Samstag, 10. Juni 2017

Duden-Einträge, die der Welt noch fehlen

Hallo ihr Lieben,

Sagt mal, wie viele Wörter benutzt ihr im Alltag eigentlich, die gar nicht im Duden stehen? Ich finde ja, dass in dem dicken Schinken, den ich daher auch ausschließlich online aufschlage, doch einige ganz essentielle Dinge fehlen…
Und das, obwohl ich, als ich mal eine vollständige Seite gelesen habe, als ich noch die Papiervariante nutzte, mindestens die Hälfte der Wörter nicht kannte und quasi neu gelernt habe. Da zeigt sich irgendwie, wie umfangreich Sprachen sind… Und auch, wie sehr der Wortschatz von Region zu Region variiert.

Tja, und da mein Umfeld und ich eben noch einige Wörter kennen, die der Duden nicht kennt, habe ich die entsprechenden Einträge für das Wörterbuch einfach mal selbst verfasst und präsentiere sie euch hiermit in diesem Blogpost als Ergänzung zum Standardnachschlagewerk.

Wörterbuch Ergänzung

faulen, Verb

Konjugation: Ich faule, du faulst, er fault, gefault haben
Synonym für „nichts Wichtiges / Produktives tun“, vorwiegend verwendet für Aktivitäten im Wohnzimmer und Schlafzimmer, die stattdessen getan wurden.

Mangotastisch, Adjektiv

Drückt aus, dass etwas besonders toll oder fantastisch ist. Wurde für Leute erfunden, die Mango über alles lieben.

mathematische Motorsäge, Substantiv

die, Plural: mathematische Motorsägen
Bezeichnung oder Schimpfwort für jemanden, der mentale Folter ausübt und dabei eventuell sogar meint, etwas Gutes zu tun. (Vergleiche Matheunterricht in der Oberstufe, wo man Zeug in den Kopf geprügelt bekommt, für das das alltägliche Leben eigentlich keine Anwendung findet.)

Mema, Substantiv

die, Plural: Memas
Synonym für „Mama“, allerdings wesentlich persönlicher. Aufgrund der seltenen Verwendung weiß die Mama dann wenigstens, dass sie gemeint ist, wenn „Mema“ gerufen wird. Laut einigen Eltern klingt „Mama“ nämlich bei allen Kindern gleich und man fühlt sich auf Spielplätzen etc. auch mal fälschlicherweise angesprochen.
Erfunden von meinem sprechen lernenden Bruder vor unzähligen Jahren und seitdem eins meiner Lieblingswörter.

Mondgen, Krankheit

das, kein Plural
Wenn jemand zwar immer mal wieder anwesend ist, aber von Gesprächen und Änderungen im Umfeld so wenig mitbekommt, dass er genauso gut auch hinter dem Mond leben könnte.

Okdipus, Substantiv

der, kein Plural, da nicht mehrere gleichzeitig an einem Ort sein können
Wesen, dass wie ein Mensch aussieht, aber bei Bedarf acht Arme wie ein Oktopus hat. Verwandlung von zwei zu acht Armen ist von außen nicht erkennbar, sondern nur an ihre Wirkungsweise zu bemerken. Genauere Erklärung hier.

Püffel, Substantiv

der/das, ohne Plural
Etwas (wegen seiner Fehler) besonders Liebenswürdiges; erfunden von meinem Bruder, als er sprechen lernte

Püffel-, Vorsilbe

Kann allen Wörtern vorangestellt werden, um Einzigartigkeit oder Liebenswürdigkeit auszudrücken; Wortherkunft siehe Püffel

putern, Verb

Konjugation: ich putere, du puterst, er putert, geputert haben
Am Computer sitzen; wahrscheinlich aus Faulheit aus „computern“ als Kurzform entstanden

Tockie, Substantiv

das, Plural: Tockies
Synonym für „Huhn“, Wortneuschöpfung meiner Familie; wird nur für privat gehaltene Hühner, vorzugsweise mit Namen, verwendet

wunderallertollbestig, Adjektiv

Steigerung von positiven Adjektiven, da diese oft zur Beschreibung von Freude nicht ausdrucksstark genug wirkten; entstanden beim Chatten mit meinen Freundinnen Sarah und Loy.

wundertollig, Adjektiv

Etwas, das besonders toll ist; dieses Wort hat mein allererster Freund erfunden und damals meinte ich, dass sei einen Duden-Eintrag mit einer Widmung wie „Dieses Wort wurde zu Ehren von Lennart erfunden.“ wert. Das Wort ist also eigentlich das, ohne welches dieser Post und die Idee, den Duden selbst zu ergänzen, nie entstanden wäre.

So, das waren sie also, die Worte, die mir auf Anhieb eingefallen sind. Verwenden tue ich sie mal mehr und mal weniger häufig und meist auch nur, wenn die richtigen Personen in meinem Umfeld anwesend sind. Aber es ist ja auch selbstverständlich, dass ich in der Hochschule und an der Arbeit besser Hochdeutsch rede, statt die Wortneuschöpfungen von Freunden und Familie einfließen zu lassen, oder?

Habt ihr selbst auch eine solche Erweiterung in euren persönlichen Wortschatz? Welche Wörter würdet ihr noch in den Duden aufnehmen wollen?


P. S.: Vor einiger Zeit habe ich schon mal über Wörter geschrieben, die meine Familie erfunden hat. In dem Post „Oh nein, Schneegen!“ findet ihr daher noch ein paar weitere neue Wörter.

