Donnerstag, 23. Februar 2017

gekocht: Wirsing-Suppe für die Gemüseexpedition

Hallo ihr lieben Leute!

„Was ist denn jetzt mit Tabea los?“, könntet ihr euch fragen. Denn es ist wirklich so, wie Überschrift es vermuten lässt: Ihr lest gerade bereits das zweite Rezept, dass diesen Monat auf Habutschu erscheint. Das ist ja total unüblich für mich, denn eigentlich gibt es meine Küchenexperimente eher alle zwei Monate zu sehen – aber keinesfalls so häufig.
Trotzdem bitte ich euch einfach, das zu entschuldigen, denn was soll man machen, wenn eben nicht nur „Let’s Cook Toghether“, sondern auch die Gemüseexpedition von Claretti mit einem tollen Thema aufwarten?

Also ist das hier nun mein Beitrag zu Clarettis Aktion, welche im Februar eins meiner Lieblings-Wintergemüse ins Rampenlicht rückt: den Wirsing.

Wie es zu dem Rezept kam

Da ich diesen Kohl wie gesagt sehr gerne mag, kaufte ich mir letztens einen Kopf davon. Ich nahm extra den kleinsten, der im Angebot war, aber trotzdem war er für eine Person doch noch recht groß. Zu groß eigentlich. Aber egal, wenn ich Wirsing will, dann will ich Wirsing!

Ich machte mir also die erste Portion – eine gigantisch große – und genoss sie ganz einfach so, wie ich das von zu Hause kannte. Zwiebel anbraten, Kohl kleingeschnitten dazu, würzen, ein Schuss Wasser. Ein bisschen gewartet und dann direkt aus dem Kochtopf gegessen, um kein weiteres Geschirr spülen zu müssen (Ähm – diesen Teil kenne ich so natürlich NICHTS von meiner Mama, das ist eine neue Macke, die ich mir nach meinem Auszug von zu Hause angeeignet habe 😉.). Eigentlich nicht der Rede wert, schon gar nicht so spannend, dass ich dafür einen Post tippen würde.

Rezept zur Gemüseexpedition: Wirsing-Suppe

Jetzt war aber noch ein Drittel vom Kopf übrig, denn 1,2kg kann nicht mal ich Gemüse-Junkie von dem Zeug essen…

Der lag nun traurig im Kühlschrank und wartete auf seinen Einsatz – doch ich hatte irgendwie keine Lust, ihn noch mal so wie zuvor beschrieben zuzubereiten. Mir stand der Sinn nach Suppe.

Ich bin nämlich ein riesiger Suppen-Fan. Suppe und Pfannkuchen, das sind so meine Lieblingsgerichte, wenn es darum geht, selbst zu kochen.

Wirsing als Suppe? Das MUSS doch möglich sein, oder? Und wenn nicht, dann muss ich es wohl möglich machen!

Und so flogen dieses Mal alle Dinge in den Topf, die man meiner Meinung nach für eine gute Suppe braucht. Und der restliche Wirsing natürlich.
Nach ausreichender Kochzeit holte ich dann meinen obligatorischen Pürierstab aus dem Schrank und mixte drauf los.

Ob ich wohl von meinem Werk ein Foto machen sollte? Nur auf Nummer sicher, falls es schmeckt und ich Mal drüber bloggen möchte?
Schaden kann es ja nicht. Müssen ja nicht so viele Bilder sein, dass es anschließend kalt ist 😉.

Und dann… Dann schaute ich in den Blogplaner und bemerkte, dass „Wirsing“ Thema der Aktion „Gemüseexpedition“ ist. Also nichts wie „Los geht’s!“ mit dem Tippen des Blogposts!

Folglich wünsche ich euch nun viel Spaß mit dem, was ich feierlich „Wirsing-Suppe“ taufe.

Rezept zur Gemüseexpedition: Wirsing-Suppe

Das Rezept

Zutaten
  • Eine Zwiebel
  • Etwas Öl oder Butter
  • Drei große Kartoffeln
  • Ein halber Wirsing
  • Pfeffer, Salz
  • Sonnenblumenkerne
Anleitung

Die Zwiebel wird ein wenig kleingeschnitten in einem Kochtopf angebraten, dann kommen die Kartoffeln dazu – aber bitte in kleine Würfel geschnitten.
Mit einem bisschen Wasser darf das Zeug nun vor sich hin kochen, während ihr den Wirsing in Streifen schneiden und ebenfalls in den Kochtopf werft.

Nach 15 Minuten kommen dann die Gewürze ebenfalls hinzu und der Pürierstab wird gezückt. Je nach Vorliebe – für welche Konsistenz auch immer – könnt ihr noch Wasser hinzufügen. Ich habe das auch gemacht.

Beim Servieren werden dann noch ein paar Sonnenblumenkerne drüber gestreut – für die Optik und das gewisse geschmackliche Extra.

Rezept zur Gemüseexpedition: Wirsing-Suppe

Esst ihr eigentlich gerne Wirsing? Und wie bereitet ihr den normalerweise am liebsten zu? Also ich werde jetzt mal die Rezepte der anderen Teilnehmer durchklicken!


Dieses Rezept ist ein Beitrag zum Projekt „Gemüseexpedition“ von Claretti.
Sie hat für jeden Monat ein Gemüse ausgewählt, zu dem Rezepte gepostet werden dürfen, die sie dann auf ihrem Blog in einer Linkliste sammelt. Im Februar stand, wie unschwer zu erkennen, der Wirsing im Fokus.

- geschrieben von Tabea -

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Dienstag, 21. Februar 2017

Duales Studium Maschinenbau: ein Überblick

Hallo ihr lieben Menschen vor dem Bildschirm!

Ich denke, die meisten von euch wissen, dass ich seit dem vergangenen Sommer auch zu den Studenten zähle. Da sich nun aber Nicole gewünscht hatte, dass ich mal mehr über diesen Teil meines Lebens erzähle, möchte ich das natürlich tun.
So kommt es also, dass ich diesen Post hier getippt habe, um euch eine Übersicht darüber zu geben, was ich studiere und wie der grobe Ablauf des Studiums aussieht. Ich studiere nämlich nicht wie viele meiner Freunde einfach an einer Universität und lebe von Bafög, Geld meiner Eltern oder einem Nebenjob, sondern mache ein duales Studium.

