Dienstag, 16. Mai 2017

Duales Studium Maschinenbau: 1. Semester

Hallo ihr Lieben!

Weiter geht es mit der Postreihe über mein Studium! Ich habe euch ja bereits einen Überblick über den Ablauf von der Bewerbung bis zum Abschluss gegeben und von der Kennlernphase im Unternehmen erzählt – also ist heute das erste Semester dran.

Dieses begann bei mir Mitte Oktober 2016, nachdem ich einige Brückenkurse zur Vorbereitung absolviert hatte. Ich kann mir gut vorstellen, dass der Alltag für Studenten an anderen Hochschulen und Unis ganz anders aussieht als bei mir an der Außenstelle der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM).

Duales Studium Maschinenbau - Erstes Semester

Der Stundenplan

Ich durfte mir nun nämlich jeden Freitag einen neuen Stundenplan downloaden. Es gab zwar jedes Mal einen, der bis zum Semesterende reichte, aber fast jede Woche kamen eben Änderungen hinzu. Meine Fächer fanden auch nicht jede Woche zur gleichen Zeit statt, zumindest einige. Somit musste ich den aktuellen Plan immer zur Hand haben, wenn ich Termine absprechen wollte… und nicht mal dann wusste ich sicher, dass ich nicht kurz vorher doch wieder was verschieben und absagen muss, weil immer wieder Vorlesungen hinzukamen, verschoben und verlegt wurden. Das hat mich manchmal wirklich genervt.

Übrigens: Die Woche geht an der THM sechs Tage lang. Wir hatten an ca. zwei von drei Samstagen Vorlesungen und dafür dann ab und zu unter der Woche mal einen Tag frei. Grundsätzlich hatte ich aber wohl immer 5 oder 6 Schultage, auch wenn ich an manchen nur 4 Stunden Unterricht hatte.

Nett war da, dass es sehr oft frühstens um 9:50 Uhr losging – also konnten wir immer recht ausgeschlafen in dem kleinen Hörsaal antanzen. Nur samstags sollten wir immer bereits um 8 erscheinen, wenn da Unterricht war. Wo ist da nur die Logik?
Mein Semester besteht nur aus 23 oder 24 Studenten, von denen ich das einzige Mädchen bin, und auch in den anderen Jahrgängen sieht es nicht großartig anders aus. Daher passen auch nur um die 30 Leute in unsere Hörsäle und in einige sogar nur 15 bis 20 Personen.

Die Fächer

So,… kommen wir mal zu den Fächern. Was wird denn so im ersten Semester Maschinenbau unterrichtet?

Mathe

Mathe zählt zu den wichtigeren Fächern, fürchte ich. Denn davon waren einige Wochenstunden abzusitzen, viel mehr als in manchen anderen Fächern. Inhaltlich war hier für mich nur sehr wenig neuer Stoff dabei, aber von meinen Mitschülern hatten einige doch zu kämpfen. Woran das lag? Es wird ziemlich viel behandelt, was man auf dem Weg zum hessischen Zentralabitur in der Oberstufe zur Genüge durchkaut. Teilweise konnte ich sogar meine Lernzettel vom Abitur wieder herauskramen und damit lernen.

Wenn man allerdings ein Fachabitur gemacht hat, dann kann es leicht passieren, dass einem nicht alles zufällt und man sich viel von seinen Mitschülern erklären lassen muss, um die Aufgaben lösen zu können.

Unser Dozent war leider nicht wirklich einer der besten… eigentlich nicht mal Mittelmaß. Ja, er besaß Begeisterung für die Mathematik. Mehr aber auch nicht, denn erklären konnte er gar nicht und vieles setzte er eben einfach voraus, was für ein paar meiner Mitschüler ziemlich unpraktisch war. Der Schwierigkeitsgrad seiner Aufgaben schwankte zudem enorm und man wusste daher nicht, was einen in der Klausur erwarten würde. Die Probeklausur half da auch nicht, da diese sehr einfach war und die eigentliche Klausur am Semesterende es dann laut meiner Mitschüler voll in sich hatte. (Bei mir war es komischerweise so, dass ich mit der auch keine Probleme hatte, aber bei der Probeklausur zu viele Punkte wegen Ungenauigkeiten verlor.)