- geschrieben von Tabea -


10 Kommentare zu Duden-Einträge, die der Welt noch fehlen

  1. Bee am

    Hm, ich muss da echt reflektieren, ich glaube für solche Wortkonstrukte ist mein Mann zuständig. Als wir uns kennenlernten bin ich öfters über diese eigenartigen Worte gestolpert, heute weiß ich, was er meint ;). Meine, nicht im Duden stehenden Worte sind sicherlich englische Ausdrücke. Manchmal fällt mir eher das englische als das deutsche Wort ein, in Bezug auf kreative Wortbildung bin ich wohl eher langweilig.

    Liebe Grüße, Bee

    • Es muss ja auch nicht jeder ständig neue Worte erfinden – meist überlasse ich das ja wie du siehst auch anderen Leuten und übernehme die Wörter dann einfach in meinen Sprachgebrauch.
      Dass andere Leute allerdings manchmal nicht wissen, was gemeint ist, kann echt ein bisschen blöd sein, wenn man da nicht dran denkt, weil man die Wörter so fest integriert hat…

      Liebe Grüße

  2. Louisa am

    Das sind ja echt geniale Wörter :D. Ich muss sagen, dass mir so spontan gar nicht so viele Wörter einfallen, die ich selbst erfunden habe. Mein Freund sagt manchmal Töftöf (Bezeichnung für jemanden tollpatschigen, aber liebenswerten). Unsere Hühner werden von mir manchmal liebevoll als Boakis bezeichnet ;).
    Liebe Grüße,
    Louisa

    • Ich habe das meiste ja auch die anderen erfinden lassen, statt selbst kreativ zu werden.
      Töftöf erinnert mich an Töffel und töffelig, was die Familie väterlicherseits früher öfter für ungeschickt und tollpatschig verwendet hat.
      Deine Bezeichnung für Hühner ist aber auch echt total cool!

      Liebe Grüße

  3. Malte am

    Also direkte Neuschöpfungen nicht. Aber doch einiges aus dem Dialekt, was du aber auch kennst wahrscheinlich, wie „schnucken“ oder „alswie“. 😁
    Sonst erfinde ich oder meine Bekannten kaum Wörter, die mir jetzt einfallen würden.

    Ach doch der „Saurepuddingmann“, das hab ich mal mit Niklas erfunden. Weil der Zitronenjoghurt von Ehrmann so sauer war. 😊

    Naja Mondgen hab ich wahrscheinlich. Ich hab ja keine Peilung, was los oder modern ist. Interessiert mich ja auch nicht. ☺️

    Liebe Grüße. 😉

    • Alswie habe ich noch nie gehört… Da würde ich eher an falsches Deutsch denken… Aber schnucken ist für mich so alltäglich, dass ich nie im Leben auf die Idee gekommen wäre, dass das zum Dialekt gehört. Daher war ich total verwundert, als meine norddeutsche Verwandtschaft das Wort nicht kannte und nicht wusste, was Schnuckzeug sein soll.

      Ist der Saurepuddingmann der Pudding oder der Hersteller? Ist aber echt eine lustige Idee. Und Einheit schon bei Essen sind, Fällen mit gerade noch die Bindenudeln ein – so haben wir Spaghetti immer genannt, weil man die ja zum Essen so um die Gabel „bindet“.

      Wenn dich irgendwas nicht interessiert, dann ist das kein Mondgen. Mondgen ist eher, wenn einen was interessiert, alle im Umfeld pausenlos davon reden und man dann erst nach Wochen banale Fragen stellt. Beispiel Klassenfahrt: beide Tochter und Mama unterhalten sich ständig darüber und nach vier Wochen kommt vom Vater die Nachfrage, wo es eigentlich hin geht.

      Liebe Grüße

  4. Mein Vater kreierte das Wort „Grunzniggels“ für unsere Meerschweinchen…

    Ansonsten fällt mir da jetzt nichts weiteres ein 😀
    Außer vielleicht das fränkische „gell“ und „fei“….

  5. Sophie am

    Was eine lustige Idee mal so eine Liste zu machen 🙂
    Mir (als Mango-Liebhaberin) gefällt natürlich Mangotastisch am besten!! Das muss ich mir echt aufschreiben und dann in meinen Sprachgebrauch aufnehmen 🙂
    Spontan fällt mir als so ein Wort nur „Boffel“ ein, das hat mein kleiner Bruder immer gesagt, wenn er „Kartoffel“ gemeint hat, aber noch nicht aussprechen konnte 😀
    Das ist für mich immer eine schöne Erinnerung an ihn als er klein war 😉

    • Wo ich ja jetzt von deiner Liebe zu Mangos weiß, muss ich dir noch ein Wort verraten, dass eine Freundin von mir gestern benutzt hat: mangomazing. Ich schätze, dass es eine Mischung aus amazing und Mango ist.

      Boffel klingt irgendwie nett, auch wenn ich da eher an tollpatschige Personen denken würde.

      Wörter können wirklich wundervolle Erinnerungen sein. Ich glaube, ich werde mir jetzt eine Liste anlegen, damit ich keines von ihnen vergesse.

      Liebe Grüße


Natürlich freue ich mich über jedes einzelne Kommentar, da es mir viel bedeutet, wenn ihr euch Zeit für meinen Blogpost nehmt und sogar noch ein paar Zeilen an mich verfasst! Trotzdem wäre es nett, wenn ihr die Links zu eurer eigenen Website oder eurem Blog NUR in dem dafür vorgesehenen Feld eintragt, statt sie auch noch in eurem Kommentar einzufügen. Solche Links aus Kommentaren entferne ich sonst nachträglich sowieso - und das macht nur Arbeit.

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