Urlaub in Ascheberg: ein Überblick

Hallo ihr Lieben,

jetzt, wo ich mal wieder im ICE stehe, ist wohl der perfekte Zeitpunkt, um einen Blogpost zu tippen, den ich dann zu Hause veröffentlichen kann.

Zunächst mal die Erklärung dafür, dass ich mich in einem ICE befinde: Ich war im Urlaub.

Und ich war nicht alleine, sondern meine vier Freundinnen waren auch dabei. Anfangs glaubte noch keiner daran, dass alles klappt, aber letztendlich kam das dabei heraus:

1. Anreise

Ja, die Anreise war doch ein kleines bisschen spannend. Es begann am ersten August um kurz vor 11 am kleinen Bahnhof in Korbach. Fünf Mädchen mit vielleicht ein wenig zu vollen Koffern treffen sich.
Der erste Zug ist ja nur die Regionalbahn, die zwar ruckelig ist, aber dafür bekommt man auch immer einen Sitzplatz.
Kaum los gefahren waren wir auch schon in Kassel, zumindest gefühlt. Geduldig warteten wir auf den ICE, der uns nach Kiel bringen sollte.

ICE nach Kiel? “Heute fünf Minuten später.”

Na gut, dann halt fünf Minuten später, vielleicht ist ja eine Kuh auf dem Gleis und hält den Zug auf.
Wobei ich ja finde, dass Flamingos auf Gleisen in Deutschland wesentlich wahrscheinlicher sind als Kühe.

“ICE nach Kiel heute stark überfüllt. Fahrgäste ohne Reservierung nach Hamburg oder Hannover nehmen bitte den nächsten…”

Reserviert hatten wir zwar nicht, aber weil wir nach Kiel mussten, blieb uns keine andere Wahl, als uns in diesen Zug zu quetschen.

Dort standen wir dann fast eine Stunde im Gang, konnten später aber noch Sitzplätze ergattern. Die weiß man dann auch gleich viel mehr zu schätzen.

Aber damit die ganze Reise jetzt nicht langweilig wird, blieb uns Dank Verspätung nur wenig Zeit zum Umsteigen.
Der Zug hatte eine andere Nummer, als unser Ticket vorgab, fuhr aber zur richtigen Zeit am richtigen Ort in die richtige Richtung. Uns war doch ein bisschen komisch, weil wir Angst hatten, nicht anzukommen.

Geklappt hat dann doch alles, also kauften wir im Aldi in Ascheberg als nächstes ein bisschen Zeug ein, was Tonnen zu wiegen schien.

Unsere Ferienwohnung lag jetzt nur blöderweise 3,5km außerhalb den Ortes. Mit Koffern und Einkauf laufen? Nee, danke.

Also ein Taxi. Hat zwar keiner von uns Erfahrungen mit sowas, aber Sarah kriegt das schon hin.

2. Ferienwohnung

Angekommen, wie schön. Oh, nette Vermieterin. Oh, niedliche Wohnung. Überfall Gänse in der Küche: auf der Uhr, auf den Gardinen, auf den Topflappen und auch auf den Tassen. Überall Dalmatiner in der restlichen Wohnung, also zum Beispiel in Kuscheltierform.

Obwohl alles doch etwas kitschig war, war es immer noch gemütlich und einfach nett, dort für eine Woche zu Hause zu sein.

Außerdem freute ich mich über die Küche, weil fast alles wichtige vorhanden war. Okay, das Rührgerät geht nicht so, wie ich das gewohnt bin und auch die Messer waren viel zu stumpf. Trotzdem habe ich gerne ab und zu mal gekocht. Von den Experimenten erzähle ich aber in einem anderen Blogpost…

Außerdem ist da ja noch der Pavillon im Garten, den wir benutzen durften. An mehreren Abenden saßen wir dort und haben Spiele gespielt, gelacht und ein Mal sogar gegrillt.
Das Licht war kurz vor Sonnenuntergang einfach unbeschreiblich schön und die Kerzen rundeten das Ganze nahezu perfekt ab.


Dazu muss ich noch sagen, dass uns viel Vertrauen entgegen gebracht wurde, obwohl wir ja noch recht jung sind.

Die Ferienwohnung “Unterer Liesch” kann ich also auf jeden Fall weiter empfehlen und wegen der Fahrräder, die man zur Verfügung gestellt bekommt, ist auch die Entfernung zum Ort eher ein Pluspunkte, denn diese Landschaft schlägt alles.

