Donnerstag, 10. August 2017

Duales Studium Maschinenbau – Semester 2

Hallo ihr Lieben!

Ich habe es geschafft. Was geschafft? Nunja, ich habe das zweite Semester meines dualen Studiengangs überlebt und alle Klausuren geschrieben, sodass ich mich nun in die nächste Praxisphase stürzen kann.

Die Zeit könnte also nicht besser sein, um auch dieses Semester auf dem Blog Revue passieren zu lassen. Daher führe ich mit diesem Post meine Reihe zum dualen Studium der Fachrichtung Maschinenbau fort und knüpfe damit an die Posts zur Kennlern-Phase, dem ersten Semester und der ersten Praxisphase an.

Hinweis
Ich studiere dual nach dem Modell von Studium Plus an einer Außenstelle der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM). An anderen Hochschulen und Universitäten sowie auch an anderen Außenstellen der THM läuft das zweite Semester sicher etwas anders ab.

duales Studium Maschinenbau - Semester 2

Die Fächer und Module

Darf man eigentlich noch von Fächern sprechen? Eigentlich sind es ja Vorlesungen… Und davon nicht gerade wenig. 32 Wochenstunden stehen in den Modulblättern vorgeschrieben – aber dazu kommt ja noch, dass wir eigentlich genau so viel Präsenzzeit in Vorlesungen haben wie wir auch zu Hause zusätzlich investieren sollen.

Übrigens herrscht bei uns Anwesenheitspflicht in allen Vorlesungen. Das liegt daran, dass unsere Partnerbetriebe sowohl uns als auch die Hochschule bezahlen – also muss quasi sichergestellt werden, dass wir auch wirklich was lernen.

Aber gut, schauen wir uns mal an, was so in meinem Stundenplan stand:

  • Mathe

    Gähn. Habt ihr meinen Post zum ersten Semester gelesen, in dem ich geschrieben habe, dass ich das meiste, was in Mathe gelehrt wird, aus dem Abitur schon konnte?
    Ein klein wenig besser wurde das im zweiten Semester zwar, aber dafür kam nun ein anderes Problem hinzu: Der Dozent, welcher der gleiche geblieben war, konnte den Stoff einfach nicht verständlich vermitteln – mir zumindest nicht.

    Daher musste ich also die Vorlesungen quasi absitzen und mir dann zu Hause alles selbst beibringen. Nicht optimal und hat nur semi-gut geklappt. Das Skript zur Vorlesung war dabei auch keine Hilfe…

    Wir haben uns über diesen Dozenten übrigens bereits im ersten Semester beschwert, aber da tut sich nichts. Die THM findet angeblich keinen Ersatz – aber Vorschläge hat sie sich abgelehnt.

duales Studium Maschinenbau - 2. Semester

  • Naturwissenschaften

    Für diese Vorlesung hatten wir zwei Dozenten, denn es gab einen Physik-Teil und einen für Chemie.

    Physik fand wieder samstags statt bei dem Mann, der uns bereits im ersten Semester unterrichtete. Er hatte sich unsere Kritik von damals zu Herzen genommen und hat daher ein Skript zur Vorlesung entwickelt. Das fanden wir alle sehr gut.
    Allerdings muss ich sagen, dass ich hier trotzdem fast nur eine Wiederholung meines Abiturstoffes zu hören bekam… Es hätte mir wirklich gereicht, das Skript zu Hause durchzuarbeiten, aber wegen der Anwesenheitspflicht musste ich ja meine Zeit im Hörsaal absitzen.

    Chemie hatten wir bei einem Dozenten, der von einer anderen Hochschule zu uns kam. Die Dozenten der THM haben nämlich auch nicht so viel Lust, an Außenstellen zu lehren… Das ist ihnen einfach zu viel Aufwand.
    Dieser Dozent konnte den Stoff wirklich gut vermitteln, ging auf alle Fragen ein und thematisierte die Grundlagen: Atom-Aufbau, Bindungen, Redoxreaktionen, Salze, Säuren und Basen
    Doof war nur, dass wir immer 6-8 Stunden am Stück hatten und die Vorlesungen erst spät im Semester lagen, sodass kaum Zeit bis zur Klausur blieb, um alles zu lernen.

