Mittwoch, 27. September 2017

BTW17 – abschließende Gedanken

Hallo Welt!

Irgendwie fällt es mir gerade wirklich nicht so leicht, diesen Text hier zu tippen. Zu viele Gefühle, zu wichtig das Thema. Welches Thema überhaupt? – Na, die Wahlergebnisse.

Ich hatte eigentlich gar nicht geplant, mich noch mal zur BTW17 zu äußern, aber spätestens Montag Abends stand dann der Entschluss, dass ich die Wahl nicht unkommentiert lasse. Gründe? Bitteschön:

  • Montag entdeckte ich in meiner Leseliste viiiiele Blogposts über die Wahlergebnisse – schockiert, erklärend, analysierend. Jeder wollte etwas sagen & vielen Bloggern konnte ich eigentlich nur zustimmen.
  • Nicole und ich haben im Vorfeld der Wahlen viele Posts veröffentlicht, um euch zum Wählen zu motivieren. Wir haben die Programme der CDU, SPD, FDP, Grünen und Linken vorgestellt, die Grünen und die Tierschutzpartei interviewt und Gründe für das Wählen im Allgemeinen und für das Wählen von kleinen Parteien genannt.
    Nach so vielen Beiträgen zur Wahl fühlte es sich unvollständig an, die Ergebnisse nicht irgendwie aufzugreifen.
  • Die Wahlergebnisse haben mich nicht kalt gelassen… aber auch nicht empört. Und genau diesen Standpunkt will ich hier noch mal verdeutlichen.

Also… der Entschluss stand. Zeit für ein Resümee zur Bundestagswahl!

Gedanken im Vorfeld

Ich habe zum ersten Mal gewählt. Und ich habe es als Chance empfunden – als Chance, zu zeigen, dass ich Demokratie wichtig und gut finde. Und auch als Chance, um meine politischen Interessen auszudrücken.

Ob ich zur Wahl gehe oder nicht, fragte ich mich also keine Sekunde lang. Ich informierte mich umfassend über alle Programme; verschlang regelrecht alles, was ich irgendwie an Informationen zur Wahl bekommen konnte.

Mit Nicole gemeinsam versuchte ich auch, euch zum Wählen zu motivieren. Wir haben Parteiprogramme vorgestellt, Parteivertreter interviewt, in einer Kolumne zum Wählen aufgerufen und erklärt, warum auch kleine Parteien eine Option sind.

Übrigens: Auch, wenn Nicole und ich die AfD nicht thematisiert haben, habe ich deren Programm ebenso studiert. Weil ich genau wissen wollte, wofür die stehen. Weil ich mir sehr sicher war, dass Menschen diese Partei wählen würden – und ich wissen wollte, was das für uns bedeuten könnte.

All das trug dazu bei, dass ich mich wirklich informiert fühlte und mit einem sicheren Gefühl auf den 24.9.2017 blickte.

Gedanken zu Wahlergebnissen

Am Wahltag

Direkt morgens, noch vor neun Uhr spazierte ich in unser Wahllokal. Die Männer waren ziemlich nett, hakten meinen Namen ab und gaben mir die Stimmzettel.

Wisst ihr aber, was mich enttäuscht hat? Die Wahlkabinen. Ich habe mir das immer wie eine Art Mini-Zelt vorgestellt, wo man reingeht – nicht wie einen Tisch, auf dem Holz Blicke von außen abschirmt. Aber gut… mir ja egal, in welcher Umgebung ich drei Kreuze mache.

Drei? Ja, hier waren Bürgermeisterwahlen. Und es gab genau einen Kandidaten, den ich aber zum Glück gut finde und ihn auch schon persönlich auf Veranstaltungen getroffen habe. Also dieses Kreuz war nicht schwer zu setzen.

Die anderen beiden Stimmen gehören dann zur Bundestagswahl… Beim Direktkandidaten wählte ich jemanden, der die Interessen der jungen Leute und der ländlichen Bevölkerung vertreten will – leider schaffte er es nicht, sich gegen die anderen Kandidaten durchzusetzen.

