Geburtstag als halbes Weihnachten

eine halbe Weihnachtsfeier

Hallo ihr Lieben.

Wisst ihr was? Ich muss jetzt mal schonungslos ehrlich sein. Eigentlich sollte das hier ein verdammt glücklicher, spaßiger Bericht von meiner Geburtstagsfeier werden. Aber man kann eben keine restlos fröhlichen Texte über etwas schreiben, auf das man mit gemischten Gefühlen zurück blickt, oder?

Von daher möchte ich nun doch lieber von euphorischen Vorbereitungen, einem netten Nachmittag und dem Grund dafür, warum dieser Post nun anders als geplant endet, schreiben.

Die euphorische Vorbereitung

Seit einigen Jahren nennen wir meinen Geburtstag immer halbes Weihnachten. Ich habe ja am 12.6. Geburtstag und die Zahlen ergeben sich so schön, wenn man die Zahlen im Datum von Weihnachten halbiert. Also halbes Weihnachten.

Und genau diese Bezeichnung für meinen Geburtstag wollte ich dieses Jahr in meiner Feier aufgreifen. Daher plante ich also eine eine halbe Weihnachtsfeier, mitten im Sommer.

Die Einladungen wurden also leicht weihnachtlich gestaltet und dann – ganz unpersönlich, aber praktisch – per Whatsapp an sechs Freundinnen und eine liebe Schwester von mir geschickt.

Als es dann endlich soweit war und der 16.6. im Kalender auftauchte, hatte ich zwar leider eine Absage erhalten, aber freute mich dennoch, dass alle anderen kommen würden. Geburtstagsfeiern sind einfach eine gute Gelegenheit, um endlich mal alle wieder zu sehen.

Geburtstag als halbes Weihnachten

Ich schmiss also meinen kleinen Ofen an und fabrizierte zwei Sorten Plätzchen. Weihnachten ohne Plätzchen geht doch nicht. Ich suchte die Weihnachts-CD raus, die ich letztes Jahr geschenkt bekam. Auch meine Nikolaus-Mütze fand ich wieder ohne lange zu suchen.

Außerdem finde ich ja, dass zu Weihnachten Tee als Getränk am besten passt… Also stellte ich uns Tassen bereit und legte ein Sortiment an Teebeuteln dazu. In der Hoffnung, dass für jeden was dabei ist.
Soweit zu den “besonderen” Vorbereitungen, geputzt und aufgeräumt habe ich natürlich auch, während ich voller Vorfreude auf das Eintreffen meiner Freunde wartete.

Eine halbe Weihnachtsfeier

Ziemlich pünktlich standen dann auch Annette, Leanna und Kira in meiner Wohnung. Wir setzten uns erst mal auf den Boden und… ähm, konnten mit dem Plätzchen probieren nicht abwarten, bis Sarah und Carla auch eintrafen. Leannas Zimtmonde machten uns einfach neugierig. Kira hatte außerdem mal wieder das Frühstück ausfallen lassen… Also kein Wunder, dass sie hungrig war.
Auch meine Tabeoccini ließ ich die drei probieren, denn das sind Plätzchen mit Überraschungseffekt. Annette meinte, sie erinnern sie an Zwieback… Naja, ich würde das eher weniger behaupten.

Als dann auch Sarah und Carla angekommen waren, breiteten wir vor meiner Glastür draußen im Garten die Picknickdecke aus, trugen alle Plätzchen und Geschenke nach draußen, kochten Teewasser und machten es uns dann bequem.
Das Wetter war aber auch eher auf Weihnachten gestimmt als auf Sommer – und es begann soo schnell zu regnen, dass wir nach nur einigen Minuten aufsprangen und alles wieder in meiner Wohnung brauchten.

Dort, im Trockenen, konnte es dann bei Weihnachtsmusik im Hintergrund weiter gehen mit den Geschenken. Es gab nämlich für alle etwas, da hatte ich für gesorgt. Ich finde, Weihnachten muss jeder eine kleine Aufmerksamkeit bekommen – und wenn es nur ein Teebeutel ist, der in Zeitungspapier gewickelt ist. Annette bekam außerdem noch ihr Geburtstagsgeschenk von mir.