3. Plöner See

Ferienwohnung ist ja schön und gut, aber tagsüber wollten wir dann doch was unternehmen.
Sonntag besuchten wir also zunächst den See. Das Schild, was auf der Liegewiese stand, machte uns ein bisschen Angst, indem es vor Zerkarien warnte, welche juckenden Ausschlag verursachen.

Da diese Gefahr angeblich nur bei steigender Wassertemperatur bestand, wagten wir uns in den See, denn in den Tagen davor war es ja kühl.
Das Wasser war angenehm, aber voller Algen. Ich überließ den anderen das Schwimmen, weil ich etwas besorgt um mein Knie war.

Auch unseren zweiten Tag verbrachten wir am See, weil Lea nun auch da war.

So viel Zeit, wie wir am See verbrachten, widme ich dem Ort demnächst auch einen separaten Blogpost.

3. Meer!

Ursprünglich wollten wir den ganzen Urlaub am Meer verbringen. Da die beste Ferienwohnung, die wir finden konnten aber nun mal am Ende der Welt liegt, stiegen wir wenigstens einen Tag mit Lea in den Zug und fuhren an die Ostsee. Das hat sich gelohnt, aber dazu später auch noch mal mehr.

4. Plön

Wenn Lea schon mal drei Tage da ist, dann können wir ja auch noch mal was unternehmen. Außerdem wollten wir schon gerne mal nach Plön, wenn wir schon eine Woche am Plöner See verbringen.
Zudem gab es noch das ungelöste Postkartenproblem: in Ascheberg gibt es keine zu kaufen, an der Ostsee haben wir keine gefunden, aber wir brauchen doch welche!
In Plön wurden wir endlich fündig und kauften gleich 24 Stück.


Zu der Stadt, dem Schloss und dem Bootsverleih gibt es dann später auch noch mehr. Ihr merkt wohl schon, dass noch ein Haufen Urlaubsgelaber auf euch zu kommt.

5. Grillabend zum Abschied

Keiner von uns hat Ahnung vom Grillen, aber weil Lea leider noch an diesem Abend abreiste, wagten wir den Versuch. Unser Grillzeug ist gar geworden, kein Feuer ist ausgebrochen und Spaß hatten wir auch, also alles im bester Ordnung.

6. Kiel

Nach einem Tag zur Erholung am See, wollten ein paar von uns dann gerne noch mal eine Großstadt sehen und shoppen gehen. Und ja, ich oute mich, ich gehöre zu den jenigen, von denen ich da gerade gesprochen habe.

Zur Auswahl standen Lübeck und Kiel, weil man da ohne Umsteigen mit der Bahn hinfahren kann.

Sarah hat schon Erfahrungen mit Lübeck und konnte uns sagen, dass es dort sehr schön ist.
Kiel reizte mich aber gerade deswegen, weil ich mir darunter nichts vorstellen konnte.

Hinzu kam dann noch, dass die Fahrt ca. 10 Euro günstiger ist.

Wie der Tag in dieser völlig unbekannten Stadt ablief, findet ihr wohl auch in ein paar Tagen auf diesem Blog.

7. Abreise

Wer jetzt mitgezählt hat, der wird merken, dass der Tag in Kiel schon Freitag war. Samstag um 10 Uhr musste die Ferienwohnung geräumt werden, um halb vier fuhr der erste Zug.

Ach wie schön, zum Abschluss regnete ich beim Brötchen holen noch mal richtig nass.

Brötchen holen war sowieso etwas, was ich sehr gern gemacht habe an all den Tagen. Mal eben 3,5 km zum Aldi hin und dann wieder zurück. So konnte ich gut die Zeit zwischen meinem Erwachen und dem Aufstehen der anderen überbrücken. Bewegung hatte ich auch gleich ein bisschen und eine Ahnung von der Außentemperatur gab es gratis dazu.

Wir ließen uns wieder vom Taxi abholen; so teuer ist das ja auch nicht, wenn man den Preis durch fünf teilt und Sarah ihre Taxi-bestell-Künste zur Geltung bringt.

Die ganzen Stunden, die uns noch blieben, verbrachten wir wieder am See. Diese mal jedoch nicht auf der Liegewiese, sondern auf einer Holzbank mit Tisch. Karten spielen. Ich hab derweil schon wieder das Strickzeug gezückt. Daran hatte ich in diesem Urlaub echt Spaß, denn meine Hände waren somit beschäftigt, aber reden und zuhören konnte ich trotzdem noch.