Und dann war da noch die Zweitstimme. Welcher Partei ich meine Zustimmung ausdrückte, möchte ich hier nicht schreiben – weil ich keine Lust habe, darüber zu diskutieren. Was ich allerdings sagen kann: Ich habe keine Partei gewählt, die im Parlament in den nächsten vier Jahren was zu sagen hat.

So… damit hatte es sich dann mit den Wahlen für’s Erste. Ich genoss meinen Sonntag, machte Dinge die ewig schon anstanden.

Gegen halb 6 fing das Radio an zu nerven – „In xx Minuten gibt es die ersten Zahlen!“. Schön und gut, aber das will ich nicht alle zwei Minuten hören. Und Hochrechnungen mag ich eh nicht… ich will Endergebnisse.

Punkt 6 Uhr waren sie dann da: Hochrechnungen, gefühlt alle 5 – 10 Minuten aktualisiert. Und es nervte mich. Ich schaltete das Radio also nach kurzer Zeit ab, denn das Wesentliche wusste ich: CDU und SPD haben Wähler eingebüßt, die AfD ist wie erwartet ziemlich viel gewählt worden, Grüne, Linke und FDP sitzen auch im Bundestag.

Um mich damit nun näher zu beschäftigen, fühlte ich mich gerade nicht richtig. Ich weiß auch nicht… abebbende Euphorie?

Gedanken zu Wahlergebnissen

Die Wahlen im Nachgang

Montag war dann Bloglovin voller Posts zu den Wahlen. Und Twitter – meine Güte.

Ich persönlich fühlte mich erst gegen Mittag dazu in der Lage, mich mit den Wahlen auseinander zu setzen.

Dass es viele AfD-Wähler gegeben hat, habe ich akzeptiert. Ich hatte es auch ehrlich gesagt erwartet – weil die Partei schon vor dem 24.9. so viel Aufmerksamkeit erhalten hat.

Also mal schauen, wie dir Ergebnisse in meinem Wahlkreis ausgefallen sind…

Okay, fast 13 % haben auch hier die AfD gewählt, aber es gibt auch Lichtblicke: Die Wahlbeteiligung war etwas besser als insgesamt. Immerhin keine Politikverdrossenheit.

Später fand ich dann eine Aufschlüsselung nach Geschlecht, Alter und Berufsgruppe. Das fand ich interessant.

Und auch hier konnte ich wieder positives Zeug entdecken:

Die jungen Leute in meinem Alter und leicht darüber haben am wenigsten die AfD gewählt. Klasse – denn die jungen Leute haben noch länger in Deutschland ein Mitbestimmungsrecht als Ältere. Und vielleicht haben sie auch eher noch den Mut, für Veränderung, Mitgefühl und ein gutes Miteinander zu kämpfen? Ich hoffe es.

Gefreut hat mich auch, dass Frauen deutlich seltener ihr Kreuz bei der AfD gemacht haben als Männer. Irgendwie identifiziert man sich ja doch etwas mit seinem Geschlecht…

Und wisst ihr was? Ich hab mich für die FDP gefreut, dass sie junge Wähler für sich gewinnen konnte. Denn deren Programm erschien mir doch vernünftig, weil sie Wert auf Digitalisierung und Bildung legen. Den Image-Wandel der Partei finde ich nämlich auch nicht uninteressant.

Davon, irgendwen für das zu verurteilen, was er gewählt hat, möchte ich mich aber distanzieren! Und zwar egal, um welche Partei es sich handelt.

Ich bin froh über jeden, der gezeigt hat, dass ihm Demokratie wichtig ist. Und das hat man automatisch, wenn man überhaupt gewählt hat.

Außerdem denke ich, dass jeder andere Interessen hat – und daher ist für mich auch okay, wenn jemand eine Partei wählt, die ich nicht sympathisch finde. Ich wünsche mir nämlich, dass jedes Thema der Politik kontrovers diskutiert wird – und das kann man auf freundliche Art auch mit Anhängern von jeder Partei.

Klar, ich finde es bedenklich, dass die AfD mit im Bundestag sitzt… aber ich denke, dass gerade die Punkte, mit denen die Partei für Furcht und Schrecken in der Bevölkerung sorgt, sowieso nicht verwirklicht werden können. Denn eine Mehrheit hat die Partei noch lange nicht – und alle anderen Parteien werden die „kritischen“ Punkte im Wahlprogramm der AfD sicher nicht unterstützen. Also: Ich werde mich nicht aufregen – ich habe keine Angst vor den nächsten vier Jahren.

