Mittwoch, 19. Juli 2017

Reiseberichte – Och nee, nicht schon wieder!

Hallo ihr Lieben!

Die Urlaubssaison ist in vollem Gange und Tabea schreibt einen Blogpost darüber, warum sie Reiseberichte nicht mag? Die spinnt doch, oder?!

Ja… Ich denke, man könnte mich als verrückt abstempeln. Immerhin sind die meisten Urlaubsberichte doch mit tollen Fotos gespickt und enthalten nicht selten ein paar Tipps, was man eben diesem besonderen Ort machen, essen und sehen sollte…

Aber, egal wie liebevoll nun so ein Reisebericht gestaltet ist, es gibt auch eine Kehrseite der Medaille. Und genau von dieser möchte ich nun reden…

Die Kehrseite von Urlaubsberichten

Was an Reiseberichten nervt

  • Zu viele „Geheimtipps“

    Der erste Blogger geht also in seinem Urlaub vier Mal essen und preist euch dann mindestens drei der Lokale als absolute Geheimtipps an, wo man einfach gegessen haben muss, weil das Essen lecker und die Atmosphäre gut ist. Der zweite Blogger war in der selben Stadt, hat in einer Hand voll anderer Restaurants gegessen und findet, dass ihr mindestens drei davon auf jeden Fall selbst ausprobieren solltet, weil sie absolut empfehlenswert sind. Sind wir also schon bei sechs Mal Essen gehen, falls ihr jemals selbst in dieser Stadt sein werdet. Aber auch nur, wenn ihr nicht noch weitere Blogs mit Reiseberichten besucht – denn ihr könnt euch sicher sein, dass die noch ganz andere Hotspots für euch aufgespürt haben, die Pflichtprogramm sein sollen 😉.

    Und so verhält es sich eben nicht nur mit dem Essen im Urlaub, sondern auch mit Hotels, anderen Unterkünften und Sehenswürdigkeiten.

    Wie soll ein normaler Mensch also anhand von Reiseberichten entscheiden, welche der Empfehlungen nun wirklich einen Platz in seiner Reiseplanung verdient hätte?

  • Zu viele Reiseziele

    Urlaubstage sind knapp. Eigentlich bei fast jedem Menschen, aber bei mir Dank des Studiums irgendwie besonders, da ich die Hälfte des Urlaubs sowieso lernend im Klausurenstess verbringe.

    Nie im Leben könnte ich also auch nur annähernd so viele Orte besuchen, wie ich Reiseberichte auf den Blogs in meiner Leseliste präsentiert bekomme… Wahrscheinlich müsste ich echt das ganze Jahr über nur verreisen, um wenigstens alle Orte mal kurz gesehen zu haben – und das kann ja kein normaler Arbeitnehmer. Travelblogger sind meines Wissens nach die einzigen Leute, die so viel reisen können.

    Das Problem ist also: Wie entscheidet man, welche Reiseziele man aus den Dutzenden von Reiseberichten auswählt, um sie so zeitnah zu besuchen, dass der Urlaubsort sich noch nicht so sehr verändert hat, dass die meisten der Tipps im Blogpost eh veraltet und wertlos sind?

  • Geweckte Reiselust

    Was? Fernweh und Lust zu reisen sind doch nichts Negatives, oder? Liegt im Auge des Betrachters, würde ich sagen. Denn dann, wenn man selbst entweder keine Zeit oder kein Geld für vergleichbare Reisen hat, dann kann es furchtbar frustrierend sein, wenn die Liste der Traumreiseziele täglich weiter wächst, da die Blogger einem Mal wieder die ein oder andere Destination schmackhaft geredet haben.

    Gerade bei mir ist es nämlich so, dass ich in den nächsten zwei Jahren sicher keine Fernreise antreten kann, weil ich mit dem Studium immer unter Stress stehe und mich meinem Pony gegenüber verpflichtet fühle, die wenigen freien Tage wenigstens mit ihm zu verbringen. Und auch finanziell wird der Spielraum eben kleiner, wenn man so ein teures Hobby wie ich hat.

Ich glaube, mein größtes Problem mit Reiseberichten in wirklich, dass es einfach zu viele davon gibt. Und ein Teil von mir liebt eben das Reisen und wird vielleicht sogar neidisch… Aber dieser Teil ist eben der, gegen den ich mich entschieden habe, als ich das duale Studium aufnahm und mein Pony kaufte.

Die Kehrseite von Urlaubsberichten

Warum ich trotzdem selbst welche schreibe

So, ich habe genug gejammert, gemeckert und kritisiert. Trotzdem ist es kein Geheimnis, dass auch ich bereits mehrfach von meinen Reisen berichtet habe. Nur, wie lässt sich das alles mit meinem Anspruch, authentisch zu sein, vereinen?

Ganz einfach: Ein Reisebericht ist für mich ein Tagebucheintrag. Ich erzähle darin von Erlebnissen und kleinen, besonderen Momenten. Ich vereine die besten meiner Urlaubsschnappschüsse an einem Ort. Und ich tue das in erster Linie für mich, damit ich eine Erinnerung an die schöne Auszeit aus dem Alltag habe… Und nebenbei hoffe ich immer, dass sich meine Urlaubsbegleitung freut, wenn sie noch mal eine Zusammenfassung der Reise lesen kann.

Reiseberichte sind daher nichts, womit ich primär Mehrwert bieten möchte, sondern eher etwas, was für mich und meine Freunde und Familie geschrieben wird.

