohl auch noch wesentlich wütender auf alle, die Impfungen versäumen (egal, ob absichtlich oder nicht). Wenn das eigene Kind erst mal krank ist, leidet man ja selbst noch mehr mit, als wenn es einen selbst erwischt hätte, denke ich. Zumindest in dem Alter!

      Dass ihr vom Wettbewerb ausgeschlossen wurdet, finde ich auch gut. Wenn man die Möglichkeit hat Krankheiten nicht die Pforten zur Verbreitung zu öffnen, sollte man es auch tun. Gerade bei so gefährlichen Krankheiten.
      Aber bei Grippe oder Margen-Darm ist das wohl nicht so möglich, weil das an großen Schulen immer jemand hat… Wo sollte da die Grenze gezogen werden?

      Ohje… Taub durch Masern. Da hat es sie ja schlimm getroffen. Hat ihre Mutter ihr damals noch die Impfung vorenthalten oder war sie bereits volljährig und hätte selbst „nachrüsten“ können?

      Super, dass du vor dem Umzug alle Vorkehrungen getroffen hast! Du bist echt vorbildlich 🙂

      Liebe Grüße

  4. Wow, was ein umfassender Artikel! Ich habe zu dem Thema auch schon gebloggt – wenn ihr nun mehr darüber erfahren wollt, wie die Immunisierung im Einzelnen funktioniert, werdet ihr hier fündig: https://www.keinsteins-kiste.ch/einblick-ins-immunsystem-wie-das-impfen-deinen-koerper-schuetzt/
    Ich vertrete nämlich auch die Meinung, dass das Impfen überaus sinnvoll und wichtig ist!

    Ein klitzekleiner Fehler ist mir in deiner Zusammenstellung übrigens aufgefallen: FSME, die „Zecken-Krankheit“, wird von einem Virus ausgelöst, nicht von Bakterien (sodass mann sie nicht mit einem Antibiotikum behandeln kann und die Impfung der einzige Schutz ist, wenn man den Zecken nicht aus dem Weg gehen kann/will).

    Ich habe die FSME-Impfung übrigens nach dem Umzug in die Schweiz machen lassen – denn hier ist auch ein Risiko-Gebiet, und das Geocaching, mein Outdoor-Hobby, dahingehend eine Risiko-„Sportart“. Dabei habe ich alle drei Injektionen super vertragen (ich vertrage Impfstoffe generell sehr gut – nur bei Hepatitis wird die Einstichstelle nachher für ein paar Tage druckschmerzempfindlich) – und es hat sich allemal gelohnt. Denn mit einer Borreliose habe ich hier schonmal Bekanntschaft gemacht – und die Nebenwirkungen des Antibiotikums dagegen sind fieser als die (wenigen) Impfreaktionen, die ich schon erlebt habe.

    Ansonsten bin ich gemäss den Empfehlungen aus den 1980ern durchgeimpft – vieles, was heute empfohlen wird, gab es damals noch gar nicht zum Impfen und wird heute Erwachsenen nicht gegeben (windpocken habe ich allerdings als Kind gehabt, sodass ich deshalb heute keine Impfung dagegen brauche). Dafür habe ich mich vor meiner China-Reise vor 12 Jahren zusätzlich einmal gegen Hepatitis A impfen lassen – und inzwischen habe ich einen Langzeitschutz gegen Hepatitis A und B (Kombinationsimpfstoff sei Dank).

    Im Übrigen sind die Empfehlungen für den Zeitabstand zwischen Wiederholungsimpfungen für z.B. Diphtherie/Tetanus/Polio oder FSME in den letzten Jahren verdoppelt worden: So wurden aus den 10 Jahren, die ich für D/T/P gelernt hatte, inzwischen 20, und aus den 5 Jahren für FSME 10 (so mein hiesiger Hausarzt, als ich ihm kürzlich beichtete, meine letzte D/T/P sei ja schon mehr als 10 Jahre her…und ich habe die Empfehlungen nachgelesen: Denen zufolge liegt er richtig).