Ich hoffe vielleicht sogar, dass gerade die 13 %, die die AfD wählten, die Politiker wachrütteln und zum Beseitigen der Missstände in Deutschland animieren. Auch, wenn die Politiker das dann nur tun, damit die AfD 2021 wieder weniger oder keine Sitze hat.

Was bei mir nach der Wahl bleibt, sind nur drei Fragen:

  1. Wie sind Analysen möglich, welche Altersgruppe oder welches Geschlecht was wählt? Wir wählen doch geheim…

    (Die Frage kam erst abends auf, als ich meine Schwester von dem Artikel erzählte, den ich da im Internet gefunden hatte.)

  2. Was motiviert so viele Menschen dazu, die AfD zu wählen?

    Ich habe zwar das Programm studiert und darin auch einige Punkte finden können, die ich gut finde… aber bei vielen wichtigen Fragen fand ich die Position der Partei einfach unmöglich. Wie kann man den EU-Austritt befürworten, wo wir doch in Deutschlands Geschichte gesehen haben, wie wichtig Bündnisse im Ernstfall sind? Und auch Vater, Mutter und Kind als Familienleitbild zu sehen, finde ich falsch. Weil ich weiß, dass es viele Alleinerziehende mit glücklichen Kindern gibt – und weil ich nicht denke, dass Homosexuelle schlechtere Eltern wären.

    Also bleibt die Frage, warum all diese Menschen, die anscheinend mit der aktuellen politischen Situation in Deutschland unzufrieden waren, die AfD als einzige Möglichkeit sahen, ihren Unmut auszudrücken. Liegt es nur daran, dass niemand Lust hatte, die Programme der kleinen Parteien anzusehen? Liegt es daran, dass alle vor der AfD „fürchten“, und die unzufriedenen Wähler daher glauben, dass es als Weckruf effektiv ist, wenn gerade diese Partei viel Zuspruch erhält?

  3. Was kann ich tun?

    Nachdem ich mich so viel mit Politik beschäftigt habe, möchte ich nicht die nächsten vier Jahre teilnahmslos zusehen, was sich verändert und was nicht. Ich möchte für meine Interessen eintreten… mich engagieren.

    Leider habe ich allerdings keine Zeit, einer Partei beizutreten. Und ich möchte mich auch eigentlich keiner politischen Gruppe anschließen, da ich mir gern zu jedem Thema eine eigene Meinung bilde und es wohl keine Partei gibt, die da hundertprozentig zu mir passt.

    Also, was kann ich selbst tun? Was will ich tun?

Abschließend beantwortet sind die Fragen noch nicht. Vielleicht greife ich in Zukunft öfter mal ein politisches Thema auf Habutschu auf – um zu informieren und zu diskutieren. Aber nur, wenn es passt und ich mich vorab umfassend informiert habe.

Was ich aber gerne wieder mehr machen möchte, ist Petitionen unterschreiben. Change.org ist ein großes Portal, auf dem sich unendlich viele solcher Unterschriftensammlungen finden lassen. Und da werde ich wieder aktiver sein – um meine Meinung zu bestimmten Dingen auszudrücken und für sie zu „kämpfen“.

Außerdem werde ich weiterhin versuchen, freundlich und weltoffen zu sein. Ich werde versuchen, keine Vorurteile zu stark werden zu lassen und mich mehr mit Menschen unterhalten, wenn es sich ergibt. Ich will einfach versuchen, eine gute Person zu sein – in der Hoffnung, dass es ansteckt.

Gedanken zu Wahlergebnissen

Andere Blogger zur BTW17

… wie gesagt: Ich wurde mit Blogposts über die Bundestagswahl und deren Ergebnisse überflutet. Und ich habe einige gelesen – und konnte vielen Punkten, die genannt wurden, nur zustimmen.

Daher habe ich euch mal eine kleine Aufzählung von besonders gelungenen Reaktionen auf die Ergebnisse zusammengestellt:

Christiane hat versucht, eine Antwort auf die Frage, warum die AfD so stark ist, zu finden. Unser derzeitiges Sozialsystem hat sie selbst nicht von seiner besten Seite kennen gelernt und erläutert, warum das der Auslöser sein könnte.

