Bundestagswahlen 2017 - die Linke

Bundestagswahl 2017: Das Programm der Linken

Hallo & Herzlich Willkommen zu meinem 4. Teil der Postreihe zu den Bundestagswahlen 2017!

Nachdem ich euch vor 4 Tagen erklärt habe, warum es vielleicht manchmal sinnvoll sein kann, eine kleine Partei zu wählen, obwohl sie verschwindend geringe Chancen hat, in den Bundestag einzuziehen, möchte ich euch nun aber doch erst mal nach den Grünen auch noch eine weitere etablierte Partei vorstellen: Die Linke.

Die Einleitung zum Wahlprogramm

… ich habe mir also mal die Kurzfassung des Wahlprogramms1 von der Website der Linken heruntergeladen (Stand: 4.8.17). Nach dem Durchlesen dieses Dokuments habe ich dann aber noch mal einige weitere Dinge im Internet nachgesehen.

Zunächst mal fordert die Partei aktiv zum Wählen auf und betont, dass sie für soziale Gerechtigkeit, soziale Sicherheit, Abrüstung und Frieden steht.

Auf den Wunsch der Menschen nach einer sicheren Zukunft wird Bezug genommen – und dabei wird auch nicht verschwiegen, dass dies bedeutet, dass die reicheren Bürger zur Kasse gebeten werden sollen, damit die gesamte Bevölkerung vor Armut geschützt ist.

Eine „soziale Wende“ nennt die Linke also das, was sie verwirklichen möchte.

Bundestagswahlen 2017 - die Linke

Das Wahlprogramm

Leben

Mieten in angespannten Wohngegenden einfrieren und senken – so will die Linke dafür sorgen, dass sich jeder eine Wohnung leisten kann. Zudem sollen zusätzlich 250.000 Sozialwohnungen pro Jahr entstehen.

Arbeit

Sichere Jobs mit höheren Löhnen will die Linke schaffen. Dazu soll der Mindestlohn auf 12 € pro Stunde erhöht werden (Aktuell beträgt er 8,84 €2, sodass das bei durchschnittlich 21 Arbeitstagen pro Monat3 mit je 8 Stunden 530,88 € mehr auf dem Konto landen würden.).

Vor allem die Arbeit in sozialen Berufen soll zudem besser vergütet werden und für Männer und Frauen wünschen sich die Linken bei gleicher Arbeit in allen Branchen auch das gleiche Gehalt.

Nicht nur der Lohn soll steigen, sondern auch Minijobs sollen wegfallen und jeder toll die Möglichkeit haben, Vollzeit zu arbeiten, wenn er möchte. Trotzdem soll mehr Zeit für Ruhe, Familie und Freizeit bleiben.

Auch das Hartz IV-System soll verändert werden: Zunächst mal soll länger das Arbeitslosengeld gezahlt werden, doch auch danach soll jeder mindestens 1050 € monatlich zum Leben haben, ohne sich vor Sanktionen in Acht nehmen zu müssen. Leistungen werden nicht mehr einzeln beantragt, sondern zusammengefasst und durch Sozialtarife für Strom und öffentliche Verkehrsmittel ergänzt.

Steuern

Eingeführt werden soll die Vermögenssteuer für Vermögen oberhalb von 1.000.000 €. Diese zusätzlichen Steuereinnahmen sollen das öffentliche Angebot (Schulen, Kitas, sozialer Wohnungsbau, Internet, Krankenhäuser, öffentlicher Nahverkehr) verbessern.

Menschen mit einem geringeren Einkommen als 7.100 € brutto / Monat sollen weniger zur Kasse gebeten werden – ein erhöhter Steuerfreibetrag (12.600 €) ergänzt die Entlastung der Unter- und Mittelschicht. Höhere Einkommen werden dafür aber stärker besteuert.

Familie

Da die Politik momentan der Situation der Familien nicht gerecht wird, soll eine Kindergrundsicherung geschaffen werden, wozu eine Erhöhung des Kindergeldes auf 328 € den Grundstein legt. Gerade Alleinerziehende und Hartz-IV-Empfänger sowie Geringverdiener sollen dadurch die Möglichkeit erhalten, ihren Kindern ein gutes Aufwachsen zu ermöglichen.