Dennoch inkludiere ich da ab und zu Tipps, verlinke brav alle Unterkünfte und wenn möglich auch die Restaurants und Sehenswürdigkeiten. Wenn mich etwas nämlich begeistert hat, dann unterstütze ich das gerne… Auch, wenn ich nicht daran glaube, dass meine Empfehlungen den Unterkünften oder Restaurants wirklich zusätzliche Besucher bescheren. Dafür ist mein Blog einfach zu unbedeutend – aber das kann ich eben nicht ändern und immerhin habe ich versucht, den Betreibern einen Gefallen zu tun. Einfach so, fürs gute Gewissen vielleicht.

Die Kehrseite von Urlaubsberichten

Mein Umgang mit Reiseberichten

Okay, nun wisst ihr, dass ich auf fremden Blogs ab und zu genervt bin, wenn zu viele Posts über Urlaube erscheinen – einfach, weil sie mich nicht inspirieren können. Eine Reise zum Ort kann ich mir zeitlich in absehbarer Zukunft eh nicht leisten, sodass alle Tipps für mich keinen Nutzen haben. Ich bin höchstens traurig, selbst von zu Hause nicht weg zu kommen – auch, wenn ich daran selbst schuld bin, weil ich eben diesen Lebensweg mit dualen Studium und Pony gewählt habe.

Ich werde also zukünftig nur noch die Reiseberichte lesen, die meine allerliebsten Blogger geschrieben haben – denn bei denen interessieren mich deren Erlebnisse eben wie die Erzählungen meiner Freunden.

Auf Habutschu wird es auch dieses Jahr noch ein paar Reiseberichte geben – von einem Besuch bei meinem Vater in Norddeutschland und einer dreitägigen Wanderung mit Annette. Allerdings nicht, um euch Mehrwert zu bieten, sondern, weil ich eben meine Erlebnisse für mich festhalten möchte. Deswegen liegt der Fokus bei mir in Reiseberichten auch nie auf Fakten und Informationen, sondern auf witzigen Momenten und der gemeinsam verbrachten Zeit.

So… Und jetzt kommen wir zur abschließenden Frage an euch: Könnt ihr meine Haltung nachvollziehen oder lest ihr Reiseberichte total gern?

- geschrieben von Tabea -

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Sonntag, 16. Juli 2017

#fotoprojekt17 – Wasser

Hallo ihr Lieben!

Als ich am zweiten Juli morgens aufstand, schaute ich nach der Joggingrunde wie jedes Mal kurz in die Bloglovin-App.
Dieses Mal war der Anblick ein Grund zur Freude, denn ich entdeckte, dass Anne das #fotoprojekt17-Thema für den Juli bekannt gegeben hatte. Mit jedem Monat fange ich an ihr Projekt mehr zu lieben und ehrlich gesagt habe ich daran wirklich mehr Spaß als an den Graustufen von Jan, mit welchen ich mich 2016 ab und zu auseinandergesetzt habe.

Das Thema hat mich auch diesen Monat nicht enttäuscht. Vielfältig, spannend… Da bin ich schon ganz neugierig, was die anderen so vor ihre Linsen holen.

Ach hupps, wollt ihr vielleicht auch endlich wissen, was Anne diesen Monat gern sehen wollte? Wasser!

#fotoprojekt17 Wasser

Die unzähligen Möglichkeiten

Wasser ist eigentlich so etwas Einfaches… Einfach eine klare Flüssigkeit. Aber wenn man sich dann mal aus fotografischer Sicht Gedanken über dieses Zeug macht, dann wird schnell klar, dass Wasser sowas von vielfältig ist. Daher hatte ich auch gleich einen Haufen Ideen, was ich beim #fotoprojekt17 einreichen könnte. Umgesetzt habe ich natürlich nicht alles – dafür fehlt in der Klausurenphase einfach die Zeit. Aber ich dachte mir, dass vielleicht der ein oder andere trotzdem gern wüsste, was mir durch den Kopf ging – vielleicht als Anregung, selbst zur Kamera zu greifen?

  • Trinkwasser

    Ja, richtig. Das kam mir als erstes in den Sinn – zwischen 1,5 und 3 Liter Flüssigkeit pro Tag werden da ja gerne empfohlen. Kein Wunder, dass der Körper Wasser braucht, wo er doch zum Großteil daraus besteht und es ständig irgendwie ausscheidet…

    Aber Trinkwasser aus fotografischer statt gesundheitlicher Sicht? Geh das? Klar! Mir fallen da die kleinen Tropfen an der Flaschen-Außenseite ein, die sich bilden, wenn gekühlte Getränke in die Wärme kommen…
    Aber auch mit Wasser gefüllte Glaser können ein Motiv sein – entweder wegen dem schicken Glas oder einer Spiegelung im Wasser. Oder wie wäre es mit Bildern, die beim Einschütten gemacht werden?
    Sich verfärbendes Wasser beim Tee zubereiten ist übrigens auch eine Faszination für sich…
    Oder man stellt einfach mal dar, wie unterschiedlich wir Menschen das Wasser „zubereiten“: Tee, mit und ohne Kohlensäure, Saft, Cola,… Was gibt es noch?

#fotoprojekt17 Wasser

  • Seen, Meer und Flüsse

    Wasser kommt auch in der Natur vor… An natürlichen oder künstlich angelegten Ufern und Stränden können also auch sicher wundervolle Fotos entstehen.
    Am Meer mag ich ja zum Beispiel Bilder, auf denen die Füße an der Küste im Wasser sind… Aber auch solche „Wir spritzen Wasser in die Luft“-Fotos sind meiner Meinung nach immer klasse, weil da Bewegung ins Bild kommt.