Anne hat sich vergegenwärtigt, wie viele Leute, mit denen sie täglich Kontakt hat, statistisch gesehen die AfD gewählt haben. Und sie hat auch darauf hingewiesen, dass wir dieses Wahlergebnis nicht schönreden oder ignorieren dürfen.

Barbara ruft uns alle dazu auf, aktiv zu werden und in den nächsten Jahren den AfD-Wählern zu zeigen, dass ein Leben ohne Hass und Angst möglich ist.

Interessant finde ich es ja immer, sich mal den eigenen Wahlkreis anzusehen – denn mit diesen Menschen hat man ja tagtäglich eher Kontakt als zu denen am anderen Ende von Deutschland. Die Zeit hat so eine Übersicht.

Bei der Süddeutschen Zeitung dagegen gibt es die oben erwähnte Aufschlüsselung nach Geschlecht, Alter und Berufsgruppe. Das finde ich spannend, weil man dadurch sieht, welche Leute am unzufriedensten mit der bisherigen Politik waren… und genau deren Wünsche müssen dann wohl dringend in Angriff genommen werden.

Fazit

Ich hab die Bundestagswahl 2017 überlebt. Ich kann die Ergebnisse verkraften und ich bin nicht mal verwundert. Ich blicke eigentlich hoffnungsvoll in die Zukunft, auch wenn das naiv erscheinen könnte.

Und: Ich habe Lust, auch weiterhin über Politik zu reden und zu diskutieren.

Wie geht es euch? Habt ihr viele Posts zu den Wahlen gelesen? Was löst das Ergebnis in euch aus?


Dieser Post rundet von meiner Seite her eine Beitragsreihe zu den Bundestagswahlen ab, mit der ich und Nicole euch zum Wählen motivieren wollten.

- geschrieben von Tabea -

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16 Kommentare zu BTW17 – abschließende Gedanken

  1. Servus Tabea,
    mich hat der plötzliche Betroffenheitshype auf Twitter & Co. auch überrascht – das war doch schon vor der Wahl abzusehen. Allgemein fand ich, dass die AfD zu viel Aufmerksamkeit erhalten hat. Ich wünsche mir für die Zukunft eine offene, achtsame Diskussion, wie wir die AfD-Wähler erreichen und hoffentlich zum Umdenken bewegen können.
    LG, Dieter

    • Das beruhigt mich jetzt aber, dass dich das Ausmaß an Empörung und Betroffenheit auch überrascht hat.
      Deinem Wunsch für die Zukunft kann ich mich also nur anschließen… Irgendwie muss es doch möglich sein, diese Menschen zu erreichen und Deutschland zu einer einzigen, freundlichen Gesellschaft zusammenwachsen zu lassen.

      Liebe Grüße

  2. Mich hat das Ergebnis so leider auch nicht überrascht. Mir war leider klar, dass die AfD wohl einiges an Stimmen holen würde. Gerade hier, im oftmals total konservativen Bayern, haben halt viele diese typische: Flüchtlinge müssen weg; die kriegen alles, wir nichts- Mentalität. Und genau die springen total auf die AfD an…
    Ich bin nur froh, wie du schon schreibst, dass andere Parteien nach wie vor die Mehrheit haben…

    • Von der Flüchtlingskrise hat die AfD wohl wirklich sehr profitiert… Wobei ich das Thema sehr schwierig finde, weil Deutschland da ja immer noch seine Vergangenheit vorgehalten wird. Wir sind daher ja quasi zur Aufnahme von Flüchtlingen verpflichtet… Nur stellt sich mir halt die Frage, ob man nicht lieber weniger Leute aufnehmen sollte und diese dafür besser integrieren… Aber da streiten sich ja schon die gängigen Parteien… Den Weg der AfD finde ich hier aber einfach falsch.
      Statt die Leute mit ihrer Angst und dem „Neid“ so abzuholen, sollte man ihnen vielleicht einfach mehr Aufmerksamkeit schenken, indem man das Rentenproblem oder die geringe Bezahlung in einigen berufen angeht. Denn wenn wir alle keine Gründe für Existenzängste hätten, dann könnten wir doch auch offener anderen helfen, oder?