Kinder sollen zudem öffentlich und gebührenfrei betreut werden können – in jeder Altersgruppe, damit die Eltern flexibler arbeiten können. Auch ein ganztägiges Schulangebot soll diese Maßnahme unterstützen. Das Betreuungsgeld soll jedoch entfallen, da dieses gerade sozial schwachen Familien eher Nachteile bringt.

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Renten

Renten sollen steigen – auf ein für Osten und Westen einheitliches Rentenniveau von 53 Prozent. Mindestens soll aber eine Rente von 1050 € ausgezahlt werden, damit Altersarmut verhindert wird. Wer mit 60 Jahren bereits 40 Berufsjahre lang Beiträge eingezahlt hat, darf dann in Rente gehen, ansonsten soll das Renteneintrittsalter bei 65 Jahren liegen.

Da Eltern einige Zeit im Beruf zurücktreten müssen, sollen diese mit einer „Mütterrente“ entschädigt werden: 90 Euro werden pro Kind dem Rentenkonto gutgeschrieben.

Bei der Finanzierung der Renten aus Rentenbeiträgen soll der Arbeitgeber wieder stärker zur Kasse gebeten werden. Wer viel verdient, soll auch für sein komplettes Einkommen Beiträge zahlen – die Beitragsbemessungsgrenze entfällt also.

Beamte, Manager, Freiberufler und Selbstständige sowie Politiker sollen nicht länger beitragsfrei bleiben.

Gesundheit

Das System von gesetzlicher und privater Krankenversicherung soll durch eine Gesundheitsversicherung ersetzt werden und diese soll für alle Leute gleichermaßen sorgen. Die Beiträge sollen unter 12 Prozent liegen und von Arbeitnehmer und -geber gleichermaßen gezahlt werden. Dadurch soll es möglich sein, Krankenhäuser zu erhalten und lange Wartezeiten sowie Anfahrtswege durch eine bessere Versorgung minimieren zu können. Da die Ärzte dann nicht mehr vorzugsweise dort arbeiten wollen, wo viele Privatpatienten leben (Städte!), soll das auch gegen das Problem des Ärztemangels in ländlichen Regionen helfen.

Außerdem soll der Bund Gelder in die Kliniken investieren, um den Investitionsstau abzubauen – und eine Übergabe der Krankenhäuser in öffentliche Hände befürwortet die Linke ebenfalls.

Fallpausalen in Kliniken lehnt die Linke ab, da viele Kliniken auf dem Land dann wichtige Eingriffe nicht mehr anbieten können. Außerdem könnte es passieren, dass einige Eingriffe durchgeführt werden, obwohl sie nicht notwendig sind, um die Pauschalen erreichen zu können.

In der Pflege sollen 100.000 zusätzliche Stellen ermöglicht werden, nachdem der Bedarf genau ermittelt wurde. Durch einen angehobenen Mindestlohn soll die Pflege zudem attraktiver als Beruf werden.

Was die Entwicklung neuer Medikamente angeht, sollen die Entwickler gezwungen werden, ihre Kosten offen zu legen, damit keine überhöhten Preise für die neuen Medikamente mehr gefordert werden. Ansonsten sollen Preise auch rückwirkend vom Zusatznutzen abhängig festgelegt werden. Was Antibiotika betrifft, soll der Bund Prämien für Neuentwicklungen aussetzen, damit sich die Forschung in diesem Bereich überhaupt lohnt und somit angeregt wird.

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Umwelt

Zum Umgang mit Umweltschutz oder der Frage nach der Energiewende lassen sich in der Kurzfassung des Wahlprogramms der Linken keine Aussagen finden. Dennoch hat die Linke erkannt, dass Umweltverschmutzung und Klimawandel unseren Lebensraum bedrohen und fordert daher Folgendes:

  • Förderung der erneuerbaren Energien, sodass diese 50 % des Strombedarfs im Jahr 2020 decken können,
  • Abschaffung der Stromgewinnung aus Kohle bis 2040,
  • Sofortiger Ausstieg aus der Atomenergie,
  • Frackingverbot,
  • Schutz natürlicher Ressourcen durch geschlossene Stoffkreisläufe,
  • Mehr öffentlicher Personenverkehr zur Verkehrsvermeidung.
Militär & Rüstung

Deutsche Soldaten sollen aus dem Ausland abgezogen werden, Waffenexporte unter Verbot gestellt werden und die aktuell geplante Aufrüstung soll nicht erfolgen. Stattdessen wird auf Abrüstung gesetzt und die dadurch frei werdenden Gelder sollen Schulen und Kitas zu Gute kommen.