    Die Klausur in diesem Fach war übrigens einfach zweigeteilt: 50 Bewertungseinheiten auf den vom Physikdozenten gestellten Teil und fünfzig weitere für Chemie. Geschrieben wurde das aber an einem Tag in zwei Stunden.

  • Technische Mechanik

    Dieses Fach hatte ich ebenfalls bereits im ersten Semester, allerdings gab es nun einen neuen Dozenten.

    Dieser kam auch von einer anderen Hochschule zu uns – und konnte gut erklären, rechnete viele Beispiele und Übungsaufgaben mit uns und war freundlich.

    Inhaltlich ging es um Festigkeitsberechnungen, vorwiegend von Trägern. Allerdings merkte ich hier deutlich, dass ich im ersten Semester was nicht wirklich verstanden hatte, denn mit Schnittkräften hatte ich jedes Mal wieder meine Probleme.

    Trotzdem besuchte ich die Vorlesung eigentlich recht gerne, konnte den neuen Stoff gut aufnehmen und blickte zuversichtlich Richtung Klausur (… und ausgerechnet da wurde es bei mir echt knapp.). Ärgerlich war nur, dass die Vorlesungen in Maschinenelemente diese Vorlesung als Grundlage voraussetzen… Mit technischer Mechanik haben wir aber erst wesentlich später im Semester begonnen… Angeblich wird das für kommende Studenten aber besser.

duales Studium Maschinenbau - 2. Semester

  • Maschinenelemente

    Drei Dozenten, ein Fach. Maschinenelemente wurde nämlich aufgeteilt: Ein Professor vermittelte uns neues Wissen, eine Dozentin leitete die Gruppenarbeit, die Voraussetzung für die Klausurzulassung ist, und eine ehemaliger Student leitete die Übungen.

    Inhaltlich ging es in unserer Vorlesung um die Berechnung von Bauteilen und deren Verbindungen. Also lernte ich Zeug über Schrauben, Schweißverbindungen, Löten, Kleben, Nieten und so weiter. Umfangreich war das echt – wir mussten von jeder Verwindungsart die Vor- und Nachteile sowie den Anwendungsbereich wissen und sie berechnen können. Aber immerhin was das Buch mit allen Formeln in der Klausur erlaubt… Das Skript taugte meiner Meinung nach nämlich nicht mal zum Lernen.

    In der Gruppenarbeit ging es um einen
    Kranträger. Belastung und Größe waren vorgegeben, das passende Profil mussten wir bestimmen, nachdem wir zuvor einiges berechnet hatten. Abgegeben wurden dann Zeichnungen von der Konstruktion, Protokolle der Gruppenarbeit und Berechnungen.
    Danach folgte eine weitere Gruppenarbeit, in der wir mit dem Computer eine Skizze und eine Zeichnung erstellen mussten – auf Grundlage der Daten aus der ersten Gruppenarbeit. Hierbei war ich meiner Gruppe leider wirklich keine große Hilfe, da ich mit dem Programm nicht so recht klar gekommen bin.

    Die Übungen dauerten je zwei Stunden lang und waren viel zu knapp. Hier sollten wir nämlich Aufgaben rechnen… Und zwar viele und umfangreiche.
    Aufgrund der knappen Zeit bekamen wir vom netten Übungsleiter viele Dinge nur vorgerechnet und durften diese erst zu Hause bei den Hausaufgaben, die für die Klausurzulassung bewertet wurden, selbst rechnen. Ich muss zugeben, dass ich da meine Probleme hatte und eigentlich jedes Mal Hilfe brauchte und manchmal sogar vor Verzweiflung heulte. Aber der Übungsleiter hat sich echt Mühe gegeben, antwortete seeeehr schnell auf Hilferufe meinerseits per E-Mails und ich war wohl einfach nur zu dumm…
    Gerade vor der Klausur haben wir aber auch in der Übung viel selbst unter Zeitdruck rechnen dürfen.