Geburtstag als halbes Weihnachten

Während und nach dem Auspacken vertrieben wir uns die Zeit natürlich mit reden, reden, reden, labern, tratschen und erzählen. Was sechs Mädchen eben so machen, wenn sie sich zu lange nicht gesehen haben und dann mal wieder auf einem Haufen sitzen.
Bequem war mein Zimmerboden zwar wirklich nicht, das gebe ich zu, aber ich hoffe, das hat die anderen ebenso wenig gestört wie mich. Denn was zählte war einfach die gemeinsame Zeit und die Gespräche.

Nebenbei gab es dann natürlich eine Menge Plätzchen und Nüsse. Kira hatte nämlich Spekulatius gebacken und dabei unsere Mema traurig gemacht, weil sie nur ein Viertel des Rezepts gemacht hatte. So blieb für Mema nämlich kaum was übrig, da Kim alles mit uns vernichtet hat. Das ist aber auch echt immer so eine Sache bei uns in der Familie… Wenn man kein ganzes Rezept macht, damit nichts uralt wird, weil keiner es aufessen mag, dann wird gejammert, dass zu wenig da war. Wenn man das komplette Rezept backt, ist das aber auch falsch, denn gerade dann kann man sich sicher sein, dass die Dose mit den Plätzchen oder Muffins wochenlang herum steht, weil da eben gerade niemand Lust darauf hat.
Naja… Wir hatten jedenfalls Lust auf Kiras Plätzchen und haben die Dose leer gefuttert.

Annette hatte auch gebacken, irgendwelche “Berge” mit Rosinen, die ganz lecker waren.
Leanns Zimtmonde erlebten kaum noch Leas Ankunft, weil sie einfach so lecker waren.
Und als ich dann um Kritik zu meinen Plätzchen bat, befand Sarah sie für blogtauglich. Da verriet ich dann auch, was im Teig steckt… Und Sarah hatte endlich eine Antwort auf die Frage, was denn da zwischendurch ständig so scharf war. Meine Tabeoccini haben nämlich einen Überraschungseffekt: Man erwartet ein süßes, knuspriges Plätzchen und man bekommt ein scharfes knuspriges. Ich mag das total und sogar Kira, die mit meinem Gebäck immer kritisch und ehrlich umgeht, mochte sie. Ich schätze also, das Rezept schafft es auf den Blog.
Ansonsten hatte ich ja noch weiche Bananen-Kekse gebacken… Die wurden zwar auch gegessen, aber Kira mochte sie beispielsweise nicht so.

Genug von Essen geredet! Lea traf auch noch ein – und das war tausend mal besser als jedes Plätzchen. Sie musste nämlich erst noch arbeiten und kam daher erst gegen drei Uhr. Herzlich wurden also alle begrüßt – wie sollte es auch anders sein?

Irgendwie schafften wir es sogar, uns nach den Umarmungen wieder alle irgendwie auf den Boden zu setzen, ohne dass völliges Chaos in meiner kleinen Wohnung ausbrach. Sarah konnte weiter an ihrem neuen Lieblingsspielzeug, meiner als Nussknacker dienenden Rohrzange, herumspielen, und Lea und ich packten währenddessen ziemlich coole Geschenke aus. Also zumindest meine waren einfach perfekt.

Ich bin nämlich jetzt im Besitz eines Schimpfwortdudens. Was das ist? Na, ein selbstgeschriebenes, von Lea verlegtes, Wörterbuch, in dem nur Schimpfwörter stehen. Teils ganz allgemein bekannte wie Trottel, teils von uns erfundene wie mathematische Motorsäge. (P.S.: Lust auf mehr frei erfundene und teils auch nettere Wörter? Dann auf zu meiner Duden-Ergänzung!)
Und wozu braucht man so einen Duden? Na, damit man immer ein passendes Schimpfwort für hypermegadummscheißige Schultage parat hat. Oder eben für andere Lebenssituationen, in denen man einfach mal beleidigen, lästern, fluchen oder doofe Sachen ausdrücken will.
Gemeinschaftlich ergänzten wir da auch gleich noch ein paar weitere Wörter ?.

Aber auch die anderen Geschenke waren toll und praktisch, was bei mir ja immer gut ankommt. Und weihnachtlich verpackt war auch alles – und eine halbe Weihnachtskarte erhielt ich ebenfalls. Eine echt coole Idee von meinen Freundinnen, zur halben Weihnachtsfeier auch die Karte einfach in der Mitte durchzureißen, oder?