Allerdings will die Linke nicht nur abrüsten, sondern auch aus der NATO austreten – falls es also doch mal zum Krieg kommen würde, stünde Deutschland ohne dieses wichtige Bündnis da.

Europa

Auf europäischer Ebene will die Linke sich dafür stark machen, dass Erwerbslosigkeit vermindert wird und in der Wirtschaft mehr Wert auf ökologisches und soziales Produzieren gelegt wird. Freihandelsabkommen wird die Linke nicht unterstützen.

Meine Meinung zum Wahlprogramm

Ich habe mir im Folgenden zu den einzelnen Punkten des Wahlprogramms mal ein paar Gedanken aufgeschrieben und das Ganze ein wenig beurteilt. Ich möchte euch mit diesem Text nicht beeinflussen – ich will nicht dazu raten, die Linke zu wählen oder es zu lassen. Ich finde es nur wichtig, dass man manche Punkte in Wahlprogrammen auch mal hinterfragt und möchte euch dazu Denkanstöße liefern.

Weil mir allerdings Transparenz wichtig ist, möchte ich vorab sagen, dass ich aus einem Geringverdiener-Haushalt stamme. Ich selbst verdiene aktuell so viel wie ein durchschnittlich verdienender Azubi (859 Euro im Monat im Westen5) und werde aber auch im Anschluss an mein Bachelorstudium wahrscheinlich nicht zu den Top-Verdienen zählen. Mein Vater unterstützt während des Studiums aber noch gerne finanziell, indem er mir ein Pony und das Auto ermöglicht, da mein Gehalt nur für die Wohnung und die alltäglichen Ausgaben reicht.

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12 € Mindestlohn klingen daher zunächst mal toll, oder? Zumindest für die Arbeitnehmer, doch ich selbst stehe dem Mindestlohn schon immer eher kritisch gegenüber. Denn es gibt einfach Jobs, die zwar gemacht werden müssen, aber die den Arbeitgebern nicht so viel Geld einbringen, dass man für diese einen Lohn von 12 € pro Stunde zahlen kann, ohne dabei Verluste zu machen. Ich wüsste also einfach gerne, was dann mit solchen Arbeitsplätzen passiert: Werden diese Stellen gestrichen und die Aufgaben dann von unbezahlten Praktikanten erledigt? Werden die Arbeiter mehr unter Stress gesetzt, damit sie nur noch halb so viel Zeit benötigen? Werden unbezahlte Überstunden verlangt?

Auf diese Fragen gibt mir das Wahlprogramm natürlich keine Antwort… aber ich finde, bei einer derartigen Steigerung des Arbeitslohnes sollte man sich drüber zumindest mal Gedanken machen.

Nicole hat diesen Beitrag schon vorab lesen können und hat dann zu diesem Punkt mit dem Mindestlohn noch Folgendes angemerkt:

[zitat]Hier mal ein Zitat von einer Abgeordneten der Linken: Eine Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro sorgt dafür, dass Beschäftigte nach 45 Beitragsjahren eine Rente erhalten, die oberhalb des Grundsicherungsniveaus, mit anderen Worten: Hartz IV für Rentner/innen – liegt. Nach Berechnung der Bundesregierung, auf eine Anfrage der Linksfraktion, muss hierzu der Stundenlohn 11,68 betragen. Die Mindestlohnkommission hat zum 1. Juni die Beratungen aufgenommen, auf welchen Betrag der Mindestlohn zum 1. Januar 2017 angehoben werden soll.[/zitat][autor]Nicole von Smalltownadventure[/autor]

Die 12 Euro sind also das Ergebnis einer Berechnung und nötig, um Altersarmut trotz Vollzeitjob zu verhindern. Das war mir nicht bewusst.

In sozialen Berufen finde ich die Bestrebung, bessere Bezahlungen sicher zu stellen, jedoch uneingeschränkt positiv, da derzeit großer Bedarf an Pflegepersonal sowohl in Krankenhäusern als auch in der Altenpflege herrscht – und irgendwie muss man ja Menschen dazu bewegen, diesen Job machen zu wollen.