Was hier vielleicht noch erwähnenswert ist: Mathe zählte zu den Vorlesungen, bei denen wir immer ein bis zwei Stunden Theorie hörten (wie gesagt wenig verständlich dargelegt) und anschließend ein Übungsblatt rechnen mussten, dass dann verglichen wurde. Die strikte Trennung von Vorlesung und Übung, so wie meine Freundin sie im Mathestudium hat, gibt es bei uns an der THM in Frankenberg also nicht.

Englisch

Deutsch steht nicht auf dem Plan, Englisch aber schon. Da wir ja alle Ingenieure werden wollen, müssen wir eben ein klein wenig Buissness-English und auch Technical-English beherrschen, falls wir später mal im Ausland eingesetzt werden oder Kontakt zu internationalen Partnern haben.

Während in der Schule also früher Vokabeln, Grammatik und Interpretieren im Vordergrund standen, waren es nun technische Vokabeln und das Verstehen von technischen Texten sowie das Schreiben von seriösen Dokumenten. Ich lernte also noch ein paar neue Wörter kennen, schrieb „geschäftliche“ Mails und formale Berichte und las Texte über Raketen und Autos. Okay, ein bisschen Grammatik haben wir dann doch wiederholt, denn manche Mitschüler hatten ja schon seit Jahren kein Englisch mehr gelernt oder überhaupt irgendwie im Alltag gebraucht.

Insgesamt hatte ich mit diesem Fach eher wenig Probleme. Es nervte zwar, wieder Vokabeln lernen zu müssen, aber das Schreiben und das Diskutieren haben mir sogar etwas Spaß gemacht.

Zusätzlich zur Klausur mussten wir hier übrigens auch in Partnerarbeit eine Präsentation zu einem technischen Thema vorbereiten und halten. Erst hatte ich davor ziemlich Angst, doch mein Partner war Gold wert: Er wählte für uns das Thema „Trochaidales Fräsen“ aus. Dazu findet man ganz gut Information im Netz und wir stellten dann einen Vergleich mit herkömmlichen Fräsen an und zeigten Vor- sowie Nachteile auf. Die Präsentation sollte auch nicht mal 10 Minuten dauern, sodass das alles kein Problem war. Als wir dann alles präsentiert hatten, fürchteten wir nur beide, dem anderen die Note verdorben zu haben – und bekamen schließlich beide eine fast identische Punktzahl, mit der wir sehr zufrieden waren.

Duales Studium Maschinenbau - Erstes Semester

Fertigungstechnik

Jetzt aber mal zu einem Fach, das ich noch nicht aus der Schule kannte. Hier hatten jetzt all die Leute einen Vorteil, die bereits eine Ausbildung absolviert hatten.

In diesem Fach lernten wir diverse Fertigungsverfahren kennen – und mit divers meine ich, dass das sicher an die 100 Stück waren. Und zu jedem bekamen wir einige Kennwerte geliefert (Geschwindigkeit, rentable Stückzahlen, Preis,…) und sollten die dann in der Klausur am Ende wissen. Nur die Erklärung, wie ein Verfahren funktioniert, habe ich häufig vermisst, da ich eben nicht so wirklich eine Ahnung hatte, was z.B. Tiefziehen ist und wie ich mir das vorzustellen habe. Wie gesagt, mit Ausbildung war man im Vorteil.

Der Dozent prädigte immer wieder:

Fertigungstechnik darf man nicht auswendig lernen, das muss man verstehen.
- Mein Dozent für Fertigungstechnik

Meine Mitschüler und ich waren da aber anderer Meinung. Klar – verstehen muss man, warum welches Verfahren für welchen Zweck geeignet ist oder eben nicht, aber all die Zahlen und Namen kann sich doch niemand einfach so merken! Wir lernten wie blöd auswendig und ich auch auf Lücke, denn anders ging es einfach nicht. Und eigentlich muss ich die Schnittgeschwindigkeit beim Laserschneiden auch nicht aus dem Kopf wissen, da die in der Praxis sowohl von der Maschine, als auch vom Material abhängt und nachgeschaut werden kann…

Unser Dozent wollte mit uns übrigens unbedingt eine Betriebsbesichtigung machen. Das war zwar eigentlich eine schöne Idee, aber blöderweise setzte er die in der stressigen Zeit vor den Klausuren.