  • duales Studium Maschinenbau - Semster 2

  • Konstruktion / CAD

    Dieses Fach unterrichtete die Frau, die auch die Gruppenarbeit leitete. Es gab meistens zuerst zwei Stunden Theorie, in der wir hauptsächlich lernten, auf welchen Formalitäten man bei Zeichnungen und Schnittansichten achten muss.
    Anschließend ging es an den PC und mit Solid Works (ein Programm, mit dem man Konstruktionen am PC erstellt) sollten wir Teile konstruieren und Zeichnungen davon ableiten.
    Darin versagte ich übrigens total, denn leider wurden wir da für meinen Geschmack zu sehr ins kalte Wasser geworfen, da nur wenig vorgemacht wurde und wir uns quasi selbstständig in dem komplexen Programm zurecht finden mussten.

  • Coaching

    Mein Lieblingsfach! Okay, gelernt habe ich da so gut wie nichts, aber der Dozent war wieder der ehemalige Student, den wir in dieser Vorlesung auch schon im ersten Semester hatten.
    Es wurde wieder viel über Probleme im Studium gesprochen, aber auch Kreativität und Arbeitsmotivation bzw. das richtige Lernen kamen zur Sprache. Allerdings erfuhr man da selten was, was man brauchen kann und nicht bereits vorher kannte – es war also mehr ein nettes Beisammensein.

  • duales Studium Maschinenbau - 2. Semester

  • Ettikette Seminar

    Arg. Das Allerschlimmste für mich, würde ich behaupten.

    Es dauerte einen ganzen Tag lang… Vormittags und nachmittags saßen wir im Hörsaal und lernten, was der Unterschied zwischen Etikette und Benehmen ist. Außerdem erfuhren wir, wer wo in der „Hierarchie“ steht, was man bei geschäftlichen Anlässen als Mann als Kleidung zu tragen hat (Da ich die einzige weibliche Person abgesehen von der Seminar-Leiterin war, ging sie auf Frauen nicht ein, um die Herren nicht zu langweilen.) und wie man sich beim Geschäftsessen zu benehmen hat. Ich fand das alles furchtbar langweilig und muss es mir bei Bedarf eh kurz vorher noch mal anlesen, denn behalten kann man den ganzen Kram, der nicht selbstverständlich ist, meiner Meinung nach eh nicht.

    Abends folgte dann der zweite Teil, damit ich auch ja keine Freizeit oder Zeit zum Lernen an dem Tag kurz vor der Klausurenphase hatte. Wir mussten bei über dreißig Grad in Businessgarderobe erscheinen und ein aus fünf Gängen bestehendes Menü verspeisen. Sterne Restaurant (Die Sonne in Frankenberg), zwei Tische, bis abends um halb zehn.

    Ich saß während des Grußes aus der Küche (Gurkenkaltschale), der Vorspeise (Spargelsalat) und der Suppe mit einer Hälfte meiner Mitschüler am Tisch, danach durfte ich mit der Seminarleiterin vom anderen Tisch tauschen, damit alle meine Mitschüler mal in den Genuss ihrer Gesellschaft kamen.