    Ich finde, Wassersport gibt zudem auch ein gutes, dynamisches Motiv ab – ganz im Kontrast zu entspannten Tagen am See, wo man vielleicht auch nur die Füße von Steg baumeln lässt.

    Außerdem kann man natürlich gut auch die Umgebung des Wassers mit einbeziehen und die Wassertierchen fotografieren. Neben Kaulquappen im Wasser sind auch Wasservögel spannend und bieten neue Herausforderungen.

    Oder wie wäre es mit Pflanzen, die im und am Wasser wachsen? Eine ganze Serie könnte man da knipsen…

  • Nebel

    Auch Nebel ist Wasser – sogar in flüssigem Aggregatzustand. Denn sobald wir Wasser in der Luft sehen können, ist es bereits kondensiert, wie ich im Physikunterricht gelernt habe. Das heißt also auch, dass eure Küche voller Nebel ist, wenn ihr den heißen Backofen beim Kochen aufreißt. Wasserdampf ist nämlich unsichtbar, furchtbar heiß und kondensiert schneller, als man meinen würde.

    Aber gut, zurück zu Nebel – denn der kommt nicht nur in der Küche vor… Wobei „nebelnde“ (also dampfende) Suppe auch ein nettes Motiv sein kann.

    Nebel findet man häufig morgens vor, vorwiegend in der Nähe von Gewässern.
    Entweder, ihr haltet diese verschlafene Stimmung fest, oder aber ihr setzt den Fokus an besonders nebligen Tagen, die im Herbst allerdings viel öfter auftreten, auf die verschleiernde Wirkung. Kaum Sichtweite… Das kann man als mysteriöse Kulisse super in Szene setzen.

#fotoprojekt17 Wasser

  • Tau

    Für Tau muss man zumindest im Sommer schon mal etwas früher aus dem Bett springen – aber für mich ist das ehrlich gesagt eh keine Hürde 😉.
    Kleine, feine Tröpfchen bilden sich an Blumen, Büschen, Grashalmen und noch vielen anderen Dingen. Hier ist also Makrofotografie das Stichwort und ich liebe diesen glitzernden, spiegelnden Effekt der Tropfen.

  • Regen

    Pessimisten stehen im Regen, Optimisten duschen unter Wolken.
    - Postkarte, die Sarah mir schenkte

    So steht es auf einer Postkarte, die Sarah mir geschrieben hat. Recht hat sie damit, denn auch wenn wir uns im Alltag eher darüber ärgern, wenn wir nass werden, hat Regen doch so seine Reize. Vor allem für Fotografen ergeben sich unzählige Möglichkeiten:

    • Bunte Regenkleidung als Hingucker auf Fotos
    • Die hektische, verlassene Stimmung auf der Straße, wenn alle nach drinnen flüchten oder sich abhetzen, um schnell ans Ziel zu gelangen
    • Der nebelartige Effekt, der macht, dass die Sichtweite abnimmt
    • Die nassen Pflanzen und Gegenstände nach dem Schauer (auch Fensterscheiben mit Tropfen)
    • Pfützen – Spiegelungen darin oder ihre interessanten Formen
    • Wieder von Boden hochspringende Tropfen bei Starkregen (Achtung, kurze Belichtungszeit und nicht zu viel Abstand zum Motiv!)
    • Auf Wasserflächen fallende Tropfen, z. B. am See (Mögt ihr die Kreise, die sich dann auf der Oberfläche bilden, auch so gerne?)

    Das waren nun also meine Ideen, wie man Regen in Fotos verwandeln kann. Schwarz-Weiß kann ich mir hierbei gerade bei meinen ersten beiden Punkten gut vorstellen.
    Habt ihr noch mehr Regen-Inspiration für mich?

#fotoprojekt17 Wasser

  • Eis!

    Auch Eis ist eigentlich Wasser. Zwar gefroren, aber immer noch Wasser.

    Man kann also im Winter gut Eiszapfen ablichten, im Sommer bieten sich wohl die Eiswürfel im Drink eher an 😉.

    Außerdem gibt es noch kunstvolle Eisskulpturen, aber sowas habe ich hier nicht in der Nähe, sondern nur schon öfter davon gehört.

    Vielleicht könnte man im Winter auch mal eine Eisscherbe von einer klaren Pfütze aufheben und versuchen, durch diese hindurch die Landschaft zu fotografieren? Ich weiß zwar nicht, ob das klappt, aber hätte Lust auf einen Versuch!

Soo… Irgendwann endeten meine Ideen dann doch endlich und es ging daran, zu entscheiden, was ich fotografisch festhalten möchte. Die Entscheidung fiel direkt an dem Morgen, an dem ich von dem Thema erfuhr – aber nur durch Zufall.

#fotoprojekt17 Wasser

Meine Wasser-Bilder

Als ich nämlich nun von der Joggingrunde wieder zu Hause ankam und die Ideen wie gesagt alle im Kopf durchgegangen war, da entdeckte ich den Topf mit den Blumen einer Mitbewohnerin. Mit Tau! Perfekt. Damit stand für mich fest, dass der Juli beim #fotoprojekt17 für mich unter diesem Motto steht. Das passt nämlich auch gut zu meinem Tagesablauf als Frühaufsteherin und so griff ich auch direkt zur Kamera.