Angesehen haben wir uns bei der Firma Bretthauer, die Kunststofftechnik herstellt, wie deren Produkte entstehen und worauf sie in der Kunststoffverarbeitung achten müssen. Alles in allem fand ich das doch ganz interessant – wer hätte gedacht, dass Sitzlehnen im Flugzeug aus Kunststoff wegen der enormen Sicherheitsanforderungen nur von gerade dieser Firma gefertigt werden können, da diese das passende Konzept entwickelt haben?

Werkstofftechnik

Mein Lieblingsfach! Hier lernt man alles, was in Metallen vor sich geht und wie diese geprüft werden, würde ich sagen.

Also angefangen hat es mit dem Aufbau eines Metalls, dann ging es über den Zugversuch und den Schwingversuch zu weiteren Werkstoffprüfungen und anschließend beschäftigten wir uns damit, wie Schmelzen von zwei unterschiedlichen und miteinander gemischten Stoffen erstarren.

Ich fand das alles unheimlich spannend, denn hier wurde mir klar, wie man ermitteln kann, ob ein Material für den Einsatzzweck geeignet ist. Auch habe ich gelernt, wie überprüft werden kann, ob ein Bauteil noch in Ordnung ist, und der Gitteraufbau und das Erstarren von Schmelzen war für mich sowieso total spannend, da meine Firma ja Metall verarbeitet und dieses dabei auch erhitzt, um es zu formen und vergüten. Es ist für mich also gut zu wissen, was während dieser Prozesse im Metall vor sich geht, finde ich.

Meine Mitschüler, die eher in anderen Bereichen arbeiten werden und nicht so viel mit Metall zu tun haben, fanden das Fach aber eher blöd. Es war eben teilweise nicht alles einfach zu verstehen und unser Dozent hatte Persönlichkeit. Was ich damit ausdrücken will? Er ist durchaus ein super netter Mensch, er kann gut erklären, aber seine Art muss man eben mögen. Ich fand sie super, aber manche eben nicht.

Trotzdem war dieses Fach eins, dass mir wochenlang Panik bereitete wegen der Klausur. Um diese Klausur schreiben zu dürfen, musste man vorher nämlich einige Onlinetests im Moodle der Hochschule zu 100% richtig abgeschlossen haben. Grundlage für diese Tests waren eigentlich die Vorlesungen und die Laborpraktika, welche auch Teil des Stundenplans waren.

Dummerweise waren die Laborpraktika erst recht spät angesetzt, sodass die Zeit eher knapp war. Außerdem wurde in den Vorlesungen kaum was zu vielen der Multiple-Choise-Fragen gesagt und im Internet waren Informationen auch schwer zu finden. Im Praktikum wurden auch nicht alle Fragen angesprochen… und zudem musste man jeden Test, bei dem man zwar viele Versuche hatte, komplett von vorne beginnen, wenn irgendwas falsch war. Und das, obwohl die bei mir meist 2-3 Stunden dauerten; an einem saß ich insgesamt dann sicher 15 Stunden, bis ich es endlich geschafft hatte.

Somit hatte ich bis kurz vor der Klausur Angst, an diesen Tests zu scheitern. Und ohne Klausur werden ja auch die Credit Points nicht gewertet…

Am Ende hat aber alles hingehauen, sogar mit Traumnote 🙂.

Technische Mechanik

Und vom besten Fach kommen wir dann auch gleich zu dem, dass mir die größten Probleme bereitete. Technische Mechanik beschäftigt sich mit Kräften, die auf und im Inneren von Tragwerke wirken. Da kann man eine Menge berechnen; und genau das sollten wir in diesen Vorlesungen lernen.

Verstanden habe ich zwar, wie man rechnen soll, aber gerade dann, wenn ich Kräfte im Inneren der Tragwerke selbst bestimmen sollte, bin ich eigentlich immer gescheitert. Ich weiß einfach nicht, woran das lag, und hoffe nur, dass ich mit den beiden noch kommenden Semestern, in denen dieses Fach auf dem Plan steht, besser klar komme.

Achja, Mittelpunkte von Linien, Flächen etc. mussten wir auch berechnen und Kräfte durften ebenfalls addiert werden.