Nur frage ich mich dann doch, wie man bitte mehr freie Zeit haben soll, wenn Vollzeitbeschäftigung angestrebt wird. Und auch die Umsetzbarkeit von gleicher Bezahlung von Männern und Frauen scheint mir problematisch, weil schwer zu prüfen ist, wann zwei Arbeitnehmer wirklich die gleiche Arbeit leisten.

Ich denke, mit ihrem Wahlprogramm macht die Linke ziemlich unmissverständlich klar, dass sie keine Partei für die wohlhabendsten Bevölkerungsschichten sein möchte. Die Linke will ganz klar die unteren Schichten stärken und ich finde diesen Ansatz grundsätzlich eher positiv, da die sich in Deutschland immer weiter auftuende Schere zwischen Arm und Reich sicher sonst irgendwann zu Konflikten führen wird. Die Angst davor, in Armut zu geraten, ist heutzutage irgendwie doch omnipräsent, da jeder weiß, dass man von Hartz IV nicht gut leben kann – und ich habe sogar gehört, dass es psychisch krank macht4.

Dennoch befürchte ich, dass die von der Linken vorgeschlagenen Maßnahmen doch ein wenig zu drastisch sind. 1050 € als Grundsicherung erscheinen mir einfach zu viel und ich denke, man muss das eher abhängig vom Wohnort machen, da man zum Beispiel auf dem Land ganz andere Kosten zu bewältigen hat als in einer Großstadt. Ich kann mir eben einfach nicht vorstellen, dass der Staat auf Dauer so eine Grundsicherung finanzieren kann, wenn Steuern für die weniger wohlhabenden sogar abgesenkt werden sollen – auch, wenn Reiche verstärkt zur Kasse gebeten werden.

Mehr Pflegepersonal und eine bessere medizinische Versorgung klingen auf den ersten Blick für mich toll, doch leider wird mir aus dem Wahlprogramm nicht erkenntlich, wie die Ärzte und Pfleger dazu motiviert werden sollen, auch in ländlichen Gegenden arbeiten zu wollen. Gerade bei dem Problem der langen Anfahrtswege und Wartezeiten ist es ja so, dass die Mediziner eben lieber in großen Städten arbeiten…und Pflegekräfte gibt es eben einfach nicht genug, weil der Job noch zu unattraktiv ist.

Aber immerhin die einheitliche Gesundheitsversicherung gefällt mir – weil es mich nervt, dass man ständig vergleichen könnte, welche Versicherung nun die besten Leistungen für den geringsten Beitrag liefert. Außerdem sollten eben meiner Meinung nach alle gleich gut versorgt werden, egal, wie viel sie verdienen.

Ein Punkt, in dem mich die Linke überzeugt, ist das folgende Statement im Fazit ihrer Kurzfassung des Wahlprogramms:

[zitat]Wir akzeptieren nicht, […] Dass überall Geld fehlt, jedoch bei Rüstung und Krieg die Ausgaben verdoppelt werden.[/zitat][autor]Kurzfassung des Wahlprogramms der Linken[/autor]

Ich finde, das trifft es eigentlich recht gut auf den Punkt, denn Kriege sind meiner Meinung nach nichts, worein Geld fließen sollte, da oft auch fraglich ist, ob die deutschen Soldaten z. B. in Krisengebieten die Lage verbessern können. Ich denke, statt hier Geld zu investieren ist es sinnvoller, wenn man gerade die zunehmende Armut in Deutschland bekämpft und allen ein angenehmes Leben ermöglicht.

Schade finde ich persönlich ja, dass der Umweltaspekt in der Kurzfassung des Wahlprogramms völlig unter den Tisch fällt, obwohl ich die Forderungen der Partei alle sinnvoll und realistisch finde.

Zusammenfassend kann ich also festhalten, dass ich die Ansätze der Linken doch größtenteils super finde, weil ich eben die zunehmende Verarmung einzelner Bevölkerungsgruppen sehr kritisch sehe. Grundlegende Probleme in unserem System – etwa bei der medizinischen Versorgung oder auch bei der Absicherung der Arbeitslosen und Geringverdiener hat die Linke erkannt und versucht zumindest, diesen zu begegnen. Und gerade ihre klare Position auf europäischer Ebene finde ich einfach nur unterstützens- und lobenswert.

Dennoch zweifle ich daran, inwiefern die Umsetzung der Maßnahmen wirklich möglich ist. Gerade bei den Punkten „Mindestlohn“, „Grundsicherung“ und den zusätzlichen Pflegekräften sowie Ärzten vermute ich, dass die Linke leider realitätsferne Vorstellungen von dem hat, was eigentlich möglich ist.