Geburtstag als halbes Weihnachten

So… Während der Boden gefühlt immer unbequemer wurde, hielt uns das natürlich nicht davon ab, weiter zu reden und Sarahs Quarkspeise zu mampfen.
Abschließend starteten wir dann noch eine Vorstellungsrunde für unsere imaginäre Selbsthilfegruppe. Jeder mussten seinen Namen und sein Problem nennen.

Da kamen echt ganz unterschiedliche Dinge zur Sprache…

[zitat]Mein Problem ist, dass ich keine Probleme habe.[/zitat]

[zitat]Mein Problem ist, das ich keine Zeit habe.[/zitat]

[zitat]Mein Problem ist, dass ich nicht mehr so viel an Mathe denken kann, weil ich was anderes im Kopf habe.[/zitat]

[zitat]Mein Problem ist, dass ich keine Spitznamen habe.[/zitat]

[zitat]Mein Problem ist, dass ich zu erschöpft bin, um meine Zeit zu nutzen.[/zitat]

Ihr seht… Wir haben echt Probleme, die ernst zunehmend sind. Und wir haben versucht, uns Tipps zu geben, aber viel machen kann man bei dem meisten Zeug eben nicht. Zumindest wissen wir nicht wie.

Tja, und dann kam, was kommen musste: Ich schmiss die ganze Bande quasi raus. Ich wollte nämlich noch zu Adena. Und das, bevor sie Abendessen bekam.

Die Gedanken im Nachgang

Ich radelte also zu meinem Pony, platzte mitten in die Fütterung rein und war daher gerade rechtzeitig, bevor auch mein Liebling sein Heu serviert bekam. Wir gingen auf den Reitplatz; ich war nicht voll bei der Sache, weil ich noch bei der Feier war in Gedanken. Aufsteigen konnte ich nicht, sie wollte nicht ruhig stehen. Auch okay, ich habe die Longe genommen und sie in beide Richtungen laufen lassen. Schritt, Trab und sogar Galopp. Das klappt sonst an der Longe nie wirklich gut, aber an diesem Tag schon. Ich vergaß meine Feier für eine Weile; konzentrierte mich auf mein Pony.
Dass ich nicht aufsteigen konnte, schob ich auf den starken Wind und die vielen Leute auf dem Hof. Alles okay, man muss nicht immer reiten – aber, doch: Wenigstens eine Runde Schritt wollte ich. Daher versuchte ich erneut aufzusteigen, als ich fertig mit dem Longieren war. Erfolgreich. Eine Runde Schritt. Erfolgreich.

[zitat]Ach, eine geht noch. Och, eine Volte, ein Zirkel, ob ich mal antraben kann? Weniger denken, einfach machen. Ui, läuft sie heute schön, da probiere ich doch gleich einen Galopp. Okay, sie ist ein bisschen arg flott, bleiben wir mal im Trab.[/zitat][autor]meine Gedanken beim Reiten[/autor]

Ja, so lief das. Wenn ich erst angefangen habe, ist aufhören immer schwer.

Als ich mich vom Reiten doch wieder hatte losreißen können und Adena in ihrer Box das Abendessen genoss, kamen die Gedanken zur halben Weihnachtsfeier zurück.

Hatte es den anderen überhaupt gefallen? War es nicht irgendwie doch zu unbequem auf dem Boden? Hätte ich doch was Vernünftiges neben Nüssen und Plätzchen anbieten sollen?

Und noch viel schlimmer: Ist es okay, den Geburtstag zu beenden, weil man zum Pony will, das man fast jeden Tag sieht?

Ich machte mir wirklich fleißig Vorwürfe, weil ich so eine schlechte Freundin bin. Eigentlich mache ich mir diese Vorwürfe immer noch – auch, wenn mir meine Schwester versicherte, dass ihr der Nachmittag gefallen hatte.

Ich selbst fand es zwar schön, alle wiederzusehen, aber irgendwie blieb dieses dumpfe Gefühl zurück, niemandem genug Aufmerksamkeit geschenkt zu haben. Ja, ich hatte natürlich mit allen geredet und allen zugehört… Aber eben mit niemandem so tiefgreifende Gespräche geführt wie am Wochenende zuvor mit Annette auf dem Hessentag.
Langsam glaube ich wirklich, dass ich kein Mensch bin, der in größeren Personengruppen gut aufgehoben ist. Obwohl ja auch sechs Personen eigentlich noch nicht so viel sind, scheint das für mich zu viel zu sein.