Meine Nahlinsen habe ich dabei quasi wie selbstverständlich an das Objektiv geschraubt. Blumen sind nämlich für mich quasi der Inbegriff von Makrofotografie. Licht war außerdem eh mehr als genug vorhanden, sodass ich mir da auch beim meinem eher nicht so lichtstarken Standardobjektiv keine Sorgen machte.

Als ich mit den Blumen fertig war, wanderte der Blick durch den Garten. Wo könnte noch dekorativer Tau sein?
– Oh, direkte vor meiner großen Glastür! In meinem eigenen Topf-Garten. Und Knips.

#fotoprojekt17 Wasser

Genau diese Fotos könnt ihr hier also sehen – und ich kann endlich mal sagen, dass ich zufrieden bin. Erstens, weil es eine spontane Aktion war. Zweitens, weil ich Makros liebe. Drittens, weil das Scharf stellen besser geklappt hat als bei den Kühen im letzten Monat. Und viertens, weil ich das Fotografieren einfach liebe.

Soo… Und wie sieht es bei euch aus? Wer will Kritik an meinen Bildern üben? Wer will jetzt selbst zur Kamera greifen und Wasser fotografieren?


Dieser Blogpost ist einBeitrag zum Fotoprojekt #fotoprojekt17 von Anne. Sie gibt auf ihrem Blog an jedem Monatsbeginn ein Thema bekannt, zu dem dann den Monat über Fotos gezeigt werden sollen. Eine schöne Inspiration also, um auch Mal neue Motive vor die Kamera zu bekommen.
Im Juli geht es beispielsweise um Wasser – und die Links zu den Foto-Beiträgen der anderen Teilnehmer könnt ihr dort auch in den Kommentaren finden und meine Fotos aus den Vormonaten gibt es im #fotoprojekt17-Archiv.

- geschrieben von Tabea -

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Freitag, 14. Juli 2017

Probleme eines Reiters

Hallo ihr Lieben!

Habt ihr eigentlich eine Vorstellung davon, wie viele kleine und größere Problemchen der Reitsport als Hobby mitbringen kann?

Klar, es gibt bei jedem Hobby ein paar Tücken, was man ja auch schon an meinem Post zu Problemen eines Bücherwurms (und denen von Jana und Nicole zu diesem Thema) und dem Beitrag von Nicole zu Problemen eines Serien-Junkies gesehen hat… Aber beim Reiten kommen da doch eine Menge Dinge zusammen, die oftmals einfach nicht zu lösen sind. Lasst mich euch also einen Einblick in die Welt eines (Freizeit-)Reiters mit all ihren negativen Aspekten geben:

  1. Zu groß werden

    Der absolute Horror für jeden Reiter, glaubt mir! Stellt euch vor, ihr reitet seit Jahren das gleiche Pony, kennt all seine Macken und Eigenheiten und könnt daher super auf kleinste Signale des Tieres reagieren – und dann passiert es: Ihr werdet zu groß. Es ist ein schleichender Prozess und meist kommt der Moment der Erkenntnis erst dann, wenn man von Außenstehenden gesagt bekommt, dass das langsam nicht mehr gut aussieht. Eure Beine liegen einfach nicht mehr da, wo sie hingehören… Was sich natürlich auch nachteilig auf eure Reitweise auswirken kann. Blöderweise kann man hier wohl einfach nichts machen und muss sich langfristig von seinem Liebling zumindest beim Reiten verabschieden. Immerhin lieb haben und kuscheln kann man ihn ja noch 😉.

  2. Man darf nicht zu schwer sein

    Unbegrenzt zunehmen ist als Reiter auch nicht drin. Wer reiten will, mutet jedes zusätzliche Kilogramm nicht nur sich selbst als Belastung zu, sondern auch seinem Pferd. Gerade zierliche Ponys geraten da doch an ihre Grenzen, wenn man sich ansieht, welches Gewichtsverhältnis von Pferd zu Reiter als gesund angesehen wird. 10 bis 15 % des Pferdegewichts soll das Reitergewicht nämlich maximal betragen*. (Mein Pony mit seinen ca. 350 Kilo dürfte also nur Personen mit weniger als 52 Kilogramm Gewicht tragen, wenn man sich daran halten will. Ich weiß allerdings nicht, ob man da den Sattel noch von abziehen muss, denn da stimmen die Quellen nicht überein…)

    Die Devise beim Reiten könnte also lauten: Klein und leicht sein ist Trumpf.

Probleme eines Reiters

  1. Zu klein sein

    Absichtlich habe ich beim vorherigen Stichpunkt den Konjunktiv verwendet, denn du klein zu sein, hat auch Nachteile. Als Kind kommt man beim Putzen nicht überall dran und Personen mit meiner Körpergröße haben auch ein Problem, wenn ein Pferd beim Auftrensen den Kopf nach oben reißt.

    Zudem wird das Aufsteigen ohne Hilfsmittel oder eine nette Person auch zum Problem, wenn der kleine Reiter auf das große Pferd will. Das ist zwar in der Halle wegen vorhandener Aufsteighilfen meist noch kein Problem, aber spätestens dann, wenn man im Gelände absteigen musste und anschließend den Austritt gerne auf dem Pferd fortsetzen möchte. Den perfekten Baumstumpf oder eine geeignete Bank findet man ja manchmal erst nach einer langen Suche.

  2. Zu leicht sein

    Und auch ein Fliegengewicht von Reiter kann Probleme bekommen, denn dann fehlt manchmal einfach die Kraft, um das Pferd festhalten zu können, wenn es sich aufregt.
    Manche Ponys nehmen zudem einen leichten Reiter kaum ernst und verarschen daher die jungen Reitanfänger nach Lust und Laune.