    Und was das Argument „da muss ich ja zum Arzt“ betrifft: Dagegen haben die Schweizer anscheinend was erfunden 😉 : Gestern erst habe ich an der Apotheke im Dorf ein Schild „Grippe-Impfung hier erhältlich!“ gesehen – anscheinend impfen sie nun auch gleich dort (und ich muss gestehen – seit meine Tante mich nicht mehr in die Finger bekommt, bin ich dahingehend auch faul geworden… könnte mich aber durchaus mal schlau machen, inwiefern die hiesige Krankenkasse die Grippeimpfung zahlt).

    Liebe Grüsse,
    Kathi „Keinstein“

    • Stimmt, da war ja was – deinen Artikel fand ich sehr gut, als ich ihn damals gelesen habe. Den werde ich nachträglich noch als Empfehlung in Post verlinken!

      Und für die Korrektur zur FSME danke ich dir! Ich bin was die Unterscheidung von Viren und Bakterien angeht, oft nachlässig, weil das eben für mich nur beides kleine, krankmachende Bösewichte sind. Aber du hast schon recht… Wegen dem Antibiotikum ist das schon relevant und wird korrigiert im Text!

      Borreliose hatte ich als Kind auch schon mal… Das war echt doof, weil man mit dem Antibiotikum ja keine Milchprodukte essen darf und im Sommer meine Familie ständig Eis schlecken konnte und ich nicht 🙁
      Da du in einem Risikogebiet lebst, finde ich die FSME Impfung sinnvoll… Aber hier in Nordhessen gilt man eher nicht als gefährdet und ich hatte nur selten Zwecken am Körper, obwohl ich viel draußen bin.

      Wow, dann muss man ja jetzt wirklich nur noch total selten bei der Impfung nachrüsten. Das ist ja schön 🙂

      Und das mit euren Apotheken ist echt cool. Hoffentlich verbreitet sich das.

      Liebe Grüße

  5. Hallo Tabea,
    ich habe mich noch nie impfen lassen und bin bestens durch Leben gekommen bis jetzt.

    Ich denke auch das ich damit nicht auch noch anfange. Na ja mal sehen. Der Beitrag wird bei mir schnell in Vergessenheit geraten 🙂

    Ich habe viele Länder bereist allerdings keine in denen bestimmte Impfungen Pflicht waren und bin wohl von Haus aus ein zäher Hund.

    Als Kind hatte ich Masern, Windpocken und Röteln.

    Halt stimmt nicht. Ich bin aus den Geburtsjahrgängen bei denen noch die Pockenimpfung Pflicht war und Schluckimpfung gegen Kinderlähmumng (polio ist das , oder? ) und dann auch schon mal die eine oder andere Tetanus die einem der Arzt verpasst hat.

    Grüße Lothar vom Blogger Forum

    • Hallo Lothar,

      Also solche Sachen wie Tetanus finde ich schon wichtig. Da würde ich an deiner Stelle wirklich darauf achten, rechtzeitig aufzufrischen, denn sonst ärgerst du dich noch zu Tode, falls du doch mal erkrankst. Und es kostet ja nichts…

      Aber an Kinderkrankheiten hast du ja echt viel durchgemacht… Ich musste mich nur mit Windpocken quälen und hätte auch darauf gern verzichtet.

      Ich finde aber, dass du vielleicht doch öfter über Impfungen nachdenken und sie machen lassen solltest, um Leute zu schützen, die sich nicht impfen lassen können… Aber am Ende muss eben jeder selbst entscheiden.

      Liebe Grüße

      • Lothar vom Thalheim Magazin am

        Hallo Tabea,
        Die Tetanus Geschichte werde ich mir wahrscheinlich auf die ToDo Liste setzen beim nächsten Hausarzt Besuch mal ansprechen.

        Bei Grippe bin ich so wie der malte.
        Da sehe ich keinen Sinn drin. Eine richtige Grippe habe ich glaube ich noch nie gehabt. Viele verwechseln ja Krippe mit Erkältung.

        Kurz offtopic. Zahnarzt Vorsorge sollte man schon machen. Denn wenn man da schlampt hat man im Alter vielleicht keine Zähne mehr.

        Gegen was soll ich mich nun noch impfen lassen?