      Dann hoffen wir jetzt also beide, dass die anderen Parteien ihre Mehrheit nutzen, um so viel zu verbessern, dass in vier Jahren die AfD nicht noch mehr Einfluss gewinnt.

      Liebe Grüße

  3. Auch ich war geschockt, aber vor allem deswegen, weil immer noch viel zu wenig die GRÜNEN gewählt haben. Das muss in Zukunft viel besser werden.

    • Also mich hat das Programm der Grünen nicht überzeugen können, weil sie meiner Meinung nach unrealistische Ziele haben. Da kam mir zu wenig durch, wie sowas möglich sein soll…
      Und das, obwohl die Grünen wegen dem Fokus aus Umwelt immer meine Lieblingspartei waren.

      Überrascht hat es mich also nicht, das deren Zuspruch nicht größer ausfiel.

      Liebe Grüße

  4. Hans am

    Ich hab ja die Hoffnung, dass nicht alle AfD Wähler auch AfD Anhänger sind und sich bei einer zukünftigen Wahl wieder eines Besseren besinnen. Bin gespannt, wo das ganze derzeitige Geknattere (Petry und Pretzell) hinführt.

    • Das ist auch eine schöne Hoffnung! Und wenn die Politiker jetzt alle aufgewacht sind, dann können Sie ja die Missstände beheben, sodass Protestwähler wieder was anderes wählen.
      Mit dieser Petry-Sache habe ich mich ehrlich gesagt noch nicht beschäftigt…

      Liebe Grüße

  5. Dass die AfD in den Bundestag eingezogen ist, hat mich auch nicht überrascht. Das war schon länger abzusehen ,vor allem auch deshalb, weil die etablierten Parteien das Problem zu lange ignoriert haben und sich auch keiner Schuld bewusst waren. Man kann nur hoffen, dass die Parteien die nächsten vier Jahre dafür nutzen, in Deutschland etwas zu verbessern und alle Menschen für ihre Politik zu begeistern.

    Jemanden zu verurteilen der AfD wählt, finde ich auch falsch. Nicht alle Wähler sind rechts, viele haben sie gewählt, weil sie unzufrieden mit der derzeitigen Politik sind. Nicht jedem in Deutschland geht es gut, wie ich schon auf Instagram geschrieben hatte: Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst weiter, Kinder- und Altersarmut haben zugenommen, Schulen sind marode, viele hangeln sich von einer Befristung zur nächsten oder werden als Leiharbeit viel zu schlecht bezahlt, andere können sich kaum noch Wohnraum leisten. Das sind alles Dinge, die sich ändern müssen, damit die nächste Wahl anders ausgeht.

    Sehr interessant fand ich aber auch zu schauen wie mein Wahlkreis und vor allem auch mein Ort gewählt hat und da war ich schon überrascht, dass auch hier die AfD so viele Stimmen erhalten hat.

    Zu deiner ersten Frage: Geheim heißt ja nur, dass niemand jetzt sagen kann du hast Partei xx gewählt, aber so wird ja in anonymisierter Form ausgewertet, die nicht auf eine bestimmte Person zurückzuführen ist.

    Ich habe ja erst um 18 Uhr den Fernseher angeschaltet, somit blieb ich von den vorherigen Prognosen verschont, danach stand der Abend bei mir aber komplett im Zeichen der Wahl, da ich mir dann noch die Berliner Runde angeschaut habe, wo es ja sehr heiß her ging. Da saß ich dann doch mit offenem Mund auf dem Sofa xD.

    Dankeschön auch für dein liebes Kommentar.
    Erstmal Dankeschön für dein liebes Kompliment <3.
    Aber selbst wenn man zufrieden ist, ist es ja wichtig das zu zeigen und so sicherzustellen das die derzeitige Regierung auch weiter regieren kann. Na ja jetzt ist die Wahl ja vorbei und die Wahlbeteiligung zwar leicht gestiegen, aber in meinen Augen ist diese immer noch zu gering. Es sollte jeder Wählen, zumal es mit der Briefwahl ja auch eine bequeme Variante gibt. Neben den Flyern gibt es das Programm ja auch in Kurzvariante, das hat man auch schnell durch oder wie gesagt die Wahlapps haben das ja auch erleichtert. Ich denke die zehn bis fünfzehn Minuten sollte jeder gehabt haben.