  3. Pony schlecht drauf, wenn man Zeit hat

    Endlich hat man mal einen kompletten Tag frei, um sich nur dem Pony zu widmen… Doof nur, wenn das gerade dann ganz übel gelaunt ist. Entweder es bockt, es kommt nicht in die Gänge (Juhu, Schneckentempo!!!) oder es erschrickt vor jedem auch nur annähernd komisch aussehenden Gegenstand – oder gar seinen eigenen Pferdeäpfeln. Habe ich alles schon erlebt und es ist sehr frustrierend, wenn man sich so auf den entspannten Ritt gefreut hat und dann doch nach kurzer Zeit absteigt, weil so ein Pony oder Pferd unter dem Sattel einfach kein Vergnügen bereitet.

Probleme eines Reiters

  1. Pony verletzt, wenn man Zeit hat

    Tja, und wenn das Tier dann nicht nur schlecht drauf ist, sondern gleich verletzt, dann ist das noch bescheuerter. Ich kümmere mich zwar gern um mein Pony, aber ab und zu will ich dann eben doch mal reiten, denn nur zum Streicheln und Putzen ist ein eigenes Tier in dieser Größenordnung echt zu teuer. Mal ganz davon abgesehen, dass mir meine Ponys auch furchtbar leid tun, wenn sie Schmerzen haben.

  2. Ausrüstung ständig dreckig

    Gerade erst hast du alle Satteldecken frisch gewaschen, die Trense und den Sattel eingefettet und deine Kleidung kommt ebenfalls frisch aus der Waschmaschine. Ein Mal das Pony putzen und schon sieht zumindest deine Kleidung aus, als würdest du sie schon seit Wochen tragen. Sattel und Trense drauf, eine Runde reiten und siehe da: Haare an der Unterseite der Decke, Schweiß mit Staub gemischt ebenfalls. Sieht aus, wie seit Jahren nicht gewaschen. Und die Trense ist auch völlig dreckig… Vom Gebiss wollen wir gar nicht reden – Kleben da etwa Krümmel vom Brot oder Reste von einem Grasbüschel dran?
    Also… Was macht man da? Entweder mehr Zeit mit dem Reinigen der Ausrüstung als beim Pferd verbringen, oder akzeptieren, dass Dreck und der Reitsport untrennbar sind. Ich bin für zweitens!

  3. Reiter in der Halle, die einen einschränken

    Da hat man sich vorgenommen, heute mal ein paar neue Dinge auszuprobieren oder braucht eben aus welchen Gründen auch immer die komplette Halle für sich allein. Nur hat man die nicht immer… Und gerade in diesen Momenten, wo man am liebsten alles für sich hätte, kann man sich sicher sein, dass noch mindestens ein anderer Reiter ebenfalls in der Halle ist.

  4. Zu wenig Zeit fürs Pferd, sodass es nicht ausgelastet ist

    Wie viel Zeit braucht man für ein eigenes Reittier? Klar, Zeit zum Misten und Füttern täglich (es sei denn, man hat wie ich Vollpension gebucht 😉), aber reiten will man ja auch noch. Wenn man sich dann noch überlegt, wie Stundenpläne bei G8 und in der gymnasialen Oberstufe aussehen, dann versteht man vielleicht, warum ich aus Zeitmangel mein Pony Ivy in der elften Klasse abgeben musste. Es gibt nämlich Pferde, denen es nicht reicht, wenn sie nur am Wochenende zwei größere Austritte bekommen und sonst im Paddock stehen. Dann werden die übermütig, schießen ohne Vorwarnung los, buckeln und all sowas. Mag sein, dass das mit einigen Ponys geht, aber auch meine Adena scheint nicht zu dieser Sorte zu gehören, sodass ich froh bin, dass sie trotz Hochschule nie länger als zwei Tage steht und zumindest im Sommer Weidegang hat. Aber Vollzeitjob, Familie und Reiten stelle ich mir in Kombination echt nicht einfach vor.

Probleme eines Reiters

  1. Irre schwer, passenden Sattel etc. zu finden

    Die richtige Ausrüstung ist auch echt eine Herausforderung für sich. Ich hatte schon so viele Ponys und keinem passte die Größe „Pony“ bei den Trensen, ohne dass wir die Lochzange einsetzen mussten. Bei den Sätteln wird es dann noch mal schlimmer, denn die müssen perfekt ans Pferd passen und es gibt so viele, die sich nur leicht unterscheiden. Als Leihe hat man da manchmal echt Probleme, überhaupt zu erkennen, ob ein Sattel so liegt, wie er soll. Und wenn man sieht, das etwas nicht passt, dann fällt es zumindest mir dennoch schwer, abzuschätzen, welches andere Modell eher in Frage käme.
    Ach ja… Und zum Reiter muss der Kram ja auch noch passen. Nichts finde ich so furchtbar wie Sättel, die total rutschig oder zu klein sind.

  2. Teuer

    Habt ihr euch mal die Preise für Reitstunden angesehen? In der Gruppe gibt es das hier eigentlich nirgends unter 15 €, aber meist darf man noch mehr auf den Tisch legen, wenn man nicht den eigenen Gaul mitbringt. Und wie das mit Hobbys so ist: Man sollte konstant dran bleiben, um besser zu werden. Das geht schnell ins Geld, auch, wenn man nicht gleich ein eigenes Tier anschafft, was in der Regel ab 300€ aufwärts im Monat kostet.
    Die Ausrüstung kommt dann übrigens auch noch dazu. Stiefel, Helm und Hose müssen schon sein… Und fürs eigene Pferd dann auch noch Halfter, Putzzeug, Sattel, Trense, Decken, Strick usw.
    Reiten ist eben nichts, wo man nur ein Mal in teure Sachen investieren muss, sondern etwas, das konstant Geld kostet.