Duales Studium Maschinenbau Überblick

Was studiere ich? Und warum?

Bachelor of Engineering nennt sich der Abschluss, den ich in insgesamt 6 Semestern erreichen will. Dahin soll mich ein dualer Studiengang der Fachrichtung Maschinenbau führen.

Gewählt habe ich gerade diesen Studiengang, weil mir schon seit ich denken kann alle naturwissenschaftlichen Fächern Spaß machen und ich auch in Mathe meist sehr gute Noten hatte, ohne das Fach zu mögen oder viel dafür zu lernen. All die geisteswissenschaftlichen Fächer oder Sprachen haben bei mir viel mehr Einsatz erfordert, um gute Noten erzielen zu können. Da ich nun aber eine eher faule Person bin, habe ich dann überlegt, für welchen Studiengang man hauptsächlich Mathe und Physik und Chemie braucht und anfangs fiel mir da nur Maschinenbau ein. Ein Mal die Beschreibung des Studiengangs durchgelesen… Sie klang ganz ansprechend. Und dann habe ich meine Suche nach dem passenden Studium auch schon beendet, denn warum sollte ich weiter suchen, wenn Maschinenbau gut klingt?

Duales Studium Maschinenbau Überblick

Warum dual?

Ich bin kein Mensch, der Spaß daran hat, jahrelang Theorie zu lernen und sie so gut wie nicht anzuwenden. Dann kann ich mir die Inhalte nur schwer merken und habe das Gefühl, ich würde nur unnützes Zeug lernen. Ihr kennt dieses Gefühl sicher alle auch noch aus der Schule – sei es nun von Interpretationen im Lateinunterricht oder Vektoren in Mathe.

Ein duales Studium löst dieses Problem, da man ja immer wieder Zeit in seinem Partner Unternehmen verbringt und dort Aufgaben erledigt, die an die Lerninhalte anknüpfen.

Aber es gab noch einen weiteren wichtigen Grund dafür, dass für mich kein gewöhnliches Studium in Frage kam. Eher hätte ich eine Ausbildung begonnen, als mich an einer Uni einzuschreiben. Ich wollte nämlich eigenes Geld verdienen.
Mein Papa hätte mir zwar ohne zu zögern sicher auch das komplette Studium finanziert, aber ich nehme nicht gern so viel Hilfe an, bei der ich mich zu größtem Dank verpflichtet fühle.

Achja, und ich gehöre übrigens zu den Menschen, die große Angst vor Arbeitslosigkeit haben. Nach dem Studium vielleicht keinen Job zu finden, war einer meiner größten Albträume.
Dieses Problem löst ein duales Studium natürlich auch, denn man ist meistens für ein paar Jahre verpflichtet, in dem Partnerbetrieb zu arbeiten. Die investieren ja nicht zum Spaß so viel Geld in die Ausbildung von jungen Leuten, sondern wollen dann auch von qualifizierten Arbeitskräften profitieren. Mir kommt das sehr entgegen, wenn ich nach dem Studium zumindest nicht unmittelbar auf Jobsuche gehen muss.

Einen Nebenaspekt möchte ich auch noch nennen: Ursprünglich wollte ich nicht bei meiner Mama ausziehen. Ich habe unseren Frauenhaushalt einfach geliebt und es sah damals, als ich mir in der 9. Klasse in den Kopf setzte, dual zu studieren, so aus, als könnte ich währenddessen weiterhin bei ihr wohnen. Letztendlich kam es zwar anders, aber damals war das für mich auch ein Pro-Argument.

Duales Studium Maschinenbau Überblick

Wie bin ich an den Studienplatz gekommen?

Vielleicht könnt ihr es euch schon denken, aber an einer Hochschule oder Universität habe ich mich gar nicht bewerben müssen, sondern direkt bei Unternehmen.

Ich habe also die örtliche Tageszeitung durchforstet nach Anzeigen von Betrieben, die duale Studiengänge anbieten und das auch noch im Bereich Maschinenbau. Grundsätzlich fiel mir hierbei auf, das Maschinenbau eine gute Wahl gewesen ist, denn dieser Studiengang wird relativ oft angeboten, von diversen Industriebetrieben.

Nun schrieb ich Bewerbungen, manche versendete ich per E-Mail, manche musste ich online ausfüllen und einreichen. Das tat ich übrigens in den Sommerferien vor meinem letzten Schuljahr, denn bei dualen Studienplätzen gilt: Die sind schnell weg. Man bewirbt sich daher immer ein Jahr vorher.

Anschließend bekam ich einige Einladungen zu Einstellungstests, von manchen Betrieben aber auch gar keine Rückmeldung. Nach einem Einstellungstest wurde ich sogar am 6. Oktober zu einem Vorstellungsgespräch – meinem allerersten überhaupt – eingeladen. Das lief allerdings nicht so gut und man wollte mich eher überzeugen, Elektrotechnik zu studieren… Danach hörte ich von der Firma wochenlang nichts.
Und in diesen Wochen war ich bei einem weiteren Einstellungstest, der aber direkt am nächsten oder übernächsten Tag von einer Absage im Mail-Postfach gefolgt wurde.

Fast hatte ich schon die Befürchtung, dass ich einfach nicht gut genug sei, um einen Platz zu ergattern. Doch dann kam ein Anruf – völlig unerwartet von einer Firma, die ich schon wieder vergessen hatte. Man sagte mir, dass man keinen Einstellungstest machen wolle, da meine Noten zeigen würden, dass ich das Zeug dazu habe, das Studium zu schaffen. Stattdessen bekam ich eine Einladung zum Vorstellungsgespräch!
Ihr glaubt nicht, wie froh ich darüber war!

Das Vorstellungsgespräch lief ganz anders als das erste. Hier versuchte man, mir den Betrieb näher zu bringen und mich zu überzeugen, dass er für mich geeignet ist. Man zeigte Interesse an meinem Leben, meiner Persönlichkeit und wies mich aber auch auf Dinge hin, die mich bei meiner zukünftigen Arbeit nicht stören durften. Der Betrieb ist nämlich etwas lauter und dreckiger – er stellt Verschleißteile für Landmaschinen her.

Bereits eine Woche später bekam ich die Zusage – es war inzwischen Mitte November. Anfang Januar flatterte der Arbeitsvertrag in den Briefkasten, ich unterschrieb und war erleichtert, endlich sicher zu wissen, wie es nach dem Abitur weiter geht.