Gut gefallen hat mir aber die Struktur der Vorlesungen: 2 Stunden Vortrag vom Dozenten, in dem er uns Beispiele vorrechnete und uns mit einbezog, waren gefolgt von 2 Stunden, in denen wir rechneten. Die Lösungen gab es immer direkt dazu auf der Rückseite des Übungsblattes und der Dozent ging während dieser Zeit durch die Reihen und half jedem, der nicht weiter kam. Wirklich, auch wenn er schon längst das Rentenalter erreicht hat – dieser Mann hatte es drauf zu unterrichten!

Naturwissenschaften

Man hätte dieses Fach auch Physik nennen können. Zunächst ging es um Bewegungen (mit und ohne Beschleunigung, Wurfbewegungen), dann kamen Kräfte hinzu und schließlich ging es um Gase und Flüssigkeiten (Die werden auf „schlau“ dann Fluide genannt… 😉).

Wirklich interessant war das alles nicht, da ich vieles schon aus den Abiturvorbereitungen kannte. Gerade die Bewegungen am Anfang waren pure Wiederholung und die Kräfte kannten wir alle schon aus der Technischen Mechanik.

Achja, das hier war übrigens wieder ein Fach, dass Vorlesung und Übungen kombinierte: Allerdings nicht getrennt, sondern immer 5-10 Minuten zuhören, eine Aufgabe rechnen, vergleichen. Und wir waren alle furchtbar genervt davon, dass es kein fertiges Skript gab, sondern wir alles von an die Wand geworfenen Blättern abschreiben durften. In allen anderen Fächern hatten wir nämlich ein gedrucktes Skript, dass wir nur mit Anmerkungen und Markierungen ergänzten.
(Aber jetzt, wo ich im zweiten Semester beim gleichen Dozenten den zweiten Teil von den Naturwissenschaften habe, hat er auch ein Skript ausgeteilt, da er sich unsere Kritik zu Herzen genommen hat.)

Duales Studium Maschinenbau - Erstes Semester

Coaching

Das hier ist so ein Fach, was nicht so ganz ernst zu nehmen ist, finde ich. „Unterrichtet“ wird es von ehemaligen dualen Studenten, die bereits Fuß gefasst haben im Berufsleben. Am Anfang jeder Vorlesung soll man kurz sagen, wie man mit dem Studium zurecht kommt und wo es Probleme, beispielsweise mit den Dozenten, gibt.

Danach stehen dann Themen wie „Lernstrategien“, „Höflichkeitsetikette“, „Tipps zum Praxisphasenbericht“ und „Motivation und Ziele“ auf der Agenda… also eigentlich alles sinnvolle Themen, aber leider sind die so oberflächlich aufbereitet, dass man da kaum was Neues mitnehmen kann.

Dafür ist der Unterricht aber auch entspannt und es wird in der Mittagspause gemeinschaftlich Essen bestellt. Und eine Klausur am Ende gibt es auch nicht – nur anwesend muss man eben gewesen sein, um die Credit Points zu bekommen.

Technik-Modul

Kein richtiges Fach ist das Technik-Modul gewesen. Es fand in einer anderen Außenstelle der Hochschule statt und dauerte ganze zwei Tage. Am Ende gab es dann eine Teilnahme-Urkunde und die Credit Points… aber Spaß hatte ich da nicht so recht.

Am Morgen des ersten Tages fuhr ich erst mal nach Biedenkopf, also ca. 35 Minuten Fahrzeit im Schnee. Danke. Und dann dauerte das Modul bis abends… es ging um Kurvenfahrten und das Fahrverhalten. Aus anderen Außenstellen (Hersfeld, Biedenkopf, Limburg…) waren auch noch Leute aus den Ingenieurs-Studiengängen da und wir wurden in Gruppen (gemischt) eingeteilt. Nun galt es als Team ein Lego-Auto zu bauen, dass möglichst schnell eine gerade Strecke fährt und rechtzeitig nach einer Linie anhält (ein Mal bei bekannter Streckenlänge und ein Mal, bevor ein Hindernis kommt). Außerdem sollte das Auto danach noch 10 Mal um eine Pylone fahren, ohne diese zu verschieben – natürlich auch so schnell es geht. Zusätzlich mussten wir noch pro Gruppe einen Vortrag zu drei Auto- oder Konstrukitonsthemen an diesen zwei Tagen aus dem Hut zaubern.