Kaum saßen wir in der ersten Bahn, die pünktlich los fuhr, wurden unsere Ängste auch gleich wieder größer. Unsere Umsteigzeit von fünf Minuten in Lübeck erschien uns sowieso schon etwas knapp bemessen, doch dann musste unsere Regionalbahn auch noch 8 ganze Minuten warten, weil ein anderer Zug das Gleis blockierte. Panik!

Kaum in Lübeck angekommen, stürzten wir auch schon aus dem Zug und ich war auch schon die halbe Treppe hoch gerannt, als Annette feststellte, dass sie die Gleisnummer geändert haben. Treppe war unnötig, einfach rein in den Zug, der da stand.

Hinsetzen. Stress. Ich war echt ziemlich fertig und froh darüber, dass bei fünf Leuten immer einer die wichtigen Informationen findet.

Nachdem ich etwas gegessen hatte, beruhigte ich mich langsam wieder, bevor dann…

… der Moment kam, wo dieser blöde IC mehrere Minuten kurz vor dem Bahnhof anhielt und wir zusehen konnten, wie aus acht Minuten zum Umsteigen schließlich zwei wurden.
Dabei trafen wir eine nette Frau, die unsere Anspannung mitbekommen hatte und zufällig in die gleiche Richtung wollte wie wir. Zum Glück konnte sie uns auch noch sagen, wo das entsprechende Gleis sich befindet. Auch die Information, dass es zur Not eine Stunde später einen weiteren ICE geben würde, beruhigte uns.

Nach diesem netten Gespräch hielt der Zug, wir sprangen raus und rannten los. Dank der Beschreibung der Frau dauerte die Orientierung nur wenige Sekunden. Eine Verspätung des ICEs um ungefähr zwei Minuten sorgte dafür, dass wir pünktlich waren und uns mit ganz vielen anderen Menschen in den Zug quetschen konnten.

Da standen wir mal wieder mitten in Gang, weil wir uns das Geld für die Reservierung gespart hatten. Nebenbei waren wir so richtig glücklich. Alles was zählte war, dass wir im richtigen Zug standen und keine Probleme mit Anschlusszügen bekommen würden.

Nach einer ganzen Weile, in der ich anfing, diesen Blogpost zu tippen, kam ein freundlicher Mann, der zum Bahnpersonal zählte, und wies uns darauf hin, dass an einer anderen Ecke des Zuges noch Plätze frei sind. Danke! Und schon wieder war ich sehr glücklich über diesen Sitzplatz, weil ich mich ja schon auf zwei Stunden herum stehen eingestellt hatte.

Oh Mensch, ich glaube, ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was für ein tolles Gefühl es war, in Kassel Wilhelmshöhe zu sein, wo gefühlt nichts mehr schief gehen kann. Ich kann nicht mehr aufhören zu grinsen.

Fazit

Anschließend kann ich also sagen, dass der Urlaub mir sehr gut gefallen hat, dass wir uns gut verstanden haben und das es interessante Gespräche gab, welche unter anderem durch das Spiel “würdest du lieber?” entstanden sind.

Die Landschaft in der Region erschien mir wirklich wie typisch Schleswig-Holstein, denn alles war leicht hügelig und die Wegränder waren oftmals von sogenannten Knicks (sowas wie Hecken, nur breit und mit Büschen und Bäumen) bewachsen. Viele Seen gab es auch und an einer Mühle lief ich jeden Tag vier Mal vorbei.

Schade war zwar, dass ich viel alleine laufen musste, weil ich wegen dem Knie nicht Fahrrad fahren durfte. Den anderen wollte ich es aber auch nicht unnötig schwer machen, sodass wir uns schnell auf die Variante “Sarah, Charly, Annette und Loy nehmen das Fahrrad, Tabea läuft” einigen konnten.

Mit ca. 230 Euro, die ich insgesamt bezahlt habe (Wohnung, Zugfahrten, Essen und Dinge, die ich in Kiel gekauft habe), war das Ganze sogar recht günstig, finde ich.

Ich würde also jedem empfehlen, mit seinen Freunden mal eine Woche weg zu fahren, denn mir gab die Gesellschaft zumindest etwas Sicherheit, dass alles gut gehen würde, und es war einfach eine geniale Zeit.


Es sind noch viele weitere Posts zu diesem Urlaub erschienen. Du findest sie hier.

vor 4 Jahren

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