Duales Studium Maschinenbau Überblick

Und mit dem Arbeitsvertrag kümmerte sich das Unternehmen dann darum, dass ich einen Hochschulplatz bekam – bei der technischen Hochschule Mittelhessen in der Außenstelle Frankenberg, welche nur 25 Minuten mit dem Auto vom Betrieb entfernt ist und gerade mal knapp unter hundert Studenten hat.
Es gibt allerdings noch eine ganze Menge weiterer Außenstellen von dieser Hochschule in Hessen und zusätzlich die Standorte der THM, an denen ein ganz normales Studium ohne Praxisbezug angeboten wird. Somit kann man das duale Studium in Hessen an sehr vielen verschiedenen Ecken beginnen.

Übrigens hat man mir immer erzählt, man bräuchte wirklich gute Noten im Abitur, um von einem Unternehmen genommen zu werden. Durch Gespräche mit meinen Mitschülern habe ich aber Folgendes erfahren: Das Abitur kann auch mittelmäßig ausfallen, wenn man dafür vor Studienbeginn noch eine Ausbildung in einem passenden Beruf absolviert hat. Jemand, der nun Elektrotechnik in meinem Semester studiert, hat zwar nur einen Schnitt von 2,5 (oder etwas in dem Dreh) gehabt, aber da er vorher Elektroniker gelernt hat, bekam er statt jemandem mit einem 1,0er Abitur den dualen Studienplatz in seinem Unternehmen. Also – es kommt da nicht nur auf schulische Noten an, sondern auch darauf, was man sonst noch gemacht hat.
Und so kommt es, dass mein Semester zwar nur aus Leuten zwischen 18 und 25 besteht, aber darunter eben einige sind, die direkt nach dem Abitur angefangen haben und andere haben eine Ausbildung und Fachabitur. (Ich komme übrigens direkt vom Abitur… aber das ist ja schon durchgeklungen, stimmt’s?)

Wie sieht der grobe Ablauf aus?

Also zunächst möchte ich noch anmerken, dass dieses duale Studium unter dem Namen „Studium Plus“ von der THM angeboten wird. Es gibt auch noch andere Modelle von dualen Studiengängen, die anders ablaufen.
Mein Studium ermöglicht es mir, in 6 Semestern einen Bachelor zu erreichen – wobei das in allen kommenden Jahrgängen auf 7 Semester erhöht wird.

Begonnen habe ich am 1. August mit einer Kennlernphase, die im Unternehmen stattgefunden hat. All meine Mitschüler hatten in ihren Betrieben auch eine solche Phase, doch wie die gestaltet ist, variiert von Unternehmen zu Unternehmen.
Ich lernte also in den Wochen bis zum Semesterbeginn im Oktober fast alle Abteilungen kennen und hatte dabei die in meinem Betrieb übliche Wochenarbeitszeit von 35 Stunden.
Brückenkurse, die von der Hochschule als Vorbereitung auf das erste Semester angeboten wurden, fanden allerdings auch in dieser Zeit statt.

Am 10. Oktober begannen dann meine Vorlesungen und von da an war ich bis nach Ende des ersten Semesters nicht mehr im Betrieb.

Nun hat gerade eine Praxisphase begonnen, in der ich mein neu erlerntes Wissen anwenden soll. Dazu muss ich dann auch einen Bericht verfassen.

Und in den kommenden Jahren erwartet mich zwischen dem zweitem und dritten Semester und zwischen dem dritten und vierten Semester noch eine weitere Praxisphase mit Bericht und sogar einer Präsentation dazu. Das fünfte Semester ist allerdings komplett praktisch – da bin ich nur in meinem Partnerunternehmen und muss ein Projekt bearbeiten und darüber einen Bericht verfassen. Und nach dem sechsten Semester mit Thesis bin ich dann fertig – und habe meinen Bachelor. So sieht der Plan aus.

Duales Studium Maschinenbau Überblick

Wie ist das mit dem Geld?

Ich hatte ja vorhin erwähnt, dass ich auch wegen der finanziellen Unabhängigkeit ein duales Studium interessant finde. Also sollte ich euch wohl auch verraten, woher meine Geld zum Leben kommt.

Also, bei Studium Plus läuft das so: Jeder Betrieb zahlt seinen Studenten monatlich ein Gehalt aus. Die Höhe davon liegt aber im Ermessen des Betriebes.

Bei mir bedeutet das, dass ich so viel bekomme, wie die Azubis in meinem Betrieb. Mit knapp 750 Euro nette stehe ich da im Vergleich zu meinen Mitschülern auch gar nicht schlecht da.
Manche Betriebe übernehmen zusätzlich dazu aber noch die Semesterbeiträge – meiner auch. Und sogar Weihnachtsgeld habe ich erhalten.

Trotzdem muss ich nicht nur von diesem Geld leben, denn mein Vater hat mir angeboten, weiterhin etwas Unterhalt zu zahlen, und von meiner Mama bekomme ich einen Teil des Kindergeldes, da ich die meiste Zeit des Monats in meiner eigenen Wohnung lebe. Somit habe ich knapp über 1000 Euro jeden Monat zur Verfügung, von denen ich meine Miete, den Strom, das Essen, den Sprit und all die Kleinigkeiten bezahle. Das reicht bei mir wirklich gut und es bleibt jeden Monat eine meiner Meinung nach recht große Menge übrig, die ich für Urlaube spare.

Und sonst so?

Ich habe es bisher keinen Moment bereut, diesen Weg gegangen zu sein – auch, wenn ich nun mal keine wochenlangen Semesterferien habe.

Von der Kennlernphase, den Praxisphasen und auch den Semestern werde ich euch dann also in den nächsten Monaten immer mal wieder berichten. Ich hoffe, euch interessiert das überhaupt, aber bis jetzt war es immer so, dass meine Freunde und auch die Familie des Öfteren nach Details zu meinem Studium gefragt haben 😉.

Habt ihr auch in irgendeiner Art studiert oder plant das in Zukunft? Und falls ja, in welche Richtung geht/ging es bei euch?

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Sonntag, 19. Februar 2017

Messebesuch: Ambiente 2017 in Frankfurt

Hallo ihr Lieben!!

