#fotoprojekt17 - Alte Mauern

#fotoprojekt17 – Alte Mauern

Hallo ihr Lieben!

Nun ist es also doch passiert: Nachdem Anne für das #fotoprojekt17 während der letzten Monate immer nur Themen wählte, die mich auf Anhieb begeistern konnten, war ich gar nicht glücklich, als ich vom Thema des Augusts erfuhr. Man kann eben einfach nicht alles mögen, stimmt’s?

Alte Mauern, die nun also geknipst werden sollten, zählen jedenfalls zumindest bei mir keinesfalls zu den Lieblingsmotiven. Aber ich könnte es mir dennoch nicht so wirklich verzeihen, wenn ich einfach einen Monat nicht bei ihrem Projekt mitmache… Das wäre feige, oder? Man muss sich ja auch mal Herausforderungen stellen!

#fotoprojekt17 - Alte Mauern
#fotoprojekt17 - Alte Mauern

Die Überlegungen im Vorfeld

Mein Kopf ratterte also…

Mit Architektur stehe ich ja etwas auf Kriegsfuß – als Motiv reizt sie mich nicht. Alte Mauern finde ich eigentlich nur an “Lost Place”, also verlassenen Orten, wirklich beeindruckend. Nur zu gerne würde ich selbst mal ein solches Gebäude, dass nach und nach zerfällt ablichten… Aber das geht eben nicht.

Erstens ist sowas meistens verboten oder man muss sehr viel Geld dafür bezahlen, dass man ein solches Gebäude besuchen darf. Zweitens kenne ich eh kein solches Gebäude in meiner Nähe und eine Reise ist momentan einfach nicht möglich.
Daher kann ich den Traum, mal ähnliche Fotos wie z. B. Nossy von einem verlassen Ort zu machen, also vergessen. Zumindest muss er auf später verschoben werden.

Also blieben mir nur normale alte Mauern, die allen Leuten zugänglich sind. Einfallen würden mir da die Ruinen oben auf dem Eisenberg, aber die habe ich inzwischen einfach schon zu oft geknipst.
Auch das alte Fachwerk-Rathaus von Frankenberg habe ich euch schon gezeigt – als “Monumentale Bauwerke” das Thema bei den Graustufen waren.

Während ich so über den Wochenmarkt schlenderte, fiel mir dann die Kirche ins Auge. Kirchen sind alt und gemauert. Passt. Am nächsten Morgen kam ich daher mit der Kamera zurück und schaute mal, was diese Ecke von Frankenberg in der Nähe der Kirche sonst noch zu bieten hat.

Bis es soweit war, machte ich mir allerdings noch ein paar Gedanken darüber, was nun eigentlich alles als alte Mauer durchgehen würde:
Sind Holzwände von alten Schuppen auch Mauern oder müssen Mauern wirklich aus Steinen und Mörtel bestehen? Da bin ich mir bis heute unschlüssig…
Ab wann ist eine Mauer alt? Wenn sie Zerfallserscheinungen zeigt? Wenn sie ein bestimmtes Alter erreicht hat? Und falls das Alter entscheidet: Sind 20 Jahre viel? Sind 50 alt? Oder müssen es vielleicht mehre hundert Jahre sein? Ich habe keine Ahnung. Vermutlich sieht das eh jeder anders.

#fotoprojekt17 - Alte Mauern
#fotoprojekt17 - Alte Mauern

Das Fotografieren der alten Mauern

Wie bereits erwähnt lief ich also mit meiner Kamera morgens in die Altstadt von Frankenberg. Menschenleer, wie man das eben Sonntag morgens um 7 Uhr so erwartet. Für Fotos bin ich gern so früh unterwegs, damit ich nicht so sehr darauf achten muss, dass mir niemand ins Bild läuft.

Da ich auf meine Fragen keine Antwort für mich hatte finden können, entschied ich mich, auf Nummer sicher zu gehen und nur die ältesten Steinmauern abzulichten. Konkret hieß das: Stopp Nr. 1 = Bücherei, Stopp Nr. 2 = Kirche, Stopp Nr. 3 = Burgberg.

Doch als ich das erste Bild knipsen wollte, merkte ich auch schon einen ersten Fehler: Ich hatte nur mein altes analoges Objektiv dabei. Kein Zoom, 50 mm Brennweite (also umgerechnet dann noch eine Ecke mehr…). Die Bücherei passte daher nicht auf das Bild. Dass das bei der Kirche nicht besser laufen würde, war mir klar. Aber okay, selbst schuld ist das kleine Tabeachen – dann gibt es eben nur Details der alten Bauwerke.

