Filmbiografie vs. Dokumentation (“Kampf der Filmgenres”)

Hallo ihr Lieben,

bereits im Frühsommer hatte ich Nicole schon versprochen, dass ich diesen Monat bei ihrem Kampf der Filmgenres dabei sein werde. Ich fand es nämlich echt schade, dass in den ersten Monaten kaum Blogposts zur Parade eingereicht wurden… Klar, ich hätte selbst auch öfter dabei sein können, aber in der Welt der Filme bin ich eben kein bisschen zu Hause gewesen und hätte nicht gewusst, wie ich da auf lesenswerte Weise einen ganzen Post hätte füllen sollen.

Inzwischen gibt es zwar die Blogparade “Kampf der Filmgenres” nicht mehr, aber da ich das Thema Biografien und Dokumentationen im Filmbereich echt interessant finde, konnte ich mich mit Nicole und Tamara glücklicherweise absprechen, dass wir heute alle was zu den beiden Genres schreiben. (Tamaras Post erscheint erst heute Nachmittag!)

Neben Dramen und Komödien sind Dokus und Biografien nämlich die beiden Genres, zu denen ich das Meiste zu sagen habe, da ich gerade Action, Fantasy und Krimis oder sowas eher ungern schaue.

Kampf der Filmgenres - Drama und Komödie

Also: Lassen wir mal Dokumentationen und Biografien gegeneinander “kämpfen”, so wie es der” Kampf der Filmgenres” ursprünglich vorsah:

Filmbiografien

Filmbiografien schaue ich ehrlich gesagt doch recht selten. Konkret kann ich mich da leider an keine einzige erinnern, die ich vor Beginn meiner Prime-Mitgliedschaft* bei Amazon gesehen habe. Doch wenn ich bei Nicole mal wieder die Kinoneustarts las, dann zählten die Biografien für mich immer zu den Filmen, die ich schon ganz gern sehen würde. Meist war ich nur zu faul, um ins Kino zu gehen, und investierte mein Geld dann doch lieber anders…

Warum Filmbiografien mich interessieren

Interesse wecken viele Biografien bei mir gerade deswegen, weil sie auf wahren Gegebenheiten basieren. Erfundene Dinge waren noch nie wirklich mein Fall, auch wenn ich Harry Plotter geliebt habe.
Zudem werden meist ja nur die Leben von Personen verfilmt, die wirklich spannend sind. Was andere Leute durchleben, wie sie mit Rückschlägen umgehen und an ihren Aufgaben wachsen, das finde ich enorm spannend.

Natürlich könnte ich nun auch einfach die entsprechenden literarischen Werke dazu lesen, aber seien wir doch mal ehrlich: Bücher zu lesen kostet wesentlich mehr Zeit, als Filme zu schauen. Zudem kann man Filme besser gemeinsam mit Freunden und Familie sehen oder nebenbei noch einen Blogpost tippen, finde ich. Daher schlägt für mich gerade bei diesem Genre die Verfilmung eindeutig das Buch.

Da finde ich es auch gut, dass meist noch stark gekürzt werden muss und einzelne Stellen aus dem zugehörigen Buch vernachlässigt werden. Von Biografien erhoffe ich mir eben einfach, möglichst einen Überblick über die Person und ihr Leben zu bekommen. Wenn mich die Person dann doch noch mehr interessiert, dann will ich mich erst im Anschluss näher mit ihr beschäftigen. Eine Filmbiografie ist für mich also quasi ein Trailer zum Buch, auch wenn diese Formulierung merkwürdig klingt.

Filmbiografien

Nachteile dieses Genres

Wie sollte es auch anders sein – Nachteile haben Biografien natürlich auch. Schon die Bücher können ja nie alle Erlebnisse im Leben des Protagonisten darstellen – ein Film kann das noch weniger. Dafür ist die Zeit einfach zu knapp. Eine Biografie ist also kein Film, der einem neue Horizonte eröffnen wird, wenn man über die Person schon viel gelesen hat. Nur kann man sich das Wissen vielleicht besser merken, wenn es Bilder dazu gibt.

Zudem denke ich, dass gerade die Gedanken von den Personen immer einen wesentlichen Teil ihrer Biografie ausmachen. Ich stelle es mir allerdings schwer vor, sowas im einem Film adäquat darzustellen…

Tja, und letztendlich habe ich auch das Gefühl, dass das Angebot begrenzt ist und gerade in Kinos eher selten solche Filme laufen – zumindest in den Kleinstadt-Kinos. Die breite Masse scheint nämlich nicht auf dieses Genre zu stehen und schaut lieber Blockbuster, Romanzen und Zeug zum Totlachen. Kein Wunder also, dass kleine Kinos da eher diese zeigen und auch Produzenten nur bei wirklich wichtigen oder sehr interessanten Persönlichkeiten sich an einer Verfilmung versuchen.