P. S.: Dieser Post hier ist Teil eines Specials von mir und Nicole zur Bundestagswahl 2017 in Deutschland.

Meine bisherigen Posts sind ein Beitrag darüber, warum man auch kleine Parteien wählen sollte, und eine Vorstellung des Programms der Grünen. Auch ein Interview mit den Grünen gab es. Eine kleine, unbekannte Partei, die Tierschutzpartei stelle ich in zwei Tagen außerdem noch in einem Interview vor.

Nicole schreibt darüber, warum es so wichtig ist, sich an den Wahlen zu beteiligen und geht auf die Programme der SPD, der CDU und der FDP ein.

Noch mehr Blogposts über die Thematik “Bundestagswahlen 2017” gibt es bei #BloggerfuerBTW.


P. S.: Lust, die Linken in einem Video erklärt zu bekommen? MrWissentoGo hat ein gutes Video gemacht.


Quellen

1 Kurzfassung des Wahlprogramms der Linken, heruntergeladen am 4.8.2017 von der Website der Linken

2 mindest-lohn.org, Stand: 4.8.2017

3 arbeitsrechte.de, Stand: 4.8.2017

4 hartziv.org, Stand 4.8.2017

5 Schülerbarometer zum durchschnittlichen Gehalt von Auszubildenden, abgerufen am 27.8.2017

Linke zur Familienpolitik

Linke zur Rente

Linke zur Umwelt

Apotheken-Umschau über steigende Arzneimittelpreise, abgerufen am 27.8.17

Apotheken-Umschau über Krankenhäuser, abgerufen am 27.8.17

Apotheken-Umschau über Probleme in der Pflege, abgerufen am 27.8.17

Apotheken-Umschau über Krankenversicherungen , abgerufen am 27.8.17

Alle Fotos stammen von der tumblr-Seite der Linken und wurden mir für diesen Post zur Verfügung gestellt.

vor 1 Jahr

12 Kommentare

  1. Ob man von Hartz IV gut leben kann oder nicht, hängt nach meinem Eindruck stark davon ab, was für Ansprüche man hat und was für einen Lebensstil man gewählt hat. Ich kenne beispielsweise jemanden der neben Hartz IV eine ehrenamtliche Tätigkeit ausübt und so 200 Euro zusätzlich monatlich erhält. Mit diesem Einkommen ist die Person vollends zufrieden und kann auch sehr gut damit haushalten. Diese Person möchte sogar gar keinen “richtigen” Job mehr nachgehen, da sie mit ihrer Situation vollkommen zufrieden ist.

    Mein Lebensstil wäre das nicht. Ich brauche tatsächlich auch viel mehr Geld um mir das leisten zu können was mir gefällt oder um im Ausland schöne Urlaube zu verbringen. Die bekannte Person nicht, sie ist mit dem wenigen viel zufriedener als früher, als sie noch einen Vollzeitjob hatte.

    Was ich sagen möchte ist; ob Hartz IV ausreicht oder nicht, hängt zum großen Teil auch von den einzelnen betroffenen Personen ab. 😉

    Viele Grüße
    nossy

    1. Da sprichst du ein wichtiges Thema an: Wie viel Geld man braucht, ist bei jedem anders. Zunächst spielt der Wohnort eine Rolle, dann vielleicht, wo Freunde und Familie wohnen (wegen Reisewegen bei Besuchen) und letztendlich eben vor allem die eigenen Vorstellungen von einem guten Leben.

      Ich selbst brauche zum Beispiel wohl auch mehr Geld als andere Studenten, weil ich ein Arbeit brauche, um zur Arbeit zu kommen und meine Freunde zu besuchen. Außerdem habe ich eine verhältnismäßig teure Wohnung und eben das Pony. Aber ohne Pony würde mir wohl recht wenig Geld reichen, denn ich fahre kaum weg, kaufe nur wenig außer Lebensmitteln ein und habe neben dem. Reiten keine teuren Hobbys.

      Aber es ist wohl auch alles eine Frage der Gewöhnung. Wer sich ein Mal Luxus leisten konnte, hat es schwer, wenn er anschließend wieder verzichten soll.