Bücherei geknipst, Kirche aufgesucht, aber nur von außen. Ich bin nicht gläubig und finde es daher respektlos, in Kirchen zu fotografieren…
Hübsch sind diese Mauern ja nicht… Aber Aufgabe fürs #fotoprojekt17 ist nun mal Aufgabe. Und wenigstens gefiel mir das Licht – zumindest in der Realität, auf den Fotos kommt es nicht so gut raus.

Auf dem Burgberg räumte ich anschließend erst mal etwas rumliegenden Müll weg und machte dann ein Foto von den Mauern… Die sind wirklich alt… Und als Beweis, dass ich die Bilder gemacht habe, machte ich dann mal ein “Fußie” mit meinen kaputten Joggingschuhen auf der Mauer. Ob es wohl schon Jogger gab, als die Mauer errichtet wurde? Seit wann treiben Menschen eigentlich gezielt Sport?

Hände kalt, Fotos gemacht, Fototour beendet. Ab nach Hause!

#fotoprojekt17 - Alte Mauern
#fotoprojekt17 - Alte Mauern

Die Bilder

Bleibt nur noch die Frage, wie zufrieden ich mich meinen Ergebnissen bin, oder? Sagen wir es mal so: geht besser, geht aber auch schlechter.

Vielleicht hätte ich das andere Objektiv mitnehmen sollen… Aber so bin ich zumindest bei der Kirche auf eine ungewöhnliche Perspektive gekommen. Das ist doch ein kleiner Erfolg für mich gewesen, den ihr in Bild 4 rechts seht.

Das letzte Foto, auf dem meine Schuhe zu sehen sind, ist ehrlich gesagt mein liebstes Foto geworden. Ich mag den Fokus hier sehr… Und ich bin etwas stolz auf meine Idee, modernes Schuhwerk als Kontrast zu uraltem Gestein verwendet zu haben.

Wie sieht denn einer Verhältnis zu Architektur in der Fotografie aus?


Dieser Blogpost ist ein Beitrag zum Fotoprojekt #fotoprojekt17 von Anne. Sie gibt auf ihrem Blog an jedem Monatsbeginn ein Thema bekannt, zu dem dann den Monat über Fotos gezeigt werden sollen. Eine schöne Inspiration also, um auch Mal neue Motive vor die Kamera zu bekommen.
Im August geht es beispielsweise um alte Mauern – und die Links zu den Foto-Beiträgen der anderen Teilnehmer könnt ihr dort auch in den Kommentaren finden und meine Fotos aus den Vormonaten gibt es im #fotoprojekt17-Archiv.

vor 2 Jahren

6 Kommentare

  1. Ich finde das tolle an solchen Projekten ist ja, dass einem viele Dinge erst auffallen, wenn man wirklich drüber nachdenkt. Man geht so oft an Orten vorbei und wenn man sie wirklich sucht und fotografiert nimmt man sie viel intensiver und aus anderen Blickwinkeln war 🙂

    Ich finde die alte Treppe besonders schön, einfach auch weil so viel Grün drumherum ist und es so natürlich aussieht! 🙂

    1. Ich mag an dem Projekt auch sehr, dass ich mich dann mal bewusst mit anderen Motiven auseinander setze.

      Die Mauern auf dem Burgberg mag ich auch total gerne 🙂 Das ist echt eine der schönsten Ecken von Frankenberg.

      Liebe Grüße

  2. Guten Morgen,

    ah, ich find’s super, dass du trotzdem mitgemacht hast – auch wenn dir das Thema eigentlich gar nicht so zugesagt hat!

    Die Fotos mit deinen Schuhen drauf gefallen mir am besten – eben wegen besagter Verbindung zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart (bzw. sogar der Zukunft – auf dem letzten Bild sieht es ja so aus, als ob du gerade gehen würdest, also Bewegung, fortschritt usw.). 🙂

    Liebe Grüße
    Anne

    1. Das Schöne an Projekten wie deinem #fotoprojekt17 ist ja gerade, dass man sich auch mal Herausforderungen stellen muss. Ich hab mir nämlich eigentlich vorgenommen, dass jetzt noch bis zum Jahresende durchzuziehen 😉

      Die Interpretation mit der Bewegung und dem Fortschritt finde ich total schön, muss ich sagen. Das wäre mir so aber gar nicht in den Sinn gekommen.

      Liebe Grüße

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