Macht euch auf einen seeehr langen Blogpost gefasst – mit ganz viel Begeisterung muss ich nämlich meine Eindrücke und alles gelernte Zeug von dem überwältigenden Messebesuch am 13. Februar festhalten.

Ich war tatsächlich zum ersten Mal in meinem Leben auf einer Messe, die nur für Fachbesucher geöffnet ist. Wie das möglich ist? Dank Blog und Akkreditierung. Auf diese Möglichkeit hat Yvonne mich aufmerksam gemacht und so kam es, dass ich recht spontan beschloss, in meiner freien Woche auf die Ambiente zu fahren.
Wahrscheinlich hätte ich mir echt kaum eine bessere Messe aussuchen können für mein erstes offizielles Abenteuer als Bloggerin – aber lasst uns einfach vorne anfangen.

Ambiente 2017 in Frankfurt am Main

Morgens um sechs Uhr verließ ich bereits meine Wohnung – Ich wollte nämlich pünktlich zum Messebeginn um 9 Uhr in Frankfurt sein. Aufgeregt war ich schon ein bisschen. Wer weiß, ob ich den Eingang finde, ob mich die Leute komisch anschauen, weil ich wie ein Kind aussehe (was auf einer Fachbesuchermesse ja nichts verloren hat), oder ob ich mich verlaufe? Eine Sache hatte ich mir außerdem vorgenommen: Ich wollte nicht nur Dinge anschauen, sondern auch mit Leuten reden. Kostet zwar sicher etwas Überwindung für mich, aber man kann so spannende Sachen erfahren, wenn man endlich mal die Leute fragt, die die Produkte herstellen, statt nur anonym beim Zwischenhändler zu kaufen.

Pünktlich kam ich nach der entspannten Bahnfahrt an der S-Bahn-Station „Messe“ an und freute mich, dass ich quasi nur eine Richtung zur Auswahl hatte und die direkt in den Eingangsbereich führte. Taschenkontrolle, Presseausweis scannen lassen und schon war ich drin. Und lief einfach Mal los – und landete schließlich in Halle acht.

Living stand dran – Living war auch drin, würde ich sagen. Ich fand mich also in einem Haufen von Einrichtungsinspiration wieder. Hier eine Bildergalerie, dort ein paar coole Möbel,… Teppiche, Vasen, Deko ohne Ende,… Bestimmt habe ich tausend Dinge schon wieder vergessen, aber an zwei Aussteller erinnere ich mich dafür umso besser:

Ambiente 2017 in Frankfurt am Main - Schafe als Stuhl

  • Schafe zum Sitzen von Tuline

    Wie cool ist das denn bitte, wenn man so ein Schaf (oder ein anderes Tier) im Wohnzimmer stehen hat und das als Stuhl dient?? Die sind wirklich so konstruiert, dass da Erwachsene drauf sitzen sollen – und die niedrigeren sind Hocker für die Füße.
    Die Idee fand ich einfach so cool. Schade, dass ich keine Stühle brauche (und der Hersteller aus Tunesien kommt)…

Ambiente 2017 in Frankfurt - Stand von Tranquillo

  • Bambusbecher von Tranquillo

    Eigentlich wurde ich auf diesen Stand aufmerksam, weil mir die Garderobenhaken so gut gefielen und ich mir ja demnächst endlich mal eine Garderobe bauen möchte.
    Das Unternehmen kommt aus Dresden und als ich mich weiter umsah, entdeckte ich noch etwas, was mindestens genauso cool wie die Haken ist: Bambusbecher. Die werden aus Bambus und Maisstärke gemacht und sind dadurch wiederverwendbar, spülmaschinenfest und natürlich wesentlich besser als die herkömmlichen togo-Becher. Nur die Silikonmanschette ist noch nicht nachhaltig, weil sie da einfach bisher keine bezahlbare Alternative gefunden hätten, wie mir die Dame am Stand erzählte.
    Aktuell gibt es zwar nur diese Variante, die man nicht verschließen kann, aber Ende des Jahres kommt auch ein Becher raus, der sich eignet, um Getränke mitzunehmen. Und dann brauche ich wohl genau so einen – denn toll aussehen tun sie ja auch noch.

Ambiente 2017 in Frankfurt am Main - Seifen aus Schafsmilchniedliche Seifen aus Schafsmilch von Florex aus Österreich

Ebenfalls in dieser Messehalle begegnete mir BlogUps. Kein Unternehmen, keine Produkte, dafür aber umso mehr Aufklärung für Unternehmen.
Hinter BlogUps stecken nämlich ein paar nette Blogger, die Firmen darüber aufklären, was ein Blogger eigentlich alles für das Unternehmen leistet, wenn er das Produkt der Firma bewirbt.
Den Firmen wird als der Vorteil von Kooperationen mit gegenüber Anzeigen in Magazinen erläutert. Auch der Aufwand, der ja nicht gerade klein für den Blogger ist, wird angesprochen – Alles, damit die unverschämten Anfragen, ob man das nicht umsonst machen könnte, bald ENDLICH weniger werden. Martina erzählte mir nämlich, das Firmen gar nicht wüssten, wie viel Arbeit so ein Blog macht und das vom eingenommen Geld auch noch haufenweise Steuern gezahlt werden müssen.

Ambiente 2017 in Frankfurt am Main - Drinkbox und leichte Thermosflasche

So, weiter ging es dann für mich… Plötzlich stand ich in einem Meer von Dosen, Trinkflaschen und all solchem Zeug. Ich suche ja im Moment noch nach einer Trinkflasche, die leicht ist, nicht kaputt geht und nicht aus Plastik ist.
Tja – und ich würde sagen, ich habe da was gefunden. Drinkbox heißt nämlich das Produkt, was mir ein netter Mensch von everich (leider funktioniert die Webadresse auf der Visitenkarte nicht) vorstellte. Das war übrigens ein Gespräch, dass mich sehr glücklich gemacht hat – denn es war auf Englisch! Ich spreche ja total gerne Englisch und eine internationale Messe ist dafür wohl die beste Gelegenheit.
Also, zu dieser Drinkbox: Die ist aus Tritan, leicht, bruchsicher und enthält angeblich keine Schadstoffe. Und sogar für heiße Getränke ist das Zeug geeignet – was für Leute wie mich einen fetten Pluspunkt darstellt.
Und außerdem hat der nette Mann mir auch gleich die Isolierflasche seines Kollegen vorgestellt – Ihr glaubt nicht, wie leicht die war. Ich war beeindruckt – und würde sofort bei den beiden kaufen – wenn die Produkte eben nicht so weite Wege zum Transport zurück legen müssten. Das ist dann wohl der Nachteil, den internationale Messen mit sich bringen: Wenn man gern möglichst regional produzierte Dinge kaufen möchte, dann werden viele Händler gleich wieder uninteressanter. Deswegen habe ich alle weiteren Gespräche auch eher mit deutschen, österreichischen und schweizer Unternehmen geführt.