Biografien, die ich letztens sah

Wie gesagt, bis ich mir Zugang zum Filmangebot von Amazon verschaffte, schaute ich keine Biografien – oder zumindest keine, die hängen blieben.

Aber da ich ja nun doch auch ohne zusätzlichen finanziellen Aufwand ein Filme ohne Ende schauen kann, habe ich mir mal zwei Biografien zu Gemüte geführt:

Amy Whinehouse*

Diese Biografie hat mir ehrlich gesagt nicht wirklich gefallen, da sie zerstückelt wirkte. Mir wurde da kein roter Faden deutlich und ich war einfach nur schockiert von manchen Bildern und Sequenzen.
Außerdem war die Qualität des Videomaterials auch nicht immer die beste.

Mein Kampf*

Ganz anders als die Biografie von Amy Whinehouse ist die von Hitler. Der Film zeigt auf eine erschütternde Weise, wie sich der junge Hitler zu der Schreckensfigur entwickelt, die uns allen präsent ist.
Mich überraschte wirklich, wie gut der Zorn und Hass hier dargestellt wird. Ich hätte nicht gedacht, dass Hitler selbst als Jugendlicher schon so eine unangenehme Persönlichkeit war.

Meiner Meinung nach ist der Film durchaus sehenswert und macht noch mal deutlich, dass dieser Schreckensherrscher jemand Besonderes war. Zurückgelassen hat der Film mich mit einer bedrückten Stimmung und einer noch stärker ablehnenden Haltung gegenüber Hass, als ich sie zuvor schon hatte.

Wenn ich in den nächsten Wochen noch mehr Zeit finde, will ich mir aber nun gerne noch mehr Biografien ansehen – gerne auch von politischen Personen.

Fazit zu Biografien

Mensch, was für ein langer Text über Biografien. Ich versuche daher noch mal kurz zusammenzufassen: Da ich gerne mein Wissen erweitere und Erfahrungen anderer Personen dazu als gute Grundlage sehe, interessieren mich Biografien allgemein. In Form von Filmen haben sie zudem den Vorteil für mich, dass sie wesentlich weniger Zeit kosten, als wenn ich ein Buch oder viele Abhandlungen im Internet lesen müsste. Durch die weitere Reduzierung auf das Wesentliche kann ich dann nach dem Film entscheiden, ob die Person mich noch weiter interessiert und ich mehr über sie recherchieren möchte, oder ob mir reicht, was ich an dem Punkt weiß. Manchmal ist es eben auch schön, von vielen Sachen einen Überblick zu haben, und ich muss nicht alles bis ins kleinste Detail wissen.

Dokumentationen

Solche Filme schaue ich sogar ziemlich oft, öfter als alle anderen Filme. Denn während ich Komödien, Dramen, Biografien etc. entweder im Kino sehen wollen würde, auf einen Fernseher angewiesen bin oder aber den Film kaufen müsste, werden mir zahlreiche Dokumentationen direkt vorgeschlagen, wenn ich Youtube öffne. Zumindest war das Stand der Dinge, als ich eben noch kein Prime hatte.

Und Youtube öffne ich nun mal täglich. Immer dann, wenn ich beim Abendessen Blogs lese (also jetzt eher selten) oder wenn ich beim Mittagessen an meinem Blog arbeite. Meist ist es nämlich so, dass mich Filme allein noch nicht ausreichend beschäftigen. Daher öffne ich einfach ein paar Videos, die interessant für mich sind, und lasse sie rechts auf dem Bildschirm abspielen, während ich links Blogposts lese und Kommentare schreibe oder eben Posts formatiere und Bilder bearbeite. Für mich hat sich dieses System einfach bewährt, auch wenn man meinen könnte, dass ich ja so nichts vom Video mitbekomme.

Ich gebe zwar zu, dass ich mir nicht alle Einzelheiten merke, aber sobald da wirklich interessante Dinge gesagt werden, spule ich kurz etwas zurück und passe dann mal mehr auf bei der entsprechenden Stelle im Video.

Die Vorteile von Dokumentationen

Dokus schaue ich wirklich gerne, muss ich zugeben. Ich mag die Möglichkeit, mich so quasi nebenbei weiterzubilden. Zudem können Bilder und Grafiken eben doch manches besser vermitteln als purer Text in der Zeitung oder gesprochene Worte im Radio. Ein klarer Vorteil ist meiner Meinung nach auch, dass hier ein Thema recht umfangreich dargestellt werden kann, denn Dokumentationen dauern ja doch meist mindestens eine halbe Stunde, manchmal aber auch deutlich länger. Ein Zeitungsartikel könnte nie so umfangreich sein, weil ihn sich dann kaum jemand noch durchlesen würde, schätze ich.
Sollte das Thema der Dokumentation allerdings eher weit gefasst sein, dann kann sie aber auch einen schönen Überblick geben und man kann dann anschließend selbst dort weiter nachforschen, wo man gern mehr wüsste.