    Ich jedenfalls war froh über den Tausch, denen an Tisch zwei fühlte ich mich viel wohler und wurde nicht aus den Gesprächen ausgegrenzt. Es gab dann noch Roastbeef als Hauptgang für meine Mitschüler (Risotto als vegetarische Alternative für mich) und Waldmeistersuppe, Panna Cotta, Erdbeereis und Erdbeerschaum zum Nachtisch. Leider hat mir das Essen kein bisschen geschmeckt… Ich mochte die Salatsoße nicht, die Suppe war mir zu salzig, Risotto esse ich nicht gern und der Nachtisch war zu süß… ähm ja, ich bin einfach nicht für solche Restaurants geeignet und fühle mich bei solchen Speisen nur unwohl, auch wenn hier die Qualität des Essens und die Portionsgrößen top waren.

duales Studium Maschinenbau - 2. Semester

Das Organisatorische

Also auf dieser Ebene ist das zweite Semester echt unter aller Sau gewesen. Tut mir ja leid, das so schreiben zu müssen, aber anders kann man es nicht formulieren.

Zunächst mal war der Stundenplan grausam. In den ersten Wochen hatten wir kaum Vorlesungen und daher viel Freizeit. Allerdings konnten wir noch nicht für die Klausuren lernen, da es ja kaum Stoff gab…
Einige Dozenten hatten wir erst nach mehreren Wochen erstmalig… Und so lagen beispielsweise 75% der Chemievorlesungen in den drei Wochen vor der Klausur. Wie sollen wir uns da vernünftig auf die Klausuren vorbereiten?
Und das, was mich daran am meisten ärgert, ist, dass man das einzig und allein mit Platzmangel begründete. Die Studenten des sechsten Semesters, welche früher fertig sein sollten, hätten die Räume blockiert, sodass wir in den ersten Monaten kaum Vorlesungen haben konnten. Allerdings hat die Sparkasse der THM sogar angeboten, Räume zur Verfügung zu stellen. Das hat unsere Außenstelle aber abgelehnt – den Verantwortlichen war es also scheinbar egal, dass wir Studenten so behandelt werden und dann in total Lernstress geraten..

Immerhin unsere Dozenten standen uns zur Seite und halfen mit, die Klausuren zu entzehren. Wir schrieben also nicht alles in der einen dafür vorgesehenen Woche, sondern hatten quasi drei Wochen mit Klausuren.

Tja, und davon, dass wir für die Samstage, an welchen wir ständig in der Vorlesung saßen, einen anderen Tag in der Woche angeblich frei haben sollten, merkten wir auch irgendwie nicht viel. Einige Mittwoche konnten wir uns aber wenigstens selbst freischaufeln, indem wir mit dem Dozenten absprachen, dass wir die Vorlesungen auf einen Tag verlegen, an dem wir sowieso schon Vorlesungen hatten.
Sonst hätten wir nämlich etliche 6-Tage-Wochen gehabt…

Und ihr wollt nicht wissen, wie blöd ich das mit den Samstagen fand. Gerade im Sommersemester waren da oft Veranstaltungen, die ich deswegen verpasst habe – etwa die Tierschau auf dem Frankenberger Pfingstmarkt. Und mein Besuch auf dem Hessentag war auch Stress pur, weil ich bis nachmittags im Hörsaal saß und am frühen Abend schon bei Just 90s sein musste.

Einen Messebesuch bekamen wir auch angeboten… Und da wir alle mitfahren wollten, baten wir darum, dass der Bus, der von Wetzlar nach Hannover fuhr, uns in Frankenberg einsammeln würde. Nach Wetzlar fährt man nämlich von uns aus zwei Stunden, aber Frankenberg liegt auf dem Weg von Wetzlar zur Messe.
Erst hieß es, dass wir einen Bus bekämen und drei Tage vorher wurde uns dann mitgeteilt, dass dieser Bus uns nach Wetzlar fahren würde, damit wir von dort aus dann mit allen nach Hannover fahren können. Zurück geht es dann wieder über Wetzlar. Abfahrt: kurz vor vier, nachts; Ankunft nach der Messe in Frankenberg: 23 Uhr.