  3. Man kommt aus der Übung

    Man hatte eine Weile keine Zeit für den Reitsport und fängt nach einer längeren Pause wieder an zu reiten… Und weiß noch, wie man damals geritten ist und muss enttäuscht feststellen, wie viel man verlernt hat. Bei längeren Krankheiten und Verletzungen hat man das gleiche Problem und schon nach drei Wochen Urlaub brauchte ich meist erst mal zwei Austritte, um mein Taktgefühl wiederzuerlangen. Noch viel schlimmer ist es aber jetzt, nach über einem Jahr Pause (Mein größter Dank geht an das Abitur und so…) gewesen… Gefühlt kann ich nichts mehr.

  4. Man traut sich nicht, in den Urlaub zu fahren

    … weil man das Gefühl hat, dass man sein Pony nicht länger als 1-2 Tage allein lassen sollte. Wenn man mal Freizeit hat, dann hat das Tier doch ein Anrecht darauf, dass man diese auch mit ihm verbringt, oder?
    Daher sind für mich jetzt nur noch kurze Reisen innerhalb Deutschlands möglich und ich habe mit dem Kauf meines Ponys auch einen geplanten Urlaub in Prag storniert, weil ich finde, dass ich die Zeit eher mit dem Pony verbringen sollte.

    Okay, meinetwegen könnt ihr diesen Punkt als „Luxusproblem“
    abstempeln… denn „Wunsch ist Wunsch“ und habe mich ja bewusst für Pony und somit gegen Urlaub entschieden.

So, dass waren sie nun, die Probleme von uns Reitern, die mir auf Anhieb eingefallen sind. Reitet ihr selbst auch und kennt noch mehr solcher kleinen ärgerlichen Dinge und Situationen?


Quellen

* Pferd Spezial zum Thema Reitergewicht, abgerufen am 9.7.17

- geschrieben von Tabea -

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Dienstag, 11. Juli 2017

Duales Studium Maschinenbau – Praxisphase 1

Hallo ihr Lieben!

Vor einer Weile habe ich ja damit begonnen, euch von meinem dualen Studium zu berichten. Erst gab es eine Übersicht, dann Erfahrungen aus der Kennlernphase und dem ersten Semester. Daher ist heute die erste Praxisphase dran. Diese Praxisphasen sind nämlich ein ganz wesentlicher Bestandteil der dualen Studiengänge, nicht nur im Maschinenbau.

Duales Studium Maschinenbau - erste Praxisphase

Wann gibt es Praxis?

Duales Studium bedeutet ja, dass Theorie und Praxis verknüpft werden. An der THM erfolgt daher nach Semester eins, zwei und drei jeweils eine Praxisphase, die zwischen 8 und 12 Wochen lang ist. Nach dem vierten Semester darf man dann mal wirklich lange in seinem Partnerunternehmen bleiben, denn das komplette fünfte Semester wird dort verbracht.
In anderen Hochschulen und Universitäten, die nicht nach dem System von Studium Plus das duale Studium durchführen, kann das aber natürlich vollkommen anders aussehen. Es gibt zum Beispiel auch Varianten, bei denen man jede Woche einige Tage studiert und die restliche Zeit im Betrieb verbringt und praktische Fähigkeiten erwirbt.

Wann hat man frei?

Da ich in den Semesterferien im Unternehmen arbeite und Erfahrungen sammle, habe ich logischerweise nicht wie andere Studenten wochenlang frei, sodass sich die Frage stellt, wann ich mich denn mal ausruhen darf.

Ganz so viel Freizeit wie meine Freunde an den Unis habe ich nicht, schätze ich. Während des Semesters gibt es einige vorlesungsfreie Tage über Weihnachten und Silvester. Außerdem ist die Woche nach den Klausuren frei. Während der Zeit im Betrieb darf ich mir zudem noch ein paar Tage Urlaub nehmen, wann ich möchte. Die Anzahl dieser Tage wie irgendwie abhängig von der Länge der Praxisphasen pro Kalenderjahr festgelegt, sodass ich für die erste und zweite Praxisphase insgesamt elf Tage verplanen durfte.

duales Studium Maschinenbau - Praxisphase 1

Die erste Praxisphase

Vorbereitung

Im Vorfeld habe ich meinem Betrieb ca. einen Monat vor Semesterende eine E-Mail geschrieben, um abzuklären, wann ich am ersten Tag wo erscheinen soll. Außerdem habe ich mich gleich erkundigt, ob bereits feststeht, an welcher Aufgabe ich arbeiten werde. Man bekommt nämlich für jede Praxisphase ein Projekt, dass möglichst auch in der Zeit abgeschlossen werden sollte. Daran arbeitet man zu zweit oder auch allein, so wie es bei mir der Fall war. Da ich die einzige Studentin im ersten Semester gewesen bin, die der Betrieb hat, war das bei mir von vornherein klar. Einige meiner Mitschüler aus der Uni, die in anderen Unternehmen angestellt sind, haben aber auch gemeinsam mit anderen dualen Studenten gearbeitet.