    Ich wollte mit dem Grund, dass andere nicht wählen dürfen, noch mal verdeutlich was für ein Privileg es ist und das es ein Recht ist, welches wir nicht mit Füßen treten, sondern zu schätzen wissen sollte. Denn es ist nun mal immer noch nicht selbstverständlich, dass man dieses Recht überhaupt hat.

    Freut mich aber, dass wir erneut einer Meinung sind.

    • Ich kann irgendwie einfach nicht verstehen, dass die anderen Parteien so lange weggeschaut haben…
      „Weiter so“ ist einfach nicht immer eine gute Idee, wenn Probleme wegen veränderter Situationen (Bsp. Alternde Bevölkerung) auftreten. Ich hoffe also auch sehr, dass sich was tut.

      Was du auf Instagram geschrieben hast, bringt es wirklich gut auf den Punkt. Ich glaube nämlich wie du, dass viele Leute einfach nur ihre aktuelle Unzufriedenheit ausdrücken wollten. Von daher hoffe ich, das nun viele Probleme gelöst werden – denn noch haben die anderen Parteien ja die Mehrheit.

      Wo kann man denn sehen, wie der eigene Ort gewählt hat? Das muss ich jetzt mal googeln.
      Ah, habe es gefunden… Und jetzt weiß ich auch, dass hier überdurchschnittlich viele die AfD angekreuzt haben. 14,8%. Und die FDP hat ein bisschen zugelegt, sowie die Linke.

      Ja, dass die Stimme keiner Person zuzuordnen ist, ist mir klar. Aber da auf dem Stimmzettel ja Alter, Geschlecht und Beruf nicht draufstehen, verstehe ich nicht, wie man demografische Merkmale auswertet 🙁

      Vor 18 Uhr kamen auch im Radio keine Prognosen und danach hab ich dann wie gesagt genervt abgeschaltet, weil ich lieber direkt die Endergebnisse am nächsten Morgen wissen wollte.

      Die Wahlbeteiligung finde ich auch noch viel zu gering… Nicht mal 4 von 5 Personen haben ja ihre politische Einstellung gezeigt…
      Da wäre ich inzwischen echt fast für eine Wahlpflicht.
      Nur von Wahlapps halte ich nicht viel… Weil die Gewichtung der Themen nie mit der eigenen Empfindung übereinstimmt und manche Themen einfach nicht abgedeckt werden können, da der Umfang begrenzt ist.

      Liebe Grüße

  6. Charlie am

    Irgendwie finde ich es süß, dass die Wahlkabine enttäuscht hat :D. Ich hatte mir vor meiner ersten Wahl (letztes Jahr) ehrlich gesagt keine Gedanken darüber gemacht, aber es ergab Sinn für mich, dass man die Wahlkabinen aus dem zusammenbaut, was da so rumsteht. Im Falle meines Wahllokals also Schultische. Schließlich will kein Wahlhelfer extra Möbel durch die Stadt fahren. Sieht aber natürlich leider nicht sehr beeindruckend aus. Aber naja, Hauptsache es erfüllt seinen Zweck.

    Die Hochrechnungen habe ich zum Glück fast alle verpasst, weil ich an dem Abend unterwegs war, aber ich mag die auch nicht. Mich interessiert auch nur das Endergebnis.

    Hm naja, ich weiß nicht. Wahlbeteiligung ist natürlich Wahlbeteiligung und besser als nicht wählen, aber ich finde es trotzdem fatal, wieviele nach eigenen Aussagen die AfD (oder was auch immer) nur aus Protest gewählt haben. Eine Partei zu wählen, ohne zu wissen, was man da eigentlich wählt, nur um es anderen „zu zeigen“, ist für mich eigentlich auch noch Politikverdrossenheit. Und ein Viertel aller Wahlberechtigten hat immer noch nicht gewählt.