Ambiente 2017 in Frankfurt am Main

Vor diesem Entschluss war mir aber noch spiderloc aus Korea begegnet. Die stellen Produkte her, die man an Glas, Keramik etc. anbringen kann, ohne Löcher bohren zu müssen. Dank einer speziellen Membran und einem System, das Unterdruck erzeugt, halten die Badezimmerhaken, die Duschregale und all das Zeug nämlich einfach so. Und sogar abmontieren kann man die wieder – es steht also fest, dass ich sowas für mein Bad brauche. Bisher wusste ich nämlich noch nicht, dass es das gibt… Mal sehen, ob ich ein vergleichbares Produkt aus Deutschland und Umgebung finde oder doch dort bestelle – denn die herkömmlichen Klebehaken halten bei mir einfach nicht.

Soo… Einige Hallen „überflog“ ich nun quasi nur – manche, die mit Körben, Vasen, Dekofiguren und Teppichen gefüllt waren, ließ ich ganz ungeachtet. Ganz ehrlich: Ich bin kein Mensch, der sowas interessant findet. Mir war es ja in Halle 8 fast schon zu viel mit den Dekoartikeln… Ich stehe einfach mehr auf Dinge, die eine Funktion erfüllen UND gut aussehen. Also: Uhren, Becher etc. „Ja“ und Vasen und Figuren zum Anschauen „Nein“.

Ab hier verschwimmt nun leider auch meine Erinnerung daran, was ich in welcher Reihenfolge erlebte… Es waren einfach zu viele tolle Gespräche, die ich noch führte. Daher ordne ich das jetzt einfach nach Themen – einverstanden?

Ambiente 2017 in Frankfurt am Main

Beginnen wir bei den Sparschälern. Es gab sie an zig Ständen, aus rostfreiem Edelstahl, aus Keramik, mit Metallgriff, mit Kunststoffgriff, mit unterschiedlich angebrachter Klinge. Quasi alles, was man sich nur vorstellen konnte.
Ich wollte nun gerne endlich wissen, worin sich all diese Varianten unterscheiden und welche wohl die beste für mich ist. Ich nutze meinen Schäler nämlich täglich und nicht gerade wenig – also will ich etwas Langlebiges.

Einen Stand fand ich, der sowohl Keramik- als auch Edelstahlklingen im Angebot hatte – und da fragte ich dann.
Auf Englisch versuchte der nette Mann mir zu erklären, dass Keramik nie stumpf wird und die Vitamine da vollständig im Gemüse oder Obst bleiben. Bei Edelstahl sei das nicht der Fall. Trotzdem empfahl er mir einen Schäler aus Edelstahl, weil er den selbst nutzte. Das machte für mich wenig Sinn und somit ist mir sogar der Name seiner Firma nicht im Gedächtnis geblieben.

Daher fragte ich bei toolswiss noch mal nach. Die hatten nur Stahlklingen im Sortiment, aber da kann man ja einfach fragen, warum sie Keramik nicht anbieten und meinen, ihr Schäler sei besser.
Der nette Mann konnte mir dann ziemlich gut den Unterschied erläutern. Keramik wird zwar nicht stumpf, aber Stahl lässt sich dafür schärfer schleifen. Und wenn man einen Schäler dieser Firma kauft, dann will man angeblich nie wieder einen anderen benutzen, weil das Schweizer Unternehmen nämlich so gute Teile herstellt – ach halt – „die besten Teile“ herstellt. Sie kombinieren das schärfere Material nämlich noch mit einer besonderen, gebogenen Klingenform für ein besseres Ergebnis.
Die Unterhaltung mit dem freundlichen Mann war echt nett – und er konnte mir sogar sagen, welcher seiner Schäler welche Schalendicke abschält. Das ist nämlich das zweite Problem, was ich mit Sparschälern immer habe: Beim Kauf sagt einem niemand, wie dick die Schalen werden. Ich hasse aber nichts mehr als zu dicke Schalen… Dafür ist mir mein Gemüse wirklich zu schade!
Außerdem fragte er nach meiner Visitenkarte – und statt über die unprofessionelle und selbst ausgedruckte orange Minikarte zu lachen, freute er sich.

Das ist ja niedlich – die fällt mir als Erstes nach der Messe in die Hände, weil sie anders ist.
- Mann von toolswiss über meine Visitenkarte

Übrigens – toolswiss stellt noch mehr tolle Produkte her, sodass ich auch Messer anschauen konnte. Und sogar ein Gerät, dass rohe Eier vor dem Kochen in der Schale mixt, haben sie! Irre!

Ambiente 2017 in Frankfurt am Main - Sparschäler von ZenaDer Schäler von Zena – irgendwie nicht mein Fall

Aber auch mit einem anderen Mann aus der Schweiz (von Zena) redete ich noch über Sparschäler. Auch er meinte, er habe den besten. Und die unterschiedlichen Klingen-Anordnungen – also parallel oder orthogonal zum Griff – sind übrigens einfach nur eine Frage der persönlichen Vorlieben. Und ob man nun einen Metall- oder Kunststoffgriff wählt, das ist angeblich auch egal.
Ahja, und dieser kleine Haken da vorn an der Klinge, über den ich mich schon so oft gewundert habe, der ist dazu da, die Kartoffelaugen auszustechen und daher sogar leicht geschärft.

Als ich nun auf die Idee kam, mal nachzufragen, ob man die Dicke der Schale eigentlich noch selbst einstellen kann, wenn der Schäler gekauft ist, antwortete er mir, das sowas leider nicht geht. Die wird in der Herstellung festgelegt und sie hätten auch nur eine Dicke im Angebot. Immerhin konnte er die mit 1,2 mm echt genau benennen, denn für den Käufer gibt es keine Möglichkeit, sowas zu erkennen. Wir werden also weiterhin immer alle auf gut Glück Schäler kaufen müssen und hoffen, dass die Dicke der abgeschälten Stücke unseren Wünschen entspricht… Oder wir treffen einen so kompetenten Verkäufer wie den von toolswiss.