      Liebe Grüße

  2. Deine Reihe habe ich noch gar nicht vorher gesehen – ich habe in letzter Zeit viel zu wenig Zeit zum Bloggen und fast alle meine Beiträge sind schon seit langem vorher gemacht… Also, ich finde es super, dass du an so einer Blogparade teilnimmst und auch dein Post gefällt mir echt gut 🙂 Endlich versteht man mal ohne Probleme, was genau gemeint ist und auch deine Bewertung finde ich gut.
    Auf die nächste Partei bin ich gespannt – ich habe zwar schon gewählt, aber von denen habe ich noch nie was gehört, die gibt es in Schleswig-Holstein gar nicht 😀
    Liebe Grüße

    1. Verständlich, dass du gerade andere Dinge im Kopf hast als den Blog. Hoffentlich ist es am anderen Ende der Welt schön!

      Diese Beitragsreihe habe ich allerdings schon lange geplant und ausgearbeitet und mit Nicole abgesprochen gehabt, als ich dann erst auf die blogparade #BloggerfuerBTW aufmerksam wurde.

      Freut mich, dass dir auch mein Kommentar zum Wahlprogramm gefällt, denn sowas ist ja immer schwierig. Erstens will ich nicht beeinflussen, zweitens soll sich niemand auf den Schlips getreten fühlen und drittens will ich trotzdem meine Meinung ehrlich schreiben können, ohne Angst vor einem Shitstorm zu haben…

      Müssten nicht Parteien, die bei der Bundestagswahl antreten, in allen Bundesländern wählbar sein?

      Liebe Grüße

      1. Hm, das mit den Parteien dachte ich auch, da ich aber Briefwahl gemacht habe, weiß ich, dass die definitiv nicht auf dem Wahlzettel standen…
        Wäre ja auch eigentlich komisch, wenn die Partei in den Bundestag kommen würde und halb Deutschland kennt sie nicht 😀
        Naja, ja es ist schön hier, du kannst ja mal auf dem Reiseblog von meiner Freundin und mir vorbeigucken 😉 das ist http://www.caroleonie-in-neuseeland.blogspot.com
        Liebe Grüße

      2. Vielleicht stand die Partei mit anderen Namen da? Ich glaube, sie heißt auch Partei Mensch Tier und Umwelt. Bin mir aber nicht sicher, was die Reihenfolge der Begriffe angeht.
        Aber das würde sonst wirklich deren geringe Wählerzahl erklären und dann hoffe ich, dass sie bei mir überhaupt wählbar ist, da ich das zumindest in Erwägung ziehe.

        Uiii der Reiseblog. Danke für den Link – jetzt kann ich das mit großem Interesse verfolgen!

        Liebe Grüße

      3. “Müssten nicht Parteien, die bei der Bundestagswahl antreten, in allen Bundesländern wählbar sein?”

        Nach den Wahlplakaten zu urteilen kann man bei mir im Ort nur CDU, SPD, Grüne, Linke, AfD und noch irgendetwas wählen.

        Warum sollte eine Partei überall wählbar sein, wenn diese Partei es noch nicht mal schafft genug Unterstützungsunterschriften für die Wahlzulassung zu bekommen oder gar keinen Kandidaten in diesem Wahlkreis hat?

      4. Mh… Ich dachte halt, dass es nur für die Erststimme so ist, dass man da halt eine auf die lokal engagierten Parteien begrenzte Auswahl hat. Wenn man aber Parteien aus anderen Regionen gut findet, spräche ja nichts dagegen, die für die Zweitstimme überall verfügbar zu machen. Aber ich hab ja noch keine Wahlerfahrungen – also danke, dass ihr mich eines Besseren belehrt.

        Liebe Grüße

    1. Die FDP hat mir auch als erste ein Programm in den Kasten geworfen… Inzwischen sind aber auch AfD und CDU eingetroffen.

      Vorgestellt habe ich in dieser Reihe nur drei Parteien, da ich die Beitragsserie ja mit Nicole zusammen mache. Sie übernimmt FDP, CDU und SPD. Alleine wäre es für mich einfach zu aufwändig gewesen.