Daher überlegte ich die folgenden Tage nun, ob ich das akzeptieren muss oder ob man quasi lernen kann, solche Situationen mehr zu genießen. Ich kam zu keinem Ergebnis.

Allerdings weiß ich nun nicht, ob ich in den nächsten Jahren wieder meinen Geburtstag feiern werde. Vielleicht waren meinen Erwartungen und die Vorfreude zu groß… Vielleicht bin ich einfach nicht gesellschaftstauglich.
Da Kira aber meinte, sie würde es schade finden, wenn ich nicht mehr feiern würde, ziehe ich es in Betracht, einfach mehrmals zu feiern, aber immer nur mit zwei bis drei Gästen. Dann ist das mit dem Termin vielleicht auch etwas einfacher.

Ihr seht… Es war zwar ein netter Nachmittag, aber ich hatte vielleicht falsche Vorstellungen davon. Und ich sollte mir mehr Mühe als Gastgeberin geben, fürchte ich.
Am meisten ärgert mich aber tatsächlich, dass ich nicht 100% glücklich mit dieser Feier bin… Eigentlich war es so schön, dass ich keine negativen Gedanken haben sollte! Wie kann man bitte so unzufrieden sein? Das ist doch grausam!!!

Also: Tschuldigung Freunde, dass es bei mir immer unbequem ist und dieses Mal nichts Vernünftiges zu essen gab. Und danke, dass ich da wart und mich trotzdem noch lieb habt ?.

vor 2 Jahren

11 Kommentare

  1. Liebe Tabea,

    das klingt nach einem super gemütlichen Geburtstag! Ich mag auch solche Moto-Partys.
    Aber ehrlich gesagt kann ich nicht verstehen, warum du so ein schlechtes Gefühl hast. Wenn mehrere Leute zu Besuch sind, sind die Gesprächsthemen meist auch eher lustig, offener und geselliger. So soll es auch sein. Im Vordergrund sollte der Spaß und die Freude stehen.
    Intensivere Themen würde ich persönlich nie auf einer Geburtstagsfeier besprechen wollen. Dafür sind dann meiner Meinung nach private Treffen da. 🙂
    Und das du die Mädels “rausgeschmissen” hast, ja mei… ich glaub es gibt schlimmeres. Irgendwann muss man die Gäste immer rausschmeißen. ;D

    Viele Grüße
    nossy

    1. Ich meinte auch gar nicht so sehr, dass die Themen ein Problem waren… Sondern mehr, dass sie nicht umfangreich besprochen werden können, weil eben jeder am Gespräch teilhaben soll.
      Dass du mein schlechtes Gefühl nicht nachvollziehen kannst, war eigentlich zu erwarten. Ich glaube, das kann niemand, und gerade deswegen ärgere ich mich auch so darüber, es überhaupt zu haben.

      Und irgendwann rausschmeißen ist ja auch was anderes als nach vergleichsweise kurzer Zeit die Feier zu beenden…

      Liebe Grüße

      1. Ach ich denke, dass es bestimmt anderen auch so geht wie dir, die nach einer Feier ein ganz ähnliches Gefühl haben. Und das du dir darum so viele Gedanken machst, wie deine Gäste es empfunden haben, spricht für dich.

        Wenn deinen Gästen aber wirklich etwas gestört hätte, hätten sie es gesagt. Und dann kannst du es beim nächsten Mal immer noch mal anders planen, insofern du es willst. Eine Geburtstagsfeier ist immer der Tag des Geburtstagskindes und das ist und bleibt die Hauptsache 😉

        Von daher finde ich einfach, dass du dir gar nicht so viele Gedanken machen musst. Nehme es optimistisch und freue dich an die Zeit die ihr gemeinsam hattet. ^^

        *flausch*

      2. Ich bin mir immer nicht so sicher, ob sich Leute wirklich beschweren, wenn ihnen etwas nicht gefallen hat… Dafür sind viele Menschen einfach zu höflich und wollen das gegenüber nicht verletzen…

        Aber es kann gut sein, dass jeder sich so ähnliche Gedanken macht… Nur eben nicht in dem Ausmaß und öffentlich.

        Liebe Grüße

  2. Oh Mensch, Liebes… du machst dir immer so sehr viele Gedanken, ob auch ja alle anderen wirklich 105%ig glücklich sind, dass das total süß ist und es gleichzeitig aber auch hart zu sehen ist, wie arg du dir selber damit zusetzt.