Zum Ausprobieren gab mir allerdings der Mann von Zena direkt einen Schäler mit. Für mich eine völlig ungewohnte Ausführung – offener, breiter Metallgriff und orthogonal angebrachte Klinge. Und dieser, als bester Schäler der Welt angepriesene Schäler, wurde von mir gleich am nächsten Tag getestet: Für mich ist das eindeutig nicht der beste Schäler. Die Handhabung liegt mir nicht, ich habe das Gefühl, zu weit vom Gemüse weg zu sein mit der Hand. Außerdem sind die Schalen nur minimal dünner als die meines alten Schälers und mir somit nicht fein genug. Einzig und allein das Ding zum Ausstechen der Kartoffelaugen funktioniert echt gut.

Nach drei Gesprächen über Sparschäler reichte es dann mit diesem Thema – mein Wissensdurst diesbezüglich war gestillt.

Ambiente 2017 in Frankfurt am Main - Dosen aus umweltfreundlichem Kunststoff

Ich konnte mich also dem Thema Brotdosen widmen. Gies stellt nämlich allerlei Plastikteile für die Küche her. Plastik will ich ja eigentlich gar nicht mehr allzu viel verwenden, nachdem ich Jennis Post über dessen Auswirkungen gelesen habe, aber Gies hat da neuerdings auch eine umweltfreundliche Alternative im Sortiment: Biokunststoff aus Zuckerrohr. Recyclebar, widerstandsfähig, spülmaschinenfest, keine gefährlichen Inhaltsstoffe. Zum Einfrieren ist die Dose ebenfalls geeignet, nur warme Sachen soll man auch da nicht rein füllen, erzählte mir der Mann am Stand. Aktuell gibt es zwar nur ein kleines Produktsortiment in dieser neuen ecoline, aber da auf der Ambiente so viel Interesse an diesem Bereich gezeigt wurde, wird das wohl bald weiter ausgebaut.

Weiter von Brotdosen ging es für mich zu Bratpfannen. Okay, zwischendurch begegneten mir noch tausend Putzartikel, Ordnungshelfer, Messer und anderer Küchenkram.
Aber bei den Bratpfannen frage ich mich ja schon ewig, ob es da etwas gibt, bei dem die Beschichtung auch mit der Verwendung von wenig Fett ewig hält. Also versuchte ich, das herauszubekommen und stellte die Frage folglich einem Herrn, der mehrere unterschiedliche Pfannen anbot. Und – Oh Wunder – er erfand keine Lügen, um mir eine seiner Pfannen anzudrehen, sondern sagte ganz direkt, dass sowas nicht existiert. Es werde zwar ständig damit geworben, aber eigentlich bräuchte man in allen Pfannen Fett, um längere Zeit nicht mit fest angebranntem Zeug kämpfen zu müssen. Und von Keramikbeschichtungen riet er mir anschließend bezüglich der Langlebigkeit ab – dunkle Beschichtungen von namhaften Herstellern seien am ehesten eine Garantie dafür, lange Freude mit der Pfanne zu haben.

Also war ich wieder etwas schlauer.

Ambiente 2017 in Frankfurt am Main - Maßbänder von hoechstmass

Nun lief ich irgendwo noch an einer Vitrine vorbei, in der runde Teile lagen, die mich irgendwie an Jojos erinnerten. Das machte mich neugierig, ich sah genauer hin und erkannte, dass das super schicke Maßbänder waren und keine Jojos. Weil ein Nahttrenner mit dabei lag, erkundigte ich mich bei der Dame hinter dem Stand, ob der Laden Nähzubehör verkaufe. Nein, tut er nicht. Hoechstmass stellt eigentlich nur Maßbänder her und der Nahtauftrenner ist eine Ausnahme.
Aber okay – dafür sind die Maßbänder umso schöner und ich bin echt traurig, dass ich bereits eins besitze und gar keine Verwendung für ein weiteres habe. Falls ihr jedoch mal ein neues braucht oder eins verschenken wollt, dann kann ich euch nur raten, den Shop von hoechstmass wenigstens anzusehen.

Ambiente 2017 in Frankfurt am Main - Messer von rör

Fast habt ihr es geschafft und ich habe euch alle Unternehmen vorgestellt, mit deren Vertretern ich mich unterhalten habe.
Ein Unternehmen fehlt allerdings noch – und das hat mich richtig begeistert. Bei Rör wollte ich nämlich endlich herausfinden, wie sich all die unterschiedlichen Messertypen unterscheiden, die so auf dem Markt sind. Mir war nämlich alles andere als klar, warum ich ein Tomatenmesser, ein Steakmesser, ein Käsemesser und ein Universalmesser besitzen sollte. Jetzt weiß ich es – und noch einiges mehr über Messer ebenfalls.
Das Gespräch wurde nämlich doch etwas ausführlicher und letztendlich gab der nette Herr mir gleich zwei Messer mit, damit ich die ausprobieren und euch davon erzählen kann. Und genau das werde ich tun – allerdings in einem anderen Blogpost, denn das geballte Wissen über Messer, was ich von ihm vermittelt bekam und gern an euch weitergebe, würde diesen Post erst recht sprengen und hier nicht genügend Beachtung finden. Ein bisschen spoilern muss ich aber doch: Ich bin einfach nur beeindruckt von den beiden Messern und habe mein altes Küchenmesser daher zumindest in den Teil-Ruhestand geschickt.

Damit sind wir dann am Ende… Also ich habe zwar noch sooo viel mehr gesehen, aber die Eindrücke haben mich einfach erschlagen und vieles hat sich einfach gedoppelt – äh „gehundertet“. Wirklich: Es gab zu jedem Produkt soooo viele Stände, alle mit ähnlichem Angebot. Manche Unternehmen hatten sich völlig spezialisiert auf einen einzigen Artikel, andere boten quasi alles an.