Für mich stand damals noch nicht konkret fest, was mich erwarten würde. Daher wurde ich gebeten, die bisherigen Inhalte aus dem Studium aufzulisten, damit mein Betreuer aus den möglichen Themen eines auswählen konnte. Dieses Thema bekam ich dann grob mitgeteilt, aber konnte damit noch nicht viel anfangen. Da aber sowieso eine Besprechung meiner Aufgabe direkt am Morgen des ersten Tages geplant war, ließ ich das einfach auf mich zukommen.

In der Hochschule wird die Praxisphase auch vorbereitet. In den Choaching-Vorlesungen konnten wir alle möglichen Fragen loswerden und bekamen auch Tipps zu dem Bericht, der am Ende jeder Praxisphase geschrieben werden muss und über die Note entscheidet.
Zusätzlich zu dieser Vorbereitung mussten wir online noch einen Betreuer auswählen, bzw. drei Stück. Man hat nämlich einen Betreuer von Seite des Unternehmens, der die Aufgabe stellt, und einen von Seite der Hochschule, der letztendlich ebenso wie der Betreuer im Unternehmen den Bericht bewertet und dafür sorgen soll, dass die Studenten im Unternehmen sinnvoll beschäftigt werden. Aus den drei angegeben Professoren wurde uns dann in der letzten Vorlesungswoche einer zugeteilt und ich hatte Glück und bekam meine Erstwahl.

Schade finde ich bei dieser Wahl nur, dass man kaum Professoren kennt, da viele unserer Dozenten eben nicht den Professorentitel tragen und daher nicht als Betreuer gewählt werden dürfen. Mein Betreuer hatte mich aber in meinem Lieblingsfach im ersten Semester mit seine lockeren Art überzeugt.

Das war es dann aber auch an Vorbereitung.

duales Studium Maschinenbau - Praxisphase 1

Zeit im Betrieb

Morgens erschien ich pünktlich im Büro meines Betreuers. Der hatte mir die Aufgabenstellung noch mal ausgedruckt und einiges an Material zusammengestellt.

Nun erklärte er mir, wie er sich meine Zeit im Betrieb vorstellte: Ich sollte mit Excel ein Tool entwerfen, dass Herstellkosten kalkulieren kann. Das Unternehmen produziert nämlich diverse Scheiben für die Nutzung in der Landwirtschaft. Da diese sich aber im Durchmesser, in ihrer Randgestaltung (Zacken, Schneide), dem Durchmesser, dem Lochbild und dem Material unterscheiden, kostet natürlich nicht jede Scheibe in der Herstellung den gleichen Preis. Meine Aufgabe war es nun, zu untersuchen, wie die Parameter sich auf den Preis auswirken, denn auch wenn die Firma schon viele unterschiedliche Scheiben im Sortiment hat, fragen ab und zu eben doch noch Kunden nach neuen Varianten.
Hier soll dann das Tool zum Einsatz kommen und grob die Kosten ausgeben, denn bisher war es verdammt aufwändig, die Kosten abzuschätzen bzw. zu bestimmen.

Als mit klar wurde, dass ich da verdammt viele Dinge berücksichtigen und raus finden muss, war ich zunächst erschlagen.
Allerdings unterhielt ich mich noch eine Weile mit meinem Betreuer und dabei wurde deutlich, dass das Tool wirklich nur grob arbeiten muss. Viele Dinge, die mir kompliziert erschienen, sollte ich also von vornherein vernachlässigen.

Ich machte mich also an die Arbeit und strickte in Excel zunächst ein Grundgerüst.

In den kommenden Wochen sammelte ich dann bei diversen Mitarbeitern Daten zusammen, um die Zusammenhänge zwischen Parametern und Kosten in dem Tool abbilden zu können. Mein Betreuer stand mir hierbei aber immer zur Seite und lieferte auch selbst Anregungen, wie man manche Dinge lösen könnte.

Nebenbei schrieb ich bereits am Bericht, denn mein Betreuer hatte auch angeboten, diesen mehrmals Korrektur zu lesen und in der letzten Woche las auch eine meiner Kolleginnen noch mal drüber.

Der Professor sollte wie vorgeschrieben einen Besuch bei mir an der Arbeit machen. Außerdem waren seine Wünsche bezüglich der formalen Dinge im Bericht entscheidend, sodass ich ihn direkt in der ersten Woche per E-Mail kontaktierte, um den Termin und die Gliederung meines Berichts abzuklären.
Allerdings antwortete er nicht, sodass ich sogar bei Studium Plus nachfragte. Generell ist dieser Professor scheinbar sehr beschäftigt, weswegen man teils über eine Woche auf seine Antworten warten muss.

Nach ungefähr fünf Wochen, in denen ich einfach alle meine Fragen an ihn sammelte, kam er dann zum verabredeten Besuch.

Mit dem Tool war ich zu diesem Zeitpunkt schon recht weit und es stand nur noch Feintuning und die Testphase an. Auch mein Bericht stand bis auf das Fazit schon und somit hatte ich lediglich ein paar formale Fragen. Hierbei merkte ich, dass ich eindeutig den richtig Professor gewählt hatte, denn meist hieß es: Mach das, wie du möchtest, wenn es keine offizielle Vorgabe gibt.

Ansonsten war er beeindruckt davon, dass ich so weit gekommen war, da andere Studenten wohl wesentlich größere Probleme hatten, die Schwerpunkte ihrer Arbeit in dem Bericht darzustellen und herauszuarbeiten. Wir diskutierten daher zu dritt, also beide Betreuer und ich, eine Stunde lang eher über die Relevanz des Kalkulationstools und auch über die Scheibenherstellung und Optimierung in der Produkt. Das war wirklich interessant.