    Dass du deinen Geburtstag mit so einem ausgefallenen Motto feierst und dir wirklich extrem viel Mühe gibst, um stimmige Einladungen zu gestalten, Kekse zu backen, sogar Geschenke für deine Gäste zu basteln – wow! Das ist wirklich toll und zeigt, wie sehr du deine Freunde wertschätzt.

    Deine Beschreibung vom Nachmittag klingt auch richtig nett und so, als hättet ihr eine lustige und schöne Zeit miteinander verbracht, bei der keinem langweilig war und sich niemand ausgegrenzt oder übergegangen gefühlt hat.

    Was die persönlichen Gespräche angeht, sehe ich das wie nossy… niemand erwartet das in einer größeren Runde (oder mag das vielleicht auch sowieso lieber unter vier Augen in Ruhe besprechen). Daher denke ich auch nicht, dass irgendjemand enttäuscht war. Es ist ja einfach normal, dass man bei so einer Runde nicht mit jedem Einzelnen wer weiß wie tiefgründiges Gespräche führt. Das erwartet auch niemand. Schon gar nicht bei einer so aufmerksamen Gastgeberin wie dir – denn wenn du mit einem deiner Gäste so eine intensive Unterhaltung geführt hättest, hättest du dafür unweigerlich die anderen vernachlässigen müssen. Von daher sehe ich so etwas auch viel mehr bei privaten Treffen.

    Und es ist ja nicht so, als hättet ihr euch überhaupt nicht unterhalten… das ging mir selber vielmehr so bei unserer kombinierten Housewarming-/Geburtstagsparty im Februar. Da hatten wir meinen 30. und den Einzug zusammen gefeiert und über den Tag verteilt rund 150 Gäste dagehabt. Da war es wirklich heftig, dass der Beste und ich nur am Rotieren waren, um eintreffende Gäste zu begrüßen, die Leute mit Getränken zu versorgen, x Hausrundgänge abzuhalten, zwischendurch immer wieder schnell zu spülen (dauernd waren die Gabeln alle!), den Grill zu bedienen, Geschenke entgegenzunehmen und irgendwo ein Plätzchen dafür zu finden, Fragen zu beantworten und so weiter. Da waren wir nachts nicht nur vollkommen groggy, sondern hatten auch ein verdammt schlechtes Gewissen, uns mit den einzelnen Gästen so wenig unterhalten zu haben. Mit den meisten habe ich nicht mehr als ein paar Sätze gewechselt, weil immer irgendetwas war.
    Das war bei dir ja sicherlich nicht so, deiner Beschreibung nach.

    Was hättest du dir denn gewünscht, wie wäre die Feier für dich so richtig _perfekt gewesen?

    Ich find’s vollkommen okay, wenn du die Feierei irgendwann beendet hast, um noch Zeit mit deiner Adena verbringen zu können. Die ist dir halt genauso wichtig wie deine zweibeinigen Freunde, und ich bin mir sicher, dass sie dafür Verständnis haben. Und hey – es war schließlich dein Geburtstag! Und das Geburtstagskind entscheidet, was es mit seiner Zeit anfängt. 😉

    Langer Rede kurzer Unsinn… mach dir nicht immer so sehr einen Kopf. Das wünsche ich dir wirklich! Auch wenn’s nicht leicht ist… aber hey, leichte Sachen sind schließlich für Anfänger. 😉

    Liebe Grüße
    Anne

    1. Danke für dieses verdammt lange Kommentar!

      Ich habe irgendwie immer das Gefühl, dass andere Menschen in meinem Umfeld sich noch wesentlich mehr Gedanken machen, wenn sie irgendwelche Feierlichkeiten planen…

      Ja, natürlich erwartet niemand tiefer greifende Gespräche… Vielleicht war das Problem nicht die Feier, sondern die Tatsache, dass ich die Mädels sonst so gut wie nicht mehr sehe. So habe ich quasi gar keine Gelegenheit, noch mehr mit ihnen zu reden… Nur blöderweise weiß ich auch echt nicht, wo ich für private Treffen hernehmen könnte.

      Ohje, deine Geburtstagsfeier klingt wirklich stressig.. Das ist echt kein Vergleich zu meiner kleinen Weihnachtsfeier.

      Genau das ist kein Problem – ich kann dir nicht mal sagen, was anders hätte laufen sollen. Eigentlich war es wirklich schön… Und gerade deswegen macht es mich traurig und fast wütend, dass mir da etwas gefehlt hat.