Und ich – ich habe die ganzen Eindrücke aufgesaugt und fühlte mich zwischen den Produkten quasi im Himmel, denn ich liebe vor allem Kleinkram für die Küche.
Froh war ich nur, dass man hier nichts kaufen konnte… Denn wenn ich ehrlich bin, wäre es mir da schwer gefallen, nicht über alle Maße zu schlagen. Man bräuchte wirklich unendlich viel Geld und 20 Wohnungen und hätte immer noch nicht alles unterbringen können, was einem auf der Ambiente gefallen hat!

Ambiente 2017 in Frankfurt am Main

Fest steht jedoch, dass ich nächstes Jahr unbedingt wieder zur Ambiente möchte.
Und außerdem habe ich Blut geleckt bezüglich der Messen, die nur für Fachbesucher offen sind. Der Grund: Es gibt keine überlaufenen Gänge und man hat gute Chancen, persönlich mit den Ausstellern sprechen zu können. Genau das hat mir nämlich richtig Spaß gemacht und den zugegebenermaßen anstrengenden Tag zu einem richtigen Highlight werden lassen.

Warte ihr auch schon Mal auf einer Messe, nur um Haushalts-, Geschenk- und Dekoartikel zu bestaunen?

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Freitag, 17. Februar 2017

#fotoprojekt17 – Nachts, und ein paar Gedanken

Hallo ihr Lieben!

Manchmal gibt es einfach wundervolle Zufälle, das wisst ihr ja. So hatte ich beispielsweise bereits im letzten November die Idee, einen Post über Nächte und Dunkelheit zu schreiben, nur fehlte mir dann doch bis jetzt noch der Motivationskick, um wirklich mit dem Tippen zu beginnen.
Der sprichwörtliche Tritt in den Hintern kam nun freundlicher von Anne und ihrem #fotoprojekt17. Für Februar rief sie nämlich das Thema „Nachts“ aus – und da wusste ich, dass ich dabei sein muss und dass das bestens mit meiner November-Idee kombinieren könnte.

Und das werde ich nun also tun… Gedanken zu dem Wort „Nacht“ mit Bildern aus der Dunkelheit kombinieren.

Fotoprojekt17 Nachts und Gedanken zu Nächten
Fotoprojekt17 Nachts und Gedanken zu Nächten

Nachtfotos – Was sind das eigentlich?

Fangen wir einfach mal mit den Fotos an… Was macht ein Bild eigentlich zu einem Nachtfoto? Muss ich dafür wirklich lange wach bleiben oder zu unmenschlichen Zeiten aus dem Bett kriechen? Muss das Bild zwischen 22 und 5 Uhr entstehen oder reicht es vielleicht auch, dann zu fotografieren, wenn es noch dunkel ist?

Ehrlich gesagt habe ich mir über diese Frage durch dieses Projekt zum ersten Mal Gedanken gemacht. Früher war ein Nachtfoto für mich ein Bild, dass in der Dunkelheit entstand. Wenigstens blaue Stunde musste sein – oder aber der Himmel schon komplett schwarz sein.
Was die fotografische Umsetzung anbelangt, gibt es für mich hauptsächlich zwei Arten von Bildern, die hier eine Rolle spielen: Welche mit offener Blende und enorm hoher Isozahl aus der Hand und die professioneller wirkenden Langzeitaufnahmen mit Stativ. Beide Foto-Sorten mag ich total gern, weil sie eben jeder für sich eine besondere Stimmung transportieren.

Aber eigentlich, wenn ich nun drüber nachdenke, dann ist das Wort „Nacht“ eine Bezeichnung einer Tageszeit – also ganz strikt gesehen hätte ich wohl nur die letzten Fotos hier zum Fotoprojekt einreichen dürfen. Die machte ich nämlich, als ich um 3 aufwachte und aufs Klo musste. Ja – ich habe wirklich mitten in der Nacht zur Kamera gegriffen, weil ich an Annes Projekt und diesen Post gedacht habe. Die letzten drei Fotos zeigen also nächtliche Details meiner Wohnung: den leuchtenden WLAN-Router, die Spiegelung der Laterne im Spiegel auf dem Schreibtisch und den Blick aus dem Fenster auf die Laterne.

Ursprünglich wollte ich euch aber Bilder aus der Stadt zeigen – vernünftige, mit dem Stativ aufgenommene. Nun vergesse ich das Stativ aber ständig in meinem alten Zimmer bei Mama und habe es daher nicht zur Hand – also knipste ich ein wenig aus der Hand am Bahnhof, als ich morgens um 6 Uhr zur Ambiente aufbrach. Die Fotos mag ich trotzdem sehr gerne und ich kann hier echt nur sagen, dass ein lichtstarkes Objektiv in der Dunkelheit Gold wert ist.

Ich glaube, für mich werden Nachtfotos immer diese Bilder bleiben, die nicht bei Sonnenlicht entstehen.
Diese Bilder aus der Hand, manchmal leicht verschwommen, meist eher rauschend. Mit satten Farben, beleuchtet nur von Laternen oder anderen Lichtern der Stadt.
Aber auch Bilder mit Stativ von den Sternen, Bilder von Gebäuden als stimmungsvolle Langzeitbelichtung, Bilder von Lichtstreifen, die Autos auf Straßen malen… All das, das sind für mich gefühlsmäßig Nachtfotos, auch wenn die Uhrzeit nicht hundertprozentig passt. Wie seht ihr das?

Fotoprojekt17 Nachts und Gedanken zu Nächten
Fotoprojekt17 Nachts und Gedanken zu Nächten

Nächte und dieses besondere Gefühl

Dunkelheit und späte Uhrzeiten lösen bei mir irgendwie ein ganz besonderes Gefühl aus – ist das bei euch auch so?
Kennt ihr das, wenn ich durch von Laternen erleuchtete Straßen lauft und euch unendlich frei fühlt? Irgendwie kam da immer so der Gedanke bei mir auf, dass ich unabhängig und selbstständig bin, wenn ich nachts um eins durch unsere Stadt nach Hause lief.