Diese Informationen lagen den Leuten, die uns informierten, übrigens schon Wochen vor und dann waren sie auch noch sauer, als wir uns beschwerten. Wir versuchten noch, ihnen klar zu machen, dass wir nicht über Wetzlar fahren wollten, aber da war nichts zu retten.
Abschließend wurden wir als unprofessionell bezeichnet, da wir dann letztendlich nicht zur Messe fuhren und den Bus stornieren ließen. Und genau das ärgert mich, denn wir sind die ganze Zeit über freundlich geblieben, haben augenblicklich reagiert, als wir Informationen erhielten, und der Fehler lag auch ganz klar bei den Leuten im Büro der THM.

Aber noch mehr ist bescheiden gelaufen: Das Etikette-Seminar hätte man sicher zu Beginn des Semesters machen können. So lag das mitten in der Zeit vor den Klausuren, was echt doof war, da es ja von morgens bis abends um zehn dauerte. Die Zeit hätten wir da aber dringend zum Lernen gebraucht.

Zudem müssen wir ja unsere Dozenten zur Mitte des Semesters bewerten. Qualitätssicherung der THM nennt sich das.
Doof nur, wenn man einige Veranstaltungen, wie das Etikette-Seminar, noch gar nicht hatte und auch bei einigen Dozenten bis zu dem Zeitpunkt nur eine Vorlesung besuchen konnte, weil der Stundenplan ja so grausam gestaltet war. Diese Evaluation müsste man also echt anders gestalten.

Auch blöd war es, den Hochschul-Betreuer für die zweite Praxisphase zu wählen, bevor wir die Noten für den ersten Praxisphasenbericht hatten. Ich finde es echt unverschämt, dass ich auch nach 2,5 Monaten noch nichts davon gehört hatte, wie der Dozent von der Hochschule meinen Bericht bewertet hatte. Und per E-Mail durfte mir dieser nicht mal die Punktzahl nennen und machte daher dann nach eben diesen 2,5 Monaten nur Andeutungen, als ich nachfragte. Erst am Semesterende waren die Noten eeendlich online – aber eine Einsicht wie bei Klausuren gibt es hier soweit ich weiß auch nicht.

Ich glaube, das war nun alles, was ich kritisieren würde an der Organisation… Kommen wir also gleich zum nächsten Problem.

duales Studium Maschinenbau - 2. Semester

Was man nicht lernt

Die Grundlagen aus dem Studium sollte man schon mitnehmen.
- mein Dozent in der Maschinenelemente-Vorlesung

Dieser Satz fiel in einem Gespräch mit einem unserer Dozenten, der ganz irritiert war, als sich mal jemand traute zu fragen, was der Unterschied zwischen h7 und H7 ist. (Nur am Rande für alle, die sich nicht mit sowas beschäftigen: Das hat was mit Passungen von Bolzen und Bohrungen zu tun.)
Da gab es dann nämlich eine Diskussion, dass wir solche Grundlagen ja eigentlich können müssen. Mit stellte sich da allerdings direkt die Frage, wie ich Grundlagen aus dem Studium mitnehmen soll, wenn ich sie gar nicht im Studium lerne.
… Und auf Aufforderung eines Mitschülers wiederholte ich diesen gemurmelten Gedanken sogar so laut, dass der Dozent es hören und darauf reagieren konnte.

Es folgte eine Erläuterung, dass wir eben durch den Bachelor einfach weniger Zeit hätten und man daher die Vorlesungsstunden so gekürzt habe, dass das eben nicht mehr unterrichtet werden könne.
Für mich macht das alles aber wenig Sinn als Begründung. In Mathe kauen wir all das Zeug aus dem Abi ja auch noch mal durch… Kann man da nicht Mathe dann in den Stunden kürzen, sodass wir zu Hause wenigstens die Zeit haben, uns die Grundlagen selbst beizubringen?

Generell ist es nämlich so, dass sich unser Semester etwas spaltet: Leute mit Abitur, die „die Grundlagen“, also Bezeichnungen von Maschinenelementen, Schrauben und sowas, nicht können, und Leute mit Fachabitur und Ausbildung, die zwar „die Grundlagen“ beherrschen, aber dafür in Mathe eben die Vorlesungen auch wirklich brauchen, in denen ich mich langweile.