Dokumentationsfilme

Die Nachteile von Dokus

Ich glaube es liegt auf der Hand, das Dokumentationen auch Nachteile haben. Da sie hauptsächlich aufgrund der Informationen, die sie bieten und vermitteln wollen, geschaut werden, kann es schnell passieren, dass sie veralten. Wissen wird eben immer wieder korrigiert und erweitert, sodass es vielleicht wenig Sinn macht, eine Doku zu schauen, die vor zwanzig Jahren gedreht wurde. Allerdings gibt es auch kein gewisses Alter, ab dem man pauschal sagen kann, dass die Doku veraltet ist, und ich bin mir sicher, dass auch neue Dokus fehlerhafte Informationen enthalten können.
Dennoch denke ich, dass Dokumentationen das einzige Filmgenre sind, bei dem man sich vorzugsweise auf neuere Produktionen beschränken sollte.

Zudem ist die Auswahl deutlich geringer als in anderen Genres, sodass man mitunter wohl lange suchen muss, bis man eine Dokumentation findet, die einen anspricht. Für einen Kinobesuch ist dieser Genre außerdem auch nicht prädestiniert… Meist laufen diese Filme wohl eher auf den öffentlich rechtlichen Sendern und sind anschließend in der entsprechenden Mediathek und auf Youtube zu finden.

Welche Dokus ich schaue

Doch obwohl ich Dokumentationen so sinnvoll und praktisch finde, schaue ich meist nur welche zu Bereichen, die mich ansprechen.
Das heißt, dass ich hauptsächlich Filme über Lebensmittelherstellung und Gesundheitsthemen anklicke – manchmal auch über gesellschaftliche Themen, wie z. B. das Leben in Armut. Ach, und die Kultur anderer Länder mag ich auch sehr gern als Thema.

Historische Dokumentationen finde ich übrigens auch nicht schlecht, da mich gerade das Leben im Mittelalter so fasziniert. Es ist ja doch echt irre, wie schnell uns die Technik das Leben vereinfacht hat und das können eben bewegte Bilder noch greifbarer darstellen als es ein Geschichtsbuch tun würde, finde ich.

Was dagegen nichts für mich ist, sind zum Beispiel diese Tierfilme über Wildtiere, die mein einer Opa im Fernsehen früher immer schauen wollte, weil er der Meinung war, die wären viel besser für uns Kinder als das, was wir sonst angeschaut hätten.

In Zukunft möchte ich Dokumentation also noch öfter nutzen, um mir Hintergrundwissen für meine Geschichten anzueignen. Ich schreibe ja seit einigen Wochen wieder regelmäßig an Kurzgeschichten und seit dem 1.11. versuche ich anlässlich des #NaNoWriMo einen Roman auf die Beine zu stellen. Dafür braucht man aber eben an und zu sich mal ein paar Infos, um keine Fehlinformationen in den Roman einfließen zu lassen. Somit schaute ich schon die ein oder andere Doku über das Schulleben vor einigen Jahrzehnten.
Wenn ich statt Texte zu lesen, Dokus schaue, dann bin ich motivierter, diese nötige Recherche auch zu betreiben. Und durch die Bilder ist es auch einprägsamer und ich brauche kaum Notizen nebenbei machen.

Fazit zu Dokumentationen

Ich mag diese Art von Filmen sehr gern und schaue sie regelmäßig. Der Vorteil liegt für mich darin, dass man sich quasi nebenbei weiterbildet ohne etwas dafür zu tun. Allerdings können Dokus wohl nur interessant sein, wenn das Thema auch eines ist, für das man sich begeistern kann.

Und als zumindest teilweise wissbegieriger Mensch kann ich dann eben nicht widerstehen und “greife zu”. So kommt es, dass ich immer ein paar Dokus gespeichert habe, um sie bei Zeiten anzusehen.

“And the Winner is…”

… Dokumentationen!
Ursprünglich war diese Entscheidung ganz klar, denn ich liebe es eben, mich schnell weiterzubilden. Und überschaubare Längen von 30-60 Minuten sind auch ein Pluspunkt, denn manchmal hat man eben nicht so lange Zeit.

Seit ich aber den Clip über Hitler schaute, hat sich aber auch mein Interesse an Biografien verstärkt und es fehlt gerade einfach nur an der Zeit, um mehr davon zu schauen.