    Diesen Aufschlüsselungen stehe ich etwas misstrauisch gegenüber, weil die ja höchstens auf Umfragen basieren können, wobei wieder fraglich ist, wie repräsentativ die wirklich sind. Sie sind ja immerhin freiwillig und vielleicht antworten genau bestimmte Gruppen einfach nicht se die Fragen.
    Ich finde es aber auch interessant, wie Wähler*innen vom Alter und Geschlecht her verteilt sind. ZB, dass Frauen weniger die AfD wählen. Wundert mich nicht, wo sie doch dieses Jahr von mir den Preis für das sexistischste Werbeplakat bekommen hätten :D. Ich identifiziere mich jetzt aber nicht so mit Frauen im Sinne von „Hey, mein Geschlecht hat besser gewählt.“ oder so ^^.

    Deine Einstellung, keine Angst vor den nächsten vier Jahren zu haben, finde ich gut.
    Und ich hoffe auch, dass die anderen Parteien aus dem Erfolg der AfD gelernt haben, dass man die Menschen, die die Partei aus welchen Gründen auch immer wählen, trotzdem ernst nehmen und auf ihre Sorgen eingehen muss. Zumindest, wenn sie ihre Stimmen wiederhaben wollen.

    Die Frage, warum so viele Menschen die AfD scheinbar für die einzige Alternative zu den „etablierten Parteien“ halten, habe ich mir auch oft gestellt. Sie stellen sich ja gerne so dar, aber in Wahrheit gibt es zig andere Parteien, die vieles anders machen wollen als CDU und SPD. Zum Teil ist es glaub ich, zumindest bei den „Protestwählern“ gerade die Provokation, weil die AfD von allen anderen so gehasst wird, dass sie zu wählen ein richtiger „Schlag in die Fresse“ ist. Genau weiß ich es aber nicht, weil mein Eindruck von AfD-Wählern einzig und allein von Facebook und Interviews kommt ^^.

    Über Posts zu politischen Themen würde ich mich freuen!
    Petitionen wollte ich auch immer mal unterschreiben, weil ich eigentlich finde, dass es eine tolle Möglichkeit ist, sich direkt politisch zu engagieren.

    Ich finde die ganzen Posts über die Wahl übrigens schwierig. Ich blogge zwar auch ab und an über politische Themen, versuche aber zu meiden, einzelne Personen oder Parteien direkt zu kritisieren, weil ich mich dafür nicht genug mit ihnen befasst habe und es nochmal was anderes ist, allgemein über eine Partei statt über ein spezielles Thema zu reden. Da sich die meisten Posts aktuell gegen die AfD richten, weiß ich also meist nicht, was ich kommentieren soll, ohne meine Prinzipien zu brechen.

    Liebe Grüße!

    • Eigentlich hast du wirklich recht – warum sollte man Möbel schleppen, wenn man das nehmen kann, was vorhanden ist? Ich hab da wohl echt komische Vorstellungen gehabt… Vielleicht weil ich Kabinen immer als geschlossene Räume aufgefasst habe?

      Jetzt bin ich aber erleichtert, dass ich nicht die einzige bin, der das mit den Hochrechnungen zu blöd ist!

      Deine Gedanken zur Wahlbeteiligung sind natürlich auch berechtigt. Aber ich denke, die Wahl der AfD zeigt wenigstens, dass sie wollen, dass sich etwas in der Politik ändert. Obwohl es natürlich besser wäre, wenn man nicht nur aus Protest eine derartige Partei wählt, sondern eine Partei findet, die die Interessen auch wirklich vertritt.
      Aber ein Viertel das nicht wählt – es ist grausam, das stimmt. Warum zum Teufel nutzen so viele das Wahlrecht nicht?

      Mh… Den Preis für das grausamste Wahlplakat kriegt bei mir auch ganz klar die AfD, wobei manche anderen Parteien auch nicht so tolle Plakate hatten. Nur die FDP und die Linke fand ich dieses Jahr wirklich toll gestaltet. Und auch das, was ich von der Deutschen Mitte gesehen habe, war nicht schlecht. Die Plakate der Grünen konnte man im Vorbeifahren kaum lesen… Und der Kurs der CDU passte mir einfach nicht, weil „weiter so“ für mich gerade die falsche Einstellung ist.

