Der Leser & das Buchende (Blogparade)

Hallo ihr Menschchen!

Alles hat ein Ende, nur der Kreis hat keins. So oder eher ganz anders geht doch das bekannte Sprichwort mit der Wurst, oder?

Aber Spaß beiseite, heute dreht sich tatsächlich alles ums Ende, passt ja zum Dezember. Das Jahresende steht bevor, aber ist heute nicht mein Thema. Das Ende des Semesters ist auch nicht mehr allzu weit entfernt und macht mir mit Klausuren eher Angst als Freude. Aber gut, auch davon wollen wir heute nicht reden.

Doch wovon dann? Von Buchenden. Denn ich habe mich im letzten halben Jahr zur Leseratte (Blogpost: Was ist eine Leseratte?) entwickelt und eine passende Blogparade mit dem Thema “Ende” gefunden. Was liegt da näher, als sich mal Gedanken darüber zu machen, wie ich Buchenden so erlebe?

Das Open End…

… ist von allen Enden das Ende, was ich am wenigsten mag, wenn ich ehrlich bin. Als Leser investiere ich viele Stunden in ein Buch und lerne die Figuren kennen. Da will ich dann gefälligst auch wissen, was am Ende aus denen wird.

Natürlich ist ein offenes Ende vielleicht bei Reihen ein gutes Mittel, um die Leute zum Kauf des Folgebandes zu animmieren, aber ich kann das nicht ausstehen. Klar, irgendwie dürfen ein paar Fragen offen bleiben, damit man dann daran anknüpfen kann. So im Groben und Ganzen hätte ich es trotzdem doch lieber, wenn ich nicht das Gefühl hätte, dass die Pflicht besteht, mir ein weiteres Buch zu kaufen.

In alleinstehenden Büchern dagegen habe ich noch weniger Verständnis für sowas. Auf mich wirkt das dann, als hätte der Autor sich entweder nicht entscheiden können, wie er das Geschehen auflösen will, oder als wäre er nur zu faul gewesen, noch weiter zu schreiben.

Jedenfalls ist ein offenes Ende meiner Meinung nach ziemlich enttäuschend. Ganz ehrlich: Viele Bücher hasse ich genau deswegen.

Buchenden aus Lesersicht

Das Happy End

… ist bei mir immer gern gesehen, denn ich hoffe doch die ganze Geschichte über, dass alles gut wird. Also: Wenn sich Freunde wieder vertragen, Liebende zueinander finden, jemand seinen Lebenstraum erfüllt bekommt oder der Feind vernichtet werden kann, dann finde ich das gut.

Irgendwie ist es doch schön, wenn meine Hoffnung am Ende erfüllt wird.

Nur eine Sache gibt es, bei der ich mich immer frage, ob ich sie als Happy End zähle oder nicht. Was ist, wenn jemand stirbt, nachdem er lange leiden musste? Was ist, wenn jemand am Ende sein bisheriges Leben in Stücke brechen sieht und beschließt, dass es nur noch bergauf gehen kann und wird?

Ich zähle das dann doch gern in diese Kategorie von Ende, weil eben Besserung in Sicht ist.

Und nur weil von Happy End die Rede ist, heißt das ja nicht, dass ich nicht vor Freude weinen darf, oder?

Das traurige Ende

… kann mich manchmal echt mitnehmen. Trotzdem ist es wohl oft gar nicht so schlecht, wenn ein Buch mit tausend Tränen endet, denn dann bleibt es mir besser in Erinnerung. Bei “Me before You” (zu meiner Rezension) beispielsweise heulte ich wirklich viel und möchte seitdem nicht mal mehr Bücher lesen, in denen die Protagonisten die gleichen Namen tragen. Einfach, damit die Geschichte aus diesem Buch sich nicht mit einer anderen vermischt und dadurch “entwertet” wird.
Ansonsten muss ich aber echt sagen, dass ich mit diesem Ende nicht rechne, weil ich halt ein Optimist bin.

Das Ende in der Mitte

Hä? Damit meine ich den Moment, in dem man ein Buch für immer zur Seite legt, obwohl man es noch nicht durchgelesen hat. Manchmal passiert es ja, dass es einfach nicht spannend wird oder die Spannung verloren geht. Trotzdem versuche ich, möglichst alle Bücher bis zur letzten Seite zu lesen.

Dennoch frage ich mich immer wieder, warum ich das eigentlich tue. Wenn das Lesen keinen Spaß macht, muss man sich das doch nicht antun, oder?

Mal sehen, ob ich meine Lesemacke irgendwann noch in den Griff bekomme.