Mir kommt es allerdings so vor, als sei dieser duale Studiengang da ein wenig unfair – die Leute mit Ausbildung werden bei ihrem Wissensstand abgeholt, die Leute vom Gymnasium nicht. Da besteht meiner Meinung nach wirklich Verbesserungsbedarf. Entweder man strukturiert die Vorlesungen anders oder man streicht auch bei Mathe ein paar Stunden zu Gunsten von Zeit zum eigenständigem Lernen, in denen jeder sich das aneignet, was ihm fehlt. Denn ich kann mir die Sachen, die mir fehlen, gern selbst anlesen, aber dann brauche ich dazu Zeit. Zeit, die ich nicht mal habe, um ausreichend die Vorlesungen nachzuarbeiten und mich auf Klausuren vorzubereiten.

duales Studium Maschinenbau - Semster 2

Fazit zum zweiten Semester

Ich habe gelitten. Wirklich, gerade die letzten 2,5 Monate waren grausam für mich. Ich hatte zu nichts Zeit – nur für mein Pony und ein Sparprogramm beim Blog habe ich sie mir genommen. Ansonsten musste ich ständig lernen und hatte permanent Angst, die Klausuren nicht zu bestehen. Hausübungen brauchten mich zum Heulen…
Ach ja und meiner Oma und meinem Onkel musste ich einen Besuch zum Kuchen essen auch mehr als ein Mal ausschlagen, weil ich Unterricht hatte oder für Klausuren pauken musste. Das hat mich echt mitgenommen…

Ich bin daher wirklich froh, nun wieder im Betrieb zu sein, wo man eben wirklich frei hat, wenn der Arbeitstag zu Ende ist. Außerdem fühlen sich zwei Tage Wochenende wie purer Luxus an!!!

Trotzdem… Ich bereue nicht, diesen Studiengang gewählt zu haben. Jedes andere Studium würde mir inhaltlich sicher auch nicht leichter fallen. Ich weiß ja genau, warum ich dual studieren wollte – damit ich einen Job habe, wenn ich fertig bin, und auch jetzt schon Geld verdienen. Und genau darüber bin ich immer noch froh, denn sonst hätte ich mir nicht kurz vor dem Beginn des Semesters das Pony kaufen können. Dafür brauchte ich einfach die Sicherheit, dass ich es aus finanziellen Gründen nicht spätestens am Ende des Studiums wieder abgeben muss, weil ich blöderweise keinen Job finden kann.

Also: Es ist die Quälerei wert, weil ich mir damit den Traum vom eigenen Pony verwirklichen konnte und etwas mache, was eigentlich auch ganz interessant ist.

Und, seid ihr mit dem, was ihr gerade macht, glücklich? Oder zieht ihr das gerade nur durch, weil ihr einen Traum oder ein Ziel habt, wofür das eben nötig ist?


Dieser Post ist Teil einer Reihe über mein duales Studium der Fachrichtung Maschinenbau. Bisher erschien ein Post als Überblick über das Studium und es sind weitere geplant zu den einzelnen Semestern und Praxisphasen.
Hier geht es zu allen erschienen Posts.

- geschrieben von Tabea -

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4 Kommentare zu Duales Studium Maschinenbau – Semester 2

  1. Oh je, da ist ja echt einiges Schief gelaufen, wo ich deinen Unmut auch verstehen kann. Vor allem bei der Messe, denn bei dne Uhrzeiten wäre ich auch nicht mitgefahren, das ist dann einfach nur stresig und anstregend und hat nichts mehr mit einem entspannten Messetag zu tun. Das Etiekkte Seminare wäre wohl auch mein Horror gewesen, aber ganz ehrlich: Ich habe ja nun auch schon eine Ausbildung hinter mir und habe auch ohne solches Seminar einen guten Eindruck hinterlassen und das hinbekommen. Funktioniert auch mit etwas Menschenverstand. Und das du die Samstage schrecklich fandest, verstehe ich auch. Ich bin froh, dass das bei uns nur ganz selten vorkam. Meistens war das dann mal ein Blockseminar, wo es aber dann auch vorab bekannt war, dass mal ein Samstag anstehen würde. Also nur halb schlimm.