        Sonnige Grüße aus dem Erzgebirge
        Lothar

      • Schön, dass du zumindest bei Tetanus dich darum kümmerst. Wäre ja schade, wenn du dich mal irgendwie verletzt und dann infizierst und leiden musst…
        Aber das mit der Grippe stimmt schon… Viele verwechseln es und meist kommt man auch ohne Impfung durch. Ich glaube, ich hatte ein Mal eine echte Grippe, aber sicher bin ich mir nicht, weil ich damals nicht beim Arzt war, da in der Schule ja der Zettel von Mama reichte und man kein Attest brauchte.

        Ja, das mit den Zahnärzten ist auch wichtig… Vielleicht sogar noch wichtiger als das Impfen. Denn ohne Zähne ist das Essen ziemlich doof und viele alte Menschen sowieso schon mangelernährt sind.

        Wogegen du dich noch impfen lassen solltest, musst du selbst wissen. Ich würde mich da einfach an die Liste der für alle Personen empfohlenen Impfungen halten oder den Arzt fragen. Hepatitis, Keuchhusten, Polio… Stelle ich mir alles sehr unangenehm vor und so eine Impfung tut ja kaum weh.

        Liebe Grüße

  6. Malte am

    Ich muss ehrlich sein, das letzte mal, das ich geimpft wurde ist solange her, dass ich mich nicht mehr dran erinnere, gegn Grippe lass ich mich nicht impfen zum Beispiel, sehe da keinen Sinn drin, war noch nie länger als 5 Tage am Stück krank und seit 2 Jahren hatte ich vielleicht mal ne kleine Erkältung aber mehr auch nicht. Wirklich krank mit Fieber und so war ich schon ewig nicht mehr. Ich bin wohl leider einfach zu faul, ich bekomme es als schon nicht hin mir nen Vorsorgetermin beim Zahnarzt zu holen, da ist mir das andere zu viel, wenn ich ehrlich bin. Außerdem habe ich keine Ahnung, wie mein Impfstatus ist, da mein Impfpass irgendwie weg ist.

    Ansich halte ich impfen aber für sinnvoll, aber mir ist es zu aufwändig.

    Liebe Grüße

    • Grippeimpfungen sind in deinem Alter ja auch noch nicht so wichtig, aber den Impfpass würde ich an deiner Stelle versuchen, wiederzufinden. Mit Tetanus und solchen Sachen ist ja nicht zu spaßen…
      Zahnarzttermine sind bei mir auch ein Problem. Ich habe mir fest vorgenommen, einen zu machen, sobald der Stundenplan vollständig ist. Aber obwohl das Semester schon 10 Tage läuft, sind unsere Termine für CAD noch nicht bekannt :/

      Liebe Grüße

  7. Danke für den Artikel! Ich hoffe unbrünstig, dass in Deutschland für bestimmte Impfungen eine Pflicht eingeführt wird – die an Masern gestorbenen Kinder in den letzten Jahren könnten noch leben, Masern hätten längst ausgerottet sein können, wäre die Impfwilligkeit der Eltern nicht zurückgegangen … es ist so traurig!
    Ich bin ein Kind der 80er und habe mich vor ein paar Wochen zum zweiten Mal gegen Masern impfen lassen, weil zu meiner Jugendzeit nur einmal dagegen geimpft wurde und man heute festgestellt hat, dass das doch nicht ausreicht.
    Grippe impfe ich nicht, ich habe ein starkes Immunsystem und bin noch nie an einer Grippe erkrankt. Würde ich aber, wenn ich z.B. öfter mit immungeschwächten Menschen umgehen würde – vielleicht auch, wenn ich selbst älter werde.

    • Freut mich, dass der Artikel bei dir auf Anklang stößt! Ich finde es auch eigentlich schade, dass es hier eben noch keine Impfpflicht gibt, weil dadurch eben unnötigerweise Leute sterben. Muss doch nicht sein!

      Super, dass du die zweite Impfung noch nachgeholt hast. Ich bin ja etwas später erst geboren und hab daher den vollständigen Schutz als Kind bekommen.

      Deine Einstellung zur Gruppe finde ich so eigentlich ganz gut 🙂

      Liebe Grüße


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