Übernachtet haben wir in einer gammeligen Jugendherberge… geschlafen haben wir nicht, weil es da furchtbar laut war (und meine Mitschüler schliefen auch teilweise nicht, weil sie dafür gesorgt haben, dass die Kneipen in Biedenkopf mal ein bisschen Umsatz machen 😉).

Am nächsten Morgen war also niemand mehr gut gelaunt und wir wollten nur nach Hause. Meine Gruppe hatte die Motivation und die Hoffnung auf den Sieg gegen die anderen Gruppen eh schon verloren, nachdem unser Auto am Vortag im Test bestens funktionierte und dann beim Rennen völlig versagte. Trotzdem, wir kämpften uns durch und eigentlich war zumindest die Gesellschaft gut 🙂 Froh waren wir, als wir abends endlich ins Auto springen und wegfahren durften.

Wissenschaftliches Arbeiten

Wieder so ein Modul, aber es dauerte nur 8 Stunden am Stück. Da lernten wir, wie man richtig zitiert und welche Bestandteile eine wissenschaftliche Arbeit aufweist (Vorwort, Inhaltsverzeichnis, Einleitung, Fazit,… Ihr wisst schon, was ich meine.).
Das war wichtig, damit wir in der kommenden Praxisphase dann am Ende unseren Bericht über diese verfassen können – denn der entscheidet über die Benotung der Praxisphase. Spannend war es zwar nicht, aber gut war es schon, da mal ein paar Fragen stellen zu können und dann das Skript zu haben, wo man später alles nachschlagen kann. Trotzdem habe ich nicht das Gefühl, dass ich seitdem wirklich zitieren kann – denn ich muss alles nachschauen und bin mir manchmal trotzdem unsicher.

Allgemeines zu den Vorlesungen

Das waren sie also, meine Fächer im ersten Semester. Bei jeder Vorlesung herrscht im Übrigen in unserem dualen Studiengang Anwesenheitspflicht, die anhand einer Unterschriftenliste auch jedes Mal kontrolliert wird. Dies finde ich verständlich, da unsere Betriebe ja alle eine Menge Geld an uns selbst in Form von Gehalt und zusätzlich auch noch an die THM zahlen, damit wir dieses Studium machen können. Da darf man verlangen, dass wir uns die Vorträge der Dozenten auch anhören.

Ist studieren anders als Schule?

Jein. Also ich denke, das sieht bei „normalen“ Studiengängen ohne duale Verknüpfung und eventuell sogar an anderen Hochschulen schon ganz anders aus, aber bei mir war die Umstellung von Oberstufe auf Hochschule eher gering. Wir waren ja in jeder Vorlesung nur 18-24 Leute und die Lehrer haben uns eigentlich alle in den Unterricht mit einbezogen. Klar, die Mitarbeit wurde nicht mehr benotet, aber trotzdem eben noch eingefordert. Mit 32 Wochenstunden lag ich auch ungefähr auf dem Niveau, dass ich im Abitur am Ende zu stemmen hatte.

Der größte Unterschied für mich lag daran, dass wir ein Fach meist 4-6 Stunden am Stück hatten, weil die Dozenten eine weitere Anfahrt hatten und meist eben nur ein Semester unterrichten. Außerdem gab es eben das Skript, sodass ich wesentlich weniger selbst schreiben musste. Dafür musste ich mich aber nach jeder Vorlesung zu Hause noch mal hinsetzen und mir eine Zusammenfassung schreiben, weil man eben sehr viel in der kurzen Zeit durchspricht und im Kopf behalten soll.

Die Klausurenphase kam mir auch stressiger vor als damals in der Schule, weil eben alle Klausuren quasi die Note für ein halbes Jahr „Arbeit“ sind… sonst hatte ich ja immer noch das Mündliche und die zweite Klausur zum Ausgleichen, falls mal was schief geht.

Grundsätzlich bin ich aber das ganze Semester über gern in die Hochschule gegangen, weil meine Mitschüler eben so nett sind und wir uns gegenseitig immer weiter geholfen haben.

Hast du sonst noch Fragen zu ersten Semester? War dein Studium ganz anders oder stellst du dir das Studieren vielleicht auch allgemein ganz anders vor?