Ein wenig Dankbarkeit war auch immer dabei – denn nicht alle Eltern sehen das so locker, wenn junge Mädchen allein zu solchen Uhrzeiten unterwegs sind. Meine Mama ist aber wirklich eine wundervolle Person und es gab bei uns nur ein einziges Gespräch zu diesem Thema, in dem sie mich fragte, ob ich mich dabei nicht unwohl fühlen würde.
Meine Antwort: „Nein, die Straßen sind dann meistens eh leer, und wenn mir mal wer von weitem komisch vorkommt, kenne ich mich so gut aus, dass ich einen kleinen Umweg nach Hause nehme. Wenn es mich stören würde, dann könnte ich ja früher nach Hause kommen.“

Und damit war das geklärt. Und ich glücklich. Wenn die Eltern von Freunden darauf bestanden, mich nach Hause zu fahren, damit ich nicht allein zu Fuß ging, dann hatte ich immer ein schlechtes Gewissen und fand das übertrieben. Angst kenne ich diesbezüglich einfach nicht und Umstände will ich niemandem machen. Mich frei fühlen dafür umso mehr.

Außerdem ist sie ruhige Atmosphäre einfach irgendwie magisch – der Mondschein, die Sterne. Das ist etwas, was ich sogar im Winter genießen kann, wenn ich auf dem Heimweg bin. Da ist dann fast vergessen, wie sehr ich Sonnenlicht liebe.

Fotoprojekt17 Nachts und Gedanken zu Nächten
Fotoprojekt17 Nachts und Gedanken zu Nächten

Nachtskypen

Nachtskypen ist auch etwas, das mir in den Sinn kommt, wenn ich das Wort „nachts“ höre. Was das überhaupt ist? Na, dieses Wort kreierten meine Freunde und ich vor einigen Jahren. Es beschreibt die Art, wie man auf Skype schreibt, wenn alle anderen Menschen im Haus schon schlafen. Komischerweise kamen uns dann nämlich immer die interessantesten Themen in den Sinn und plötzlich vertraute man dem gegenüber noch mehr Dinge an, konnte leichter über schwierige Sachen sprechen.

Wir haben nie herausgefunden, woher diese Leichtigkeit und die besonderen Themen beim Nachtskypen kamen (Und wir haben es auch nie ernsthaft versucht, glaube ich.). Heute vermute ich, dass es daran lag, dass uns bewusst wurde, dass das wahre Freunde sein müssen, wenn sie Schlaf opfern, um mit uns zu schreiben. Außerdem war auch die Angst, das Familienmitglieder ins Zimmer platzen und aus Versehen etwas lesen, gebannt.

Heute gibt es das Nachtskypen für mich zwar nicht mehr, weil ich zum Frühaufsteher mutiert bin, aber damals habe ich es geliebt ohne Ende. Jedes Wochenende verbrachte ich entweder nachts damit oder aber ich war unterwegs.

Bis fast fünf Uhr war übrigens das längste Gespräch, was ich mal mit jemandem geschafft habe. Ohne Langeweile, ohne, dass ich freiwillig aufgehört hätte. Nur hatte ich dann doch irgendwann Angst, dass meine Mama zur Arbeit aufsteht und sauer sein könnte, wenn ich noch wach bin. Aber diese Nacht, die war besonders. Und darauf folgte eine eher kürzere, verdammt gute Freundschaft. Kürzer deswegen, weil die Person mein fester Freund wurde – und eine für meine Verhältnisse sehr lange Beziehung folgte, in der ich endlos glücklich war.

Schlafen

Nacht – das heißt für mich heute, wie eben schon angedeutet, nur noch schlafen. Mir ist es inzwischen unheimlich wichtig, ausgeruht in neue Tage zu starten. Und das möglichst früh, denn morgens kann ich am besten arbeiten und abends bin ich eher im entspannten „Blogs-Lesen“-Modus.
Außerdem muss ich in den Praxisphasen meines Studiums sehr früh im Unternehmen sein und das fällt mir einfacher, wenn ich die gleichen Schlafenszeiten auch an Wochenenden durchziehe. Daher gehe ich also zwischen neun und halb 10 ins Bett und stehe um 5 Uhr auf – wenn ich zur Ausnahme mal feiern war, dann spätestens um halb acht.

Die Zeiten, in denen ich 10 Uhr morgens als „Mitten in der Nacht“ bezeichnet habe, weil mich meine Mutter ab und zu am Wochenende für besondere Unternehmungen aus dem Schlaf gerissen hat (nach oben beschriebenem Nachtskypen bis 1-3 drei Uhr), sind nun doch irgendwie Vergangenheit.
Da ich aber wie gesagt diese Phase der Nachtaktivität ebenfalls durchlebt habe, kann ich meine Freunde und Familie dennoch gut verstehen, wenn sie lange im Bett bleiben und das genießen. Ich kann es nur selbst einfach nicht mehr, da es sich nach Zeitverschwendung anfühlt.

Fotoprojekt17 Nachts und Gedanken zu Nächten

Nacht-Musik

Ein Lied möchte ich noch in diesem Post unterbringen, welches ich mit dieser besonderen Tageszeit verbinde. Es heißt „Those Nights“ und erinnert mich immer an das Nachtskypen, weil es beschreibt, wie man nächtelang einfach nur redet, in schwach beleuchteten Räumen.

Those nights kept ee alive“
- Skillet: Those Nights

Das ist wohl meine Lieblingsstelle in dem Song von Skillet. Einfach, weil ich manchmal auch glaubte, dass gerade das nächtliche Chatten sich positiv auf mein Wohlbefinden auswirken würde. Einfach, weil es befreiend war, über all das offen reden zu können, was mir so im Kopf herumspukt.

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Nächte – eine Uhrzeit, ein Wort, tausend Assoziationen

Ich könnte wirklich noch ewig weiter über diese besondere Tageszeit schreiben. Für mich verkörpert das Wort „Nacht“ mehr als nur die Zeit, in der Nachtruhe herrscht. Es stellt ein Lebensgefühl dar. Es steht für Erinnerungen – viele Erinnerungen.

Wie seht ihr das? Was kommt euch bei dem Wort in den Sinn?


Dieser Blogpost ist mein zweiter Beitrag zum Fotoprojekt #fotoprojekt17 von Anne. Sie gibt auf ihrem Blog an jedem Monatsbeginn ein Thema bekannt, zu dem dann den Monat über Fotos gezeigt werden sollen. Eine schöne Inspiration also, um auch Mal neue Motive vor die Kamera zu bekommen.
Im Februar war das beispielsweise „Nachts“ – und die Links zu den Foto-Beiträgen der anderen Teilnehmer könnt ihr dort auf Annes Blog in den Kommentaren finden.

- geschrieben von Tabea -

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