      Liebe Grüße

  3. Das problematischste bei den Linken ist für mich der Ausstieg aus der NATO. Gerade in der heutigen, turbolenten Zeit die ja doch wieder von einigen Krisenherden (Nordkorea, die Türkei, Terrorismus) geprägt ist, ist die NATO leider wichtiger denn je. Die anderen Punkte mögen zwar gut sein, gerade was die Stärkung der einkommensschwachen Familien anbelangt, aber auch bei der Grundsicherung frage ich mich, wie diese finanziert werden soll, zumal sie auch abhängig vom Wohnort sein müsste. Auf dem Land kann man mit dem Betrag super leben, in der Stadt sieht das wieder anders aus. Auf der anderen Seite würde man damit aber dann mehr verdienen, als manch einer der Vollzeit arbeiten geht und beispielswiese nur 900 € nach Abzug von Steuern rausbekommt und das finde ich auch wieder problematisch, denn es muss ja auch einen Anreiz geben arbeiten zu gehen.

    Was die Rente anbelangt bin ich jedoch für eine Grundrente, die über der Grundsicherung liegt. Denn es darf einfach nicht sein, dass jemand der sein Leben lang vollzeit arbeitet am Ende in Altersarmut abrutscht. Auch die Zeiten als Mutter müssen angerechnet werden. Auch hier tut man als Frau einen wichtigen Dienst für die Gesellschaft ,der einfach mehr honoriert werden muss. Denn Kinder sind unsere Zukunft.

    Danke auch für deine lieben Kommentare zu den Programmen. Ich werde jetzt versuchen alle nach und nach zu beantworten. Erstmal das zu FDP:

    Ich bin auch echt froh darüber, dass das geklappt hat und die Aktion auch gut aufgenommen wird. Zu den Plakaten der FDP: Sie sind halt mal was anderes und vor allem sehr modern und frisch. Passt auch zur derzeitigen Ausrichtung der Partei, die ja vor allem auch viele junge Wähler ansprechen möchte und auch einen intensiven Wahlkampf in den Sozialen Netzwerken führt. Somit ist das stimmig, auch wenn es natürlich wieder viele gibt, die diese modernen Plakate kritisieren. Aber wenn man so junge Wähler anspricht und an die Wahlurne bekommt, finde ich das gut. Trotz der ernsten Thematik darf auch Politik jung und frisch sein.

    Mir geht das in vielen Parteien auch unter, obwohl es so ein wichtiges Thema ist. Wirtschaftlich erfolgreich werden die Länder sein, die fortschrittliches Internet und Technik haben und auch die Arbeitswelt wird sich nun mal radikal verändern. Deutschland rangiert beim Internetausbau jetzt schon auf den letzten Plätzen und das kann wirtschaftlich zur Gefahr werden. Es wird Zeit, dass wir da jetzt handeln und die FDP legt hier wirklich einen starken Fokus drauf, was ich gut finde.

    Die einheitliche Qualität bei der Bildung gibt es bisher noch nicht, weil Bildung Länder sache ist. Solange jedes Bundesland da sein eigenes Süppchen kocht, eigene Maßstabe setzt und einen eigenen Lehrplan erstellt, wird sich da auch nichts ändern. Als ich noch Schülerin war hat mich das auch extrem genervt, vor allem weil ich in Bayern zur Schule bin. Die Anforderungen an den Lehrplan sind bei uns halt extrem hoch. Nicht, dass das schlecht ist, aber wenn man dann Erzählungen von anderen Bundesländern hört, die viele der schweren Themen erst im Studium angehen, nervt das dann doch. Zumal es auch nicht vom Wohnort abhängig sein sollte, wie gut die Bildung ist. Was mich halt beim Studium geärgert hat war, dass die unterschiedlichen Bildungsstandard dann beim NC an den Unis keine Rolle mehr spielten.

    Elternunabhängiges Bafög wünsche ich mir ja auch schon lange. Bei mir ist es ja so, dass ich jetzt mit 24 wieder abhängig von meinen Eltern bin und das ist für mich auch nicht gerade angenehm. Durch meine Ausbildung bin ich gewöhnt schon auf eigenen Beinen zu stehen, was jetzt aber nicht möglich ist. Bin auch geschockt, dass die FDP die einzige Partei ist, die diese Forderung in ihrem Wahlprogramm stehen hat. Denn wie du schon schreibst: Viele Eltern können oder aber wollen ihr Kind finanziell während dem Studium auch gar nicht unterstützen. Und wer klagt das Geld, das einem dann zusteht denn schon ein? Ich glaube, das tut kaum jemand. Das mit der Open University finde ich auch gut, das findet sich ja zum Glück auch bei anderen Parteien und ist ein richtiger Schritt.