- geschrieben von Tabea -

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6 Kommentare zu Duales Studium Maschinenbau: 1. Semester

  1. Haha, das hat echt nicht viel mit dem Studium an einer größeren Uni zu tun. Wir sind zwar nur ca. 20 Leute in meinem Studiengang, haben aber fast alle Vorlesungen mit anderen Studiengängen zusammen, sodass da schon 100-200 Leute sitzen in den Hörsäälen. In den Übungen dann allerdings auch so viele wie bei euch. Dafür haben wir hier ganz normale 90-Minuten-Blöcke und samstags frei.

    Mir scheint auch dein Stoff deutlich praxisbezogener zu sein – aber das ist ja generell unterschiedlich zwischen Hochschule und Universität.

    Ich find’s süß dass du von Mitschülern redest. Daran merkt man, wie schulisch es sich bei euch anfühlt. ^^

    • Pro Studiengang sind wir 6-10 Leute oder so, also wirklich wenige. Und da nur drei Studiengänge angeboten werden…
      Diese neunzig Minuten haben wir auch… Aber davon eben immer mindestens zwei hintereinander, manchmal aber auch vier Stück davon. Mein Kopf rechnet das aber immer als Schulstunden um und so wird es auch gewertet bei den Wochenstunden.

      Ja… Ich spreche immer von Mitschülern, weil das andere Wort mir zu kompliziert zu schreiben und auszusprechen ist 😉 Außerdem fühlt es sich eben einfach wie eine Klasse an.

      Ja, einiges ist schon praxisbezogen… Nur leider kommt trotzdem recht wenig davon dann in den Praxisphasen zur Anwendung.

      Liebe Grüße

  2. Hi Tabea,
    ich finde deine Kombination von Leidenschaften fürs Kreative (Nähen und so) und Technisches (Maschbau) total toll. Und dann noch bloggen, weil du ein Faible fürs Coden hast. Das ist fantastisch, insbesondere für eine junge Frau von 18 Jahren!
    Hast du schon mal von Udacity gehört? Das ist eine Online Uni, die mit den big Companies des Internets (Google, Facebook, etc.) zusammen Kurse entwickelt, die für die Jobs und die Welt von morgen Leute ausbilden. Wirklich total innovativ und die Art, wie sie Wissen vermitteln ist wirklich „anders“ als das, was deutsche Studenten so kennen…
    Es gibt z.B. Kurse zu Coding, aber auch AI, autonomes Fahren, etc. Teilweise sogar kostenlos für den Einstieg. Vielleicht ist das ja was für dich… ?
    LG Silja

    • Für mich ist diese Kombination so echt gut, denn ich konnte niemals beruflich kreative arbeiten, weil ich dann doch Angst hätte, dass im entscheidenden Moment die Ideen fehlen… Oder dass ich keinen Job bekomme, weil kreative Berufe so begehrt sind. Da lebe ich meine Kreativität lieber einfach in meiner Freizeit voll aus 😉

      Die Online Uni klingt echt spannend, aber gerade ist mir die Arbeit, die das duale Studium macht, wirklich ausreichend für mich. Gerade, wenn man so wie ich noch ein Pony nebenher hält und nicht vernachlässigen will, muss man andere Hobbys dann eh schon genug einschränken…

      Liebe Grüße

  3. Ohje was die Fächer anbelangt wäre ich echt gescheitert. Mathe und ich werden keine Freunde mehr und das ganze technische Zeugs ist nicht so meines. Mir fehlt da einfach das Verständnis für. Aber man kann ja auch nicht alles können. Wissenschaftliches Arbeiten hatten wir übrigens auch als Seminar, das konnte man bei uns damals auch im Block oder halt ganz normal im Wochenryhtmus belegen. Ich habe mich für letzteres entschieden, da hatte ich dann jede Woche einmal 90 Minuten. Ziemlich cool finde ich aber euer Seminar, welches vom Studenten geleitet wird. Das nimmt irgendwie die Ängste. Bei uns waren alle Tutorien von Studenten aus höheren Semestern, die haben wir dann auch immer mit Fragen bombadiert was so auf uns zukommt und wie die Klausuren denn aussieht.