In der letzten Woche schloss ich dann alles ab, testete mein Programm, indem ich die Daten mit Schreiben aus dem Sortiment verglich, einen Fehler ausbesserte und das Fazit verfasste. Die Formatierung und das Korrektur lesen haben noch mal ordentlich Zeit gekostet und was Korrekturen angeht, hat mein Betreuer mich tatkräftig unterstützt. Ganz zum Schluss druckte ich alles aus und räumte meinen Platz im Büro.

duales Studium Maschinenbau - Praxisphase 1

Der Bericht

Der Bericht muss nach den Richtlinien für wissenschaftliches Arbeiten verfasst werden. Man schreibt also eine Einleitung zum Thema, erläutert die Aufgabenstellung und die Vorgehensweise, fasst die Ergebnisse zusammen und muss natürlich auch auf einen Haufen Formalitäten achten.

Zehn bis zwanzig Seiten Text inklusive Abbildungen sollten wir schreiben, doch ich kam auf um die dreißig. Dazu kommen dann noch die Verzeichnisse von Tabellen, Abbildungen, Abkürzungen, Inhalt und Literatur sowie der Anhang.
Alles muss gebunden werden, Spiralbindung war aber ausreichend.

Dieser Bericht wird dann am Ende der Praxisphase in der Hochschule in zweifacher Ausführung und zusätzlich ein Mal im Betrieb abgegeben. Anschließend bewerten beide Betreuer Inhalt, Struktur, Sprache und wissenschaftliche Arbeitsweise. Beide erreichten Punktzahlen werden gemittelt und liefern dann die Note für die Praxisphase. Bei gerade mal zwei Credit Points für diese Phase fällt das aber nicht wirklich ins Gewicht, was die Gesamtnote des Studiums angeht, finde ich.

Mir bereitete anfangs die Sprache echt Probleme. Ich schreibe generell eher umgangssprachlich und da musste ich mich an den nüchternen Stil erst gewöhnen. Nach den ersten Seiten war das alles aber kein Problem mehr.
Es ist nur immer schwierig, einzuschätzen, wie viele Fachwörter man erläutern muss. Die Professoren haben ja wenig Vorwissen und sollen trotzdem alles verstehen. Da haben mir meine Korrekturleser auch wieder sehr geholfen.

Zum Bericht kann ich also nur sagen, dass ich mehrere komplette Arbeitstage dafür benötigt habe und anfangs Hemmungen hatte, anzufangen. Nachdem der erste Absatz geschrieben war, versank ich beim Tippen aber manchmal völlig in meine Arbeit.

duales Studium Maschinenbau - Praxisphase 1

Die Bewertung

Wie gesagt, nur zwei Credit Points bekommt man für diese lange Zeit. Von Mitte Februar bis Anfang April waren wir nämlich im Unternehmen. Im Anschluss daran hatten wir noch eine Woche während des Semesters, um die Berichte fertig zu stellen, danach mussten sie im Sekretariat abgegeben (2 Exemplare) und dem Unternehmen zugesendet werden (1 Exemplar).

Die Bewertung von meinem Betreuer aus dem Unternehmen erhielt ich recht schnell per E-Mail, nämlich Anfang Mai. Vom Unternehmen wird nicht nur der Bericht bewertet, sondern auch das Verhalten im Betrieb. Während ich gerade in den Bereichen Kommunikationsfähigkeit und Teamfähigkeit noch leichte Schwächen aufwies, war ich dennoch rundum zufrieden. Für das Verhalten gab es also 80/100 und für den Bericht sogar 94/100. Na, wenn das fürs erste Mal sich nicht sehen lassen kann, dann weiß ich es auch nicht.
Außerdem fließt nur die Wertung für den Bericht ins Endergebnis ein. Dennoch wird mir mein Betreuer noch mal persönlich erläutern, was ich in der nächsten Praxisphase besser machen kann – das finde ich echt nett von ihm.

Der Professor ließ mit seiner Bewertung länger auf sich warten und erst Ende Juni erhielt ich von ihm eine Rückmeldung. Und in dieser E-Mail stand auch nur, dass der Bericht ihm ähnlich gut gefallen hat wie meinem betrieblichen Betreuer. Keine Punktzahl – denn die darf er mir nicht direkt mitteilen, sondern muss sie in Wetzlar melden, wo die Verwaltung der dualen Studiengänge sitzt. Die Leute da laden dann irgendwann die Noten im Online-Portal von Studium Plus hoch… irgendwann.

Beide Bewertungen kommen also in einen Topf, werden durch zwei geteilt und ergeben folglich also irgendein Ergebnis, was ich euch bei meinem ersten Bericht noch nicht sagen kann, weil die Leute in Wetzlar das noch nicht online gestellt haben.

Tja, und das war es dann auch mit der Praxisphase. Bald erscheint sie in meiner Leistungsübersicht und schon seit mehreren Monaten habe ich eher das aktuelle Semester und den aktuellen Stoff im Kopf – denn gerade stecke ich mitten in meiner Klausurenphase des zweiten Semesters und die ist alles andere als lustig.


Dieser Post ist Teil einer Reihe über mein duales Studium der Fachrichtung Maschinenbau. Bisher erschien ein Post als Überblick über das Studium und es sind weitere geplant zu den einzelnen Semestern und Praxisphasen.
Hier geht es zu allen erschienen Posts.

- geschrieben von Tabea -

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