Buchenden aus Lesersicht

Das Ende vom Buch

… entscheidet bei mir also meist, ob ich das Buch gut fand oder nicht. Es muss einfach passen und die Geschichte abschließen. Egal, ob traurig oder glücklich.

Was fällt euch zum Thema “Buchende” ein? Falls ihr lesen wollt, wie ich das Ende eines Buches aus Möchtegern-Autorensicht sehe, schaut ruhig mal auf dem Schreibblog beim Post “Der Autor & das Buchende” vorbei.


Dieser Blogpost ist ein Beitrag zur Blogparade „Ende“ von Caecilia. Bis zum 31.12.2017 könnt ihr selbst noch an der Aktion teilnehmen.

Falls du meine bisherigen Beiträge zu anderen Blogparaden lesen möchtest, schau doch in mein Blogparaden-Archiv. Und außerdem habe ich auch Tipps für dich auf Lager, wenn du wissen möchtest, wo du interessante Blogparaden aufspüren kannst oder wie du selbst welche startest.

12 Gedanken zu „Der Leser & das Buchende (Blogparade)“

  1. Guten Morgen,

    oh ja, Open Ends mag ich auch nicht. :/ Ich will ja schließlich wissen, wie es mit den Figuren weitergeht, und nicht nur irgendwelche Theorien entwickeln…

    In den letzten Jahren passiert es mir ziemlich häufig, dass ich ein Buch kurz vor dem Ende weglege und erst viiiieeel später (wenn ich die Handlung schon halb vergessen habe) zu Ende lese: nämlich wenn ich morgens feststelle, dass nur noch ein paar Seiten übrig sind es sich deswegen nicht lohnt, das Buch auf den Arbeitsweg mitzunehmen. Zwei Bücher mag ich da auch nicht schleppen, also nehme ich lieber ein neues mit und das angefangene Buch wartet dann daheim auf eine ruhige Stunde. Irgendwie mag ich das Gefühl dabei, den Figuren nicht schon Lebewohl sagen zu müssen… das hasse ich nämlich oft.

    Eine Freundin von mir liest oft das Ende als erstes – das finde ich ganz strange. 😀

    Liebe Grüße
    Anne

    1. Ja… dann sind wir uns ja einig, dass es gemein ist, dass Buch nicht richtig abzuschließen.

      Ich finde es ja echt interessant, dass du du dann Bücher zu Hause lässt, weil sie eben nicht mehr für den ganzen Arbeitsweg reichen. Wäre da ein eReader vielleicht eine Alternative? Ich fand die ja auch ewig doof, aber seit ich dem alten meiner Oma eine Chance gegeben habe, liebe ich die Teile.

      Das Ende als erstes oder mittendrin zu lesen, finde ich irgendwie inzwischen auch völlig falsch. Ich will irgendwie nicht vorweggreifen – oft lese ich inzwischen nicht mal mehr den Klappentext sondern nur den Titel und das Genre…

      Liebe Grüße

  2. Früher habe ich ganz oft, nachdem ich ein bis zwei Kapitel gelesen habe und das Buch für mich als interessant und spannend beurteilte, die letzte Seite sehr früh gelesen.
    Heute kann ich mich mittlerweile gedulden. Bzw. macht sich das beim Kindle auch irgendwie schwieriger, hier schlägt man ja nicht einfach mal so die letzte Seite auf. 🙂

    Lieben Gruß, nossy

    1. Die Macke, das Ende ziemlich früh zu lesen, scheint verbreiteter zu sein, als ich gedacht hätte. Früher habe ich sowas auch mal gemacht… Inzwischen lese ich nicht mal mehr den Klappentext, sondern fange vorne im Buch an und lese der Reihe nach. Alles andere kommt mir jetzt wie schummeln vor. 😉
      Aber ja, auch einem eReader macht das Vorblättern wirklich nicht so viel Spaß. 😀 Ich muss mich da noch mit der Prozentzahl anfreunden, weil ich eigentlich so gern sehe, wo mein Lesezeichen im dicken Buch steckt…

      Liebe Grüße

  3. Offene Enden sind glaube ich nur was für Leute, die Bücher wegen ihres literarischen Wertes lesen. Wir, die wir Bücher rein zur Unterhaltung lesen (oder Sachbücher zur Bildung, aber die haben ja keine Enden), sind dann wohl eher genervt, ich jedenfalls auch… okay fand ich es nur bei “Bilder deiner großen Liebe”, denn da kam der Abbruch daher, dass der Autor gestorben ist. Und die Geschichte ist so schön, dass es sich trotzdem lohnt, sie halb zu lesen.