    Jedoch ist bei mir alles ganz anders aufgebaut. Es unterscheidet sich somit schon von der Uni. Ich hatte ja auch Statistik und da wurde Vorlesung und Übung strikt getrennt. Beides fand zwar hintereinander statt, aber mit Pause zwischen drinnen. Generell gehen bei mir Vorlesungen und Seminare nur 90 Minuten, außer es handelt sich um eine Blockveranstaltung. Anwesenheitspflicht gibt es bei uns am Institut überhaupt nicht. Finde ich jetzt auch nicht verkehrt, weil das Studium auch dafür da ist, um zu lernen Prioritäten zu setzen. Für manche kann das definitiv zum Verhängnis werden, ich hatte da nie Probleme.

    Aber nachbearbeiten musste ich auch jede Vorlesung. Habe mir ja auch immer ausführliche Zusammenfassungen geschrieben. Samstags ist bei uns übrigens zum Glück auch frei. Hatte nur ganz selten mal einen Samstag Uni, bisher eigentlich nur bei einem Blockseminar, welches ich belegt hatte.

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Man kann das halt auch echt super auf andere Dinge ummünzen. Habe deinen Link wieder rausgenommen, schade, dass du diesmal nicht dabei warst ;).

    Essen und Musik fände ich aber auch spannend. Das wäre auch mal was ganz anderes. Also ich habe die Bände von Reihen einzeln gezählt, denn sonst hätte Tess Gerritsen bei mir nicht die Nase vorn. Aber jeder Band steht ja auch immer für sich. Was für eine Reihe hat sie denn geschrieben, denn die Autorin sagt mir gerade gar nichts?

    Ich trinke den ja immer schon mit laktosefreier Milch, aber scheinbar ist da was im Pulver, weil ich ihn manchmal einfach nicht mehr vertrage.

    Vielleicht ändert sich das bei dir mit den Genres ja auch noch. Geschmäcker verändern sich ja auch, genauso wie Interessen, und somit kann es ja immer noch passieren, dass du mal auf ein Buch aus einem Genre triffst, welches dich sofort anspricht. Deshalb wollte ich nichts ausschließen. Ich weiß ja nie, was in der Zukunft alles so passiert.

    Der zweite Band hat glaube ich sogar noch ein paar Seiten mehr. Aber durch war ich relativ schnell, weil das Buch echt spannend war.

    Ich habe die Reihe auch auf Deutsch gelesen, aber Zitate fine ich in Englisch einfach viel Schöner, weil die Sprache einfach wunderschön ist. Die wirken da einfach besser.

    • Es muss wirklich nicht jeder alles können… Und ich habe halt mit diesen Fächern sicher weniger Probleme als mit denen, die du belegen musst.
      Das Coaching ist wirklich was schönes… Irgendwie hat man ja doch ständig irgendwelche Fragen, was so auf einen zukommen wird. Gerade vor den ersten Praxisphasen war das bei uns so, dass wir bei tausend Dingen noch nicht so recht wussten, wie das ablaufen soll.

      Ich finde dein Argument für Studieren ohne Anwesenheitspflicht wirklich gut… Und ich wäre manchmal echt froh, wenn das bei uns auch so gesehen werden würde. Aber das ist wohl auch schwierig, wenn die Vorlesungen eh nur vor einer kleinen Gruppe gehalten werden. Und ich kann natürlich auch verstehen, dass die Unternehmen wollen, dass man auch den ganzen Stoff anhört.

      Die Samstage nerven mich gerade ehrlich gesagt total. Tierschau auf Jahrmärkten ist nämlich immer Samstag morgens und da kann ich dieses Mal zu einer nicht hin, die ich unbedingt sehen wollte. Und an dem Tag, wo ich wegen eines Konzertes auf den Hessentag will, habe ich bis nachmittags Vorlesung, was bei drei Stunden Anfahrt und Pony zu Hause ja auch ziemlich blöd ist.

      Also Tina Caspari hat Pferderomane geschrieben… Bille und Zottel ist von ihr und da habe ich in meiner frühen Jugend 15 Bände von verschlungen 😉

      Vielleicht liegt es wirklich am Pulver… Hast du mal versucht, Backkakao mit Haushaltszucker statt der fertigen Mischung zu nehmen?

      Auf Englisch klingt echt alles besser, da kann ich dir nur zustimmen.

      Liebe Grüße


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