    Die Flexiblen Öffnungszeiten sehe ich halt nur für die Kräfte im Einzelhandel nachteilig. Genauso wie ich bei den flexiblen Arbeitszeiten die Sorge hätte, dass Unternehmen dies ausnutzen. Wenn ich da an Leute auf dem Bau denke oder Industrie, graut es mir da etwas, weil da ein extrem langer Arbeitstag von 12 Stunden oder so schwer wäre. An sich kann ich den Gedankengang nachvollziehen, aber vieles wird halt leider auch schnell missbraucht. Zeitarbeit finde ich auch schrecklich. Da habe ich auch Angst vor, selbst mit Studium.

    Das mit dem flexiblen Rentenalter finde ich aber auch super, denn in der Tat gibt es ja viele die wollen länger arbeiten, ander wiederum auf dem Bau können es nicht und so würde sich das etwas ausgleichen. Also bei Familien ist ein neues Kindergeld geplant. Das sieht folgendermaßen aus: Jeder bekommt einen festen Grundsatz, egal welches Einkommen man hat und dann gibt es aber noch einen zweiten Zuschlag der sich dann nach dem Einkommen richtet, sodass Familien mit weniger Einkommen mehr Geld erhalten. Für einkommensschwache Familien kommen dann noch die Bildungsgutscheine obendrauf. Schade finde ich hier nur, dass man keine Zahlen nennt.

    Beim Wohnraum muss sich dringend was tun, denn das Problem haben ja nicht nur Studenten. In großen Städten können sich ja mittlerweile Durchschnittsverdiener schon keine Wohnungen mehr leisten und das kann einfach nicht sein.

    1. Also das mit der Nato ist für mich wohl der wichtigste Grund, nicht die Linke zu wählen… Denn die anderen Ziele find ich eigentlich vom Grundgedanken her gut.
      Dass du auf den Wohnort hinweist, finde ich aber auch wichtig. Hier in meiner Gegend kann man von 1000€ sogar ein Auto und ne Wohnung bezahlen, ohne zu sparen… In Großstädten wird es wohl allein mit der Miete schon knapp… Da müsste also differenziert beurteilen, wie hoch die Renten oder die Grundsicherung sein müssen.

      Das Problem, dass Geringverdiener aber dann schnell kaum noch mehr haben als Arbeitslose, finde ich wirklich schwierig. Man bräuchte einfach für alle einen guten Arbeitsplatz, denn dann würden mehr Menschen Beiträge in die Rentenkassen zahlen und aber gleichzeitig ihren eigenen Lebensunterhalt bestreiten.

      Und ja – Mütter sollten auch Rente für das Großziehen von Kindern kriegen!!!

      Ich denke, bei der Digitalisierung kommt der fdp zu Gute, dass sie sich an junge Wähler wenden… Rentner und Leute kurz vor der Arbeit haben die Zukunft der Arbeitswelt sicher einfach nicht mehr so im Blick, sodass ihnen die Digitalisierung egal ist.

      Hätte ich was mit NC studiert, hätte ich mich an deiner Stelle auch furchtbar geärgert… Aber sonst von Ich eigentlich ein Freund von guter Bildung und war immer nur von unseren Lehrern enttäuscht, weil die nichts vermittelt haben. Und beim Bafög kann ich dich voll verstehen – ich liebe es ja, nur etwas abhängig zu sein. Deswegen wollte ich ja unbedingt Dual studieren…

      Also das mit den Arbeits- und Öffnungszeiten ist halt wohl typabhängig. Mir macht es nichts aus, am Wochenende zu jobben, solange ich dann unter der Woche entsprechend weniger tun muss. Ich würde also die Gesamtstundenzahl pro Woche branchenabhängig deckeln und dann aber flexiblere Verteilungen ermöglichen – die mindestens einen komplett freien Tag vorsehen, oder so. Aber ich denke, der Einzelhandel könnte profitieren, wenn man flexibler wäre, denn auf Amazon und Konsorten shoppt man ja rund um die Uhr…

      Also das mit dem Kindergeld klingt super, nur Zahlen bräuchte man eben.
      Aber wenn die FDP hier die neuen Grenzen und Höhen der Beträge nennt, läuft sie ja Gefahr, gut verdienende Familien als Wähler zu verlieren.

      Liebe Grüße

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