    Und das mit dem Stoff, dass ist richtig ärgerlich. Hätte ich mich auch aufgeregt, aber so wird gerne diskutiert, dass einem einfach die Zeit fehlt.

    Das du trotzdem froh bist mit dem Studium ist aber das wichtigste und glaube mir: an jeder Uni gibt es Dinge die nicht komplett rundlaufen. Ich hoffe du hast die Klausuren nun auch gut überstanden?

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Ich bin davon auch absolut kein Fan. Einfach schon deshalb nicht, weil man ja auch viel wertvolle Zeit in eine Serie oder ein Buch investiert und wenn es dann nicht abgeschlossen ist, dann ist das echt ärgerlich und auch irgendwie verschwendete Lebenszeit. Gut, dass es da mittlerweile ein Umdenken gibt bei vielen Sendern.

    Das ist gar nicht so ungewöhnlich. Letztes Jahr gab es die ersten Weihnachtsfilme auch schon um diese Zeit, die meisten folgen aber ganz klar im Herbst erst. Aber die Filme werden ja meist mit einem Paketdeal erworben, sodass man mehrere Filme auf einmal erhält.

    • Ja, dieses Semester war irgendwie echt nicht das Gelbe vom Ei. Da bin ich einfach nur froh, dass nun alles ein Ende hat…
      Wenn es nur und zu ein Samstag gewesen wäre, hätte ich das auch nicht so schlimm gefunden, aber nahezu jede Woche nie zwei Tage am Stück frei zu haben schlaucht leider doch am Ende total. Und mein Problem ist ja auch immer, dass ich hier keine Freunde gefunden habe und daher kaum sozialen Kontakt habe, außer zu meiner Familie.

      Gut überstanden ist ja Definitionssache bei Klausuren… Ich hab sie alle bestanden und erfolgreich aus meinem Kopf verbannt. Gut gelaufen sind sie aber alle trotz der ganzen Lernerei nicht.

      Interessant, dass die Filmindustrie echt so viel vorab schon an Feste und Anlässe denkt… Aber gut, ich mache es beim Bloggen ja kaum anders und tippte jetzt schon Posts für die Weihnachtszeit. Oder für das kommende Jahr… Ich weiß nämlich jetzt schon, was es nächsten Sommer für eine Blogparade geben wird 😉

      Liebe Grüße

  2. nossy am

    Ich finde es unverschämt das die Dozentin des Etikette-Seminars zwar auf die Kleidung der Männer fürs Geschäftsessen eingegangen ist, aber nicht auf die für die Frauen. Das würde ich diskriminierend finden, und dann auch noch von einer Dozentin… geht ja mal gar nicht!


Natürlich freue ich mich über jedes einzelne Kommentar, da es mir viel bedeutet, wenn ihr euch Zeit für meinen Blogpost nehmt und sogar noch ein paar Zeilen an mich verfasst! Trotzdem wäre es nett, wenn ihr die Links zu eurer eigenen Website oder eurem Blog NUR in dem dafür vorgesehenen Feld eintragt, statt sie auch noch in eurem Kommentar einzufügen. Solche Links aus Kommentaren entferne ich sonst nachträglich sowieso - und das macht nur Arbeit. Außerdem erhältst du eine Benachrichtigung per Mail, wenn jemand (meistens ich) auf dein Kommentar antwortet. Wenn du damit nicht einverstanden bist, kommentiere bitte einfach nicht.

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