      Deine Einstellung so politischen Posts kann ich gut nachvollziehen… Und irgendwie fand ich es am Ende auch schwierig, einerseits neutral über Parteien zu informieren und andererseits meine Meinung zum Ausdruck zu bringen, ohne jemanden zu beeinflussen und mich zu sehr als Angriffsfläche anzubieten.
      Deswegen hab ich diesen Beitrag auch von Nicole gegenlesen lassen, einfach, um mehr Sicherheit zu bekommen, da sie durch ihr Studium viel mehr Ahnung hat als ich.

      Liebe Grüße

      • Charlie am

        Ich kann aber verstehen, dass du geschlossene Räume erwartet hast. Das wäre ja auch irgendwie ein bisschen geheimer und privater, was die eigene Wahl ja auch sein soll.

        Die Plakate der Linken fand ich dieses Jahr auch sehr gut. Sie haben nicht so viel auf Gesichter gesetzt (wie zB die CDU mit Merkel), sondern klare Aussagen und Forderungen getroffen. Bei den Grünen hatte ich auch das Problem mit der Leserlichkeit. Und bei der CDU und auch der SPD hat mir generell eine Aussage gefehlt. Was ist denn zB bitte ein „Deutschland, in dem wir gut und gerne leben“ und was genau wollen sie dafür tun?

      • Andererseits kann man auch auf den abgeschirmten Tischen ja nicht sehen, wo das Kreuz ist… Also ist das mit der Kabine wohl echt egal.

        Das Setzen auf Gesichter finde ich immer ziemlich dämlich. Ich will politische Ziele unterstützen – nicht eine Person!
        Wahrscheinlich ist die CDU auch mit aus diesem Grund bei mir durchgefallen.

        Die Aussage, für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben, finde ich auch aussagelos. Viele Leute haben es hier momentan sehr schwer – Alleinerziehende, Rentner, die Kinder großgezogen haben und nun allein leben, Arbeitssuchende, Leute in schlecht abgesicherten Arbeitsverhältnissen… Und die Schulen sind teilweise auch nicht gerade toll.
        Klar – der allgemeine Lebensstandard ist hoch, aber nicht alle profitieren und es spaltet sich halt gerade zu sehr.

        Liebe Grüße

  7. Kai am

    Die sogenannten Volksparteien erleben gerade, was passiert, wenn man Menschen nicht mitnimmt.
    Wenn auf Fragen unverbindlich und ohne Kern, im Politikgespräch in die Welt geantwortet wird. Die Verbindung Gesellschaft – Politik ist unterbrochen, in beide Richtungen.
    Ein wichtiges Thema an dem es zu dringlich zu arbeiten gilt.
    Was ich traurig finde ist, dass die SPD sofort, meiner Denke nach zu schnell, die Tür zu gemacht hat und für eine große Koalition nicht zur Verfügung steht.
    Sie hat ja mit regiert und läuft nun davon. Ist aber bei Ihren internen Probleme vielleicht sinnvoller.
    Bleibt nur Jamaika, bin gespannt wie man die politische Bandbreite in einem Kompromiss zusammenführen will.
    Mein Fazit ist leider, das sich die Wähler sich von Parolen leiten lassen, bzw. das haben wir schon immer gewählt leiten lassen.

    Bei mir, gibt’s ja am 15.10. schon die nächste Wahl

    • Ich denke auch, dass diese Wahl ziemlich deutlich gemacht hat, dass einige Bevölkerungsteile von der Politik in den letzten Jahren nicht genügend Aufmerksamkeit erhalten haben. Und da müssen die Volksparteien sich nun was einfallen lassen.

      Ich finde es aber vernünftig, dass die SPD erst mal ihre Partei neu aufstellen möchte, echte sie wieder in Erwägung zieht, mitzuregieren. Wenn die große Koalition für soviel Unmut in der Bevölkerung gesorgt hat, dann muss sich eben mal was ändern, auch wenn das mit der Jamaikakoalition sicher keine einfache Sache ist. Ich bin echt gespannt auf den entsprechenden Vertrag!

      Dass viele Wähler sich zu wenig informieren und hinterfragen, ist wirklich schade. Für die kommenden Wahlen drücke ich die Daumen.

      Liebe Grüße


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