Was haltet ihr denn eigentlich von diesen beiden Filmgenres, die meistens eher weniger Aufmerksamkeit bekommen?

vor 1 Jahr

4 Kommentare

  1. Ich mag beide Genre gleich gerne, aber habe mich in meinem Beitrag nun gezielt auf Dokus konzentriert da Netflix hier verdammt viel zu bieten hat und das einigen gar nicht so bewusst ist. Somit wollte ich da einfach mal einen Fokus legen :).

    An Biografien habe ich schon ein paar gesehen und kann dir somit auch welche empfehlen. Selma dürfte dich aufgrund der Thematik reizen, weil es da um die Diskriminierung der Schwarzen geht. Der Film war zudem ja auch für mehrere Oscars nominiert und ist echt sehenswert. Spotlight fand ich ebenfalls verdammt gut, der hat ja auch den Oscar für den besten Film gewonnen und zeigt die Arbeit von Journalisten, die den Missbrauch der katholischen Kirche aufgedeckt haben. Ein Thema, welches ja leider immer noch relevant ist und hier wird auch gezeigt wie die Kirche versucht hat die Veröffentlichung zu verhindern. Ansonsten war ich auch von “Die Herzogin” beeindruckt, aufgrund einer fantastsichen Keira Knightley und ich liebe ja Historische Biografien.

    Was ich hier noch sehen möchte ich “The Danish Girl”, “Die Entdeckung der Unendlichkeit”, “The Imitation Game”, “Straight Outta Commpton”, “Hidden Figures”, “Sully”, “Snowden”, “Jackie” – fast alles Filme die erst dieses oder vergangenes Jahr rauskamen, bis auf zwei Ausnahmen. Somit habe ich schon das Gefühl, dass es mehr Biografien gibt, aber wie du schon geschrieben hast: Sie laufen eher in den größeren Kinos.

    Und das ich Dokus liebe weißt du ja, da schaue ich auch verdammt viele auf Youtube, denn wie dir werden mir da auch immer welche vorgeschlagen.

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Ja es hat sich einiges bei mir angesammelt, aber ich finde das nicht schlimm, weil ich so die Bücher perfekt nach Lust und Stimmung auswählen.

    Das kann ich verstehen. Kannst mir ja in deiner Antwort verraten was dich interesiert ;).

    1. Ich finde es schön, dass du den Dokus das ganze Rampenlicht geschenkt hat. Das Genre wird eben wirklich noch weniger beachtet, fürchte ich. Zumindest bei den Streaming Anbietern, im öffentlich rechtlichen mag es anders sein.

      Danke für die Empfehlungen. 🙂 Wenn der Roman erst mal geschrieben ist, schaue ich vielleicht auch wieder mehr Filme und sowas. Momentan schreibe ich wirklich nur oder sehe YouTube Clips über das Schreiben an. Es ist wie eine kleine Sucht…
      The Danish Girl habe ich letztens sogar geschaut, aber so richtig gefesselt hat mich der Film nicht. Vielleicht habe ich einfach zu hohe Erwartungen gehabt.

      Ich weiß gar nicht, wieso, aber für mich fühlt es sich immer nicht so gut an, wenn der SuB wächst. Aktuell habe ich auch noch fünf Bücher diverser Genres liegen… Aber das sind fast alles Rezensionsexemplare, sodass ich mich auch verpflichtet fühle, die nicht zu lange aufzuheben. Ich lese meistens echt der Reihenfolge des Eintreffens nach, nur das Buch, was mir Oma geliehen hat, muss eben warten, weil sich das nicht so dringend anfühlt.

      Aktuell ist “Ohne Plan durch Kirgistan” im Anbruch und die ersten Seiten klangen ganz gut.

      Liebe Grüße

  2. …ich muss mich auch als Doku-Fan outen… und das ich sehr oft lieber in der Doku hängen bleibe als bei einem Film. Warum? Weil man bei Doku’s so viele AHA-Effekte hat und bei Filmen oft nur diese War-ja-klar-Effekte. …und das man dabei noch schnell mal fast nebenbei was lernt ist ein super Nebeneffekt!
    Biografien… ja kommt darauf an ob mich die Person interessiert oder die Biografie mich schon in den ersten Minuten fesselt.
    Weil du die Hitler-Biografie-Doku angesprochen hast. Da fesselt einen das Entsetzen – wie so ein Hanswurst so viel Unheil anrichten konnte! …und die Frage nach dem WARUM …WARUM konnte ihn keiner stoppen!

    1. Dann ticken wir wohl beide ziemlich ähnlich 🙂
      Erst gestern habe ich mal wieder eine Doku geschaut, was etwas über die Milchwirtschaft und daher ganz spannend.
      Aber stimmt, bei der Biografien von Hitler fesselte wirklich das Entsetzen.

      Liebe Grüße

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