      Liebe Grüße

  3. Hi, hört sich ja nach nem tollen Geburtstag an. ?
    Die Idee mit der halben Weinachtsfeier ist echt was besonderes. Und ich denke, deine Freundinnen hatten ne Menge Spaß und Verständnis für dich. Du hast nunmal ne Freundin mit 4 Beinen, mit der du auch gerne Zeit verbringst. Wieso solltest du dir die nicht nehmen. Auf dem Fußboden sitzen ist bei dir doch normal. So viele Sitzgelegenheiten hast du nicht und dann gleiches Recht für alle. Dein Schreibtisch reicht ja nur für zwei. ? Ich glaube nicht, dass jemand damit ein Problem hatte.

    Bist halt was besonderes Bea, aber deshalb noch lange kein schlechter Mensch. Wäre, schön, wenn du das mal glauben würdest. Ich will jetzt hier aber auch nicht weiter schreiben.

    Also ist ein schöner Post und ich weiß jetzt schon, dass du auf meinem Geburtstag gerne gesehen bist und das deine Freundinnen nicht wegen deines Geburtstages, sondern wegen dir da waren. ?

    LG Malte.

    1. Also jetzt hast du mich echt zum Lachen gebracht, denn immerhin hast du meines Wissens nach noch nicht auf meinem Boden gesessen in Gegensatz zu all meinen anderen Gästen. Für dich habe ich ja meist wenigstens den Schreibtisch frei geräumt 😉
      Und dann sagst ausgerechnet du, dass es normal ist, bei mir auf dem Boden zu sitzen.

      Natürlich waren alle wegen mir da und kommen sicher auch wieder, das habe ich auch nie bezweifelt.
      Langsam habe ich das Gefühl, dass dieser Post keine gute Idee war, wenn mir jetzt nur alle sagen, dass alles so okay war und es keinen Grund gibt, nicht voll zufrieden mit dem Tag zu sein. Das wusste ich doch vorher schon und gerade deswegen ärgert es mich doch, nicht glücklich damit zu sein.

      Liebe Grüße

      1. Nö, hab ich auch nicht. ? Aber trotzdem woanders habe ich oftgenug auf dem Fußboden gesessen. Naja, und wenn du viel Besuch erwartest, dann rechnen mittlerweile glaub ich alle damit auf dem Boden zu sitzen. ? Ist ja nix schlimmes dran, wo willst du denn den Platz für was anderes hernehmen. ?

        Aber ich höre jetzt auch auf. ? Der Post ist doch völlig in Ordnung. Die Menschen hier sind einfach nur so nett, mich eingeschlossen, dass sie dich aufheitern wollen. Ist doch nix schlimmes dran, wenn du wem wichtig bist. ?

        LG Malte und ärger dich nicht immer so viel, etwas mehr Gelassenheit würde dir nicht schaden. ?

  4. Hallo Tabea,
    ich kann dein Gefühl so gut nachvollziehen! Ich habe lange Zeit sehr minimalistisch gelebt, vom Bücherregal mal abgesehen… Und so fand das zweite Date mit Danny als Picknick mitten in meinem Wohnzimmer statt. Ich hab mich hinterher total verrückt gemacht, ob es “perfekt” genug war. Ob zu unbequem, zu langweilig, die Decke schön genug… und natürlich ob ich genug selbst gemacht hab. Im Nachhinein waren diese Sorgen völlig unnötig! Und wir erinnern uns gerne an den Tag zurück! Mittlerweile sind wir zusammen gezogen, sind verheiratet und haben die Patchworksituation mit einem gemeinsamen Sohn perfektioniert.
    Und ich bin überzeugt: trotz aller Gedanken und Sorgen kommt irgendwann der Tag, an dem du dich gerne an dein halbes Weihnachten erinnerst!
    Liebe Grüße, Natalie

    1. Danken für dieses aufbauende Kommentar!

      Also dass ihr zwei ein Picknick in seiner Wohnung hattet, klingt wirklich irgendwie niedlich.
      Gerade bei solchen Dates, wo man die Personen ja gerade erst kennen lernt, ist es wohl wichtig, einen guten Eindruck zu hinterlassen – da macht man sich noch eher Gedanken, schätze ich. Immerhin weiß ich ja bei meinen Freunden, dass sie mich so oder so lieb haben. 🙂

      Liebe Grüße

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.