    Ich muss auch sagen, was mich auch nervt, sind erzwungene Happy Ends – wobei das in Filmen öfter vorzukommen scheint. Und manchmal nervt es mich, wenn es kein gutes Ende oder auch einen unerfreulichen Verlauf gibt, weil die Charaktere einfach zu blöd sind, etwas hinzubekommen (typisches Beispiel: füreinander geschaffene Menschen werden einfach kein Paar) – aber das ist ja schon wieder ein anderes Thema.

    1. Wo ist die Zeile, auf der ich deinen ersten Satz unterschreiben darf? Ich kann dir nämlich nur zustimmen… Bücher sind für mich Unterhaltung oder Lehrmittel, aber nichts, was ich wegen des literarischen Wertes lese. Da hat die Schulzeit mich genug abgeschreckt… Aber wenn der Autor stirbt, ist das wirklich etwas anderes. Etwas ganz anders.

      Aber du hast Recht, dass das Happy End gerade in Filmen irgendwie oft vorkommt… Ich glaube, ich will gar nicht wissen, was Leser am Ende über meine Enden denken. Langsam bekomme ich Angst. 😀

      Liebe Grüße

      1. Haha ja, die Schulzeit hat mir auch einiges verdorben. Wir haben einmal ein Buch gelesen, was ich vorher schon gelesen hatte und mochte, das war auch ätzend. So gesehen ist es sogar gut, wenn man in der Schule Bücher liest, die man nicht mag, weil man damit weniger verliert…

      2. Das stelle ich mir grausam vor, wenn man Bücher, die man mochte, verdorben bekommt.
        Ich musste zum Glück nur Bücher lesen, die ich vorher nicht kannte… Und nur “Das Parfüm” fand ich am Ende nicht schlecht, weil es sich in Gegensatz zum Rest wie ein “echter” Roman lesen lassen hat.

        Liebe Grüße

  4. Sehr interessanter Post! Ich bin ja nur selten zu 100% mit dem Ende eines Buches zufrieden. Sogar bei meinen Lieblingsbüchern nicht. Happy Ends sind mir oftmals zu kitschig, aber allzu traurig sollte es auch nicht sein.

  5. Offene Enden sind für mich auch ein No-Go bei alleinstehenden Büchern. Bei Reihen wo ein Folgeband kommt akzeptiere ich das noch, weil das teilweise auch die Vorfreude auf den neuen Band steigern kann, wenn man unbedingt wissen möchte wie es weiter geht. Klar nervt der Kaufzwang, aber eher weil Bücher heutzutage nicht mehr ganz so günstig sind.

    Happy Ends sind bei mir auch immer gerne gesehen, wobei ich aber gestehen muss das bei mir die untypischen Enden, wo nicht alles gut ist bzw. diejenigen die ein Mix aus Happy End und irgendwo doch nicht Happy End sind, mehr in Erinnerung bleiben. Deshalb bin ich auch ein großer Fan des Endes von Die Tribute von Panem, weil das doch etwas untypisch ist und somit zur Reihe perfekt gepasst hat. Bei Filmen geht es mir übrigens ganz genauso, während ich bei Serien hingegen ganz klar das geschlossene Happy End bevorzuge, einfach weil man mit den Figuren schon so lange mitgelitten hat. Da wäre alles andere ein No Go.

    Auf jeden Fall eine spannende Blogparade und ein Thema, welches ich auch gerne noch in irgendeiner Form auf meinem Blog beleuchten möchte.

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Die sind auch verdammt lecker. Aktuell zählen die mit zu meinen Lieblingen aus diesen Jahr. Uih Plätzchen von Oma sind auch immer toll, da habe ich mich auch schon durchgefuttert.

    1. Oha, ein NoGo… Dann darfst du mein erstes Buch nicht lesen… Das ist nämlich auch eher offen, weil noch Band zwei kommt…
      Aber bei Reihen kann ich schon verstehen, wenn auch andere Autoren da gern zum offenen Ende greifen. Zum Glück kann man Bücher ja auch Grund ihrer gebraucht oder als eBook kaufen.

      Wo ich nun so darüber nachdenke, wir mir auch bewusst, dass ich es bei manchen Enden schwer finde, sie einzuordnen.

      Dass die nicht ganz Happy Ends mehr in Erinnerung bleiben, habe ich auch gemerkt… Und her se deswegen denke ich gerade auch über das Ende vom letzten Teil meines Romans nach, obwohl ja nicht mal der zweite Teil geschrieben ist.

      Ich freue mich schon auf deinen Post zum Thema!

      Liebe Grüße

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.